Helli Stehle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Helene «Helli» Louise Stehle[1] (* 6. Dezember 1907 in Basel; † 27. August 2017[1] ebenda[2]) war eine Schweizer Schauspielerin und Radiomoderatorin. Sie war ab 1939 die erste weibliche Nachrichtensprecherin der Schweiz.[3]

Leben und Karriere

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stehle wuchs in Basel auf und liess sich in den 1920er-Jahren am Konservatorium Basel bei Oskar Wälterlin, Lucie Lissl und Rosalia Chladek als Schauspielerin ausbilden.[3] Anschliessend spielte sie 1929–1932 am Stadttheater Basel. Ab den späten 1920er-Jahren, spätestens ab 1928, arbeitete sie beim Radiostudio Basel des Schweizer Landessenders Beromünster.[3] Zuerst war Stehle bei der Hörspielgruppe des Studio Basel tätig, wo sie Gedichte rezitierte oder bei Hörspielen mitwirkte. Daneben versuchte Stehle als Schauspielerin auch an deutschen Bühnen Fuss zu fassen.[4]

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Stehle fest beim Radiostudio Basel engagiert und wirkte in den Kriegsjahren als erste weibliche Ansagerin und Nachrichtensprecherin, da ihre männlichen Kollegen in den Aktivdienst eingezogen wurden.[5] Nach dem Krieg blieb Stehle als Ansagerin beim Radio und wurde schliesslich zur Chefsprecherin befördert.[6] In dieser Funktion bildete Stehle auch junge Nachrichtensprecher aus.[5] Zudem wirkte sie bei verschiedenen Radiohörspielen mit und führte bei einigen auch Regie. Daneben war Stehle auch immer wieder als Schauspielerin zu sehen, so beispielsweise 1966 mit Heinrich Gretler in De Tod uf em Oepfelbaum.[7] 1967 liess sie sich pensionieren.[4]

Stehle engagierte sich zeitlebens für den Basler Dialekt und den schweizerdeutschen Dialekt allgemein.[5] Stehle war bei ihrem Tod im Alter von 109 Jahren die älteste lebende Schweizerin.[8][9]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Todesanzeigen. In: stadtgaertnerei.bs.ch, abgerufen am 30. August 2017.
  2. Radiopionierin Helli Stehle mit 109 Jahren gestorben. Auf: srf.ch vom 28. August 2017
  3. a b c Thomas Blubacher: Helli Stehle. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 3, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1738 f.
  4. a b Erste Radiosprecherin der Schweiz feiert ihren 100. Geburtstag. Männerbastion während Aktivdienst gestürmt. Neue Zürcher Zeitung. 4. Dezember 2007, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  5. a b c Edith Lier: Augenzeuge Helene Stehle «Wie ein Geier wachte ich über die Aussprache meiner Kollegen». (Memento des Originals vom 22. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.beobachter.ch Beobachter. 6. Februar 2008, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  6. Muriel Mercier: 108. Geburtstag. Helene Stehle, älteste Baslerin und Pionierin beim Radio Beromünster. Basellandschaftliche Zeitung. 5. Dezember 2015, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  7. Helli Stehle bei IMDb
  8. Countries Data. (Memento des Originals vom 29. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/z3.invisionfree.com The 110 Club. 19. Dezember 2015, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  9. Countries Data. The 110 Club, 10. Mai 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. August 2017; abgerufen am 8. Juni 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/z3.invisionfree.com