Iodsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Struktur von Iodsäure
Allgemeines
Name Iodsäure
Andere Namen
  • Jodsäure
  • Iod(V)-säure
Summenformel HIO3
Kurzbeschreibung

farblose, rhombische, piezoelektrische Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7782-68-5
EG-Nummer 231-962-1
ECHA-InfoCard 100.029.056
PubChem 24345
Wikidata Q408822
Eigenschaften
Molare Masse 175,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

4,63 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

110 °C (Zersetzung)[3]

pKS-Wert

0,804[4]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​314
P: 210​‐​221​‐​280​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​310[3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Iodsäure, auch Jodsäure, ist eine Halogensauerstoffsäure, wie Chlorsäure und Bromsäure. Sie ist die einzige der Halogen(V)-säuren des Typs HXO3, die sich wasserfrei isolieren lässt.

Iodsäure wird durch Oxidation von Iod mit starken Oxidationsmitteln wie Salpetersäure (HNO3), Chlor, Chlorsäure oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gewonnen:[5]

Die entstehende Salzsäure muss aus dem Gleichgewicht entfernt werden, da sie die Iodsäure wegen der Rückreaktion reduzieren und das Gleichgewicht auf die linke Seite verschieben würde. Dies kann beispielsweise mit Quecksilber(II)-oxid (HgO) erreicht werden.

Zuchtkristall aus Iodsäure, ausgestellt im GeoMuseum Köln

Nach dem VSEPR-Modell ist Iodsäure trigonal pyramidal aufgebaut. Iodsäure bildet durchsichtige, farblose, rhombische Kristalle, die sich in Wasser sehr leicht lösen. Der Stoff ist eine mittelstarke Säure mit dem pKs-Wert 0,804 und wirkt stark oxidierend. Iodsäure ist polymorph. Neben der thermodynamisch stabilen, nichtzentrosymmetrischen α-Form existiert auch eine metastabile, zentrosymmetrische γ-Form.[6]

Iodate sind die Salze der Iodsäure der allgemeinen Formel M(IO3)n (M=Metall, n=abhängig von der Wertigkeit des Metalls). Sie sind beständiger als Chlorate und Bromate, aber wie diese starke Oxidationsmittel. Aus Iodaten kann man Iodsäure durch Reaktion mit Schwefelsäure freisetzen.

Sicherheitshinweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iodsäure und Iodate sind sehr starke Oxidationsmittel und können mit reduzierenden Stoffen wie Schwefel, Metallpulver oder organischen Substanzen explosionsartig reagieren.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b c Eintrag zu Iodsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 14. Juli 2014.
  2. Datenblatt Iodsäure bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 11. März 2022 (PDF).
  3. a b c d Eintrag zu Iodsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2020. (JavaScript erforderlich)
  4. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  5. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., Band 1, Academic Press 1963, S. 316–8.
  6. A. Fischer, M. Lindsjö: γ-HIO3 – a metastable, centrosymmetric polymorph of iodic acid. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 631(9), 2005, S. 1574–1576, doi:10.1002/zaac.200500099.