Zwettl-Niederösterreich

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Zwettl ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Zwettl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Zwettl-Niederösterreich
Wappen von Zwettl-Niederösterreich
Zwettl-Niederösterreich (Österreich)
Zwettl-Niederösterreich
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 256,17 km²
Koordinaten: 48° 36′ N, 15° 10′ O48.60333333333315.168888888889520Koordinaten: 48° 36′ 12″ N, 15° 10′ 8″ O
Höhe: 520 m ü. A.
Einwohner: 11.097 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 43 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3532, 3533, 3910, 3911, 3923, 3924, 3931, 3932
Vorwahl: 02822
Gemeindekennziffer: 3 25 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gartenstraße 3
3910 Zwettl
Website: www.zwettl.gv.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Prinz (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(37 Mitglieder)
28
4
3
2
28 
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Zwettl-Niederösterreich im Bezirk Zwettl
Allentsteig Altmelon Arbesbach Bad Traunstein Bärnkopf Echsenbach Göpfritz an der Wild Grafenschlag Groß Gerungs Großgöttfritz Gutenbrunn Kirchschlag Kottes-Purk Langschlag Martinsberg Ottenschlag (Niederösterreich) Pölla Rappottenstein Sallingberg Schönbach (Niederösterreich) Schwarzenau Schweiggers Waldhausen Zwettl-NiederösterreichLage der Gemeinde Zwettl-Niederösterreich im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Zwettl-Niederösterreich[1] (meist nur in der Kurzform Zwettl) ist eine Stadtgemeinde im nordwestlichen Niederösterreich. Mit 11.097 Einwohnern[2] und einer Fläche von 256 km² zählt sie nach Sölden, Wien und Wolfsberg in Kärnten zu den flächenmäßig größten Gemeinden Österreichs. Bei der Volkszählung des Jahres 2011 hatte die Stadt selbst 3.922[3] Einwohner. Zwettl ist auch die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Seehöhe von 520 m in einem Talkessel (bestehend aus Gradnitztal, Sierningtal, Kamptal und Zwettltal) an der Stelle des oberen Kamptals, wo der Fluss Zwettl in den Kamp einmündet. Sie ist geographischer Mittelpunkt der Gemeinde und gilt gleichzeitig als Zentrum des Waldviertels.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in insgesamt 56 Ortsteile (Verwaltungssprengel), 54 Ortschaften, und 61 Katastralgemeinden.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Zwettl-Niederösterreich: OSM, Google oder Bing

Die Stadt Zwettl selbst umfasst Zwettl Stadt, mit der alten Kernstadt und dem Stadtteil Syrnau im Osten, sowie die Stadtteile Oberhof im Norden mit der Bozener Siedlung nordöstlich kampabwärts Richtung Stift, und Propstei im Süden. Das Dorf Moidrams südwestlich ist heute weitgehend mit der Stadt verwachsen.

Dabei ist Gemeinde Zwettl-Niederösterreich mit einer Gesamtfläche von 256 Quadratkilometern flächenmäßig die drittgrößte Stadtgemeinde – nach Wien und Wolfsberg in Kärnten – und siebentgrößte Gemeinde Österreichs.[4] Nach Wien (89, dann St. Pölten 42, Wolfsberg 40) hat die Gemeinde die österreichweit zweitmeisten Katastralgemeinden, und die meisten Ortschaften von ganz Niederösterreich (die elftmeisten Österreichs).[5] Diese Verwaltungsstruktur einer typischen Zusammenlegungs-Großgemeinde (1971) erklärt sich daraus, dass das Waldviertel prinzipiell keine ausgeprägte Streubesiedlung kennt, sondern zahlreich relativ kompakte Orte ausbildete. Diese Orte behielten, wie in den meisten Bundesländern, bei Schaffung der Ortsgemeinden 1849/50 ihre Eigenständigkeit, für Niederösterreich typisch sind sie aber sowohl als siedlungsgeographische Einheit (Ortschaft) wie als grundbücherliche (Katastralgemeinde) auch bei Gemeindezusammenlegungen kleinstrukturiert erhalten geblieben (1971 wurden seinerzeit noch 20 selbständige Gemeinden vereinigt).

Zusätzlich sind 6 der Katastralgemeinden (Kühbach, Flachau, Oberndorf, Oberplöttbach, Pötzles, Wildings) durch die Schaffung des Truppenübungsplatzes Allentsteig entvölkerte ehemalige Gemeinden (1938–1945, endgültig teils erst 1970, vergl. Liste der für die Schaffung des Truppenübungsplatzes Döllersheim ausgesiedelten Ansiedlungen). Eine Katastralgemeinde, Koppenzeil, hat nur historische Bedeutung und entspricht dem Stadtteil Propstei.

Die 55 Verwaltungssprengel der Gemeinde – neben der Stadt selbst – entsprechen weitestgehend den übrigen Kastralgemeinden und den Ortschaften und haben einen Ortsvorsteher, ein Amt einer lokalen rechten Hand des Bürgermeisters. Ausnahmen sind der Stadtteil Oberhof (auch Katastralgemeinde), der einen Ortsvorsteher hat, aber von der amtlichen Statistik (seitens der Statistik Austria) nicht als eigene Ortschaft gerechnet wird, das Dorf Kleinmarbach, das zur Ortschaft und Katastralgemeinde Marbach am Walde gehört, aber einen Vorsteher hat, sowie das Dorf Oberwaltenreith, statistisch eigenständige Ortschaft, die zum Ortsvorstand und der Katastralgemeinde Eschabruck gehört.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die große Ausdehnung bringt es mit sich, dass viele andere Gemeinden an Zwettl angrenzen. Es sind dies

Schweiggers, Kirchberg am Walde Vitis, Echsenbach Allentsteig
Groß Gerungs, Großschönau Nachbargemeinden Pölla, Rastenfeld
Rappottenstein Großgöttfritz Waldhausen

Klima[Bearbeiten]

Am 12. Februar 1929 wurde in Zwettl mit -36,6 °C die kälteste bestätigte Temperatur in einem bewohnten Ort in Österreich gemessen. In Zwettl herrscht ein Übergangsklima mit kontinentalem Einfluss aus dem Osten und ozeanischem Einfluss aus dem Westen. Die Jahresdurchschnittstemperatur im 30-jährigen Mittel 1971-2000 beträgt 6,6°C und der Jahresgesamtniederschlag liegt bei 667,3mm. Vergleicht man diese Werte mit dem Mittel der Jahre 1981-2010, sind bezüglich der Temperatur deutliche Änderungen zu verzeichnen. Infolge des Klimawandels liegt die Jahresdurchschnittstemperatur um rund 0,9°C höher als in der Periode 1971-2000. Charakteristisch für Zwettl sind viele Sonnenstunden im Sommerhalbjahr und lang anhaltende Hochnebeldecken im Winter. Bedingt durch die nächtliche Kaltluftseebildung werden oftmals geringe Temperaturminima gemessen. Diese liegen trotz der vergleichsweise geringen Höhe über NN oftmals unter jenen Werten des um rund 400m höher gelegenen Jauerlings. Jährlich werden rund 141 Frosttage und 37 Eistage verzeichnet. Infolge der durch die Seehöhe bedingten geringen Tageserwärmung treten etwa 28 Sommertage und 3 heiße Tage pro Jahr auf. Von November bis April fallen rund 90cm Schnee. Auch diesbezüglich ist aufgrund der Klimaerwärmung ein Rückgang zu verzeichnen. Im langjährigen Mittel gibt es 25 Gewitter und einmal Hagel pro Jahr.


Monatliche Durchschnittstemperaturen, -niederschläge und -sonnenstunden für Zwettl (505m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,9 2,8 7,6 12,4 18,0 20,8 22,8 22,7 17,9 12,3 5,3 1,8 Ø 12,2
Min. Temperatur (°C) -5,8 -5,2 -2,0 1,0 5,4 8,7 10,4 9,9 6,8 2,7 -1,4 -4,2 Ø 2,2
Temperatur (°C) -2,8 -1,8 2,0 6,1 11,4 14,6 16,3 15,5 11,3 6,5 1,4 -1,5 Ø 6,6
Niederschlag (mm) 31,2 29,4 41,6 55,6 72,7 87,9 96,3 79,6 54,6 36,9 44,2 37,3 Σ 667,3
Sonnenstunden (h/d) 1,7 2,9 4,1 5,1 5,8 5,6 6,0 6,6 4,9 3,7 2,4 1,8 Ø 4,2
Regentage (d) 7,3 6,9 8,9 9,5 9,7 10,9 10,9 9,6 8,0 6,7 9,0 8,3 Σ 105,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
0,9
-5,8
2,8
-5,2
7,6
-2,0
12,4
1,0
18,0
5,4
20,8
8,7
22,8
10,4
22,7
9,9
17,9
6,8
12,3
2,7
5,3
-1,4
1,8
-4,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
31,2
29,4
41,6
55,6
72,7
87,9
96,3
79,6
54,6
36,9
44,2
37,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Kreuzganghof im Stift Zwettl

Der Name Zwettl ist slawischen Ursprungs (vgl. tschechisch Světlá, zu tschechisch světlý = licht, hell) und bedeutet soviel wie Lichtung oder Rodung. Bestätigt wird dies durch spätere Urkunden, in welchen das Kloster Zwettl im lateinischen Text Claravallis (= lichtes Tal) genannt wird.[6] Allerdings wurden bisher keine slawischen Hinterlassenschaften aufgefunden, sodass für eine slawische Siedlung außer der Namensdeutung bisher keine Quellen bekannt sind.

Die von den Kuenringern gegründete Stadt wird erstmals im Oktober 1139 in der Gründungsurkunde des nahegelegenen Stiftes Zwettl (Zisterzienserabtei) erwähnt.[7] Seit dem 28. Dezember 1200 gilt Zwettl als Stadt.

1427 wurde die Stadt in der Schlacht bei Zwettl drei Mal erfolglos von den Hussiten unter dem Feldherrn Andreas Prokop belagert. Sie zerstörten und plünderten dabei das drei Kilometer entfernte Stift Zwettl und die meisten umliegenden Dörfer. Auch im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt schwer zu leiden, 1618 drangen böhmische Truppen in die Stadt ein, 1645 wurde sie von schwedischen Truppen besetzt.

Im Jahr 1850 konstituierte sich die Ortsgemeinde Zwettl, und durch den Zusammenschluss von 13 Gemeinden im Jahr 1971 entstand die Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich in ihrer heutigen Form.

Im August 2002 führten heftige Regenfälle zu einem verheerenden Hochwasser, das große Schäden anrichtete. Die Aufzeichnungen der über 800-jährigen Stadtgeschichte berichten von keiner vergleichbaren Flutkatastrophe.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsentwicklung der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich ist in folgender Zeitleiste dargestellt.


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde Zwettl ist Herbert Prinz (ÖVP). Im Stadtgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 37 Sitzen folgende Mandatsverteilung: L.ÖVP 28, SPÖ 4, L.GRÜNE 3, FPÖ 2.

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,31 %
(+0,97 %p)
12,31 %
(-4,87 %p)
9,50 %
(+0,38 %p)
6,88 %
(+3,52 %p)
2005

2010


Ortsvorsteher für die Verwaltungssprengel gibt es in der Gemeinde derzeit 51, vier der Vorsteher (Eschabruck und Oberwaltenreith, Großhaslau und Ritzmannshof, Purken und Bernhards, Rudmanns und Edelhof) betreuen zwei Sprengel.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Der gespaltene Wappenschild zeigt vorn die silberne Binde (Balken) auf rotem Feld (österreichischer Bindenschild) und hinten in Blau fünf (2;2;1) goldene Adler (Niederösterreichisches Wappen).

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Zwettl pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Eine Partnerschaft besteht zur Stadtgemeinde Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf. Internationale Partnerstädte sind Plochingen in Deutschland und Jindřichův Hradec in Tschechien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zwettl-Niederösterreich
Altes Rathaus
Dreifaltigkeitssäule
Hundertwasserbrunnen

Propstei[Bearbeiten]

Die Propstei Zwettl besteht aus einer romanischen Kirche und der daran anschließenden Michaelskapelle, einem Friedhof mit romanischem Karner, dem eigentlichen Propsteigebäude und einem früheren Pfarrhaus – dem sogenannten „Kasten“. Vor der denkmalgeschützten Anlage befindet sich am Ende des Kreuzwegs eine monumentale Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Die Propsteikirche zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Stadt. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die in der Bärenhaut erwähnte Kuenringerburg auf dem Areal der heutigen Propstei befunden hat und dass die Kirche – die erste Pfarrkirche von Zwettl – in etwa zeitgleich mit der Burganlage erbaut wurde.

Hauptartikel: Propstei Zwettl

Stadtmauer[Bearbeiten]

Die Zwettler Stadtmauer ist eine mittelalterliche Befestigungsanlage, die die historische Altstadt umschließt. Bis Anfang des 13. Jahrhunderts dürfte Zwettl lediglich durch hölzerne Palisaden geschützt gewesen sein. Mit dem Bau einer Bruchsteinmauer wurde 1229 im Zusammenhang mit der ersten Stadterweiterung begonnen. Nach schwerer Beschädigung durch die Streitkräfte des Babenbergers Friedrich dem Streitbaren bei der Niederschlagung des Ministerialenaufstandes im Jahr 1231 wurde sie ein Jahr später wieder errichtet und durch Türme und eine Zwingermauer verstärkt. Ihr weiterer Ausbau dauerte bis ins 15. Jahrhundert. Durch die zum Ende des Mittelalters neu aufgekommenen Kriegstechniken verlor die Stadtmauer zwar ihre unmittelbare militärische Funktion, wurde jedoch, wie in vielen anderen mittelalterlichen Städten, weiterhin instand gehalten. 1590 wurden die Zugbrücken an den Toren durch Steinbrücken ersetzt. Zwei Befestigungstürme mussten um 1610 weichen und um 1800 erfolgte die Trockenlegung des Stadtgrabens. Obwohl im 19. Jahrhundert weitere große Teile den neu angelegten Straßen und Gebäuden zum Opfer fielen, sind sechs Wehrtürme, Reste eines Wassergrabens und gut erhaltenes Mauerwerk mit einer Gesamtlänge von etwa einem Kilometer erhalten geblieben. Die ehemaligen Torbauten sind zur Gänze verschwunden; dem Portal der Stadtpfarrkirche ist jedoch ein Westturm mit rundbogigem Straßendurchgang vorgestellt, der nach Ansicht des Historikers Adalbert Klaar einst als innerer Befestigungsturm des Unteren Tores gedient hat. Die erhaltenen Teile wurden 1965 unter Denkmalschutz gestellt.[9][10]

Altes Rathaus[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus am Hauptplatz ist ein mehrfach umgestalteter, breit gelagerter, giebelständiger Bau mit leicht vorgezogenem Turm und gotischem Kern. Die genaue Bauzeit ist unbekannt. Es wurde urkundlich erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Leuthold von Kuenring erwähnt. Somit zählt es zu den ältesten Profanbauten der Stadt. Vieles deutet darauf hin, dass es ursprünglich als Residenz der Kuenringer diente.[11] Die Zwettler Bürgerschaft erwarb das Gebäude 1483, um es als Rats- und Gerichtsgebäude zu nutzen. Diesen Zweck erfüllte es bis ins Jahr 1975. Heute beherbergt es das Stadtmuseum mit der sogenannten Antonsammlung. Bei einer Restaurierung im Jahr 1976 wurden an der Fassade Sgraffiti aus der Mitte des 16. Jahrhunderts freigelegt. Während die Malereien am Turm und in der Fensterzone noch einen guten Erhaltungszustand aufweisen, sind diejenigen im Erdgeschoß und am Giebelfeld fast vollständig zerstört. Die Darstellungen beziehen sich auf die Funktion des Gebäudes als Gerichts- und Verwaltungsstätte.

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt befindet sich am Anfang der Landstraße im Bereich des ehemaligen Unteren Tores der mittelalterlichen Stadtmauer. Sie wird erstmals 1280 als ecclesia inferiora (‚untere Kirche‘) erwähnt und in einer Urkunde des Jahres 1352 als Frauenkirche genannt. Ihre genaue Bauzeit ist nicht bekannt. Vermutlich wurde sie bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Pfeilerbasilika mit drei Schiffen im spätromanischen Stil errichtet und später mehrfach umgebaut und erweitert.

Hauptartikel: Mariä Himmelfahrt (Zwettl)

Dreifaltigkeitssäule[Bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitssäule (auch: Pestsäule) in der Altstadt von Zwettl ist ein Denkmal im Stil des Barock, das von dem Eggenburger Bildhauer Johann Caspar Högl 1727 geschaffen wurde. Der prismatische Sandsteinpfeiler erhebt sich über einem mächtigen Volutensockel, ist mit Wolkengirlanden dekoriert und von einer Steinbalustrade umgeben. Er verfügt über Reliefs der Hll. Rosalia, Johannes Nepomuk und Donatus sowie über flankierende Figuren der Hll. Sebastian, Rochus und Florian. Er wird von einer Figurengruppe der Hl. Dreifaltigkeit bekrönt.[9][12]

Hundertwasserbrunnen[Bearbeiten]

Der Brunnen am Hauptplatz von Zwettl wurde 1994 von dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen. Seine Hauptelemente sind zwei Brunnensäulen mit Auffangschalen und ein Pavillon.[13] Früher befand sich an dieser Stelle ein Kriegerdenkmal, das anlässlich der Umgestaltung des Platzes an seinen neuen Standort bei der Johannes-Nepomuk-Kapelle verlegt wurde.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Eisenbahnviadukt der Lokalbahn Richtung Martinsberg über den Kamp

Zwettl liegt an der Zwettler Straße B36 von Dobersberg nach Persenbeug und der Böhmerwald Straße B38 von Kollerschlag nach Horn (mit einer Abzweigung nach Krems - Kremser Straße B37), die in nächster Zeit stärker ausgebaut werden sollen, da sie immer stärker frequentiert werden. Außerdem führt eine direkte Straßenverbindung nach Weitra.

Weiters steht der Bau einer Umfahrung in den nächsten Jahren vor der Realisierung.

Die Erschließung der Stadt durch die Eisenbahn ist durch einen 1896 eröffneten Linienteil der Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl–Martinsberg mit dem am nördlichen Stadtrand liegenden Bahnhof gewährleistet. Die lokale Bahnstrecke verbindet Zwettl mit Schwarzenau und somit mit der Franz-Josefs-Bahn. 2010 wurde der Personenverkehr nach 114 Jahren eingestellt, Güterverkehr besteht noch. Mit dem Zug benötigte man von Zwettl inkl. Umsteigen in Schwarzenau in die Bundeshauptstadt Wien ungefähr zweieinhalb Stunden, mit dem Auto etwa eine Stunde und vierzig Minuten. Seit der Einstellung der Strecke gehört Zwettl neben Waidhofen an der Thaya, Güssing, Oberpullendorf und Oberwart zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

Wirtschaft und Industrie[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Zwettl sind kaum Industriebetriebe ansässig, sondern hauptsächlich kleinere und mittelgroße Handels- und Gewerbebetriebe. Am 17. Februar 2000 wurde Zwettl der Beiname „Braustadt“ zuerkannt, um die jahrhundertelange Brautradition in der Stadt zu würdigen; heute gibt es in Zwettl nur noch eine Brauerei, die Privatbrauerei Zwettl mit einem Ausstoß von rund 200.000 Hektolitern (Stand 2008), die auf eine 300-jährige Tradition zurückblicken kann.

Weitere bedeutende Unternehmen vor Ort sind die Firmen Kastner (Groß- und Einzelhandel) und die Firmengruppe AVIA Eigl (Energiehandel: Tankstellen, Mineralöle, Pelletsproduktion, Schmierstoffe).

Innerstädtisches Geschäftsleben[Bearbeiten]

Zwettl besitzt in seinem Zentrum eine intakte innerstädtische Geschäftslandschaft, mit einem guten Branchenmix. Daneben gibt es – wie in den meisten anderen Bezirkshauptorten – ein Fachmarktzentrum auf der grünen Wiese.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Maurer, Die ur- und frühgeschichtlichen Funde des Bezirkes Zwettl, Sallingberger Heimatbuch 1983, S. 19ff.
  • Burgen,Stifte und Schlösser Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 140 f

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  3. http://www.statistik.at/blickgem/rg3/g32530.pdf
  4. Unsere Gemeinde, zwettl.gv.at, abgerufen 24. Sept. 2012
  5. Aktuelle Listen der Statistik Austria zum Gebietsstand, in: statistik.at » Klassifikationen » Regionale Gliederungen, Stand 06/2012, abgerufen 24. Sept. 2012
  6. Antonín Bartoněk, Bohuslav Beneš, Wolfgang Müller-Funk und Friedrich Polleroß: Kulturführer Waldviertel, Weinviertel, Südmähren, Wien 1996, S. 401, ISBN 978-3-216-30043-0
  7. Urkunde Nr. 36 in Friedrich Hausmann (Hrsg.): Diplomata 21: Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich (Conradi III. et filii eius Heinrici Diplomata). Wien 1969, S. 58–60 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatOrtsvorsteher - Alle. Stadtgemeinde Zwettl-NÖ, abgerufen am 28. September 2012.;
    Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNeubestellung und Angelobung der Ortsvorsteher. Stadtgemeinde Zwettl-NÖ, abgerufen am 28. September 2012.
  9. a b DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Berger, Wien 2010, ISBN 978-3-85028-395-3
  10. Nicole Alexandra Pieper: Die Stadtmauer von Zwettl, Niederösterreich. Bauarchäologische Studien (Diplomarbeit). Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien, Wien 2009. PDF
  11.  Thomas Kühtreiber, Roman Zehetmayer: Zur Geschichte des Propsteibergs. In: Zwettler Zeitzeichen. Band 2, Stadtgemeinde Zwettl-NÖ, Zwettl 1999, ISBN 3-902138-01-7, Zur Geschichte der Burg und der Pfarre Zwettl nach schriftlichen Quellen, S. 32f.
  12. Friedel Moll: Der Bau der Dreifaltigkeitssäule. In: zwettl.at. Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich, 2003, abgerufen am 28. August 2012.
  13. Der Hundertwasserbrunnen am Hauptplatz. In: zwettl.at. Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich, abgerufen am 28. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwettl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien