Zyklopenmauerwerk

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Zyklopenmauerwerk in Stockholm
Zyklopenmauerwerk auf Mallorca
Zyklopen-Technik in der Mauer der Anlage Ses Païsses

Das Zyklopenmauerwerk ist eine Sonderform des Bruchsteinmauerwerks aus sehr großen, unregelmäßigen Steinen, welche sorgfältig aufeinander geschichtet sind. Bei lagerhaftem Material und einem mehr oder weniger rechteckigen Aussehen der Sichtseite der Mauersteine spricht man von einem Bruchsteinmauerwerk, bei einer unregelmäßigen, polygonalen Sichtfläche von einem Zyklopenmauerwerk. Das Fugenbild ist unregelmäßig und ohne waagerechte Lagerfugen. Oft handelt es sich um eine in Schalenbauweise gebaute Mauer mit einer Innenfüllung aus Steinen und Lehm.

Geschichte und heutige Bauweise[Bearbeiten]

Die Zyklopen-Technik war seit der Jungsteinzeit im Mittelmeerraum und in West- und Nordeuropa (dort auch als Megalithbauweise bekannt) verbreitet. Neben der Ringmauer von Mykene sind Beispielsweise die Talayots auf den Balearen und die Nuraghen auf Sardinien charakteristische Zyklopen-Bauten.

In der späten Bronzezeit war diese Mauerwerkstechnik im östlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, wobei meist sehr große Steine und keinerlei Mörtel verwendet wurden. Insbesondere in Mykene ist das Zyklopenmauerwerk zu finden. Die Zyklopen-Technik wurde namentlich abgeleitet von den Zyklopen, den mythischen Erbauern der Stadtmauern in Tiryns und Mykene. Zyklopische Mauern wurden auch von den Etruskern und anderen vorrömischen Völkern in Italien sowie im hethitischen Bereich bis ins 3. Jahrhundert vor Christus verbaut. Auch die chinesische Mauer wurde nach dieser Bauweise errichtet und man findet diese Bauweise auf Malta, Korsika, in Peru (Inkas), in Ägypten oder auf der Osterinsel. Erst in der klassischen Architektur Griechenlands und in der römischen Architektur wurden andere Bautechniken eingeführt.

Beim heutigen Einsatz des Zyklopenmauerwerks werden nur unbearbeitete oder sehr wenig bearbeitete Bruchsteine verwendet. Außerdem handelt es sich bei den verwendeten Steinen oft um schwer zu bearbeitende Hartgesteine. Die Bruchsteine werden unter Verwendung von Mörtel in einem richtigen Verband aneinander gefügt, so dass möglichst enge Fugen und keine Hohlräume verbleiben. Eventuell entstehende Hohlräume werden mit kleinen Steinen und mit Mörtel ausgefüllt. Es entstehen keine regelmäßigen Schichten und die innere Festigkeit bzw. der Zusammenhalt des Mauerwerks sind gegenüber anderen Mauerwerkstechniken gemindert.

Heute erlangt die alte Trockenmauertechnik z. B. im Mauerbau der deutschen Winzer neue Bedeutung. Seit 1986 gibt es in Sóller auf Mallorca eine Schule für Trockenmauerbau, die Escola de magers de Mallorca. In zweieinhalb Jahren werden die Lehrlinge zum Handwerksberuf des magers ausgebildet.