Ypern

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Ypern
Ieper wapen.svg Flag of Ypres.svg
Ypern (Westflandern)
Ypern
Ypern
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Westflandern
Bezirk Ypern
Koordinaten 50° 51′ N, 2° 53′ O50.8577777777782.8855555555556Koordinaten: 50° 51′ N, 2° 53′ O
Fläche 130,61 km²
Einwohner (Stand) 35.087 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 269 Einw./km²
Postleitzahl 8900, 8902, 8904, 8906, 8908
Vorwahl 057
Bürgermeister Luc Dehaene
Adresse der
Kommunalverwaltung
Stadhuis
Grote Markt 34
8900 IEPER
Webseite www.ieper.be

lblelslh

Ypern [ˈyːpɐn] (niederländisch: Ieper, französisch: Ypres, westflämisch: Yper) ist eine Stadt in der Provinz Westflandern der Flämischen Gemeinschaft in Belgien. Ypern hat 35.087 Einwohner (1. Januar 2012). Zu Ypern gehören die Orte Boezinge, Brielen, Dikkebus, Elverdinge, Hollebeke, Sint-Jan, Vlamertinge, Voormezele, Zillebeke und Zuidschote.

Geschichte[Bearbeiten]

Balduin II. der Kahle (879–918) befestigte das zur Grafschaft Flandern gehörende Ypern zur Abwehr gegen die Normannen. Ypern gehörte im späten Mittelalter mit Gent und Brügge zu den bedeutendsten Städten Flanderns. 1559 bis 1801 war Ypern Bischofssitz.

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) lag Ypern ab Herbst 1914 direkt an der Westfront.

Am 4. November 1914 ließ General Berthold Deimling ohne militärischen Grund und gegen die ausdrückliche Weisung seines Oberbefehlshabers Kronprinz Rupprecht von Bayern die berühmten mittelalterlichen Tuchhallen von Ypern in Schutt und Asche legen.

Ypern war stark umkämpft:

Geschütz im Museum In Flanders Fields
Diorama mit britischen Soldaten im Museum In Flanders Fields

Deutsche Truppen versuchten mehrmals, die Stadt einzunehmen; dabei wurden sie (November 1914 und April 1915) zurückgeschlagen. Am 22. April 1915 setzten deutsche Truppen zum ersten Mal Chlorgas ein.

Am 12. Juli 1917 testeten deutsche Truppen – wieder bei Ypern – erstmals Senfgas. Es wurde von vielen Soldaten auch Yperit genannt.[1] „Yperit“ ist in Frankreich bis heute auch ein Synonym für „Giftgas“.

Die Stadt wurde bis zum Ende des „Großen Krieges” von den Alliierten gehalten; bei Ypern kämpften vor allem Soldaten aus dem Britischen Empire. Nach dem Krieg wurde die stark zerstörte Stadt teils originalgetreu, teils frei historisierend wieder aufgebaut. Historisches Bewusstsein und Erinnerungen haben seitdem viel Platz in der Geschichtsschreibung und Kultur der Stadt. In der Umgebung von Ypern befinden sich zahlreiche Soldatenfriedhöfe. Ypern selbst ist von einem gigantischen Höhlennetz durchzogen, das im Ersten Weltkrieg von Arbeitern angelegt und erst 2009 wiederentdeckt wurde.[2]

Zweiter Weltkrieg: 18 Tage nach dem Beginn des Westfeldzuges der Wehrmacht kapitulierte Belgien (am 28. Mai 1940); einen Tag später marschierten deutsche Truppen kampflos in Ypern ein (und auch in anderen Orten wie z. B. Ostende).[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt lebt vom Handel und vom Tourismus. Zudem haben sich kleine und mittlere Industrieunternehmen in Ypern angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • Nach Ypern wurde die unterste geologische Stufe des Eozäns, das Ypresium, benannt.
  • Da Senfgas zum ersten mal in Ypern eingesetzt wurde, erhielt der Kampfstoff den Namen Yperit.
  • Die kanadische Metal-Band Woods of Ypres nennt in ihrem Bandnamen Ypern, weil hier im Ersten Weltkrieg kanadische Soldaten kämpften.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ypern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R. Hanslian: Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915. Eine kriegsgeschichtliche Studie. Berlin: Verlag Gasschutz und Luftschutz, 1934
  2. spiegel.de 17. Februar 2009: Entdeckung in Ypern: In der Tunnelstadt der Weltkriegssoldaten
  3. Kriegstagebuch
  4. www.stgeorgesmemorialchurchypres.com Sie liegt nahe der Kathedrale (Ecke Elverdinghse Straat). Architekt: Reginald Blomfield