Lucrezia Donati

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Der Ausschnitt zeigt das Porträt einer jungen Frau in einem prächtigen roten Kleid. Die Frau hat den Kopf nach links geneigt und schaut am Betrachter vorbei.
Detail des Gemäldes Fortezza (Tapferkeit) von Sandro Botticelli. Es wird vermutet, dass das Gemälde von Lucrezia inspiriert wurde.

Lucrezia Donati (* 1447 in Florenz; † 1501 ebenda) war eine italienische Adelige und platonische Liebe von Lorenzo de’ Medici (1449–1492), dem Stadtherren von Florenz.

Das Bild zeigt eine Häuserfront an einer Straße in der Innenstadt.
Palazzo Donati in Florenz

Lucrezia Donati stammte aus der Patrizierfamilie Donati, die vor allem im 13. Jahrhundert große politische Bedeutung für den Stadtstaat Florenz innehatte. Sie war die jüngste Tochter von Manno Donati und seiner zweiten Frau Caterina Bardi. Da Lucrezias Vater aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage bis zu ihrem elften Lebensjahr noch keine Mitgift für sie aussetzen konnte, verminderten sich ihre Heiratschancen. 1462 wurde jedoch ein Heiratsvertrag zwischen Manno Donati und dem Kaufmann Niccolò Ardinghelli geschlossen. Für Ardinghelli war es schwierig, in seiner Heimatstadt Florenz eine Frau zu finden, weil er in der Verbannung lebte. Nach dem Vertragsschluss verließ er Italien und kehrte erst 1465 zurück, um Lucrezia zu heiraten. Sein Bann wurde 1466 aufgehoben, sodass er sich anschließend häufiger in Florenz aufhielt, aber weiterhin häufig geschäftlich in den Orient reiste. Das Paar bekam einen Sohn, Piero. Lucrezias Ehemann starb 1496 im Exil. Lucrezia Donati starb fünf Jahre später und wurde in der Kapelle der Familie Ardinghelli in der Pfarrkirche Santa Trinita in Florenz beigesetzt.[1]

Bekannt wurde Lucrezia Donati, die als eines der schönsten Mädchen von Florenz galt, weil sich Lorenzo de’ Medici Anfang der 1460er Jahre in sie verliebte. Da Lucrezia jedoch bereits vergeben war, kam eine Heirat nicht in Frage und die Beziehung blieb platonisch. Lucrezia war jedoch Lorenzos Muse. Er widmete ihr viele Liebesverse, verfasst im Stil des Dolce stil novo des 13. und 14. Jahrhunderts, die er in einem Canzoniere (Liederbuch) zusammenstellte.[2] Auch nach ihrer Hochzeit machte Lorenzo ihr weiter den Hof. Während des Karnevals 1466 und 1467 richtete er jeweils einen großen Ball für sie aus. 1469 trug er kurz nach seiner Hochzeit mit Clarice Orsini (1453–1488) bei einem öffentlichen Turnier einen Veilchenkranz, den ihm Lucrezia drei Jahre zuvor als Zeichen ihrer Liebe geflochten hatte, an seinem Helm.[3]

Darstellung in der Kunst

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Das Foto zeigt eine Marmorbüste. Diese stellt den Oberkörper einer Frau dar, die ihre Hände vor dem Körper leicht verschränkt hält. Mit der linken Hand hält sie einen kleinen Blumenstrauß vor ihrer Brust.
Andrea del Verrocchio, Dame mit Blumenstrauß, um 1475
  • Die spanische Literaturwissenschaftlerin und Gartenkünstlerin Emanuela Kretzulesco-Quaranta vertritt die Auffassung, der Inhalt des Romans Hypnerotomachia Poliphili sei von der unglücklichen Liebe Lorenzos zu Lucrezia Donati inspiriert worden.[7]
  • In Kathleen McGowans Roman Das Magdalena-Vermächtnis (Original: The Poet Prince), der sich um Lorenzo de’ Medici dreht, spielt Lucrezia Donati eine wichtige Rolle. Im Buch bleibt die Beziehung zwischen Lucrezia und Lorenzo nicht platonisch, sondern das Paar heiratet heimlich.[8]
  • Petra Buß: Lorenzo de’ Medici – Canzoniere – Die Sonette LXXXIV und LXXXVII. GRIN Verlag, 2007, ISBN 978-3-638-64719-9.
Commons: Lucrezia Donati – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Ingeborg Walter: Der Prächtige: Lorenzo de’ Medici und seine Zeit. C. H. Beck, 2009, ISBN 978-3-406-58273-8, S. 73–80.
  2. Lucrezia Donati, la musa del Magnifico. Abgerufen am 20. Dezember 2021 (italienisch).
  3. Ingeborg Walter, Roberto Zapperi: Das Bildnis der Geliebten. C. H. Beck, 2007, ISBN 978-3-406-55502-2, S. 27–36.
  4. Andrew Butterfield, Andrea Del Verrocchio: The Sculptures of Andrea Del Verrocchio. Yale University Press, 1997, S. 217–218 (englisch, google.de).
  5. Andrea del Verrocchio: A Closer Look. In: National Gallery of Art. Abgerufen am 21. Dezember 2021 (englisch).
  6. Kathleen McGowan: Das Magdalena-Vermächtnis. Bastei Lübbe, 2011, ISBN 978-3-7857-2415-6.
  7. Emanuela Kretzulesco Quaranta: Les Jardins du Songe. „Poliphile“ et la Mystique de la Renaissance. Les Belles Lettres, Paris 1986, ISBN 2-251-34480-2
  8. The Poet Prince: Book III of the Magdalene Line. In: publishersweekly.com. Abgerufen am 21. Dezember 2021 (englisch).