Zwergbarsche

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Zwergbarsche
Porphyr-Zwergbarsch (Pictichromis porphyrea)

Porphyr-Zwergbarsch (Pictichromis porphyrea)

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ovalentaria
incertae sedis
Familie: Zwergbarsche
Wissenschaftlicher Name
Pseudochromidae
Bleeker, 1875

Die Zwergbarsche (Pseudochromidae), sind küstennah lebende Meeresfische aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorpha). Die Familie umfasst sechs Unterfamilien mit 20 Gattungen und über 150 Arten. Sie kommen im tropischen Indopazifik und im Roten Meere vor und leben streng an Korallenriffe gebunden in Höhlen und Spalten.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Körper der Zwergbarsche ist langgestreckt, seitlich abgeflacht und oft prächtig gefärbt. Sie werden normalerweise 5 bis 18 Zentimetern lang. Eine Ausnahme bilden die Aalbarsche der Unterfamilie Congrogadinae. Sie besitzt eine von den übrigen Zwergbarschen abweichende langgestreckte Körperform und werden 10 bis 50 Zentimeter lang. Zwergbarsche haben große Augen mit einer leicht ovalen Pupille. Ihr Maul ist groß und gut bezahnt.

Rücken- und Afterflosse haben einen bis drei Flossenstacheln. Die Bauchflossen, die auch fehlen können, werden von einem Stachel und drei bis fünf Weichstrahlen gestützt. Ihre Basis liegt unter oder vor der Brustflossenbasis. Den Aalbarschen fehlen die Flossenstacheln in der Afterflosse, ihre Rückenflosse wird von 21 bis 37, die Afterflosse von 13 bis 21 Weichstrahlen gestützt. Die Seitenlinie der Zwergbarsche kann fortlaufend oder unterbrochen sein. Die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei sechs.

Lebensweise[Bearbeiten]

Zwergbarsche leben versteckt in Korallenriffen in geringer Wassertiefe. Sie ernähren sich räuberisch von kleinen Krebstieren und anderen wirbellosen Organismen. Zwergbarsche leben paarweise oder in Haremsgruppen. Sie sind Hermaphroditen, d. h. ein Einzeltier kann sowohl Weibchen als auch Männchen werden. Bei einem Paar ist das größere Tier stets das Männchen. Alle Zwergbarsche laichen in Höhlen. Das Männchen bewacht die Eier bis zum Schlupf der Larven nach etwa einer Woche. Die Eier haften mit Filamenten aneinander und am Untergrund.

Systematik[Bearbeiten]

Zwergbarsche sind wahrscheinlich nah mit den Mirakelbarschen (Plesiopidae), Feenbarschen (Grammatidae) und Brunnenbauern (Opistognathidae) verwandt [1].

Pracht-Zwergbarsch (Manonichthys splendens)
Queensland-Zwergbarsch (Ogilbyina queenslandiae)
Nymphen-Zwergbarsch (Pictichromis paccagnellae)
Aldabra-Zwergbarsch (Pseudochromis aldabraensis)
Gelbrücken-Zwergbarsch (Pseudochromis flavivertex)
König-Salomon-Zwergbarsch (Pseudochromis fridmani)

Aquaristik[Bearbeiten]

Am bekanntesten sind die Zwergbarsche der Gattungen Pseudochromis und Pictichromis aus der Unterfamilie Pseudochrominae, die wegen ihrer grellbunten Farben beliebte Fische für das Meerwasseraquarium sind. Ein großer Teil der im Handel angebotenen Tiere wird in Fischfarmen gezüchtet. Zwergbarsche sollten stets paarweise gehalten werden.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H.K. Mok, H.J. Chang, C.Y. Lee: Phylogenetic interrelationship of the perciform Acanthoclinidae, Grammidae, Plesiopidae, Pseudochromidae, and Opistognathidae. Bull.Inst. Zool., Vol.29, Nr.1, Seite 29-39.
  2. a b Anthony C. Gill (2013): Classification and relationships of Assiculus and Assiculoides (Teleostei: Pseudochromidae). Zootaxa, 3718 (2): 128–136. doi: 10.11646/zootaxa.3718.2.2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwergbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien