Gifhorn

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Gifhorn; zu weiteren Bedeutungen siehe Gifhorn (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gifhorn
Gifhorn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gifhorn hervorgehoben
52.48194444444410.54472222222253Koordinaten: 52° 29′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 104,86 km²
Einwohner: 41.331 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 394 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38518,
38559 (Ringelah)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 05371
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 009
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
38518 Gifhorn
Webpräsenz: www.stadt-gifhorn.de
Bürgermeister: Matthias Nerlich (CDU)
Lage der Stadt Gifhorn im Landkreis Gifhorn
Schwülper Vordorf Didderse Adenbüttel Hillerse Meine Wasbüttel Rötgesbüttel Leiferde Isenbüttel Ribbesbüttel Calberlah Wagenhoff Meinersen Osloß Bokensdorf Ummern Wesendorf Müden (Aller) Sassenburg Gifhorn Schönewörde Wahrenholz Wahrenholz Groß Oesingen Steinhorst Hankensbüttel Sprakensehl Obernholz Dedelstorf Weyhausen Tappenbeck Jembke Barwedel Bergfeld Tiddische Rühen Parsau gemeindefreies Gebiet Giebel Parsau Tülau Brome Ehra-Lessien Wittingen Landkreis Gifhorn Niedersachsen Wolfsburg Braunschweig Landkreis Helmstedt Landkreis Peine Region Hannover Landkreis Celle Landkreis Uelzen Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Gifhorn ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Osten des Landes Niedersachsen. Mit etwa 42.000 Einwohnern bildet Gifhorn eines der Mittelzentren des Landes, geprägt durch die geringe Entfernung zu den Industrie- und Handelszentren Braunschweig und Wolfsburg. Außerdem ist Gifhorn Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Geografie[edit]

Geografische Lage[edit]

Die Stadt liegt zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg, rund 20 Kilometer nördlich von Braunschweig und dem Autobahnkreuz Braunschweig-Nord (A2/A391) und etwa 15 Kilometer westlich von Wolfsburg. Die Stadt befindet sich am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 4 (Nord-Süd-Richtung, auch Salzstraße) und 188 (Ost-West-Richtung, auch Kornstraße) sowie der Bahnlinien Braunschweig-Uelzen und Hannover-Wolfsburg am Rande der Lüneburger Heide. Im Stadtgebiet mündet die Ise in die Aller.

Geologie[edit]

In Gifhorn gibt es nördlich der Aller und westlich der Ise einen Höhenrücken, der als Eiszeitmoräne (Grund-/Endmoränen des Drenthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit) entstanden ist. Das gilt für den Weinberg und im weiteren Verlauf bis zur Ortschaft Wilsche das Hohe Feld. Der Laubberg, der Katzenberg und andere markante Erhebungen südlich der Aller sind dagegen Dünen, die erst am Ende der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit) bzw. zu Beginn des Holozän aufgeweht wurden. Im Aller-Urstromtal herrschen im Übrigen weichselzeitliche fluviatile, das heißt Flussablagerungen vor, häufig von Flugsand überdeckt.[2] Im August 2014 wurde auf einer Baustelle im Stadtgebiet mit dem Gifhorner Brocken ein Riesenfindling entdeckt.

Nachbargemeinden[edit]

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Gifhorn. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt (alle im Landkreis Gifhorn): Wagenhoff, Wesendorf, Wahrenholz, Sassenburg, Calberlah, Isenbüttel, Ribbesbüttel, Leiferde, Müden (Aller) und Ummern.

Stadtgliederung[edit]

Die Stadt Gifhorn besteht aus der Kernstadt mit ihrer historischen Altstadt sowie den Stadtteilen Kästorf, Gamsen, Wilsche, Neubokel und Winkel. Diese eingemeindeten Stadtteile gehen alle auf ursprüngliche Dörfer zurück, was heute noch deren Aussehen prägt. Wilsche und Neubokel sind noch heute durch Wälder und Wiesen klar von der übrigen Stadt räumlich getrennt.

Namensgebung[edit]

Zwischen den in der Saale-Eiszeit um Gifhorn entstandenen Moränen sowie den sich in nördlicher Richtung ausdehnenden großen Moorgebiet und dem schwer passierbaren Aller-Urstromtal bot der Mündungswinkel von Aller und Ise eine der wenigen geeigneten trockenen Stellen für eine Siedlung und für einen Flussübergang. Der Name könnte daher nach Wortdeutungen aus überlieferten Dokumenten und Ortsnamen (gerade im nördlichen niedersächsischen Raum) von Giffel, Gaffel, Gabel und Horn (gleichbedeutend mit „Erhöhung, die ins Wasser hineinragt“) abgeleitet sein. So auch deutet es der Duden Geographische Namen in Deutschland: „Der Name 1429 Ghifhorn, 1265 Gifhorn, 1213 (tom) Gefhorne ist ursprünglich eine Stellenbezeichnung, die die Spornlage der Siedlung im Winkel zwischen Aller und Ise kennzeichnet (zu mnd. horn in der Bedeutung "Spitze, keilförmiges Landstück"). Das erste Glied Gef-, Gif- ist unerklärt.“[3] Der Wortteil Gif könnte nach Grimms Deutsches Wörterbuch von einer Gabelung (Gaffel, Giffel) der Ise kurz vor der Mündung in die Aller herrühren, dem vermuteten Siedlungskern.

Geschichte[edit]

Mittelalter[edit]

Gifhorn wird erstmals 1196 im Güterverzeichnis des Braunschweiger Stifts St. Cyriakus erwähnt. Ursprünglich war Gifhorn beschränkt auf eine kleine Siedlung im großflächig versumpften und schwer passierbaren Aller-Urstromtal (Barnbruch). Der Mündungswinkel von Aller und Ise war eine der wenigen Stellen, an denen dieses natürliche Hindernis überwunden werden konnte. Kurz vor dem Zusammenfluss mit der Aller teilte sich die Ise und bildete einen kleinen Werder. Entlang dieser trockenen Erhöhung vermutet man die erste Ansiedlung.

Der Ausbau des Brückenortes war durch mehrere Faktoren begünstigt. Zum einen besaß er eine geographisch günstige Schutzlage, zum anderen eine gute Verkehrslage am Schnittpunkt zweier bedeutender mittelalterlicher Handelswege: Hier kreuzten sich in Nord-Süd-Richtung die südliche Verlängerung der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig und in Ost-West-Richtung die Kornstraße von Magdeburg nach Celle (heute B 188). Gegen die von Osten her drängenden sorbischen Stämme (siehe auch Wenden, Wendland) befestigte man Gifhorn mit einer Schutzburg, um die am Iseübergang entstandene einnahmeträchtige Zollstätte zu sichern.

Die Welfenherzöge ließen später eine Vogtei, eine Wassermühle (erstmals 1213 urkundlich erwähnt, an dieser Stelle wird bis heute ein Mühlenladen betrieben) und einen Wirtschaftshof anbauen. Dieser gesicherte und wirtschaftlich bedeutsame Knotenpunkt zog viele Bauern, Handwerker und Kaufleute an. Auch die Post mit ihren Postkutschen richtete hier für die Mitreisenden eine Haltestation ein (heute „Deutsches Haus“). Zudem entstanden zahlreiche Gaststätten und Stallungen, in denen die Fuhrleute ihre Pferde ausspannten, aber auch bei gelegentlichem Hochwasser mehrere Tage ausharrten. Das Marktrecht wurde dem Ort bereits 1275 durch Herzog Johann I. von Lüneburg verliehen.

Infolge der strategisch wichtigen Lage wurde Gifhorn befestigt und wird schließlich 1332 als „opidum“ (befestigter Ort) urkundlich erwähnt. 1364 wird erwähnt, dass Gifhorn die Weichbildrechte („wicbelde“) erhalten hatte. Dies war etwa gleichbedeutend mit der Verleihung von Stadtrechten. 1428 gingen Schloss und Siedlung bei der Teilung des Welfenhauses an das Fürstentum Lüneburg über.

Während der Hansezeit entstanden viele Handwerksbetriebe: Die bereits ansässigen Ackerbürger, Müller, Bäcker, Fischer, Metzger, Schuster, Schneider und Schmiede wurden ergänzt durch Weber, Bleicher, Färber, Böttcher, Töpfer, Gerber, Sattler, Seiler, Hutmacher und Bierbrauer. Die wirtschaftliche Blütezeit gipfelte 1275 in der Verleihung des Marktrechtes.

Renaissance[edit]

Merian-Kupferstich von Gifhorn 1654, rechts das schwer befestigte Schloss Gifhorn

Verheerende Kriege und Großbrände fügten dem Ort immer wieder schwere Schäden zu, insbesondere die Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523, bei der auch die Orte in der näheren Umgebung fast vollständig vernichtet wurden. Der Wiederaufbau wurde gekrönt mit der Neuerrichtung von Schloss Gifhorn im Stil der Weserrenaissance. Bauherren des 1547 fertiggestellten Schlosses waren die protestantischen Herzöge Ernst der Bekenner von Braunschweig-Lüneburg und sein Bruder Herzog Franz aus Celle. Es entstand eine äußerst wehrhafte Schlossanlage, die an den vier Ecken über Bastionen verfügte und von Festungswällen umgeben war. Zur Erweiterung der Schlossräumlichkeiten entstand etwas abgesetzt in der Stadt das Kavaliershaus im Renaissance-Stil mit einer prächtigen Steinfassade erbaut.

Nachdem das Schloss nach dem Tode von Herzog Franz 1549 kein fürstlicher Residenzort mehr war, wurde es zur Wohnung für einen Amtmann und Unterkunft für fürstliche Jagdgesellschaften. Die Befestigungsanlagen des Schlosses wurden ab 1781 beseitigt, da sie den wehrtechnischen Anforderungen dieser Zeit nicht mehr genügten.

Von 1539 bis 1549 war Gifhorn unter Herzog Franz Residenzstadt des Herzogtums Gifhorn, welches dieser als Abfindung für seinen Regierungsverzicht im Fürstentum Lüneburg erhielt. Am 6. Dezember 1544 erließ der Herzog für Gifhorn eine „Reformatio und Ordnung“, mit der für Jahrhunderte die Grundlage für die Durchführung von Bürgermeisterwahl und Stadtverwaltung gelegt wurde. Da Herzog Franz 1549 ohne männliche Nachkommen verstarb, fiel das Herzogtum nach nur zehn Jahren wieder an das Fürstentum Lüneburg in Celle zurück. Das Schloss diente fortan als Jagdresidenz von Fürsten und Herzögen aus der Umgebung oder als Verwaltungszentrum.

Aus der Zeit des Neuaufbaus sind zahlreiche Fachwerkhäuser heute noch erhalten. Bemerkenswerte Bauten sind das Alte Rathaus von 1562 (heute Ratsweinkeller mit Bücherei) und das Höfersche Haus von 1570.

Neuzeit[edit]

Lage der Stadt mit Schloss Gifhorn im 18. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Feldzüge wurden die alten Handelswege nun auch zu Heerstraßen. Während der Truppendurchmärsche kam es immer wieder zu großen Schäden und Plünderungen. Hinzu kamen zwei große Flächenbrände 1669 im Süden und 1725 im Norden. Nach drei weiteren Bränden von 1872, 1876 und 1891 kam es zur baulichen Auflockerung des Stadtbildes. Wegen der räumlichen Enge wurden viele abgebrannte Häuser nicht wieder an der gleichen Stelle aufgebaut.

Von 1734 bis 1744 wurde die Sankt-Nicolai-Kirche errichtet. Der Barockbau befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kavaliershaus und Alten Rathaus.

Nach dem Schleifen der Befestigungsanlagen des Schlosses um 1780 verloren auch die umliegenden Schutzwälle an Bedeutung. So kam es zur allmählichen Erweiterung des Stadtgebietes besonders ab 1845 nach Beseitigung der beiden Stadttore.

Industriezeitalter[edit]

Nicolai-Kirche (links), Langer Jammer (Fachwerkhaus, Mitte), Kavaliershaus (rechts) um 1970
Dieselbe Szene im Jahr 2006

Die Industrialisierung Gifhorns begann mit der großflächigen Torfgewinnung aus den umliegenden Moorgebieten, wie dem Großen Moor. Der Rohstoff wurde in der Torfpressfabrik verarbeitet und lieferte zunächst die Energie für eine mechanische Wollspinnerei, zwei Zichorienfabriken und eine Ziegelei, die sich aber nicht lange hielten.

Wirtschaftlich bedeutsam wurden nur die Glashütte Gifhorn (ab 1873) und eine Konservenfabrik (ab 1890), die erst 1960 bzw. 1973 ihre Produktion einstellten. Sie profitierten von der Vollendung des Bahnbaus um 1890.

1852 erhielt Gifhorn das Stadtrecht. 1924 wurde das Rathaus in die Ortsmitte verlegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es über die nahe Grenze zu einer großen Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone. Die größten Arbeitgeber waren damals die seit 1951 ortsansässige Maschinen- und Armaturenfabrik Alfred Teves (mittlerweile der Continental AG zugehörend) und das für Pendler nah gelegene Volkswagenwerk in Wolfsburg. Darüber hinaus gelang es, weitere Betriebe in neuen Gewerbegebieten anzusiedeln. Bereits 1959 zogen einige Staffeln des Bundesgrenzschutzes (BGS) in das Zonenrandgebiet, es entstand am Nordwestrand der Kernstadt die BGS-Siedlung. Seit den 1960er Jahren zogen Arbeitskräfte aus südeuropäischen Ländern mit ihren Familien in das Wolfsburger Umland und damit auch nach Gifhorn. Es kam dabei zu national getrennten Siedlungsschwerpunkten: Während Wolfsburg von Italienern dominiert wurde, bildeten in Gifhorn damals die Griechen die mit Abstand stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe. Noch heute gibt es im Gifhorner Raum – inzwischen in der dritten Generation – eine ungewöhnlich starke griechische Gemeinde mit eigenen kulturellen und kirchlichen Aktivitäten.

Gifhorn behielt 1974 den Sitz des gleichnamigen Landkreises, nachdem zunächst eine Auflösung dieses Landkreises und Vereinigung mit dem Landkreis Peine und Verlegung des Kreissitzes nach Peine geplant gewesen war, die Einwohner beider Landkreise sich aber dagegen erfolgreich gewehrt hatten. Im Zuge der Gebietsreform wurde Gifhorn vom Regierungsbezirk Lüneburg in den Regierungsbezirk Braunschweig umgegliedert. Die Industrie wehrte sich gegen eine ähnliche Umgliederung erfolgreich vor Gericht, so dass Gifhorn heute nicht zur IHK Braunschweig, sondern unverändert zur Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg gehört.

Am 29. November 1984 wurde am Marktplatz das neue Rathausgebäude eingeweiht. Das vorherige Bauwerk wurde zum Haus des Handwerks.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und den politischen Umbrüchen in den damaligen Ostblockstaaten kam es in den 1990er Jahren zu einem großen Bevölkerungszuwachs, der vorwiegend auf den Zuzug von Russlanddeutschen aus der ehemaligen Sowjetunion zurückging. Diese stellen gegenwärtig etwa ein Zehntel der Gifhorner Bevölkerung.

Eingemeindungen[edit]

Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Gifhorn vom 27. November 1973 wurden am 1. März 1974 die Dörfer Gamsen, Kästorf, Neubokel, Wilsche und Winkel sowie Gebietsteile der Gemeinden Isenbüttel, Leiferde, Ribbesbüttel und Vollbüttel eingegliedert.[4] Dadurch wuchs die Einwohnerzahl um etwa 7000, die Fläche des Stadtgebiets verdreifachte sich.

Einwohnerentwicklung[edit]

Bevölkerungsentwicklung von Gifhorn von 1821 bis 2005
  • 1821: 1608
  • 1848: 2410
  • 1871: 2816
  • 1905: 3857
  • 1925: 4452
  • 1939: 5673
  • 1946: 8800
  • 1950: 10.283,
    davon 3853 Vertriebene und Zugewanderte
  • 1956: 14.500
  • 1961: 17.677
  • 1965: 21.100
  • 1969: 23.001
  • 1970: 22.912
  • 1974: 26.500
  • 1984: 34.357
  • 1989: 37.196
  • 1990: 38.884
  • 1991: 40.090
  • 1992: 41.444
  • 1995: 43.736
  • 1998: 43.291
  • 1999: 43.034
  • 2000: 42.943
  • 2001: 42.740
  • 2002: 42.689
  • 2003: 42.834
  • 2004: 42.634
  • 2005: 42.945
  • 2007: 41.905
  • 2011: 41.152

Der Zuwachs im Jahr 1974 erfolgte aufgrund von Eingemeindungen umliegender Orte.

Politik[edit]

Wahl zum Stadtrat 2011
Wahlbeteiligung: 50,2 % (+ 4,2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,50 %
27,68 %
14,50 %
6,14 %
3,62 %
2,80 %
1,76 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,04 %p
-6,80 %p
+6,92 %p
-3,14 %p
-2,57 %p
+2,80 %p
+1,76 %p
Altes Rathaus (1562–1924), links das Höfersche Haus
Ehemaliges Rathaus (1924–1984), heute Haus des Handwerks
Neues Rathaus (seit 1984)

Rat[edit]

Der Rat der Stadt Gifhorn besteht aus 34 Sitzen. Dazu kommt stimmberechtigt der Bürgermeister. Diese verteilen sich wie folgt:

(Stand: 1. November 2011)[5]

Bürgermeister[edit]

  • um 1564: Ludicke Albers [6]
  • um 1566: Marten Koch [6]
  • um 1580: Matthias Otten [6]
  • um 1588: zweiter Bürgermeister Steffen Suerborg [6]
  • um 1595: Hermann Holland [6]
  • 1614–1634: Heinrich Evers [6]
  • 1643–1658: Franz Hardeßen [6]
  • 1658–1659: Johann Kogel [6]
  • 1659–1665: Hermann Bohlen [6]
  • 1665–1695: Christian Koch [6]
  • 1695–1708: Wilhelm Meyer [6]
  • 1708–1725: Johann Christian Koch [6]
  • 1725–1729: Balthasar Rühling [6]
  • 1729–1739: Heinrich Otto Schulze [6]
  • 1739–1765: Johann Caspar Beck [6]
  • 1765–1788: Johann Christian Lüttge [6]
  • 1789–1794: Heinrich Jakob Assau [6]
  • 1795–1805: Heinrich Wilhelm Jelpke [6]
  • 1805–1816: Johann Jakob Mohrmann [6]
  • 1816–1830: Carl Friedrich Herbst [6]
  • 1830–1849: Johann Wilhelm Hammer [6]
  • 1849–1852: Amtsassessor Gustav von Quistorp [6]
  • 1852–1854: E. Hantelmann [6]
  • 1854–1864: Oscar Gülich [6]
  • 1864–1874: Burghardt von Bülow [6]
  • 1874–1879: Falcke [6]
  • 1879–1882: Raschick [6]
  • 1883–1885: Thieler [6]
  • 1885–1913: Ewald Müller [6]
  • 1. Oktober 1913–1. Oktober 1915: Richard Bodemann (gefallen)[6]
  • 1. Juli 1916–30. April 1925: Georg Rudolf Grosse [6]
  • 22. April 1925–15. Oktober 1925: (komm.) Regierungsreferendar Lümkemann [6]
  • 15. Oktober 1925–04. November 1946: Ludwig Kratz [6]
  • 23. September 1946–16. Dezember 1948: Gustav Schwannecke [6]
  • 16. Dezember 1948–17. Dezember 1951: Henry Scharpenberg [6]
  • 17. Dezember 1951–1. Dezember 1952: Arnold Scheuring [6]
  • 1. Dezember 1952–26. November 1956: Otto Armbrecht [6]
  • 26. November 1956–18. April 1961: Wilhelm Thomas, SPD [6]
  • 18. April 1961–1986: Herbert Trautmann, CDU [6]
  • 1986–1988: Helmut Kuhlmann, CDU
  • 1988–2011: Manfred Birth, CDU (trat bei der ersten Direktwahl 2004 als Einzelbewerber an)
  • seit 2011: Matthias Nerlich, CDU

Städtepartnerschaften[edit]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[edit]

Bauwerke und Museen[edit]

