Wales

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wales (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wales

Cymru

Flagge von Wales
Wappen von Wales
Flagge Wappen
Wahlspruch: Y Ddraig Goch ddyry cychwyn

(deutsch: „Der rote Drache rückt vor“)

Amtssprache Englisch, Walisisch (Kymrisch)
Hauptstadt Cardiff (Caerdydd)
Staatsform Konstitutionell-parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.
Regierungschef Erster Minister Carwyn Jones
Fläche 20.761 km²
Einwohnerzahl 3.074.067 (2012)[1]
Bevölkerungsdichte 148 Einwohner pro km²
Währung Pfund Sterling, £, GBP
Nationalhymne Hen Wlad Fy Nhadau (Altes Land meiner Väter)
Zeitzone UTC +0, Sommerzeit: UTC +1
Internet-TLD .uk
Telefonvorwahl +44
Frankreich Guernsey Jersey Isle of Man Irland Wales Nordirland England SchottlandLage von Wales
Über dieses Bild
Lage von Wales

Wales (walisisch: Cymru anhören?/i, altkymrisch Cymry, aus *Kom-brogi „Landsleute“,[2] deutsch veraltet Walisien[3][4] oder Wallis,[5][6] lateinisch: Cambria) ist ein Teil des Vereinigten Königreichs. Die Hauptstadt von Wales ist Cardiff (walisisch: Caerdydd). Das Land wird zu den sechs keltischen Nationen gezählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte von Wales

Wales hat eine ausgeprägte Vorgeschichte, in der viele Megalithanlagen entstanden und Menhire aufgerichtet wurden. Bei Llyn Cerrig Bach auf Anglesey wurde das wichtigste eisenzeitliche Opferdepot Großbritanniens gefunden.

Die Römer errichteten im südlichen Teil des Landes eine Reihe von Kastellen, von denen das westlichste bei Carmarthen (Maridunum) lag. Bei Caerleon wurde ein Legionslager errichtet. Das dazugehörende Amphitheater zählt zu den am besten erhaltenen in ganz Großbritannien. Die Römer waren auch im Norden von Wales aktiv.

Wales wurde aufgrund des heftigen Widerstands der Bevölkerung und wegen des bergigen Terrains nie durch die Angelsachsen erobert und blieb so eine keltische Region. Der englische Landesname Wales stammt vom germanischen Wort welsch, das sich vom germanischen Wort walhisc ableitet, welches ursprünglich einen keltischen Stamm im südlichen Germanien, die Volken, bezeichnete. Viele germanische Stämme nannten die Kelten deshalb Walhisc („Welsche“). Allerdings entwickelte sich später die Tendenz, alle romanischsprachigen Volksgruppen auch als Welsche zu bezeichnen. Der Grund war wahrscheinlich, dass einige ursprünglich keltische Stämme in bestimmten Gebieten romanisiert wurden und sich heute, wie z.B. in Frankreich, die lateinische Sprache durchgesetzt hat. Aus dem gleichen Grund wird in der Deutschschweiz die Romandie, also der französischsprachige Teil der Schweiz, auch „Welschland“ oder „Welschschweiz“ genannt. Ebenso bezeichnen die Südtiroler die italienische Sprache als „Walsch“. Die Eigenbezeichnung des Landes durch die Waliser, Cymru oder Cymry, ist abgeleitet von *Kom-broges („die auf gemeinsamem Land wohnen“).[7]

Tanygrisiau, Gwynedd, Nordwales, mit den Moelwyn-Bergen im Hintergrund

Wales wurde schon vor England und Schottland christianisiert. Der Nationalheilige Sankt David unternahm im 6. Jahrhundert eine Pilgerreise nach Rom und diente nach seiner Rückkehr als Bischof. Zu dieser Zeit hatte die Christianisierung in England gerade erst begonnen. Die druidischen Bräuche, die sich bis heute erhalten haben sollen, sind meist eine Erfindung von Historikern des 19. Jahrhunderts.

Als die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer im Jahre 1066 England eroberten, machten sie um Wales vorerst einen weiten Bogen. Nur mit den Grenzgebieten und südlichen Ländern Wales' (Welsh Marches, Mark Wales im Osten, Walisische Mark, gegenüber dem zunächst nicht unterworfenen Rest-Fürstentum Wales im Westen) belehnte Wilhelm der Eroberer seine Gefolgsleute. Doch 1282 besiegte das normannische England unter Führung von Edward I. die Armee des letzten unabhängigen walisischen Fürsten Llywelyn ap Gruffydd. Der englische, später britische, Thronfolger trägt seit dieser Zeit den Titel Prince of Wales („Fürst von Wales“). Die Waliser gaben sich jedoch nicht geschlagen und revoltierten mehrmals. Der ernsthafteste Versuch war jener von Owain Glyndŵr, dessen Rebellengruppe im Jahre 1401 bei Pumlumon eine englische Armee besiegte. Er versuchte, die Unterstützung der Franzosen zu gewinnen, doch 1409 wurden seine Truppen vernichtend geschlagen.

Der auch „Gesetze zur Eingliederung von Wales 1535–1542“ genannte Act of Union (Vereinigungsgesetz) unterteilte Wales in dreizehn Grafschaften. Das englische Recht galt nun auch in Wales. Dies bedeutete, dass das Englische als Amtssprache eingeführt wurde, was die meisten Einheimischen von öffentlichen Ämtern fernhielt.

Wales wurde in der Neuzeit auf der Grundlage umfangreicher Kohlevorkommen stark industrialisiert. Die Mine von Penrhyn war Ende des 19. Jahrhunderts das größte von Menschenhand ausgehobene Loch im Erdboden. Die Zeit zwischen 1830 und 1850 war von Unruhen und Aufständen geprägt. 1831 wurde ein Aufstand in Merthyr Tydfil blutig niedergeschlagen. 1839 rebellierten Chartisten in der Region um Casnewydd bei Newport. Im selben Jahr sowie 1842 bis 1843 wurden von Vertretern der Landbevölkerung in Südwest-Wales mit Zentrum in Carmarthenshire die sogenannten Rebecca Riots durchgeführt, die die Abschaffung der Maut auf den neuen Turnpike Roads zur Folge hatten.[8] Für zusätzliche Spannungen sorgte 1847 die Publikation eines im Wesentlichen von anglikanischen Geistlichen erarbeiteten Parlamentsreports (Blue book), der die Bevölkerung von Wales als faul und moralisch schwach bezeichnete und die Schuld dafür der Zugehörigkeit zu nonkonformistischen Kirchen und der Nichtbeherrschung der englischen Sprache gab.[9] Wales wurde in den folgenden Jahrzehnten eine Hochburg der Gewerkschaften, des Syndikalismus und des Sozialismus. Von 1901 bis 1903 wurde die Mine von Penrhyn bestreikt, wobei gelegentliche Auseinandersetzungen nicht ausblieben. Wiederholt wurde in dieser Zeit auch das Militär eingesetzt, um Streiks niederzuschlagen. Bei einem Eisenbahnerstreik wurden 1911 zwei Arbeiter durch das Militär erschossen. Das erste Mitglied der Labour Party im Parlament, Keir Hardie, wurde 1900 für den walisischen Wahlkreis Merthyr Tydfil gewählt. In dieser Zeit prägte religiöser Nonkonformismus die walisische Gesellschaft.

Der walisische Nationalismus nahm im 20. Jahrhundert an Bedeutung zu. Die Partei Plaid Cymru, die 1966 ihren ersten Parlamentssitz erringen konnte, setzte sich für mehr Autonomie und die Wiederbelebung der walisischen Sprache ein. Größtenteils hierdurch wurde die Devolution zu einem Hauptanliegen der Labour Party, und 1998 wurde schließlich nach einem Referendum die Nationalversammlung von Wales konstituiert, die die Vollmacht über die öffentlichen Ausgaben innerhalb von Wales erhielt. Am 2. März 2006 wurde in Cardiff ein neues Parlamentsgebäude eröffnet.

Siehe auch: Geschichte Britanniens, Geschichte des Vereinigten Königreiches, Liste der walisischen Herrscher

Geographie[Bearbeiten]

Satellitenbild von Wales

Mit 20.779 km² ist Wales der kleinste Landesteil von Großbritannien. Wales liegt westlich von England. Im Norden grenzt Wales an die Irische See, im Westen an den St.-Georgs-Kanal und im Süden an den Bristolkanal. Die Küste wird durch Steilküsten und weitauslaufende Strände geprägt und ist über 1200 Kilometer lang. Das Landesinnere zeichnet sich durch das Kambrische Gebirge aus, das sich fast durch ganz Wales zieht.

Landschaften[Bearbeiten]

Wales ist durch weitläufige Wiesen, hügelige Landschaften, Moore und Gebirge geprägt. Große Bereiche von Wales sind Landschaftsschutzgebiete. Die höchsten Berge in Wales sind der Snowdon (Yr Wyddfa, 1085 m), der Aran Fawddwy (905 m) und der Cadair Idris (893 m), alle in Gwynedd gelegen. Zudem liegen in Wales drei Nationalparks:

Bedeutende Flüsse in Wales sind River Dee, River Clwyd und River Conwy, die in die Liverpool Bay im Norden von Wales münden, die nach Westen in die Irische See mündenden Flüsse Afon Glaslyn, Mawddach, Afon Ystwyth und River Teifi sowie Afon Tywi, Afon Tawe, River Neath, River Taff und River Wye, die in den Bristolkanal münden.

Klima[Bearbeiten]

Wales befindet sich in der nördlichen Gemäßigten Zone. Es hat ein wechselhaft maritimes Klima und ist eines der feuchtesten Länder Europas. Das Wetter von Wales ist oft bewölkt, nass und windig, mit warmen Sommern und milden Wintern. Die langen Sommertage und kurzen Wintertage lassen sich durch die nördlichen Breiten erklären.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Wegen seiner langen Küste beherbergt Wales eine Vielzahl von Seevögeln. Die Küsten und umliegenden Inseln sind die Heimat von Tölpeln, Papageitauchern, Dreizehenmöwen, Kormoranen und Tordalken. Das Land unterstützt auch Vögel, die im Hochland leben wie der Rabe oder Ringdrossel. Raubvögel, ein nationales Symbol der walisischen Tierwelt, sind ebenfalls in Wales zu finden, darunter die Merlin , Kornweihe und Rotmilan.

Die größten walisischen Säugetiere sind ausgestorben während der Normannenzeit. Zu den heutigen Säugetieren gehören vor allem Mäuse, Dachse, Otter, Igel und rund fünfzehn Fledermausarten.

Die zahlreichen Gewässer von Wales ziehen Meerestiere, darunter Riesenhaie, Kegelrobben, Lederschildkröten, Delfine, Schweinswale und vergleichsweise kleine Tiere wie Krabben oder Krebse an.

Bodenschätze[Bearbeiten]

Wales hat reiche Vorkommen an Kohle, Eisen, Kupfer, Kalk, Schiefer, Blei, Zinn, Zink und Silber. Die küstennahen Vorkommen an Kohle, Eisen und Kalk haben die Region im 18. und 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Schauplätze der Industriellen Revolution werden lassen.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die derzeitige Verwaltungsstruktur von Wales wurde am 1. April 1996 eingeführt und teilt Wales in 22 Unitary Authorities ein. Die Unitary Authorities sind Bezirke, die für alle lokalen Verwaltungsaufgaben zuständig sind. Es gibt keine mittlere Verwaltungsebene über ihnen, so dass man in Wales von einer „einstufigen Verwaltung“ spricht. Die 22 Unitary Authorities, auch Principal Area genannt, haben somit zwar alle den gleichen Verwaltungsstatus, führen jedoch aufgrund ihrer Geschichte bzw. ihrer Größe unterschiedliche Bezeichnungen, so führen neun den Titel County, zehn den Titel County Borough, eine den Titel City sowie zwei den Titel City and County.

Wo der englische Namen vom walisischen Namen abweicht, ist der walisische in der folgenden Liste in Klammern angegeben.

England Anglesey Flintshire Wrexham Denbighshire Conwy Gwynedd Ceredigion Pembrokeshire Carmarthenshire Swansea Neath Port Talbot Bridgend Rhondda Cynon Taf Merthyr Tydfil Blaenau Gwent Caerphilly Vale of Glamorgan Cardiff Newport Torfaen Monmouthshire PowysVerwaltungsgliederung von Wales
Über dieses Bild
  1. Merthyr Tydfil (Merthyr Tudful)
  2. Caerphilly (Caerffili)
  3. Blaenau Gwent
  4. Torfaen (Tor-faen)
  5. Monmouthshire (Sir Fynwy)
  6. Newport (Casnewydd)
  7. Cardiff (Caerdydd)
  8. Vale of Glamorgan (Bro Morgannwg)
  9. Bridgend (Pen-y-bont ar Ogwr)
  10. Rhondda Cynon Taf
  11. Neath Port Talbot (Castell-nedd Port Talbot)
  12. Swansea (Abertawe)
  13. Carmarthenshire (Sir Gaerfyrddin)
  14. Ceredigion
  15. Powys
  16. Wrexham (Wrecsam)
  17. Flintshire (Sir y Fflint)
  18. Denbighshire (Sir Ddinbych)
  19. Conwy
  20. Gwynedd
  21. Anglesey (Ynys Môn)
  22. Pembrokeshire (Sir Benfro)

Zu zeremoniellen Zwecken ist Wales außerdem in acht Preserved Counties eingeteilt, die weitgehend den acht Counties entsprechen, die in Wales zwischen 1974 und 1996 bestanden. Jede der 22 Unitary Authorities ist einem Preserved County zugeordnet.

Siehe auch:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Wales hatte bei der Volkszählung von 2001 insgesamt 2.903.085 Einwohner, davon waren 1.499.303 (52 Prozent) weiblich und 1.403.782 (48 Prozent) männlich. Gut drei Viertel von ihnen waren geborene Waliser, gut 20 Prozent in England geboren und jeweils weniger als ein Prozent der Bevölkerung stammten aus Schottland, Nordirland oder der Republik Irland. Die überwiegende Zahl von mehr als 95 Prozent stufte sich selbst ethnisch als „Britisch, weiß“ ein, 15 Prozent schrieben Walisisch auf das Formular, obwohl es diese Antwortmöglichkeit nicht gab. Alle Antworten, die auf asiatischen Ursprung schließen lassen (Chinesen, Pakistaner, Inder, oft British/Indian), bildeten zusammen 1,3 Prozent der Bewohner, alle anderen ethnischen Gruppen kamen auf weniger als 1 Prozent.

Religion[Bearbeiten]

Religionen in Wales 2011
Religion Prozent
Christentum
  
57,6 %
keine Religion
  
32,1 %
Islam
  
1,5 %
Andere Religionen
  
1,2 %
keine Angabe
  
7,6 %
Verteilung der Religionen (Zensus 2011)[10]

71,9 Prozent der Waliser bezeichneten sich bei der Volkszählung 2001 als Christen. Im Jahr 2011 war dieser Wert auf 58 % gefallen.[10] Wales hat kleine Anteile an Juden, Muslimen, Buddhisten, Hindus, Sikhs und Zeugen Jehovas, die allerdings jeweils maximal 1,5 % der Bevölkerung ausmachen, meist deutlich weniger. Unter den Christen sind traditionell die Nonkonformisten, also Anhänger von Freikirchen wie Baptisten, Kongregationalisten, Presbyterianern und Methodisten sehr stark vertreten. Die anglikanische Eglwys yng Nghymru/Church in Wales ist daher seit 1920 nicht mehr Staatskirche.

Sprache[Bearbeiten]

Kenntnisse der walisischen Sprache in Wales
Fähigkeiten Prozent
Walisisch in Wort und Schrift
  
14,6 %
Sprech- und Lesefähigkeit
  
1,5 %
Nur Sprechfähigkeit
  
2,7 %
Nur Hörverständnis
  
5,3 %
Andere Walisisch-Fähigkeiten
  
2,5 %
Keine Kenntnisse
  
73,3 %
Beherrschung des Walisischen nach dem Zensus 2011[11]

Die walisische Sprache ist für viele Waliser eine wichtige Quelle der regionalen Identität. Vor allem im Norden und Westen des Landes wird sie noch gesprochen; in Caernarfon in Gwynedd gaben 86 Prozent der Bevölkerung an, Walisisch fließend zu beherrschen, im Vergleich zu nur 8 Prozent der Bevölkerung von Chepstow im Südosten des Landes. Historisch gesehen ist das Walisische im Gefolge der Industriellen Revolution zu einer Minderheitensprache geworden. Beim Zensus von 1911 gaben erstmals weniger als die Hälfte der Waliser das Walisische als Muttersprache an.[12] Beim Zensus von 2011 gaben insgesamt 19 % der Bevölkerung an, Walisisch sprechen zu können. 14,6 % beherrschten das Walisische auch in Schriftform. 73,3 % der Waliser hatten keine Kenntnisse des Walisischen.[11]

Seit 1993 sind die englische und walisische Sprache formal gleichgestellt. Die Politik der Zweisprachigkeit äußert sich in der Praxis vor allem in zweisprachigen Orts- und Hinweisschildern. Aber auch in der Bildung, bis hin zum Universitätsstudium, und im Justizwesen kann die walisische Sprache benutzt werden.

Beispiel für Zweisprachigkeit: Recycling-Box in Cardiff

Siehe auch: Liste des Anteils der Walisischsprachigen nach Region

Bildung[Bearbeiten]

In Wales hat sich ein deutliches Bildungssystem entwickelt. Die formale Bildung vor dem 18. Jahrhundert war die Erhaltung der Elite. Doch in den 1730-er-Jahren startete Griffith Jones ein erfolgreiches Schulsystem. Er nahm daraus resultierend an, die Hälfte der Bevölkerung hätte Lesen gelernt. Im 19. Jahrhundert war Wales schließlich gezwungen, ein Bildungssystem aufzubauen, das alle Personen der Bevölkerung mit einbezieht. Im Jahr 2004 hatte das Land mehr als 500.000 SchülerInnen, die von rund 27.000 Lehrern unterrichtet wurden.

Kultur[Bearbeiten]

Wales ist von den Teilstaaten Großbritanniens am engsten mit England verbunden. Allerdings besitzt das Land eine eigene Kultur, die oftmals um eine Abgrenzung gegenüber England bemüht ist.
Das Land entwickelte eine eigene walisische Literatur aus der Dichter wie Dylan Thomas und Mihangel Morgan hervorgingen.
Siehe Walisische Triaden

Seit den 1980er-Jahren ist Wales eines der kreativen Zentren britischer Popmusik. Bands wie die Manic Street Preachers, Catatonia, die Super Furry Animals oder die Stereophonics konnten international Erfolge erzielen. Die international erfolgreichen Sänger Tom Jones, Shirley Bassey, Martin Ace (Man) und Bonnie Tyler sind ebenfalls gebürtige Waliser.

Sport[Bearbeiten]

Der Nationalsport Wales’ ist Rugby Union. Das Nationalstadion ist das zur Weltmeisterschaft 1999 neu errichtete Millennium Stadium in Cardiff mit 74.500 Plätzen, das bei Spielen der Roten Drachen, wie die Nationalmannschaft genannt wird, fast immer ausverkauft ist. Wales nimmt jährlich am Sechs-Nationen-Turnier, den Six Nations der besten europäischen Mannschaften und alle vier Jahre an der Weltmeisterschaft teil. Die höchste Liga ist die Pro12, in der neben den besten walisischen auch irische, schottische und italienische Mannschaften spielen. Sie wurde gegründet, um ein Gegengewicht zu den englischen und französischen Profiligen zu bilden.

Bekannte Waliser[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Dichter, Literaten[Bearbeiten]

Musiker[Bearbeiten]

Politiker[Bearbeiten]

Entdecker[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Teile von Wales wurden seit dem 18. Jahrhundert industrialisiert. Kohle, Kupfer, Eisen, Silber, Blei und Gold wurden in Wales ebenso wie Schiefer abgebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beherrschten Bergbau und Metallurgie die walisische Wirtschaft.

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte der 1980er war der Abbau und der Export von Kohle ein bedeutender Teil der walisischen Wirtschaft. Cardiff war einst der weltgrößte Ausfuhrhafen für Kohle.

Beginnend in den frühen 1970er Jahren sah sich die walisische Wirtschaft massiven Umstrukturierungen ausgesetzt, wobei eine große Zahl von Arbeitsplätzen in der traditionellen Schwerindustrie verschwand und durch neue in der Leichtindustrie und im Dienstleistungssektor ersetzt wurde. Während dieser Zeit konnte Wales einen überdurchschnittlichen Anteil an ausländischen Direktinvestitionen in Großbritannien anziehen. Jedoch bestand diese neue Industrie im Wesentlichen aus Zweigwerken, in denen häufig Massenfertigung mit gering qualifizierten Beschäftigten erfolgte.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Wales 2006 einen Index von 90,4 (EU-27 = 100).[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung von England und Wales am 30. Juni 2012 (ZIP; 832 kB)
  2. Bernhard Maier: Das Sagenbuch der walisischen Kelten. Die vier Zweige des Mabinogi. Dtv München, April 1999, ISBN 3-423-12628-0, S. 134, Anm. 44,19.
  3. Muttersprache in der Google-Buchsuche
  4. Europa ethnica in der Google-Buchsuche
  5. Brandraketen: ein Feuerwerk für Engländer, Volume 1: Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin von Wallis und Mrs. Fitzherbert in der Google-Buchsuche
  6. Geschichte des heutigen Europa vom fünften bis zum achtzehnten Jahrhunderte in der Google-Buchsuche
  7. Wolfgang Meid: Die Kelten. Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-017053-3, S. 77.
  8. John Davies: A History of Wales, London: Penguin, 1994, S. 366–367 und S. 377–382
  9. John Davies: A History of Wales, London: Penguin, 1994, S. 391–393
  10. a b Figure 1: Usual residents who stated their religion as Christian: Wales, England regions, 2001 and 2011, All usual residents. Office for National Statistics, abgerufen am 25. Januar 2014 (englisch).
  11. a b Statistical bulletin: 2011 Census: Key Statistics for Wales, March 2011: Table 4: Welsh language skills: Wales, 2001 and 2011, usual residents aged three and over. Office for National Statistics, abgerufen am 25. Januar 2014 (englisch).
  12. The Industrial Revolution. BBC waleshistory, abgerufen am 25. Januar 2014 (englisch).
  13. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Wales – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Wales – Reiseführer

52.349601944444-3.6378480555556Koordinaten: 52° N, 4° W