Raitenhaslach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Raitenhaslach
Wappen von Raitenhaslach
Koordinaten: 48° 8′ N, 12° 47′ OKoordinaten: 48° 7′ 45″ N, 12° 47′ 11″ O
Höhe: 428 m
Einwohner: 41 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Raitenhaslach (Bayern)
Raitenhaslach (Bayern)

Lage von Raitenhaslach in Bayern

Kloster Raitenhaslach
Kloster Raitenhaslach

Raitenhaslach ist ein Gemeindeteil der Stadt Burghausen und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Altötting und liegt an der Salzach. Bis 1978 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, damals unter dem Namen „Rattinhaselach“ (mundartlich: Roa(d)nhåslà) war 788.

Der Namensursprung lässt sich aus dem Althochdeutschen hasalahi, mundartlich haselach (Haselgebüsch, Haselstauden) ableiten auf einen Haselwald, der einem Manne namens Reito (auch Raito) gehört.

Raitenhaslach war bis zur Gemeindegebietsreform eine Gemeinde mit 54 Gemeindeteilen.[2] Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde aufgelöst und ein kleinerer Gebietsteil mit den Orten Achatz, Aich, Algen, Feichta, Fuchs, Gasteig, Glöcklhof, Grund, Haring, Kobl, Kollmann, Kuglstadl, Linner, Mad, Pirach, Posch, Quick, Schoppenheid, Seefelden, Seißl, Spielmann, Steinberg in die Gemeinde Burgkirchen an der Alz eingegliedert, der Hauptteil mit den Orten Aching, Auberg, Bergham, Eisenhammer, Fuchshausen, Gries, Hasen, Holzham, Jägerbauer, Kupferhammer, Laimgruben, Lehner, Lindach, Marienberg, Moosbrunn, Neuhaus, Oberhadermark, Papiermuhle, Pfaffing, Pfram, Pritzl, Pulvermühle, Raitenhaslach, Sägmeister, Scheuerhof, Schreiner, Silmoning, Stacherl, Stadl, Tiefenau, Trutzhof und Unterhadermark kam zu Burghausen.[3][4]

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Hauptteil und Kern des Pfarrdorfs bildet das Zisterzienserkloster Kloster Raitenhaslach mit der Pfarrkirche St. Georg.

Besuch von James Joyce in Raitenhaslach

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Johann Baptist Pinzingers Gastwirtschaft zur Griesmühle (1906)

Im Jahr 1928 besuchte der in Salzburg urlaubende Schriftsteller James Joyce gemeinsam mit dem Salzburger Schriftsteller, Maler und Kunstsammler Adolph Johannes Fischer Raitenhaslach, wo sie beim „Most-Hans“ genannten Gastwirt Johann Baptist Pinzinger dessen „Salzach Museum“ genannte Schwemmgut-Sammlung besichtigten und Fischer einige der Salzach-Strandgut bzw. Schwemmholz-Schaustücke fotografierte. Vier von Fischers Schwarz-Weiß-Fotografien wurden 1929 unter dem Titel Fluviana in der Zeitschrift Transition veröffentlicht.[5]

  • Andreas Weigel: James Joyces Aufenthalte in Österreich. Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932). In: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005. S. 93–105. Wien: präsens 2005.
  • Eva Gilch: Der „Most-Hans“ von Raitenhaslach und James Joyce. In: Oettinger Land. Eine heimatkundliche Schriftenreihe für den gesamten Landkreis Altötting. Herausgegeben vom „Oettinger Heimatland“ e. V. Altötting. Jahresfolge 2008. Band 28. S. 221–226.
  • Rupert Linsinger: Eine eigenartige Sammlung. In: Fluss und Zelt. 1928. S. 110–112 (detaillierte zeitgenössische Besprechung des Salzach-Museums in Raitenhaslach).
  • Grundschule Raitenhaslach (Hrsg.): Schulgeschichte von Raitenhaslach 1804–2004. Neuötting 2004.
  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 58 (Digitalisat).
  2. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 7 (Digitalisat).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 567.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, DNB 920240593, OCLC 75242522, S. 39, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 2 und 3).
  5. Andreas Weigel: Bruchstückhafte Biografien. Spurensuche und -sicherung: Adolph Johannes Fischer und Fritz Willy Fischer-Güllern. in: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2011. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2009 bis Juni 2010. Wien, präsens 2010, S. 21–36. ISBN 978-3-7069-2010-0.