Kulturinstitut Die Brücke
Die neue Stadthalle
Die Gifhorner Schweiz
  • Evangelische St.-Nicolai-Kirche. Die mit einer umlaufenden Empore ausgestattete Saalkirche, der ein wuchtiger Westturm mit barocker Haube vorgesetzt ist, wurde von 1734-44 nach Plänen des Landbaumeisters O.H. von Bonn erbaut. Sie besteht aus verputztem Backstein. Das Innere wird von dem 1744 bezeichneten Kanzelaltar beherrscht. Die 1748 von Christian Vater aus Hannover geschaffene Orgel verfügt über einen Rokoko-Prospekt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
  • Altes Rathaus, Cardenap 1. Der 1562 datierte Fachwerkbau mit reichem Schnitzwerk wurde im 18. und 19. Jahrhundert stark verändert. In den Jahren 1985-88 wurde das Fachwerk demontiert und anschließend – unter Rekonstruktion des vermuteten ursprünglichen Zustandes – wieder errichtet. Heute befindet sich in dem Gebäude die Gaststätte "Ratsweinkeller".
  • Schloss Gifhorn ist das bedeutendste Bauwerk Gifhorns. Es ist im Stil der Weserrenaissance erbaut und weist eine bis heute genutzte Schlosskapelle auf. Im Schloss ist das Kreisheimatmuseum mit den Abteilungen Jäger und Bauern, Adel und Landvolk, Handwerker und Kaufleute, Tier und Landschaft untergebracht. Im Schlosshof und im Schlosspark am Schlosssee finden jährlich Festspiele und Märkte statt.
  • Kavaliershaus, Steinweg 3. Das 1546 unter Herzog Franz (1539–1549) errichtete Kavaliershaus als Fachwerkbau mit Steinfront gilt neben dem Schloss als wichtigster Profanbau des Ortes. Baumeister war Michael Clare, der auch am benachbarten Schloss tätig war. Daher weist die aufwändige, mit einer zweigeschossigen Utlucht und Halbkreisaufsätzen versehene Schaufassade ähnliche Zierformen auf. Ursprünglich für die Unterbringung von hohen Gästen gedacht, dient es heute als Museum und Ausstellungsgebäude. Seit 2009 wird es umfassend restauriert.
  • Wohnbauten. Die Innenstadt verfügt trotz zahlreicher Brände (1529, 1669, 1725, 1876, 1891) und nach den Sanierungsmaßnahmen des 20. Jahrhunderts noch immer über eine größere Zahl an Fachwerkbauten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Besonders hervorzuheben ist das 1570 erbaute Höfersche Haus, Steinweg 2, dessen Balken mit Rosettenmotiven beschnitzt sind. Das Erdgeschoss wurde für einen Ladeneinbau stark verändert. Der so genannte Lange Jammer am Steinweg 1 entstand angeblich bereits um 1540. Das Obergeschoss des lang gestreckten Fachwerkbaus mit Walmdach ist zum Teil verschiefert. In ihm ist heute das Bau- und Planungsamt ansässig. Steinweg 22 stammt im Kern noch aus der Zeit um 1600. Bei der 2002/03 durchgeführten Sanierung wurde der während der Barockzeit veränderte Giebel in der vermuteten Form von 1600 rekonstruiert. Dafür wurde der alte Dachstuhl komplett abgebrochen und durch einen neuen ersetzt. Insgesamt wurde der Bau so stark erneuert, dass – mit Ausnahme einiger Balken – kaum noch historische Bausubstanz erhalten ist. Das nebenan gelegene Giebelhaus Steinweg 20 wurde 1678 erbaut. Es ist ganz mit Holz verkleidet und verfügt über eine Utlucht. Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Gifhorn auch zunehmend massive Wohnbauten errichtet. Hierzu gehören die im Rundbogenstil erbauten Traufenhäuser Steinweg 27 (1871) und Nr. 47.
  • Im international bekannten (Freiland-) Mühlenmuseum befinden sich zahlreiche hierhin versetzte Mühlen der unterschiedlichsten Art, auch aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Sie sind restauriert oder originalgetreu nachgebaut.
  • Kulturinstitut Die Brücke, gegenwärtig nur kultureller Veranstaltungsort bei Ausstellungen. Das Institut befindet sich in einem monumentalen Gebäudekomplex in der Art eines Klosters in altrussischem Baustil neben dem Mühlenmuseum.
  • Die Stadthalle mit 2500 Quadratmeter Hauptnutzfläche wurde im Januar 2006 in Betrieb genommen. Hier finden Theater- und Musikaufführungen statt. Der Theatersaal mit ansteigendem Rang ist für maximal 567 Personen ausgelegt. Die technisch voll ausgestattete Großbühne hat eine Fläche von rund 420 Quadratmetern (Hauptbühne 220 Quadratmeter, Seitenbühne 110 Quadratmeter und Vorbühne 88 Quadratmeter). Ein Teil der Vorbühne ist als fahrbares Podium angelegt und kann auch als Teil des Zuschauerraumes oder als Orchestergraben für bis zu 55 Musiker genutzt werden. Im Großen Saal mit 850 Quadratmetern Fläche können je nach Bestuhlung Festveranstaltungen wie das Gifhorner Schützenfest, Bälle, Messen, Kongresse, Firmen- oder Parteiveranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus stehen zwei Seminarräume zur Verfügung.

Im Rahmen der Eigenveranstaltungen der Stadthalle werden mehrere Abonnements angeboten: Theater-Abonnement, Sonntags-Abonnement und Kleinkunst-Abonnement. Neben diesen Abonnement-Veranstaltungen hält die Stadthalle eine Reihe von Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien bereit.

Freizeit und Naherholung[edit]

Im Verlauf der Nachkriegsjahre wurden um Gifhorn mehrere größere Flächen zu Naturschutzgebieten erklärt. Dazu gehört auch der im heutigen Stadtgebiet von Gifhorn liegende Heidesee, der auf natürliche Weise während der Eiszeit entstanden ist. Der See kommt auch in den Geschichten und Gedichten des Heidedichters Hermann Löns vor. Der flache See ist ein gern besuchtes Naherholungsgebiet für Ausflügler aus Braunschweig und Hannover.

Auch gibt es im westlichen Bereich von Gifhorn größere Heideflächen (siehe auch Heidekrautgewächse). Bekannt sind die „Gifhorner Schweiz“, der idyllische Ort Winkel und Flächen beim Ort Wilsche. Diese Heidegegend wurde durch die Literatur von Hermann Löns bekannt.

Durch Kiesschürfen entstanden mehrere künstliche Seen. Durch den Bau des Elbe-Seitenkanals entstand im benachbarten Isenbüttel südöstlich der Stadt ein komplexes Naherholungsgebiet, der Tankumsee. Das gesamte Areal umfasst 222 Hektar. Der See selbst ist 62 Hektar groß und bietet einen 1000 Meter langen Sandstrand. Daran grenzt direkt östlich das Feuchtgebiet Barnbruch an mit einem Waldbestand von etwa 1500 Hektar.

Die Verlegung der Bundesstraße 4 machte es erforderlich, dass große Teile der Trasse erhöht werden mussten. Durch den Bodenaushub entstand der „Waldsee“ zwischen der Stadt und der „Gifhorner Schweiz“.

Die Naturschutzgebiete – wie auch die Lüneburger Heide – haben Gifhorn zu einem beliebten Naherholungsgebiet gemacht.

Regelmäßige Veranstaltungen[edit]

Das älteste Gifhorner Volksfest ist das Schützenfest. Die älteste Ratsverordnung über das „Gifhorner Scheibenschießen“ stammt von 1661. Seit 1706 sind die Listen der Schützenkönige überliefert. Die 1814 zur Armee eingezogenen Gifhorner waren fast alle 1815 in der Schlacht bei Waterloo gegen Napoleon eingesetzt. Zur Erinnerung daran wird das Schützenfest jedes Jahr in der Woche des 18. Juni gefeiert. Das Schützenfest beginnt am Donnerstag mit einem Umzug durch Gifhorn und dem im Laufe des Nachmittags unter kommunaler Aufsicht durchgeführten Königsschießen. Am Sonntag wird ein großer Umzug durchgeführt, bei dem auch viele Vereine aus der Stadt und dem Umland dabei sind. Die beiden Gifhorner Traditionsschützenvereine haben jeweils über 700 Mitglieder. Der Umzug gehört zu den größten in Niedersachsen. Das Fest endet mit einem Feuerwerk, das jedes Jahr von den beteiligten Schaustellern gesponsert wird.

Weitere regelmäßige Großveranstaltungen sind das dreitägige Altstadtfest und in der Weihnachtszeit der Weihnachtsmarkt.

Vereine, Verbände und Organisationen[edit]

Schießsport[edit]

  • Bürgerschützenkorps Gifhorn e. V.
  • Uniformiertes Schützenkorps Gifhorn e. V.
  • Schießsportgemeinschaft Gifhorn

Theatervereine[edit]

In Gifhorn gibt es drei Theatervereine, die im Bereich Amateurtheater aktiv sind.

  • Theaterverein Gifhorn von 1891 e. V.
  • Kieselbach-Bühne
  • Altstadtbühne Gifhorn

Organisationen[edit]

Jugendvereine[edit]

  • Kreisjugendring Gifhorn
  • Deutscher Kinderschutzbund Gifhorn
  • Jugendbegegnungsstätte Gifhorn (JuBs)
  • Die Grille

Religionen[edit]

St.-Bernward-Kirche

Gifhorn ist Sitz eines gleichnamigen Kirchenkreises, er gehört zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Folgende Kirchen dieses Kirchenkreises befinden sich in Gifhorn: St.-Nicolai-Kirche am Marktplatz aus dem 18. Jahrhundert (siehe „Bauwerke und Museen“), Martin-Luther-Kirche in der Limbergstraße 29, Pauluskirche im Brandweg 38, Epiphaniaskirche, An der Kirche 2 im Ortsteil Gamsen. Im Schloss Gifhorn befindet sich eine Schlosskapelle von 1547. Im Birger-Forell-Haus in der Grüntaler Str. 1 trifft sich eine Brüdergemeinde russlanddeutscher Spätaussiedler.

Gifhorn ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Altfrid Gifhorn/Meine, sie gehört zum Dekanat Wolfsburg-Helmstedt im Bistum Hildesheim. Zu ihr gehört seit 2004 in Gifhorn neben der St.-Altfrid-Kirche auch die St.-Bernward-Kirche, sowie die katholischen Kirchen in Meine und Meinersen. Die St.-Bernward-Kirche wurde 1914/15 erbaut und ist die älteste katholische Kirche im Landkreis Gifhorn.

