Landkreis Harz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Landkreis Harz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Landkreis Harz hervorgehoben51.8210.96Koordinaten: 51° 49′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Halberstadt
Fläche: 2.104,19 km²
Einwohner: 223.094 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Kreisschlüssel: 15 0 85
Kreisgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedrich-Ebert-Straße 42
38820 Halberstadt
Webpräsenz: Landkreis Harz
Landrat: Martin Skiebe (parteilos)
Lage des Landkreises Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Harz ist ein Landkreis in Sachsen-Anhalt, der im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 aus den Landkreisen Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg sowie der Stadt Falkenstein/Harz (Landkreis Aschersleben-Staßfurt) entstanden ist.

Im Kreisgebiet leben 223.094 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2012). Für 2015 werden 225.300 Einwohner und für 2025 209.149 Einwohner prognostiziert.

Geographie[edit]

Der Landkreis liegt im Westen Sachsen-Anhalts und erstreckt sich vom Hochharzgebiet um den Brocken über die nordöstlichen Teile des Harzes bis in das nördliche Harzvorland mit den Höhenzügen Huy und Fallstein.

Der Landkreis grenzt im Süden an die Landkreise Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) und Nordhausen (Thüringen), im Osten an den Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt), im Norden an die Landkreise Börde (Sachsen-Anhalt), Helmstedt und Wolfenbüttel (beide in Niedersachsen). Im Westen hat er eine Grenze zum Landkreis Goslar in Niedersachsen.

Bevölkerungsentwicklung[edit]

Die folgende Übersicht zeigt die Bevölkerungsentwicklung des Harzkreises (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres).

Jahr Einwohner
1964 314.838
1970 314.382
1981 297.087
1985 293.691
1989 292.037
1990 284.892
1995 269.874
Jahr Einwohner
2000 260.662
2001 258.228
2002 255.797
2003 253.130
2004 250.146
2005 247.490
2006 244.248
2007 241.017

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Politik[edit]

Am 23. September 2008 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Kreishaus in Quedlinburg, heute unter anderem Sitz des Dezernates IV (Bau- und Umweltverwaltung)

Landrat[edit]

(laut amtlichem Endergebnis der Stichwahl zum Landrat im Landkreis Harz am 22. September 2013; Wahlbeteiligung: 52,9 %)

Kreistag[edit]

Kreistagswahl 2007[2]
Wahlbeteiligung: 38,5 % (2004: 41,8 %)
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
19,9 %
19,0 %
7,0 %
4,3 %
3,6 %
3,3 %
2,0 %
6,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,3 %p
-2,4 %p
+0,1 %p
+0,5 %p
-0,3 %p
+3,5 %p
+1,2 %p
+0,3 %p
+0,4 %p

(laut amtlichem Endergebnis der Wahl zum Kreistag Harz am 22. April 2007; Wahlbeteiligung: 38,5 %)

  • CDU – 34,9 %, 21 Sitze
  • LINKE – 19,9 %, 12 Sitze
  • SPD – 19,0 %, 12 Sitze
  • Wählergruppen – 10,7 %, 6 Sitze
  • FDP – 7,0 %, 4 Sitze
  • GRÜNE – 4,3 %, 3 Sitze
  • NPD – 3,6 %, 2 Sitze

Wappen[edit]

Das Wappen wurde am 3. Januar 2008 durch das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalts genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot, vorn zwei zugewendete, steigende rote Forellen, hinten zwei schräg gekreuzte silberne Kredenzmesser mit goldenen Griffen.“[3]

Die Forellen haben ihren Ursprung im Wappen der Wernigeröder Grafen. Diese hatten der Legende nach den kirchlichen Auftrag, die Gegend zu missionieren. Der Fisch nimmt darauf Bezug, denn in der Überlieferung trug ihn Petrus, der Fischer war, im Wappen. Die Kredenzmesser aus dem Wappen des Landkreises Quedlinburg gehen auf das alte Reichsstift Quedlinburg zurück. Die Anordnung der grafischen Elemente erfolgt in Anlehnung an das Wappen von Bistum und Landkreis Halberstadt, das von Silber und Rot gespalten war.

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Harz.

Flagge[edit]

Die Flagge ist rot - weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[3]

Namensdiskussion[edit]

Gegen die Bezeichnung „Landkreis Harz“ gab es Einwände aus dem niedersächsischen Teil des Harzes, weil dem Landkreis nur ein Bruchteil des sich über drei Länder erstreckenden Mittelgebirges zuzuordnen ist und der größere Teil des Kreisgebietes sowie der Verwaltungssitz außerhalb des Harzes liegen.[4][5]

Verkehr[edit]

Wichtigste Verbindungsstraße ist die neu geschaffene B 6n, die in West-Ost-Richtung den Landkreis quert. Während die ehemaligen Kreisstädte Wernigerode und Quedlinburg direkt angebunden sind, ist Halberstadt über die B 79 mit der Abfahrt Quedlinburg-Zentrum an die Schnellstraße angebunden. Die nächsten Autobahnen sind die A 14 im Osten, die A 38 im Süden sowie die A 395 und die A 7 im Westen.

Über den Bahnknotenpunkt Halberstadt gibt es Bahnverbindungen in die Landeshauptstadt (Strecke Magdeburg−Thale) und in die größte Stadt Sachsen-Anhalts (unter anderem Strecke Hannover-Halle (Saale)). Weitere Strecken sind die Rübelandbahn (Blankenburg-Elbingerode, teilw. nur Güterverkehr) sowie die Strecke Halberstadt-Blankenburg. Das Netz wird von der Deutschen Bahn, der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH und der Havelländischen Eisenbahn bedient. Die nächsten Anschlüsse an das Fernverkehrsnetz befinden sich in Magdeburg, Halle (Saale) und Vienenburg sowie Hannover.

Des Weiteren gibt es mit dem Netz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) eine meterspurige Verbindung in den Harz. Umsteigemöglichkeiten von der HSB zum Netz der DB AG gibt es in Wernigerode und Quedlinburg. Endstationen im Harzkreis sind: Quedlinburg, Harzgerode, Hasselfelde, Eisfelder Talmühle, Drei Annen Hohne, Wernigerode und der Brocken.

Im Straßenpersonennahverkehr (ÖSPV) sind die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) unterwegs. In den Städten Ballenstedt, Blankenburg, Halberstadt, Quedlinburg, Thale und Wernigerode gibt es einen Stadtverkehr. Die Stadt Halberstadt besitzt seit über 125 Jahren ein Straßenbahnnetz.

Im Landkreis Harz gibt es einen Verkehrslandeplatz in Ballenstedt. Die nächsten internationalen Flughäfen sind in Magdeburg-Cochstedt, Leipzig-Halle und Hannover.

Städte und Gemeinden[edit]

(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2012[6])

Einheitsgemeinden

  1. Ballenstedt, Stadt (9481)
  2. Blankenburg (Harz), Stadt (20.852)
  3. Falkenstein/Harz, Stadt (5619)
  4. Halberstadt, Stadt (40.526)
  5. Harzgerode, Stadt (8419)
  6. Huy (7645)
  7. Ilsenburg (Harz), Stadt (9442)
  8. Nordharz (8011)
  9. Oberharz am Brocken, Stadt (11.333)
  10. Osterwieck, Stadt (11.538)
  11. Quedlinburg, Stadt (25.391)
  12. Thale, Stadt (18.131)
  13. Wernigerode, Stadt (33.710)

Verbandsgemeinde Vorharz
* Sitz der Verbandsgemeinde

  1. Ditfurt (1623)
  2. Groß Quenstedt (955)
  3. Harsleben (2206)
  4. Hedersleben (1442)
  5. Schwanebeck, Stadt (2566)
  6. Selke-Aue (1485)
  7. Wegeleben, Stadt * (2719)
Quedlinburg Ballenstedt Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Quedlinburg Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeMunicipalities in HZ.png
Über dieses Bild

Gebietsänderungen[edit]

Veränderungen auf Gemeindeebene[edit]

Gemeindeneugründungen[edit]

Eingemeindungen[edit]

  • Auflösung der Gemeinden Neinstedt und Weddersleben – Eingemeindung nach Thale (1. Januar 2009)
  • Auflösung der Gemeinde Schierke – Eingemeindung nach Wernigerode (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Altenbrak und Treseburg – Eingemeindung nach Thale (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Darlingerode und Drübeck – Eingemeindung nach Ilsenburg (Harz) (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Friedrichsbrunn und Stecklenberg – Eingemeindung nach Thale (23. November 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Aspenstedt, Athenstedt, Langenstein, Sargstedt und Schachdorf Ströbeck – Eingemeindung in die Stadt Halberstadt (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Cattenstedt, Heimburg, Hüttenrode, Wienrode, Timmenrode und Stadt Derenburg – Eingemeindung in die Stadt Blankenburg (Harz) (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Reddeber – Eingemeindung in die Stadt Wernigerode (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Radisleben – Eingemeindung in die Gemeinde Ballenstedt (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Nienhagen – Eingemeindung in die Stadt Schwanebeck (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Heteborn – Eingemeindung in die Gemeinde Selke-Aue (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Neudorf – Eingemeindung in die Stadt Harzgerode (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Westerhausen – Eingemeindung in die Stadt Thale (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Bad Suderode und Rieder sowie der Stadt Gernrode – Eingemeindung in die Stadt Quedlinburg (1. Januar 2011), am 19. Februar 2013 rückgängig gemacht
  • Auflösung der Gemeinde Allrode – Eingemeindung in die Stadt Thale (1. Januar 2011)
  • Auflösung der Gemeinde Rieder - Eingemeindung nach Ballenstedt (1. Dezember 2013)
  • Auflösung der Gemeinde Bad Suderode sowie der Stadt Gernrode – Eingemeindung in die Stadt Quedlinburg (1. Januar 2014)

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften und Verbandsgemeinden[edit]

Namensänderungen[edit]

Weblinks[edit]

 Commons: Landkreis Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw07/erg/kreis/kw.15085.ergtab.frame.html
  3. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Nr. 3/2008 Seite 30 (PDF; 261 kB)
  4. Die Zeit online (2005)
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.goslarsche.deLetzte Erwähnung in der Goslarschen Zeitung (23. Januar 2009)
  6. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)