Zwiesel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zwiesel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zwiesel
Zwiesel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zwiesel hervorgehoben
49.01444444444413.233055555556585Koordinaten: 49° 1′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 585 m ü. NHN
Fläche: 41,14 km²
Einwohner: 9257 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94227
Vorwahl: 09922
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 148
Stadtgliederung: 11 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 27
94227 Zwiesel
Webpräsenz: www.zwiesel.de
Bürgermeister: Franz Xaver Steininger (parteifrei)
Lage der Stadt Zwiesel im Landkreis Regen
Landkreis Cham Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Deggendorf Landkreis Freyung-Grafenau Zwiesel Zachenberg Viechtach Teisnach Ruhmannsfelden Rinchnach Regen (Stadt) Prackenbach Patersdorf Lindberg Langdorf Kollnburg Kirchdorf im Wald Kirchberg im Wald Gotteszell Geiersthal Frauenau Drachselsried Böbrach Bodenmais Bischofsmais Bayerisch Eisenstein Arnbruck Achslach TschechienKarte
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Zwiesel ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Regen und seit 1972 staatlich anerkannter Luftkurort. Der Name der Stadt wurde vom bajuwarischen Wortstamm zwisl abgeleitet, der die Form einer Gabelung bezeichnet. Die Gabelung der beiden Flüsse Großer Regen und Kleiner Regen und das dazwischenliegende Land wurde Zwiesel genannt.

Die Stadt im Bayerischen Wald ist bekannt für die Glasindustrie (Zwiesel Kristallglas AG), Kristallmanufakturen (Theresienthal) und die Glasfachschule. Zwiesel nennt sich aus diesem Grund auch „die Glasstadt“. In dem Ort befinden sich noch zahlreiche weitere Glasherstellungs- und Glasveredelungsbetriebe.

Der Wahlspruch der Stadt lautet: „Fein Glas, gut Holz sind Zwiesels Stolz“.

Geografie[Bearbeiten]

Zwiesel mit der Pfarrkirche St. Nikolaus

Geografische Lage[Bearbeiten]

Zwiesel liegt am Zusammenfluss des Großen und Kleinen Regen zum Schwarzen Regen in einem weitläufigen Talkessel am Fuß der Waldberge des Hinteren Bayerischen Waldes (Großer Arber, 1456 m; Großer Falkenstein, 1315 m; Kiesruck, 1265 m) etwa zehn Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Regen, 35 Kilometer von Deggendorf, 30 Kilometer von Grafenau sowie 15 Kilometer vom Grenzübergang zu Tschechien in Bayerisch Eisenstein entfernt. Zwiesel verfügt neben der Straßenanbindung über die B 11 auch über einen Knotenbahnhof der Bayerischen Waldbahn mit Verbindungen im Stundentakt nach Plattling, Bayerisch Eisenstein und Bodenmais sowie im Zwei-Stundentakt nach Grafenau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Zwiesel hat elf amtlich benannte Ortsteile[2]:

Mineralogie[Bearbeiten]

Zwiesel verfügt über mannigfaltige mineralogische Aufschlüsse, die mit ihrem Quarzreichtum vor allem den Glas verarbeitenden Betrieben zugutekamen. Die bekannteste dieser Abbaustätten ist wohl der Quarzbruch am Hennenkobel (Hühnerkobel), wo viele seltene und begehrte Mineralien zu Tage getreten sind. Das dort vorkommende Mineral Zwieselit (engl.: Zwieselite) wurde nach der Glasstadt benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das 1838 errichtete Rathaus

Die ersten Siedler waren der Sage nach Goldwäscher. Erstmals wird Zwiesel 1255 als Dorf mit einer hölzernen Kapelle erwähnt. 1280 ist der Ort ein wichtiger Umschlagplatz nach Böhmen. Ab 1313 wird Zwiesel bereits als Markt bezeichnet. Am 11. September 1560 wurde dem Markt von Herzog Albrecht V. von Bayern das heute noch aktuelle Wappen verliehen. Philipp Apian schrieb ihn Zwisel auf seiner Landkarte von 1568.

Die Entwicklung Zwiesels wurde immer wieder von Brandkatastrophen, Kriegen und Seuchen behindert. So wurde der Ort 1431 von den Hussiten, 1468 im Böcklerkrieg und 1633 im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden eingeäschert. 1741 fielen die Panduren ein und 1809 gab es eine große Schlacht am Landwehrbergl mit einer Horde böhmischer Plünderer.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde in Zwiesel Bergbau im Bergwerk Rotkot betrieben.

1767 wurde die Bergkirche errichtet und 1838 das jetzige Rathaus erbaut. 1825, 1832, 1846, 1849 und 1870 wüteten schwere Marktbrände. Beim letzten Marktbrand am 19. August 1876 ging auch die Pfarrkirche in Flammen auf. Die Wasserleitung kam 1888, das elektrische Licht 1896. In den Jahren 1891 bis 1896 wurde die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus erbaut. 1904 wurde Zwiesel zur Stadt erhoben und stieg rasch zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Mittleren Bayerischen Waldes auf. Von Beginn an waren Glas und Holz die bestimmenden Faktoren in der weiteren Entwicklung. Die Glasindustrie im Zwieseler Winkel geht bis ins 15. Jahrhundert (Rabenstein 1421) zurück. 1836 wurde die Krystallglasfabrik Theresienthal gegründet und 1872 begann der Glasmeister Anton Müller den Bau der Glashütte Annathal, der späteren Schott-Werke, die nun als Zwiesel Kristallglas AG firmieren und ein bedeutender Kelchglasproduzent Deutschlands sind. 1904 wurde die Glasfachschule gegründet, die in der Folge zum Staatlichen Bildungszentrum für Glas avanciert ist.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, am 20. April 1945 mittags um 12 Uhr, wurden bei einem Bombenangriff auf die Eisenbahnbrücken mehrere Häuser zerstört, 15 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Am 22. April wurde Zwiesel ohne weiteres Blutvergießen an die Amerikaner übergeben.

Ein herausragendes Ereignis in der jüngsten Geschichte der Stadt war die Bayerische Landesausstellung Bayern–Böhmen: 1.500 Jahre Nachbarschaft. Viele Besucher der Ausstellung kamen auch aus der benachbarten Tschechischen Republik.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Oktober 1971 die Gemeinde Klautzenbach eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1978 kam der größere Teil der Gemeinde Rabenstein hinzu. Die 1250 Hektar umfassende Gemeinde Bärnzell kam am 1. Mai 1978 mit 652 Einwohnern zu Zwiesel.[4]

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelische Kreuzkirche
  • katholisch
    Schon im Jahre 1356 hatte der Ort einen eigenen Seelsorger, der als Vikar dem Pfarrer von Regen unterstand. 1558 wurde die Expositur Zwiesel zur Pfarrei erhoben. Seit 1962 befindet sich hier das Kloster Maria Trost der Augustiner (OSA), das von sudetendeutschen Mönchen gegründet wurde und zum Vikariat Wien gehört.
  • evangelisch
    Nach dem bayerischen Religionsedikt von 1803 des Kurfürsten Maximilian ließen sich in Zwiesel evangelische Christen nieder. 1885 wurde der Evangelische Verein Zwiesel gegründet, der erreichte, dass Zwiesel 1889 Sitz einer Reisepredigerstelle wurde. Am 29. Mai 1895 konnte die neugotische Kirche in der Bahnhofstraße (heute Dr.-Schott-Straße) eingeweiht werden. 1922 erfolgte die Erhebung zur Pfarrei.
  • neuapostolisch
    Eine Neuapostolische Gemeinde hat sich in Zwiesel ebenfalls niedergelassen. Sie besitzt in der Stadt eine eigene Kirche.


Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1800 zählte Zwiesel 803 Einwohner in 140 Wohngebäuden, 1810 wurde der tausendste Einwohner gezählt. 1867 hatte der Markt 2072 Einwohner in 243 Wohngebäuden, 1900 waren es 3760 Einwohner in 330 Wohngebäuden, 1933 5540 Einwohner und nach den Eingemeindungen 1980 10.283 Einwohner in 1970 Wohngebäuden.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Zwiesel setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 und späteren Veränderungen (CSU -1, SPD -1, PWG +2) wie folgt zusammen (Wahlergebnis in Klammern):

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 13. Februar 2011 Franz Xaver Steininger (parteifrei). In der Stichwahl wurde er mit 60,57 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kunst, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Kristallglas-Pyramide
  • Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: dreischiffiger, neugotischer Backsteinbau, erbaut 1892 bis 1896, mit einem 86 Meter hohen Turm, wird als Dom des Bayerischen Waldes bezeichnet
  • Katholische Bergkirche Maria Namen: Rokokokirche, erbaut 1767, mit Deckengemälden von Franz Anton Rauscher (1731−1777)
  • Kristallglas-Pyramide: Das Rekord-Bauwerk der Zwiesel Kristallglas AG ist über acht Meter hoch und besteht aus über 93.000 Weingläsern.
  • Auf dem Stadtplatz steht die 1767 errichtete Bildsäule des Johannes von Nepomuk, der von St. Sebastian und St. Florian flankiert wird. Das Rathaus ist ein klassizistisches Gebäude aus dem Jahr 1838. Am unteren Ende des Stadtplatzes befindet sich der Schott-Brunnen, ein Geschenk der Schott Zwiesel AG aus dem Jahr 1975. 1998 wurde der Stadtplatz als Fußgängerzone ausgewiesen, was jedoch ein Bürgerentscheid 1999 wieder aufhob.
  • Weitere Bauwerke: Liste der Baudenkmäler in Zwiesel

Museen[Bearbeiten]

  • Waldmuseum Zwiesel: In 17 Räumen werden etwa 8000 Exponate aus den Bereichen Wald, Holz, Glas und Heimat gezeigt. In großräumigen Dioramen ist die Tier- und Pflanzenwelt des Waldes hergestellt. Eine Pilzlehrschau rundet das Waldbild ab. Neu ist das komplett erhaltene Inventar der Stadtapotheke aus dem Jahr 1870. Im Waldmuseum wird auch der künstlerische Nachlass des niederbayerischen Komponisten Erhard Kutschenreuter aufbewahrt. Es ist vorgesehen, das Museum in das ehemalige Mädchenschulhaus oberhalb der Katholischen Kirche, das der Bayerischen Landesausstellung als Ausstellungsgebäude diente, zu verlagern und neu zu konzipieren.
  • Glasmuseum Theresienthal: In einem ehemaligen Herrenschloss der Familie Poschinger befindet sich eine Sammlung mit Gläsern, die zwischen 1800 und 1930 hergestellt wurden. Zu sehen sind Glasobjekte der Kristallmanufaktur Theresienthal, die im 19. Jahrhundert an vielen europäischen Höfen zu bewundern waren.
  • Unterirdische Gänge Zwiesel: ein bis ins Hochmittelalter zurückdatierbares Tunnel-System im Umfeld des Zwieseler Burgstalls. Erschlossen für den Besucherverkehr. Wechselnde Kunstausstellungen.
  • Dampfbier-Museum der 1. Dampfbierbrauerei Zwiesel: Die Brauerei der Familie Pfeffer ist bekannt für das sogenannte Dampfbier. Die historische Erlebnisbraustätte des Betriebs gibt Einblicke in die Brauereigeschichte(n) zwischen Tradition und Moderne.
  • Spielzeug-Museum. Es wurde im Mai 1988 eröffnet und zeigt verteilt auf sechs Ausstellungsräume in über 45 Vitrinen Spielzeug aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Das Museum wurde am 10. Februar 2008 geschlossen.[6]

Galerien und Ateliers[Bearbeiten]

  • Galerie Zwiesel
  • Galerie Horizonte
  • Galerie Männerhaut
  • Galerie Ritterswürden
  • Glasstadt Galerie Zwiesel

Kino[Bearbeiten]

Am 23. März 1898 wurde durch ein Wanderkino im Saal des Gasthauses Janka erstmals in Zwiesel ein Filmprogramm vorgeführt, das aus fünf Kurzfilmen bestand. Ab 27. Oktober 1917 wurden im Pfeffersaal regelmäßig Filme gezeigt. Am 29. April 1923 wurde in der Hafnerstadt das erste stationäre Kino in Zwiesel eröffnet, am 8. Dezember 1950 folgte nach 16-monatiger Bauzeit das neue Filmtheater.

Interkulturelle Projekte[Bearbeiten]

Durch die Stadt Zwiesel und das Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg wurde 2007 die Landesausstellung Bayern - Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft im Gebäude der Alten Mädchenschule veranstaltet. Dazu zählten neben dem musealen und museumsdidaktischen Ausstellungskern mehrere Veranstaltungen wie beispielsweise das Bayerisch-böhmische Begegnungsfest. Die jahrtausendealten interkulturellen Verflechtungen zwischen beiden Nachbarregionen rückten dadurch in das Bewusstsein der lokalen Kultur.

Parks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Der heutige Kurpark am Großen Regen wurde ab 1885 durch den Verschönerungsverein Zwiesel angelegt. Hier lagen die „Grüben“, eine bis dahin weitgehend unberührte Wildnis. 1887 integrierte man den noch heute vorhandenen Weiher in die Anlagen. Erst 1888 war die Hauptarbeit vollendet, es wurden Bänke aufgestellt, Bäume gepflanzt und die einzelnen Inseln durch Stege verbunden.

Auf dem Gebiet der Stadt Zwiesel liegen drei Naturschutzgebiete: Stockauwiesen, Rotfilz und Kiesau.

Tourismus[Bearbeiten]

Ein wichtiges wirtschaftliches Standbein Zwiesels ist der Tourismus. Zwiesel liegt an der Glasstraße. Diese 270 Kilometer lange touristische Route führt von Neustadt an der Waldnaab bis nach Passau und wurde im Jahr 1997 von dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnet. In vielen Orten der Route, so auch in Zwiesel, kann den Glasmachern bei ihrer Arbeit zugesehen werden. Für das Publikum besteht die Möglichkeit, durch einen eigenen Versuch Einblick in diese Tätigkeit zu bekommen.

In Zwiesel gibt es etwa 3800 Gästebetten aller Kategorien und zwei Campingplätze. Die erste fünfzig Quadratmeter große Zwieseler Freibadanlage entstand 1910, der im Jahr 1938 ein zweitausend Quadratmeter großes Freibad an der Rabensteiner Straße folgte. Später kam ein Hallenbad dazu. Das Hallenbad wurde 1999, das Freibad 2000 renoviert und der Komplex zum Zwieseler Erlebnisbad umgestaltet. Am 15. Juni 2005 eröffnete in der Nähe des Bades die umfangreiche Bayerwald-Sauna.

Wintersport[Bearbeiten]

Die Wintersportregion Zwiesel am Großen Arber (bis 1456 m) ist mit eines der größten Skigebiete des Bayerischen Waldes. Die Skigebiete sind mit Seilbahnen und Liften erschlossen. Die Loipennetze der benachbarten Orte summieren sich auf weit über 100 km. Durch Zwiesel verläuft die insgesamt 150 Kilometer lange Bayerwaldloipe.

Der Arber wurde vom Deutschen Skiverband als fester Bestandteil in den alpinen Ski-Weltcup-Kalender aufgenommen. Im Wechsel mit Ofterschwang sollte ab 2006/07 alle zwei Jahre ein Weltcup-Rennen am Arber stattfinden. Nach dem Weltcuprennen am 10. und 11. März 2007 fielen die geplanten Rennen im nächsten Jahr am 1. und 2. März 2008 wegen Schlechtwetter aus. Am 4. und 5. Februar 2011 fanden mit einem Slalom und Riesenslalom erneut zwei Weltcuprennen am Arber statt.

Weitere Angebote sind Wanderungen auf präparierten Winterwegen, Pferdeschlittenfahrten durch den Nationalpark sowie Schneeschuhlaufen und Fackeltouren.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1880 feierte Zwiesel sein erstes Volksfest, 1936 erstmals unter dem Namen Grenzlandfest. Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg wird es seit 1949 alljährlich begangen, anfangs auf dem Jahnplatz, ab 1956 auf den Pfefferwiesen und seit 1992 auf dem jetzigen Festplatz am Schwarzen Regen. Seit 1949 dauert das Grenzlandfest regelmäßig vom Samstag vor dem drittletzten Sonntag bis zum vorletzten Sonntag im Juli.
  • Während des Grenzlandfestes 1939 fand auf Anregung von Paul Friedl erstmals der Wettbewerb um den Volksmusikpreis Zwieseler Fink statt. Dieses älteste Sänger- und Musikantentreffen Bayerns wird inzwischen alljährlich im November veranstaltet.
  • 1962 wurde von der Sektion Zwiesel des Bayerischen Wald-Vereins der Zwieseler Buntspecht ins Leben gerufen, eine der bedeutendsten Kunstausstellungen des Bayerischen Waldes. Alljährlich im August zeigen hierbei Maler, Grafiker, Bildhauer, Keramiker und Glaskünstler aus dem gesamten Bayerischen Wald, dem vorgelagerten Donauraum und Böhmen ihre Werke.
  • Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen während des ganzen Jahres wäre noch die Große Schnupftabakglas-Ausstellung des Vereins Gläserner Winkel zu erwähnen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ungefähr 2000 Menschen verdienen durch die Herstellung von Glas ihren Lebensunterhalt. Das wichtigste Glasunternehmen ist die Zwiesel Kristallglas AG. Mehr als 15 Bläsereien, Studios und Malereien befinden sich aktuell in Zwiesel.

Verkehr[Bearbeiten]

Bundesstraße
Bahnverkehr

Der Zwieseler Bahnhof – auch Zwieseler Spinne genannt – stellt den wichtigsten Bahnknotenpunkt im Bayerischen Wald dar. Er liegt an der Bayerischen Waldbahn Plattling-Bayerisch Eisenstein, und ist Ausgangspunkt der Kursbuchstrecken 906 nach Grafenau und 907 nach Bodenmais. Auf diesen Strecken verkehrt Arriva im Auftrag der DB Regio unter dem Markennamen Waldbahn.

Busverkehr

Zwiesel ist in das Bussystem der RBO integriert. Daneben existiert Buslinien der Firma Lambürger zu den touristischen Gegenden rund um Zwiesel, der Falkenstein-Bus und der Stadtbus.

Zwiesel ist damit wichtiger Knotenpunkt des „Nationalparkverkehrskonzepts Bayerischer Wald“. Hier gibt das Bayerwald-Ticket, sowie die GUTi-Gästekarte.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kreiskrankenhaus Zwiesel. Es wurde am 24. November 1929 als AOK-Krankenhaus eingeweiht und 1964 vom Landkreis Regen übernommen.
  • Finanzamt
  • Vermessungsamt
  • Polizeiinspektion
  • Bundespolizeidienststelle
  • Agentur für Arbeit / Jobcenter

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule: Die Grundschule an der Bergstraße geht auf das 1961 erbaute neue Mädchenschulhaus zurück. Der Erweiterungsbau entstand 2001.
  • Hauptschule: Das Gebäude der Hauptschule in der Böhmergasse wurde 1916 als Knabenschule erbaut und 1961 erweitert.
  • Realschule: Die heutige staatliche Realschule wurde 1975 erbaut.
  • Gymnasium Zwiesel: Mit Wirkung vom 2. September 1952 wurde in Zwiesel erstmals eine staatliche Realschule errichtet. 1957 erhielt sie die Bezeichnung Oberrealschule, aufgrund des Hamburger Abkommens von 1964 wurde sie als Mathematisch-Naturwissenschaftliches, mit der Einführung eines neusprachlichen Zweiges seit 1966 als Mathematisch-Naturwissenschaftliches und Neusprachliches Gymnasium tituliert. Ende 1971 und 1996 konnten neue Anbauten bezogen werden.
Die Glasfachschule
  • Berufsbildungszentrum für soziale Berufe: Es umfasst Fachakademie für Sozialpädagogik, Berufsfachschule für Altenpflege, Berufsfachschule für Altenpflegehilfe und Berufsfachschule für Kinderpflege sowie das zugehörige Schülerinnenheim. Das sogenannte „Mädchenheim“ an der Theresienthaler Straße wurde am 7. Dezember 1951 eingeweiht, ein Erweiterungsbau folgte am 21. Dezember 1958, ein weiterer 1979.
  • Glasfachschule: Die Glasfachschule Zwiesel – Staatliches Berufsbildungszentrum für Glas in der Fachschulstraße ist die einzige Fachschule Bayerns für Glasberufe. Sie wurde 1904 gegründet. Seit 1957 verfügt sie über eine eigene Versuchsglashütte. 1997 erfolgte eine wesentliche Erweiterung.
  • Städtische Musikschule seit 1996

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Zwiesel

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Bruno Mauder (1877–1948), Glaskünstler und Direktor der Glasfachschule Zwiesel
  • Paul Friedl (1902–1989), Schriftsteller und Heimatforscher
  • Siegfried Schriml (* 1927), Künstler
  • Walter Demel (* 1935), Skilangläufer
  • Heinz Wittmann (* 1943), ehemaliger Fußball-Bundesligaspieler und zweifacher Deutscher Meister (begann beim SC Zwiesel seine Laufbahn)
  • Klaus Fischer (* 1949), ehemaliger Fußball-Nationalspieler
  • Karlheinz Meininger (* 1953), ehemaliger Fußball-Bundesligaspieler (begann beim SC Zwiesel seine Laufbahn)
  • Josef Weikl (* 1954), ehemaliger Fußballspieler und zweifacher Deutscher Pokalsieger (begann beim SC Zwiesel seine Laufbahn)
  • Edith Feistner (* 1959), Professorin und Lehrstuhlinhaberin für ältere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg
  • Jochen Weigl (* 1971), ehemaliger Fußball-Bundesligaspieler (begann beim SC Zwiesel seine Laufbahn)

Trivia[Bearbeiten]

  • Am 13. August 1994 zog ein 310 Meter langer Gespannszug, bestehend aus 158 Kaltblutpferden vor einer großen Zuschauermenge von Lindberg nach Zwiesel. Dieser Weltrekord im Mehrspännigfahren wurde 1995 in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.
  • Am 11. August 2011 wurde auf dem Münchner Flughafen eine Embraer 195 der Lufthansa CityLine auf den Namen der Glasstadt getauft.

Filmografie[Bearbeiten]

  • Die Unzerbrechlichen. Dokumentation über die Wiederbelebung von Theresienthal (2006) 93 Min. Regie: Dominik Wessely, Marcus Vetter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Zwiesel Heimatbuch, mehrbändig, Geiger Verlag, Horb am Neckar 1997−1998.
  • Stadtführer Glasstadt Zwiesel: Kleiner Spaziergang durch die Glasstadt Zwiesel. Zwiesel [2003].
  • Friedl, Paul: Heimatbuch der Waldstadt Zwiesel. Bd. 1. Zwiesel 1954.
  • Pfaffl, Fritz: Berühmte Leute. Maler, Bildhauer, Liedermacher, Theaterleute, Techniker, Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Fotografen und Heimatforscher aus Zwiesel. Passau 2002.
  • Pongratz, Adalbert: 100 Jahre Stadt Zwiesel, Zwiesel 2004.
  • Schaller, Josef: Chronik Zwiesel und Umgebung. Zusammenfassung von Josef Schaller, Zwiesel 1993.
  • Seyfert, Ingeborg: Waldmuseum Zwiesel Wald, Heimat, Glas. Zwiesel [1993].
  • Weber, Thomas: Zwiesels unterirdische Gänge im Spiegel der Stadtgeschichte. Eine heimatkundliche Dokumentation, Zwiesel [o. J.].
  • Winkler, Ulrich: Zur Geschichte von Markt, Pfarrei und Herrschaft Zwiesel in der Zeit der Reformation und Gegenreformation (1549 - 1625). In: Ostbairische Grenzmarken, Passau 2001, Nr. 43. S. [39]-63.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111211/214600&attr=OBJ&val=792
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 553.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 622.
  5. Ergebnis der Stichwahl
  6. Homepage des ehem. Spielzeugmuseums Zwiesel

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwiesel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zwiesel – Reiseführer