Pohnpei

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Dieser Artikel behandelt die Insel Pohnpei. Zum gleichnamigen Bundesstaat der Föderierten Staaten von Mikronesien siehe Pohnpei (Bundesstaat).
Pohnpei (Ponape)
Blick auf den Ort Kolonia
Blick auf den Ort Kolonia
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Senjawin-Inseln, Karolinen
Geographische Lage 6° 51′ N, 158° 13′ O6.85158.21666666667Koordinaten: 6° 51′ N, 158° 13′ O
Pohnpei (Ponape) (Föderierte Staaten von Mikronesien)
Pohnpei (Ponape)
Anzahl der Inseln 25
Hauptinsel Pohnpei
Länge 23 km
Landfläche 334,21 km²
Lagunenfläche 178,41 km²
Höchste Erhebung Nanlaud
782 m
Einwohner 32000
Karte von Pohnpei
Karte von Pohnpei

Die Insel Pohnpei (bis 1990 Ponape, früher auch: Ascension Island) ist die Hauptinsel des zu den Föderierten Staaten von Mikronesien gehörenden Bundesstaates Pohnpei, zu dem weitere 162 kleinere Inseln und Atolle gehören.

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel Pohnpei gehört zu den Senjawin-Inseln, welche wiederum zum Archipel der Karolinen im westlichen Pazifik zählen. Die Landfläche einschließlich Nebeninseln beträgt 334 km². Das umlaufende Saumriff schließt eine Lagunenfläche von 178 km² ein.

Pohnpei ist die größte Insel der Föderierten Staaten von Mikronesien und gliedert sich in verschiedene Landschaften: Die Küste besteht überwiegend aus Mangroven-Wäldern, an welche sich grasbedeckte Ebenen anschließen. Das Hochland ist bewaldet.

Auf Pohnpei liegt Palikir, die neue Hauptstadt der Föderierten Staaten von Mikronesien. Größte Stadt, Wirtschaftszentrum und Standort des Flughafens der Insel ist Kolonia, die Hauptstadt des Bundesstaates Pohnpei.

Im Bergland im Inneren von Pohnpeh wurden Regenfälle von bis zu 7.600 mm pro Jahr gemessen. Die Insel ist damit einer der regenreichsten Plätze auf der Erde.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruinen von Nan Madol
Das alte spanische Fort auf Ponape, Aufnahme um 1910
Blick auf die Bucht und Berge von Ponape um 1910

Pohnpei wurde wahrscheinlich im 1. Jahrtausend v. Chr. von Polynesien aus besiedelt.

Auf der Insel existierte in vorkolonialer Zeit eine hochentwickelte Kultur, von deren Leistungen die Ruinen von Nan Madol zeugen. Die aktive Periode dieser Kultur ist wissenschaftlich umstritten und wird zwischen dem Jahr 200 v. Chr. und dem Jahr 1200 n. Chr. datiert.

Seit dem 16. Jahrhundert war Pohnpei offiziell im Besitz Spaniens. Mit dem Deutsch-Spanischen Vertrag von 1899 wurde die Insel durch Verkauf deutsche Kolonie. Zu dieser Zeit lebten ungefähr 3000 Menschen in fünf „Staaten“: Not, Sokehs, U, Kiti und Metalanim. Am 18. Oktober 1910 begann der Aufstand der Sokehs, der am 22. Februar 1912 beendet war. Am 24. Februar wurden einige der Sokehs hingerichtet, nachdem sie vorher an einem Gottesdienst teilnahmen und die Beichte ablegen durften. Ein Teil des Stammes wurde auf andere deutsche Südseeinseln verbannt und dort zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die Verbannten kehrten erst nach Ankunft der Japaner nach Ponape zurück.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Insel von Japan besetzt. Pohnpei wurde im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkrieges von den US-Streitkräften nicht direkt angegriffen („Island Hopping“). Des Öfteren wurden aber japanische Stellungen bombardiert oder beschossen.

Nach Kriegsende wurde Pohnpei Teil des Treuhandgebietes Pazifische Inseln der USA.

Am 10. Mai 1979 ratifizierte Pohnpei die Verfassung der Föderierten Staaten von Mikronesien und wurde mit der offiziellen Unabhängigkeit am 3. November 1986 integraler Bestandteil dieser neuen Nation.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft Pohnpeis ist vom Tourismus geprägt. Ebenso spielt der Anbau landwirtschaftlicher Erzeugnisse für den Export ein gewisse Rolle. Es wird jetzt auch versucht, mit Fangrechten für Thunfisch Geld zu verdienen.

Verschiedene Einrichtungen der föderalen Regierung sind der größte Arbeitgeber.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Christmann: Der Aufstand auf Ponape (1910/11). Bemerkungen zur deutschen Kolonialpolitik in der Südsee; in: Wilfried Wagner (Hrsg.): Strukturwandel im Pazifischen Raum. Referate der Jahrestagung des Arbeitskreises Pazifik vom 9.–11. September 1987 in Bremen; Bremen: Übersee-Museum Bremen, 1988; ISBN 3-88299-049-X; S. 301–320.
  • Georg Fritz: Ad majorem Dei gloriam! Die Vorgeschichte des Aufstandes von 1910/11 in Ponape; Leipzig: Dieterich, 1912
  • Thomas Morlang: Rebellion in der Südsee. Der Aufstand in Ponape gegen die deutschen Kolonialherren 1910/1911, Christoph Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-604-8.
  • Erich Kaiser: Beiträge zur Petrographie und Geologie der Deutschen Südsee-Inseln. In: Jahrbuch der Königlich Preussischen Geologischen Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin für das Jahr 1903. Band XXIV, Berlin 1907, S. 110–112. pdf

Weblinks[Bearbeiten]

Karte[Bearbeiten]

Pohnpei (Karte)