Prachtkäfer

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Prachtkäfer

Prachtkäfer aus Kerremans Ch. 1903, in Wytsman P. - Genera Insectorum XII.V.

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Elateriformia
Überfamilie: Buprestoidea
Familie: Prachtkäfer
Wissenschaftlicher Name
Buprestidae
Leach, 1815
Blauer Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyanea)
Fraßbild der Larven von Agrilus planipennis
Puppen von Agrilus planipennis
Florentiner Prachtkäfer (Coraebus florentinus)
Ungarischer Prachtkäfer (Anthaxia hungarica)
Grünglänzender Glanz-Prachtkäfer (Eurythyrea austriaca)
Hiperantha testacea

Prachtkäfer (Buprestidae) bilden eine besonders in den Tropen verbreitete Familie von Käfern. Mit ca. 15.000 Arten und 450 Gattungen stellen sie eine der acht größten Käferfamilien dar.

Prachtkäfer sind 2 bis 80 Millimeter lang und weisen oft einen bunten, metallischen Glanz auf. Der Kopf ist tief in den Halsschild zurückgezogen, die Augen sind relativ groß, die Fühler kurz und gedrungen. Sie ähneln der Körperform nach den Schnellkäfern (Elateridae), ihnen fehlt aber der für diese typische Sprungapparat. Wegen ihres schillernd bunten Aussehens sind die Prachtkäfer begehrte Objekte für Insektensammlungen. Die meisten Arten enthalten in ihrer Hämolymphe den Bitterstoff Buprestin (eine Serie von Acylglucosiden) gegen Fressfeinde.

Die Entstehungsgeschichte der Prachtkäfer geht sehr weit zurück. Es sind Fossilien aus der Trias bekannt. Eine Vielzahl der Arten ist wärmeliebend. Deswegen sind sie in Mitteleuropa mit nur ca. 100 Arten vertreten und leben vor allem in wärmebegünstigten Regionen und Habitaten. Ein großer Anteil der in unseren Breiten heimischen Arten ist bereits ausgestorben oder in seinem Bestand stark gefährdet. Dies liegt nicht nur an der Zerstörung ihrer Lebensräume, sondern z. B. auch an ihrer Beliebtheit bei Sammlern, an Massensterben durch Anlockung zu inadäquaten Reizquellen u. Ä.

Sowohl Larven als auch Imagines sind phytophag (pflanzenfressend). Sie ernähren sich vom Holz, der Rinde oder den Blättern ihrer Wirtspflanzen. Die Larven bohren geschlängelte, sich verbreiternde Gänge, die mit dem Bohrmehl ausgefüllt sind. Sie haben einen im Verhältnis zum schmalen und langen beinlosen Körper sehr großen Kopf, wobei dies eigentlich der stark verbreiterte Prothorax ist, an dem der kleine Kopf vorne anhängt.

Die Käfer ernähren sich von Pollen, Blütenblättern (vor allem von gelben Blüten) und Blattwerk bzw. von Nadeln. Einige Arten gelten wegen ihrer zerstörerischen Wirkung auf Bäume und Pflanzen als Schädlinge.

Die Prachtkäfer haben eine komplizierte Familienstruktur mit mehreren Unterfamilien und zahlreichen Gattungen, was die unterschiedliche selbständige Entwicklung verdeutlicht. Die artenreichsten Gattungen der Familie der Prachtkäfer sind Agrilus (mit ca. 3000 Arten zugleich die größte Gattung im Tierreich) und Chrysobothris, die weltumspannend zu finden sind, Anthaxia und Acmaeodera, die überall außer in Australien vorkommen, und Sphenoptera, die mit mehr als 1100 Arten in der Paläarktis, im tropischen Afrika und im Orient lebt.

Taxonomie und Arten (Auswahl)

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Präparat von Sternocera hildebrandti
Fossiler Prachtkäfer
  • Svatopulk Bílý: Summary of the bionomy of the Buprestid beetles of Central Europe (Coleoptera: Buprestidae). in: Acta entomologica Musei Nationalis Pragae. Supplementum. Bd. 10. Národní Muzeum, Prag 2002.
  • C. L. Bellamy: An illustrated Summary of the Higher Classification of the Superfamily Buprestoidea (Coleoptera). in: Folia Heyrovskyana. Suppl. Bd. 10. Praha 2003.
  • Manfred Niehuis: Die Prachtkäfer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz, Landau 2004. ISBN 3-937783-04-0
  • Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung, Jarmila Hoberlandtova, Ivan Zpevak: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985. ISBN 3-490-27118-1
  • Fritz Brechtel, Hans Kostenbader (Hrsg.): Die Pracht- und Hirschkäfer Baden-Württembergs. Ulmer, Stuttgart 2002. ISBN 3-8001-3526-4
Commons: Prachtkäfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien