Heringe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heringe
Atlantischer Hering (Clupea harengus)

Atlantischer Hering (Clupea harengus)

Systematik
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Otomorpha
Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
Unterordnung: Clupeoidei
Familie: Heringe
Wissenschaftlicher Name
Clupeidae
Cuvier, 1817

Die Heringe (Clupeidae) sind eine Familie der Echten Knochenfische (Teleostei), die fast weltweit in allen Ozeanen zwischen 70° Nördlicher Breite und 60° Südlicher Breite, vor allem aber in den Tropen vorkommt. Etwa 57 Arten, wie zum Beispiel der einheimische Maifisch (Alosa alosa) oder die Tanganjikasee-Sardine (Limnothrissa miodon), leben in Süßgewässern. Vor allem die Arten des Kaspischen Meeres sind anadrome Wanderfische und wechseln zwischen Süß- und Brackwasser. Bekannteste Arten sind der Atlantische Hering (Clupea harengus), der namengebend für die Familie ist, sowie die Sardine (Sardina pilchardus).

Merkmale[Bearbeiten]

Die verschiedenen Heringsarten werden drei bis 76 Zentimeter lang, die meisten bleiben unter 25 Zentimeter. Ihr Körper ist im Allgemeinen spindelförmig und langgestreckt, manchmal auch hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Das Maul ist normalerweise endständig, bei einigen Arten auch leicht oberständig, in der Unterfamilie Dorosomatinae unterständig. Zähne sind klein oder fehlen. Der Körper ist normalerweise beschuppt, der Unterfamilie Dussumieriinae fehlen die Körperschuppen mit Ausnahme einer einzelnen Beckenschuppe. Die meisten Arten verfügen über zwei lange, stabfömige Postcleithraknochen (Knochen des Schultergürtels). Die Anzahl der Wirbel liegt normalerweise bei 37 bis 59, die der Schuppen in einer Längsreihe bei 40 bis 50. Für gewöhnlich zählt man fünf bis zehn Branchiostegalstrahlen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Heringe sind meist obligate, Plankton fressende Schwarmfische, die ohne Kontakt zum Schwarm orientierungslos und panisch reagieren. Sie leben küstennah und nahe der Oberfläche im freien Wasser (Pelagial) .

Systematik[Bearbeiten]

Atlantischer Menhaden (Brevoortia tyrannus)

Die Heringe werden in drei Unterfamilien unterteilt. Neben den eigentlichen Heringen (Clupeinae), deren Gattungen und Arten im folgenden gelistet werden, sind das die Alosinae, die Fadenflossigen Alsen (Dorosomatinae) und die Pellonulinae zu der auch die fossile Gattung Knightia gehört. Nelson zählt auch die Sundasalanginae (bei Fishbase eine eigenständige Familie) zu den Heringen, eine Einordnung, die auch durch eine kladistische Analyse der Heringsartigen gestützt wird.[1]

Pazifischer Hering (Clupea pallasii)

Gattungen und Arten der Clupeinae bzw. früher bei den Dussumieriinae eingeordnete Taxa:

Bedeutung für die Ernährung[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, New York 2006, ISBN 0-471-25031-7.
  • Peter J. P. Whitehead: Clupeoid fishes of the world (Suborder Clupeoidei). An annotated and illustrated catalogue of the herrings, sardines, pilchards, sprats, shads, anchovies, and wolf-herrings. Part 1. Chirocentridae, Clupeidae and Pristigasteridae. FAO Species Catalogue for Fishery Purposes. No. 7. FAO Rom 2005. (PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chenhong Li, Guillermo Ortí: Molecular phylogeny of Clupeiformes (Actinopterygii) inferred from nuclear and mitochondrial DNA sequences. Molecular Phylogenetics and Evolution 44 (2007) 386–398

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heringe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien