Salzlandkreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Salzlandkreises Deutschlandkarte, Position des Salzlandkreises hervorgehoben51.8511.64Koordinaten: 51° 51′ N, 11° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Bernburg (Saale)
Fläche: 1.425,9 km²
Einwohner: 201.210 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Kreisschlüssel: 15 0 89
Kreisgliederung: 21 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Karlsplatz 37
06406 Bernburg
Webpräsenz: www.kreis-slk.de
Landrat: Markus Bauer (SPD)
Lage des Salzlandkreises in Sachsen-Anhalt
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Über dieses Bild

Der Salzlandkreis ist ein Landkreis im Land Sachsen-Anhalt, der im Zuge der Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Aschersleben-Staßfurt (ohne Falkenstein/Harz), Bernburg und Schönebeck gebildet wurde. Er ist in Sachsen-Anhalt der einzige Landkreis, der nicht an ein anderes deutsches Bundesland grenzt.

Seit dem 27. November 2012 ist es im Salzlandkreis möglich, neben dem SLK auf dem Nummernschild wieder die Altkennzeichen zu beantragen, die aufgrund der Kreisgebietsreformen seit 1994 bzw. 2007 ausliefen und nicht mehr neu erteilt wurden. Diese sind: ASL für Aschersleben ab 1994 für Aschersleben-Stassfurt, BBG für Bernburg, SBK für Schönebeck und SFT für Staßfurt.

Geografie[edit]

Mit einer Flächengröße von 1.426 km² ist der Salzlandkreis der zweitkleinste Landkreis von Sachsen-Anhalt. Während im Osten die Elbe über eine Länge von 22 Kilometern die Grenze zum Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld bildet, liegen im Norden Teile der Stadt Schönebeck am jenseitigen Elbufer. Das Landschaftsbild ist vielfältig, der Norden wird geprägt von der ertragreichen Magdeburger Börde, und im Osten bilden Elbe und Saale eine weite Flussaue. Im Westen reicht der Landkreis bis zum Vorharzgebiet, im Süden hat die ehemalige Braunkohle- und Salzförderung ihre Spuren hinterlassen. Im Bördedorf Eickendorf liegen mit der Bodenwertzahl 100 der deutschlandweiten Bodenschätzung die ertragreichsten Landwirtschaftsflächen. Neben Elbe und Saale gehören auch die Bode und Wipper zum Flussnetz des Landkreises. Die höchste Erhebung ist der im äußersten Westen in der Nähe von Cochstedt gelegene Phillips Galgenberg mit 224 Metern. Er gehört zum Hakel, der neben dem Nachterstedter Forst und den Kiefernwäldern bei Plötzky und Pretzien eines der wenigen nennenswerten Waldgebiete des Landkreises ist. Der Landkreis hat Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Hierzu gehört der mehrere Quadratkilometer große Auenwald Lödderitzer Forst.

Historische Entwicklung[edit]

Im Mittelalter herrschten im heutigen Kreisgebiet im Wesentlichen die Bistümer Magdeburg und Halberstadt. Der Südosten gehörte seit 1170 zum askanischen Anhalt mit Bernburg als zeitweiliger Residenz. Nachdem die beiden Bistümer nach dem Dreißigjährigen Krieg säkularisiert und 1680 vom weltlichen Herzogtum Magdeburg abgelöst worden waren, kamen deren Gebiete unter die Verwaltung des Saalkreises. Das Herzogtum seinerseits war Teil des brandenburgischen Kurfürstentums, das 1701 zum Königreich Preußen wurde. Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde das preußische Gebiet des heutigen Kreisgebiets hauptsächlich auf die neu gebildeten Kreise Calbe und Quedlinburg sowie auf die Stadt Aschersleben aufgeteilt. Die DDR-Gebietsreform verkleinerte noch einmal die Kreise, so dass ab 1952 die Kreise Schönebeck, Bernburg, Aschersleben und Staßfurt am heutigen Kreisgebiet beteiligt waren. Während der DDR-Zeit gehörte der nördliche Teil des Kreises zum Bezirk Magdeburg und der südliche Teil zum Bezirk Halle.

Eine Sonderstellung an der historischen Entwicklung nehmen Plötzky, Pretzien, Ranies und Elbenau, die nördlichsten Orte des Landkreises ein. Sie gehörten seit dem 12. Jahrhundert zum Kurfürstentum Sachsen und waren bis 1808 dem sächsischen Amt Gommern unterstellt. Während der französischen Besetzung von 1808 bis 1813 gehörten diese Orte zum einzigen Brückenkopf Napoleons am östlichen Elbufer und wurden dem Königreich Westphalen angegliedert. Sie wurden erst 1818 preußisch und gehörten bis 1945 zum Landkreis Jerichow I.

Namensgebung[edit]

Der Name Salzlandkreis nimmt Bezug auf die jahrhundertelange Salzgewinnung in der Region, vornehmlich im einstigen Groß Salze, dem heutigen Bad Salzelmen. Die Salzerzeugung in Bad Salzelmen wurde 1967 zwar eingestellt, aber die Sole ist heute immer noch Bestandteil des Kurbetriebes. Außerdem gilt die Region mit den Kalischächten in Staßfurt als Ursprung des Kalibergbaus.[2]

Bevölkerungsentwicklung[edit]

Die folgende Übersicht zeigt die Bevölkerungsentwicklung des Gebietes des heutigen Salzlandkreises (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, sonst jeweils 31. Dezember des Jahres).

Jahr Einwohner
1964 330.073
1970 326.977
1981 295.977
1985 289.356
1989 282.586
1990 274.690
1995 256.359
Jahr Einwohner
2000 244.828
2001 241.274
2002 237.335
2003 233.603
2004 229.995
2005 226.593
2006 222.727
Jahr Einwohner
2008 215.591
2009 214.310
2012 201.210

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Politik[edit]

Kreistagswahl 2007[3]
Wahlbeteiligung: 34,6 % (2004: 37,6 %)
 %
40
30
20
10
0
30,8 %
20,4 %
19,4 %
11,0 %
3,8 %
2,9 %
2,4 %
1,7 %
7,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,3 %p
+1,8 %p
-2,5 %p
+2,0 %p
+0,9 %p
+2,6 %p
± 0,0 %p
+1,0 %p
+1,5 %p

Landrat[edit]

Das Landratsamt in Bernburg

Bei den ersten Landratswahlen im Salzlandkreis am 22. April 2007 traten die drei Landräte aus den alten Kreisen, Heike Brehmer (CDU) aus Aschersleben, Ulrich Gerstner (SPD) aus Bernburg und Erik Hunker (parteilos, aber von der FDP unterstützt) aus Schönebeck sowie Sabine Dirlich (LINKE), Manfred Horst (NPD) und Harald Hinze (REP) an. Nach dem ersten Wahlgang am 22. April konnte keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit für sich gewinnen. Daher traten am 6. Mai 2007 die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen zu einer Stichwahl an. Dies waren Heike Brehmer mit etwa 32 % der Stimmen und Ulrich Gerstner mit etwa 27 % der Stimmen. Die anderen Kandidaten (Erik Hunker 20 %, Sabine Dirlich 17 %, Manfred Horst 3 % und Harald Hinze 1 %) waren weit abgeschlagen. Laut Wahlergebnis vom 6. Mai 2007 wurde Ulrich Gerstner (SPD) mit 51,1 % der Stimmen als Landrat gewählt.

Kreistag[edit]

CDU LINKE SPD FDP WIDAB1 GRÜNE NPD ALC2 UWGE3 UWG Salzland4 UWG5 Gesamt
2007 19 12 12 7 2 2 2 1 1 1 1 60

1Wählerinitiative „Die Aschersleber Bürger“
2Alternative Liste Calbe
3Unabhängige Wählergemeinschaft Egeln
4Unabhängige Wählergemeinschaft Salzland
5Unabhängige Wählergemeinschaft Schönebeck

Am 11. Juli 2007 wurde in der konstituierenden Sitzung Frank Zedler (CDU) zum Vorsitzenden des Kreistages gewählt.

Wappen[edit]

Das Wappen wurde am 29. Oktober 2007 durch das Ministerium des Innern von Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Rot und Silber; Feld 1 und 4: in einem goldenen Stutzkorb ein silbernes Stück Salz mit drei goldenen Zierbändern; Feld 2: ein golden bewehrter und bezungter schwarzer Adler, die Saxen belegt mit goldenen Kleestängeln; Feld 3: ein schreitender, rot bezungter schwarzer Bär mit silbernem Halsband auf einer schrägen, schwarz gefugten roten Zinnenmauer mit einem geschlossenen silbernen Tor mit schwarzen Beschlägen und schwarzem Schloss auf der rechten Seite.“[4]

Die beiden Salzkörbe nehmen Bezug auf den Namen Salzlandkreis, während anhaltischer Bär und preußischer Adler für die historische Teilung der Region in anhaltische und preußische Staatsterritorien stehen. Die Grenzstraße der Stadt Staßfurt ist ein deutliches Beispiel dafür: Beide Fußwege lagen in unterschiedlichen Hoheitsgebieten, weshalb diese Straße zu ihren Namen kam.

Gestalter des Wappens sind Joachim Grossert (Inhalt) und Kathrin Telle (Grafik).

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Salzlandkreis.

Flagge[edit]

Die Flagge ist rot-weiß (1:1) bestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[4]

[edit]

Das Logo bildet das Wappen des Salzlandkreises ab im Zusammenhang mit dem Schriftzug des Landkreisnamens und einem roten Unterstrich als Kennzeichen der Landkreis-Farben (Rot-Weiß). Einrichtungen des Salzlandkreises können ihre Bezeichnung unter der roten Linie einfügen.

Symbol[edit]

Das Symbol enthält in leicht abgewandelter Form die Motive des Wappens in lockerer Anordnung in einem transparenten Wappenschild, in dessen Hintergrund die Flagge des Landkreises abgebildet ist. Der Schriftzug des Landkreisnamens bekrönt den Wappenschild.

Das Symbol kann von jedermann benutzt werden, um einen Zusammenhang mit dem Salzlandkreis visuell herzustellen.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit]

Die Saalebrücke Beesedau, hier überquert die A 14 die Saale

Auf dem fruchtbaren Bördeboden im Norden des Landkreises dominiert die Landwirtschaft. In Könnern steht die neben Klein Wanzleben (Landkreis Börde) und Zeitz (Landkreis Burgenlandkreis) dritte Zuckerfabrik Sachsen-Anhalts. In Gatersleben wird Pflanzenbiotechnologie erforscht und betrieben. Schwerpunkte der Industrie des Landkreises liegen in den vier größten Städten des Kreises, so in Bernburg (Zement-, Salz- und Pharmazieproduktion), in Aschersleben (Vliesstoffproduktion, Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau),in Schönebeck (Maschinen- und Anlagenbau, Sportmunition), sowie in Staßfurt (Fernsehgeräte und Satellitenreceiver, Sodaproduktion).

Wichtigste Verkehrsader im Landkreis ist die Bundesautobahn 14, die ihn von Nord nach Süd durchschneidet. Parallel dazu verläuft die Bundesstraße 71, die den regionalen Verkehr aufnimmt. Die im Norden des Harzes verlaufende, autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 6n verbindet den Landkreis mit den Autobahnen 7 und 9. Die nördlichste Stadt Schönebeck (Elbe) liegt an der überregionalen Bahnstrecke Magdeburg – Leipzig. Das Kreisgebiet wird von den Bahnlinien Halberstadt – Halle und Magdeburg – Sangerhausen durchschnitten. Die Kreisstadt Bernburg liegt an der Nebenstrecke Aschersleben – Köthen. Als Wasserstraße hat die Elbe für Schönebeck eine geringe verkehrstechnische Relevanz. Der ehemalige Cochstedter Militärflugplatz ist zum Regionalflughafen Magdeburg-Cochstedt umgestaltet worden, der jedoch nicht im regulären Flugverkehr betrieben wird.

Städte und Gemeinden[edit]

Das Gebiet des Salzlandkreises umfasst 21 Gemeinden. (Stand 1. September 2010, in Klammern Einwohner am 31. Dezember 2012[5]):

Städte

Gemeinden

Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtMunicipalities in SLK.png
Über dieses Bild

Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden (* Sitz der Verbandsgemeinde)

  1. Bördeaue (1879)
  2. Börde-Hakel (3225)
  3. Borne (1243)
  4. Egeln, Stadt * (3510)
  5. Wolmirsleben (1386)
  1. Alsleben (Saale), Stadt (2550)
  2. Giersleben (1082)
  3. Güsten, Stadt * (4394)
  4. Ilberstedt (1077)
  5. Plötzkau (1390)

Gebietsänderungen[edit]

Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 1. Januar 2008 bis 15. Juli 2009 von 76 auf 53.

Veränderungen auf Gemeindeebene[edit]

Gemeindeneugründungen[edit]

Eingemeindungen[edit]

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[edit]

Somit verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von 29. Dezember bis 15. Juli 2009 von elf auf sieben.

Am 1. Januar 2010 wurden die verbliebenen sieben Verwaltungsgemeinschaften aufgelöst und zwei Verbandsgemeinden neu gegründet.

Kfz-Kennzeichen[edit]

Am 1. Juli 2007 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen SLK zugewiesen. Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen ASL (Aschersleben), BBG (Bernburg (Saale)), SBK (Schönebeck) und SFT (Staßfurt) erhältlich.

Einzelnachweise[edit]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historische Begründung des Wappens für den Salzlandkreis (PDF; 12 kB)
  3. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw07/erg/kreis/kw.15089.ergtab.frametab.html
  4. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 19/2007 Seite 287 (PDF; 479 kB)
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[edit]

 Commons: Salzlandkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien