Zylinder (Urin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Im menschlichen und tierischen Harn finden sich Zylinder, die auch als Harnzylinder bezeichnet werden. Man versteht darunter kleine längliche zusammengeklebte Strukturen, die man bei der mikroskopischen Untersuchung des Urinsedimentes sehen kann. Sie bilden sich in den kleinen Ausscheidungsröhrchen der Niere, dem Tubulussystem, und sind häufig Ausdruck einer schweren Nierenkrankheit (Glomerulonephritis, Pyelonephritis etc.)

Der englische Fachausdruck für Zylinder ist casts.

Arten von Zylindern[Bearbeiten]

  • Erythrozytenzylinder
  • granulierte Zylinder (Eiweißzylinder)
  • Hämoglobinzylinder
  • Leukozytenzylinder
  • Wachszylinder
  • Ephitelzylinder
  • Hyaline Zylinder

Erste Beschreibung[Bearbeiten]

Die Harnzylinder wurden erstmals von Jakob Henle 1844 richtig gedeutet. Henle erkannte, dass die Harnzylinder mit den Ausgüssen erkrankter Tubuli in Gewebsschnitten der Niere identisch waren. Damals wurde es üblich das Harnsediment mikroskopisch zu betrachten. Die Zylinder wurden als schlauchförmige Faserstoffgerinnsel beschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pfeuffer, C. Klinische Mitteilungen. Morbus Bright. Zeitschrift für rationelle Medicin , Zürich 1844 Henle: Seite 67 - 71.
  • Frerichs: Die Brightsche Nierenkrankheit Seite 9

Weblinks[Bearbeiten]