Die Landeskirchliche Gemeinschaft hatte ihr Anfänge in den 1920er Jahren, wo man sich in kleinen Bibel- und Gebetskreisen in verschiedenen Häusern in Gifhorn traf. Ab 1930 versammelte man sich im evangelischen Kindergarten „Bleiche“, bis 1990 das ehemalige Gebäude der Zeugen Jehovas in der Ringstraße übernommen werden konnte. 2008 benannte sich die Landeskirchliche Gemeinschaft in "Evangelische Gemeinschaft" um und befindet sich seitdem in einer ehemaligen Baptistenkirche im Calberlaher Damm 112.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gifhorn (Baptisten) besteht seit 1964. Ihr heutiges Gemeindezentrum im Brandweg 2 wurde 1984 errichtet. Ferner existiert eine Gemeinde der Evangelische Baptistengemeinde, deren Mitglieder überwiegend einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Ihre Kirche befindet sich am I. Koppelweg 69. Eine weitere Baptistenkirche, die Evangeliums-Christen-Baptisten, haben seit 2006 ihr Domizil an der Straße Im Freitagsmoor.

1926 wurde die erste Adventgemeinde in Gifhorn gegründet. 1959 wurde das erste Adventhaus errichtet und 1990/91 ein neues Adventhaus in einer ehemaligen Opel-Autowerkstatt an der Celler Straße 12. Etwa im Jahr 2000 wurde eine weitere Adventgemeinde in Gifhorn gegründet, die sich in Gifhorn-Kästorf befindet.

Die Neuapostolische Gemeinde Gifhorn wurde 1906 gegründet und zog 1953 in ein dafür gebautes Kirchengebäude am Dannenbütteler Weg. 1996 zog die Gemeinde in einen Neubau im Lehmweg 84 am östlichen Stadtrand, das alte Gebäude wurde von der griechisch-orthodoxen Gemeinde übernommen. Die Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Braunschweig der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland.[7]

Zum pfingstlichen Spektrum der Stadt gehört die Freie Christengemeinde Gifhorn. Sie gehört zum deutschen Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. 1963/64 wurde ihre Kirche in der Pyritzer Straße 7 erbaut.

Die Freie Evangeliums-Christengemeinde Gifhorn hat ihren Sitz in der Straße Am Allerkanal 5. Ein Christliches Zentrum Gifhorn befindet sich in der Straße Am Luckmoor 7. Die Gemeinde Gottes Gifhorn hat ihr Gemeindezentrum in der Celler Straße 53. Die Evangelisch-Lutherische Philippus-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche Gifhorn hat ihre Kirche in Gamsen.

Eine russische Kirche befindet sich auf dem Gelände des Mühlen-Museums, sie wurde 1995 geweiht. Die orthodoxe Kirchengemeinde der Heiligen Raphail, Nikolaos und Irini zu Gifhorn verfügt über eine Kirche im Dannenbütteler Weg 14.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit]

Etwa 1,4 % der Beschäftigten sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 38 % im Produzierenden Gewerbe und 60,6 % im Dienstleistungsbereich. Gifhorn hat deutlich mehr Aus- als Einpendler. Etwa 80 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten außerhalb. Die Arbeitslosenquote im Kreis Gifhorn betrug im Juni 2004 8,7 %.

Größter Arbeitgeber Gifhorns ist die IAV GmbH (Ingenieurdienstleister für die Automobilbranche) mit rund 2.200 Mitarbeitern, vor dem ehemals größtem Unternehmen in Gifhorn, der Continental Teves mit etwa 1500 Mitarbeitern (Stand Januar 2010). Aufgrund der Nähe zu Wolfsburg (VW) sind viele Automobilzulieferer und -dienstleister in Gifhorn angesiedelt (z.B. Inteva Products, Rücker AG).

Verkehr[edit]

Der Bahnhof Gifhorn-Stadt um 1900
Früheres Empfangsgebäude des Bahnhofs Isenbüttel-Gifhorn im Süden der Stadt an der Strecke Hannover–Berlin

Gifhorn besitzt zwei Bahnhöfe, den Bahnhof Gifhorn (vor 1988: Isenbüttel-Gifhorn), in dem sich die Berlin-Lehrter Eisenbahn mit der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren trifft, sowie den Bahnhof Gifhorn-Stadt an der letztgenannten Bahnstrecke.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Gifhorn befand sich ursprünglich 4 km südlich der Stadt auf freiem Feld auf der Isenbütteler Seite der Gleise, was dem möglichst geradlinigen Verlauf der Bahnstrecke geschuldet war. Er hieß 1871 zunächst Gifhorn, wurde 1889 in Gifhorn-Isenbüttel umbenannt, um Verwechslungen mit Gifhorn-Stadt zu vermeiden. Da trotzdem weiterhin Verwechslungen auftraten, hieß er seit 1892 Isenbüttel. Eine Weisung des Regierungspräsidenten änderte den Namen 1913 in Isenbüttel-Gifhorn. Mit zunehmender Ausdehnung der Stadt Gifhorn liegt der Bahnhof inzwischen am Rande Gifhorns. Das ehemalige Gebäude wurde daher 1988 durch einen Neubau auf der Gifhorn zugewandten Seite ersetzt, während das alte Gebäude von einer Jugendwerkstatt genutzt wurde. Gleichzeitig wurde der Bahnhof wieder in Gifhorn umbenannt.[8]

Der öffentliche Busverkehr wird hauptsächlich durch die Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH (VLG) durchgeführt.

Der Flugplatz Wilsche befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Gifhorns. Dieser wird vor allem von Segelfliegern benutzt. Südlich von Gifhorn befindet sich der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg, an dessen Betreibergesellschaft der Landkreis Gifhorn 2 % der Anteile hält.

Gericht[edit]

Gifhorn ist Sitz des für den überwiegenden Teil des Landkreises Gifhorn zuständigen Amtsgerichts Gifhorn.

Bildung[edit]

Grund- und Hauptschulen
  • Grundschule Adam-Riese-Schule
  • Grundschule Astrid-Lindgren-Schule
  • Grundschule Gebrüder-Grimm-Schule
  • Grundschule Isetal-Schule
  • Grundschule Michael-Ende-Schule
  • Grundschule Wilhelm-Busch-Schule
  • Grund- und Hauptschule Albert-Schweitzer-Schule
  • Grund- und Hauptschule Freiherr-vom-Stein-Schule
Dietrich-Bonhoeffer-Realschule
Realschulen
  • Dietrich-Bonhoeffer-Realschule
  • Fritz-Reuter-Realschule
Gymnasien
Förderschule
  • Pestalozzischule
Berufsbildende Schulen
  • Berufsbildende Schulen I
  • Berufsbildende Schulen II
Musikschule
  • Kreismusikschule

Persönlichkeiten[edit]

Söhne und Töchter der Stadt[edit]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[edit]

  • Kurt Oskar Buchner (1912–1994), Schriftsteller, Kinderbuchautor, lebte lange in Gifhorn
  • Bernward Vesper (1938–1971), Schriftsteller, legte in Gifhorn sein Abitur ab und beschrieb die Zeit in seinem Hauptwerk Die Reise

Sonstiges[edit]

Zickenstadt[edit]

Das Zickendenkmal in der Fußgängerzone

Die Bewohner umliegender Gemeinden bezeichneten Gifhorn in der Vergangenheit abfällig als Zickenstadt. Eine Ziege als Kuh des kleinen Mannes konnten sich seinerzeit auch die ärmeren Stadtbewohner leisten, so dass die Ziegenpopulation in Gifhorn vergleichsweise stärker war als in den umliegenden Bauerngemeinden.

Die Gifhorner Stadtwerbung münzte den Ausdruck Zickenstadt in einen positiven Begriff um und benutzte ihn einige Jahre lang für die Tourismuswerbung. Eine Ziege als Logo der Stadt wurde entworfen, und in der Gifhorner Innenstadt wurde sogar ein Zickendenkmal enthüllt. Während Bezüge zur Zickenstadt auch heute noch gelegentlich zu finden sind, beispielsweise der Zickenaugust als Maskottchen des alljährlichen Altstadtfests, musste sie in der Werbung dem Begriff Mühlenstadt sowie einem entsprechenden Logo weichen.

Literatur[edit]

  • Fritz Brüggemann: Gifhorn – Die Geschichte einer Stadt. Gifhorn 1962.
  • Ulrich Roshop: Gifhorn. Das Werden und Wachsen einer Stadt. Gifhorn 1982. (Mit Gifhorn-Bibliographie auf S. 189–191)
  • Günter Weinhold: Erinnerungen an Waterloo, Weg und Schicksal des Landwehrbataillons Gifhorn. Landkreis Gifhorn, Gifhorn 1985.
  • Günter Weinhold: Geschichte des Bürgerschützenkorps Gifhorn e.V. Voigt, Gifhorn 2002.
  • Günter Weinhold: „Eintracht und Bürgersinn“ – Die Geschichte des Gifhorner Schützenwesens. Gifhorn 1989.

Weblinks[edit]

 Commons: Gifhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Gifhorn – Reiseführer
 Wikinews: Gifhorn – in den Nachrichten

Einzelnachweise[edit]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Geologische Übersichtskarte 1:200.000, Blatt CC 3926 Braunschweig, Bundesanstalt für Bodenforschung, Hannover 1974
  3. Duden-Taschenbuch Geographische Namen in Deutschland. Mannheim 1999, S. 122
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  5. Stadt-Gifhorn.de - Vorläufiges amtliches Endergebnis. 11. September 2011, abgerufen am 14. September 2011.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am  Ulrich Roshop: Gifhorn - Das Werden und Wachsen einer Stadt. 1982, ISBN 978-3-9800485-1-4.
  7. http://www.nak-mitteldeutschland.de/gemeinde/gifhorn/
  8. Lokstation an der Rennbahn. Eisenbahn-Journal 9/2010, S. 40 f.
  9. Google-books S. 66 f Familienrechtsausschuss: Unterausschuss für eheliches Güterrecht
  10. Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Herausgeber - Autoren, in: Stadtlexikon Hannover, S. 702f.