Zybułtowo

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Zybułtowo
Zybułtowo führt kein Wappen
Zybułtowo (Polen)
Zybułtowo
Zybułtowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Ostróda
Gmina: Grunwald
Geographische Lage: 53° 30′ N, 20° 10′ O53.49861111111120.1725Koordinaten: 53° 29′ 55″ N, 20° 10′ 21″ O
Höhe: 202 m n.p.m
Einwohner: 290
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 537: LubawaPawłowo
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig

Zybułtowo (deutsch Seewalde) ist ein Dorf im Südwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Landgemeinde Grunwald (Grünfelde) mit Sitz in Gierzwałd (Geierswalde) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Zybułtowo liegt am Flüsschen Marózka südöstlich der Kreisstadt Ostróda (Osterode) an der Woiwodschaftsstraße 537, die von Lubawa (Löbau) über Frygnowo (Frögenau) und Stębark (Tannenberg) nach Pawłowo (Paulsgut) südlich von Olsztynek (Hohenstein) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr. Bis 1945 war das Nachbardorf Mielno (Mühlen) die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke von Ostróda (Osterode) nach Olsztynek (Hohenstein), die stillgelegt ist. Zybułtowo liegt nur wenige Kilometer nordöstlich der Kriegsschauplätze der Schlacht bei Tannenberg (1410) (polnisch: Bitwa pod Grunwaldem) sowie der Schlacht bei Tannenberg (1914) (Bitwa pod Tannenbergiem).

Geschichte[Bearbeiten]

In der Ordenszeit im Jahre 1336 erhielt der bis 1945 Seewalde[1] genannte Ort die Handfeste. Am 7. Mai 1874 wurde Seewalde mit seinem großen Gut Sitz und namensgebender Ort eines neu errichteten Amtsbezirks[2], der bis 1945 bestand und zum Landkreis Osterode in Ostpreußen im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Gutsbezirk Seewalde mit seinen Ortsteilen Weißberg und Lindenwalde wurden im Jahre 1910 insgesamt 358 Einwohner gezählt[3]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 406 und belief sich 1939 noch auf 375[4].

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam Seewalde mit dem südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Bezeichnung „Zybułty“. Es ist heute ein Ortsteil der Landgemeinde Grundwald im Powiat Ostrodzki in der Woiwodschaft Ermland-Masuren (1975 bis 1998 Woiwodschaft Olsztyn).

Amtsbezirk Seewalde (1874–1945)[Bearbeiten]

Zum Amtsbezirk Sewalde gehörten anfangs neun Landgemeinden (LG) bzw. Gutsbezirke (GB)[5]:

Deutscher Name Polnischer Name Be,erkungen
Faulen (GB) Ulnowo 1928 in die Landgemeinde Faulen eingegliedert
Faulen (LG) Ulnowo
Groß Lauben (GB) Lubian 1909 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert
Groß Lauben (LG) Lubian
Mühlen (GB) Mielno 1928 in die Landgemeinde Mühlen eingegliedert
Mühlen (LG) Mielno
Seewalde (GB) Zybułtowo
Thymau (GB) Tymawa 1908 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert
Thymau (LG) Tymawa 1908 in den Amtsbezirk Seythen umgegliedert

Noch vor 1931 wurde die Landgemeinde Neudorf (polnisch: Nowa Wieś Ostródzka) in den Amtsbezirk Seewalde eingegliedert. Aufgrund der Umstrukturierungen gehörten am 1. Januar 1945 noch fünf Gemeinden zum Amtsbezirk: Faulen, Groß Lauben, Mühlen, Neudorf und Seewalde.

Kirche[Bearbeiten]

Vor 1945 war die Bevölkerung Seewaldes fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Das Gutsdorf war in das Kirchspiel Mühlen-Tannenberg (polnisch: Mielno-Stębark) mit dem Amtssitz in Mühlen eingepfarrt[6]. Es gehörte zum Superintendenturbezirk Hohenstein (Olsztynek) im Kirchenkreis Osterode (Ostróda) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute ist die Einwohnerschaft Zybułtowos weitestgehend katholisch. Der Bezug des Ortes zur Kirche des jetzigen Mielno (Mühlen) ist geblieben, diese jedoch ist heute der Pfarrkirche in Stębark (Tannenberg) und ist Teil des Dekanats Grunwald (Grünfelde) im Erzbistum Ermland der Katholischen Kirche in Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören nun zur Kirche in Olsztynek (Hohenstein), einer Filialgemeinde von Olsztyn (Allenstein) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Seewalde
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Seewalde
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Osterode in Ostpreußen
  4. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Osterode
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Seewalde (wie oben)
  6. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band III: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 498

Siehe auch[Bearbeiten]