Altmarkkreis Salzwedel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Altmarkkreises Salzwedel Deutschlandkarte, Position des Altmarkkreises Salzwedel hervorgehoben52.6811.23Koordinaten: 52° 41′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Salzwedel
Fläche: 2.293,05 km²
Einwohner: 86.312 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Kreisschlüssel: 15 0 81
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Karl-Marx-Straße 32
29410 Salzwedel
Webpräsenz: www.altmarkkreis-salzwedel.de
Landrat: Michael Ziche (CDU)
Lage des Altmarkkreises Salzwedel in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Altmarkkreis Salzwedel ist ein Landkreis im Nordwesten des Landes Sachsen-Anhalt. Nachbarkreise sind im Norden der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Osten der Landkreis Stendal, im Süden der Landkreis Börde, im Westen der niedersächsische Landkreis Gifhorn und im Nordwesten der ebenfalls niedersächsische Landkreis Uelzen.

Geographie[edit]

Der Altmarkkreis Salzwedel umfasst den Westen der Landschaft Altmark und liegt im Nordwesten Sachsen-Anhalts als Teil der Norddeutschen Tiefebene. Wichtige Gewässer sind die Flüsse Jeetze und Milde sowie der Arendsee. Im Südosten hat der Kreis einen Anteil an der Colbitz-Letzlinger Heide.

Die Landschaft ist überwiegend in der vorletzten, der Saaleeiszeit entstanden und gehört damit zum Altmoränenland. Weite Teile des Kreises werden von flachen bis flachwelligen Grundmoränenflächen dominiert. Große Teile der tief liegenden Grundmoränen wurden von Urstromtalungen verschüttet und bilden nahezu tischebene Gebiete, die heute meist vermoort sind. Die heutigen eher kleinen Flüsse füllen die ausgedehnten Niederungen nur unvollkommen aus. Höhere Bereiche der alten Grundmoränen ragen als inselförmige Platten aus den Niederungen hervor (zum Beispiel Kalbescher Werder). Von der Colbitz-Letzlinger Heide ausgehend zieht sich weiter in nordnordwestlicher Richtung ein Endmoränenzug. Dort befinden sich die höchsten Erhebungen des Landkreises. Die Hellberge bei Zichtau erreichen über 160 m, der „Pistolsche Berg“ bei Bonese 121 m ü. NN. Die Landnutzung ist abwechslungsreich und besteht zu jeweils etwa einem Drittel aus Wald, Wiesen und Ackerflächen.

Der Altmarkkreis Salzwedel ist der am zweitdünnsten besiedelte Kreis in Deutschland. Dünner besiedelt ist lediglich der Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geschichte[edit]

Der Altmarkkreis Salzwedel ist bei der Kreisreform 1994 aus den ehemaligen Landkreisen Salzwedel, Klötze und Gardelegen sowie eines Teils des Landkreises Osterburg hervorgegangen. Dabei wurden die Orte Oebisfelde (Landkreis Klötze) und Calvörde (Landkreis Gardelegen) Teil des damaligen Ohrekreises. Der Altmarkkreis Salzwedel blieb bei der Kreisreform 2007 unverändert.

Politik[edit]

Kommunalwahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 45,39 % (2009: 43,0 %)
 %
40
30
20
10
0
39,02 %
22,15 %
20,07 %
8,53 %
5,44 %
4,47 %
0,31 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,08 %p
+3,45 %p
-2,63 %p
+2,63 %p
+3,14 %p
-6,73 %p
+0,31 %p
Sitzverteilung im Kreistag
9
9
2
4
2
16
16 
Von 42 Sitzen entfallen auf:

Landrat[edit]

Landrat des Altmarkkreises Salzwedel ist seit Juli 2008 Michael Ziche (CDU). Er löste Hans-Jürgen Ostermann (SPD) ab.

Kreistag[edit]

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014)

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2009
Sitze
2009
Prozent
2004
Sitze
2004
Prozent
1999
Sitze
1999
Prozent
1994
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,02 16 39,1 16 44,0 18 41,0 20 33,3
Linke Die Linke 22,15 9 18,7 8 18,8 8 17,4 8 17,3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,07 9 22,7 10 22,3 9 30,1 14 29,3
FL Freie Liste 8,53 4 5,9 2 3,3 1 - - -
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 5,44 2 2,3 1 1,5 1 2,1 1 6,2
FDP Freie Demokratische Partei 4,47 2 11,2 5 8,9 4 3,6 2 7,5
Piraten Piratenpartei Deutschland 0,31 - - - - - - - -
WG A-D Wählergruppe ALTMARK-DEMOKRATEN - - - - - - 3,1 2 2,4
WG DRÖ Wählergruppe Drömling - - - - - - 2,4 1 -
future! future! – Die junge Alternative - - - - - - 0,2 - -
Sonst. Sonstige - - - - - - - - 0,6
Ezb. Einzelbewerber - - - - 1,1 1 0,3 - 1,4
Gesamt 100 42 100 42 100 42 100 48 100
Wahlbeteiligung in Prozent 45,39 43,0 45,5 53,8 70,2

[3] [4] [5] [6]

  • Die Linke ist bis 2004 als PDS angetreten.
  • Ezb: Einzelbewerber: 2004-2009: Klaus Ewertowski, 1999: Olaf Ollendorf , 1994: k.A.
  • Für die Wahl 1994 liegt keine Sitzverteilung vor.

Wappen[edit]

Das Wappen wurde am 24. November 1994 durch das Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten und halbgeteilt von Silber, Gold und Blau; vorn am Spalt ein roter Adler mit goldener Bewehrung, hinten oben ein aufgerichteter blauer Löwe mit roter Zunge und Bewehrung, hinten unten ein goldener vorheraldischer ankerkreuzförmiger Beschlag.“

Der rote brandenburgische Adler symbolisiert die jahrhundertealte Zugehörigkeit der Altmark zur Mark Brandenburg, von der sie 1807 durch Zuordnung zum Königreiche Westphalen und 1816 zur neugebildeten preußischen Provinz Sachsen abgetrennt wurde. Der Lüneburger Löwe in Gold weist auf die ehemalige Zugehörigkeit des Amtes Klötze zu Braunschweig-Lüneburg hin. 1815 wurde das Amt an Preußen abgetreten und der Provinz Sachsen zugeordnet. Der vorheraldische ankerkreuzförmige Beschlag wurde dem von Albrecht dem Bären in seinen Siegeln verwandten Schild entnommen; er soll an die Bedeutung Albrechts für die Altmark erinnern.

Farben des Landkreises: Blau/Gelb

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Altmarkkreis Salzwedel.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit]

Wirtschaft[edit]

Der Altmarkkreis Salzwedel gehört zu den strukturschwächeren Landkreisen in Sachsen-Anhalt. Er ist hauptsächlich geprägt von Landwirtschaft. Rund um den Arendsee gibt es Fremdenverkehr (vor allem Camping). Im Bereich der Kreisstadt existieren daneben mehrere mittelständische Betriebe und Dienstleistungsgewerbe.

Verkehr[edit]

Straße[edit]

Bundesstraßen sind in Nord-Südrichtung die B 71 und die B 248, in Ost-Westrichtung die B 188 und die B 190. Geplant ist der Bau einer Altmark-Autobahn (A14) von Magdeburg nach Schwerin über Stendal und Osterburg (Altmark), die direkt östlich der Kreisgrenze verlaufen soll, und der Ausbau der Bundesstraße 190 zur Bundesstraße 190n.

Schiene[edit]

Diese Gegend erhielt erst recht spät Eisenbahnverbindungen. Die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft erreichte 1870 von Stendal her die heutige Kreisstadt, von der es 1873 in Richtung Uelzen weiterging. Inzwischen war im Jahre 1871 auch Gardelegen an die Strecke Stendal–Hannover angeschlossen worden.

Um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert entwickelte sich Salzwedel zu einem wichtigen Bahnknoten. Eine Nord-Süd-Strecke der Preußischen Staatsbahn, die Dannenberg mit Oebisfelde verband, kreuzte hier die Fernbahn Berlin–Bremen; der Südteil über Beetzendorf–Klötze nach Oebisfelde wurde 1889 eröffnet, der Nordteil über Lüchow nach Dannenberg folgte 1891.

Auch zwei schmalspurige Kleinbahnen gingen von Salzwedel Neustadt aus. Die Züge der Salzwedeler Kleinbahnen GmbH fuhren seit 1900–1902 nach Diesdorf und die der Salzwedeler Kleinbahn-Gesellschaft Südost GmbH nach Winterfeld. Nach ihrer Vereinigung im Jahre 1921 folgte fünf Jahre später der Umbau auf Normalspur.

In Winterfeld fand diese Kleinbahn Anschluss an die 1899 eröffnete, von Ost nach West führende Strecke der Kleinbahn AG Bismark-Calbe-Beetzendorf. Nach ihrer Verlängerung bis Diesdorf im Jahre 1903 war auch dort der Endpunkt einer Salzwedeler Schmalspurbahn erreicht. Die Linie führte ab 1909 bis Wittingen weiter und erhielt 1911 eine Abzweigung von Rohrberg nach Zasenbeck, beide Endpunkte in der Provinz Hannover gelegen.

Der Name des Unternehmens war mehrfach geändert worden und lautete nach Fusion mit der 1904 eröffneten Kleinbahn AG Gardelegen-Calbe seit 1908 Kleinbahn AG Bismark-Gardelegen-Wittingen.

Die älteste Kleinbahn im Kreis war die Altmärkische Kleinbahn-GmbH die zwischen 1897 und 1901 von Klötze über Groß Engersen–Lindstedt in Richtung Vinzelberg an der Hauptbahn Magdeburg–Oebisfelde gebaut wurde.

Sie besaß bis 1921/22 die Spurweite 750 mm, wurde dann zur Hälfte umgespurt, jedoch östlich Groß Engersen stillgelegt. 1927 kam es zur Vereinigung mit der Kleinbahn AG Bismark-Gardelegen-Wittingen, die fortan als Altmärkische Kleinbahn AG firmierte.

Weitere Teilstrecken von Kleinbahnen erreichten das Kreisgebiet:

Die Eröffnung der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg durch die Deutsche Reichsbahn bildete 1922 das Ende des Bahnbaus im Kreis. Zu dieser Zeit fanden auch schon erste Stilllegungen statt. Trotzdem erreichte das Eisenbahnnetz einen Höchststand von über 400 km Strecken. Davon wurden rund drei Viertel inzwischen eingestellt:

1921 Faulenhorst–Groß Engersen–Vinzelberg 30 km (Spurweite 750 mm)
1926 Jeggeleben–Winterfeld 4 km (Spurweite 1000 mm)
1945 Salzwedel–Bürgerholz–Wustrow 6 km
Diesdorf–Waddekath-Rade–Wittingen 6 km
Hanum–Zasenbeck 1 km
1951 Letzlingen–Roxförde–Haldensleben 6 km
1961 Rohrberg–Hanum 14 km
1967 Wernstedt–Groß Engersen–Gardelegen 17 km
1968 Kleinau–Deutsch Pretzier 17 km
1970 Kalbe–Wernstedt 4 km
Wernstedt–Faulenhorst–Klötze 18 km
1971 Gardelegen–Letzlingen 13 km
1973 Beetzendorf–Diesdorf 17 km
1975 Osterburg–Kleinau 22 km
1978 Stendal–Neulingen–Arendsee 7 km
1980 Salzwedel Altperver Tor–Jeggeleben–Badel 18 km
1991 Kalbe–Badel–Winterfeld–Beetzendorf 27 km
1993 Dähre–Bonese–Diesdorf 14 km
1995 Salzwedel–Dähre 22 km
2001 Hohenwulsch–Neuendorf-Karritz–Kalbe (Milde) 16 km
2002 Oebisfelde–Kunrau–Beetzendorf–Salzwedel 46 km

Wichtige Eisenbahnstrecken sind heute:

Städte und Gemeinden[edit]

(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2013[7])

Einheitsgemeinden

  1. Arendsee (Altmark), Stadt (7056)
  2. Gardelegen, Hansestadt (23.110)
  3. Kalbe (Milde), Stadt (7811)
  4. Klötze, Stadt (10.344)
  5. Salzwedel, Hansestadt (24.282)

Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf
* = Sitz der Verbandsgemeinde

  1. Apenburg-Winterfeld, Flecken (1756)
  2. Beetzendorf * (3267)
  3. Dähre (1501)
  4. Diesdorf, Flecken (2404)
  5. Jübar (1655)
  6. Kuhfelde (1126)
  7. Rohrberg (1112)
  8. Wallstawe (888)
Apenburg-Winterfeld Arendsee (Altmark) Beetzendorf Dähre Diesdorf Gardelegen Jübar Kalbe (Milde) Klötze Kuhfelde Rohrberg Salzwedel WallstaweMunicipalities in SAW.png
Über dieses Bild

Gebietsänderungen[edit]

In den Jahren seit 1990 fanden im Gebiet des Altmarkkreises Salzwedel wie im gesamten Land Sachsen-Anhalt umfangreiche Gebietsänderungen statt.[8] Von der Kreisreform Sachsen-Anhalt 2007 blieb der Landkreis allerdings unberührt.

Von den ursprünglich zwölf Verwaltungsgemeinschaften bestanden am 31. Dezember 2008 noch sechs Verwaltungsgemeinschaften. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 125 auf 119.

Verwaltungsgemeinschaften[edit]

Eingemeindungen[edit]

Gemeindeneugründungen[edit]

Sonstiges[edit]

In Salzwedel befindet sich das Johann-Friedrich-Danneil-Museum, benannt nach dem ersten Altertumsforscher der Altmark. Eine Außenstelle des Museums ist die Langobardenwerkstatt in Zethlingen. Zusammen mit dem Freilichtmuseum Diesdorf im Westen des Altmarkkreises bilden diese die Gemeinschaft Museen im Altmarkkreis Salzwedel.

Im Kreisgebiet wird gelegentlich noch ostniederdeutsches Platt gesprochen.

Am 23. September 2008 erhielt der Kreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Kfz-Kennzeichen[edit]

Am 1. Juli 1994 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Januar 1991 für den Landkreis Salzwedel gültige Unterscheidungszeichen SAW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis Salzwedel A bis Z 1 bis 999
AA bis KY
Teilkreis Gardelegen LA bis TZ
Teilkreis Klötze UA bis ZZ

Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen GA (Gardelegen) und KLZ (Klötze) erhältlich.

Literatur[edit]

  • Hartmut Bock, Ingelore Fischer, Peter Fischer, Folker Rattey: Die nordwestliche Altmark – eine Kulturlandschaft. Sparkasse, Gifhorn-Wolfsburg 1991.

Einzelnachweise[edit]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://wahl.altmarkkreis-salzwedel.info/kw2014.html
  3. [1] Ergebnisse der Kreistagswahlen 2004 bis 2014
  4. [2] Ergebnisse der Kreistagswahlen 2009
  5. [3] Ergebnisse der Kreistagswahlen 2004
  6. [4] Ergebnisse der Kreistagswahlen 1994 und 1999
  7. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)
  8. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Weblinks[edit]

 Commons: Altmarkkreis Salzwedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien