Robert Zemeckis

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Robert Zemeckis (2010)

Robert Lee Zemeckis [ziːˈmekɪs] (* 14. Mai 1952[1] in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Filmproduzent. Seine Regiearbeit an Forrest Gump verschaffte ihm 1995 einen Oscar.[2]

Leben[Bearbeiten]

Zemeckis wurde in Chicago als Sohn eines litauisch-amerikanischen Vaters und einer italo-amerikanischen[3] Mutter geboren und wuchs in einer katholischen Arbeiterfamilie auf.

Bereits als Kind liebte Zemeckis Film und Fernsehen und war von der 8-mm-Filmkamera seines Vaters begeistert. Nachdem er damit bereits Familienfeste und Urlaubserlebnisse gefilmt hatte, begann er, kleine Dokumentarfilme mit Freunden zu drehen, in denen er auch Spezialeffekte einzubauen versuchte. Der Film Bonnie and Clyde faszinierte ihn dermaßen, dass er beschloss, eine Filmschule zu besuchen.

Zemeckis opferte eigenen Aussagen zufolge viel Lebenszeit, nur um im Film Karriere zu machen. "Mit 44 Jahren gewann ich einen Academy Award, aber ich bezahlte dafür mit meiner Lebenszeit der 20er. Diese Dekade meines Lebens von der Filmschule bis 30 war nichts als Arbeit, nichts als absolutes, getriebenes Arbeiten. Ich hatte kein Geld und kein Leben."[4]

1980 heiratete Zemeckis die Schauspielerin Mary Ellen Trainor, mit der er einen Sohn namens Alexander hat. Diese Beziehung stand immer im Spannungsverhältnis mit seinem filmischen Schaffen[4] und endete 2000 mit Scheidung. 2001 heiratete er die Schauspielerin Leslie Harter.

Politisch betätigte sich Zemeckis wiederholt als Wahlkampfsponsor für die Demokratische Partei.[5]

Werk[Bearbeiten]

Zemeckis’ erster großer Erfolg war die Trilogie Zurück in die Zukunft Ende der 1980er-Jahre, für die er das Drehbuch schrieb (zusammen mit Bob Gale) und auch Regie führte. Er erhielt 1995 den „Oscar“ in der Kategorie „Beste Regie“ in dem Film Forrest Gump mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Er führte auch Regie bei Falsches Spiel mit Roger Rabbit, Contact und Cast Away – Verschollen (erneute Zusammenarbeit mit Hanks).

Robert Zemeckis hat bis jetzt acht Filme mit einem Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten geschaffen. Er gehört zu den treuesten Weggefährten Steven Spielbergs. Spielberg produzierte fast alle seine Filme, und Robert Zemeckis schrieb auch das Drehbuch für den Steven-Spielberg-Film 1941 – Wo bitte geht's nach Hollywood.

Robert Zemeckis gründete 1998 mit Steve Starkey und Jack Rapke die Produktionsfirma ImageMovers, welche jedoch 2007 geschlossen und nach einiger Zeit von der Walt Disney Company als "ImageMovers Digital" wieder eröffnet wurde. Zudem gründete er zusammen mit Joel Silver und Gilbert Adler die auf Horrorfilme spezialisierte Produktionsfirma Dark Castle Entertainment.

Zemeckis’ Film Der Polarexpress wurde per Motion Capture komplett computeranimiert hergestellt und stellt die dritte Zusammenarbeit mit Tom Hanks dar. Nach Die Legende von Beowulf entstammt Charles DickensDisneys Eine Weihnachtsgeschichte ebenfalls reiner Computerarbeit mit gleicher Technik. In diesem seinem jüngsten Werk fungierte Jim Carrey als menschliches Vorbild für die künstlich generierte Computerfigur.[6]

Seit Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten sind die Regiearbeiten von Robert Zemeckis durch die Filmmusik des Komponisten Alan Silvestri geprägt (Ausnahme: Drei Wege in den Tod). 2012 drehte er mit seiner Frau Leslie Zemeckis die Dokumentationen "Bound by Flesh" über die Siamesischen Zwillinge Daisy und Violet Hilton.[7]

Auszeichnung[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

Produzent[Bearbeiten]

Drehbuchautor[Bearbeiten]

Serien[Bearbeiten]

  • 1976: Kolchak: The Night Stalker
  • 1986: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories: Go to the Head of the Class)
  • 1989: Geschichten aus der Gruft

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Geburtsjahr 1952 nennen zum Beispiel prisma-online, whoswho.de, nndb.com und bttf.com. Zahlreiche Quellen geben aber 1951 als Geburtsjahr an, darunter Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, spielfilm.de, hollywood.com und IMDb.
  2. Quelle zum Beleg des Oscar-Sieges für Forrest Gump [1].
  3. Deborah J. Kunk: THE MAN WHO FRAMED ROGER RABBIT, St. Paul Pioneer Press. 26. Juni 1988. Abgerufen am 10. Dezember 2007. 
  4. a b Robert Zemeckis Interview. Academy of Achievement: A Museum of Living History, 1996-06-29. Abgerufen am 22. Januar 2007.
  5. Robert Zemeckis. Newsmeat.
  6. empireonline.com: Exclusive: Carrey Making Christmas Carol, 4. Juli 2007
  7. Leslie and Robert Zemeckis Shooting Documentary on Freaks Stars Daisy and Violet Hilton - Bound by Flesh, Zugriff am 15. April 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Zemeckis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien