Wangerland (Schiff)

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Wangerland
Die Brigg Wangerland mit oldenburgischer Nummernflagge
Die Brigg Wangerland mit oldenburgischer Nummernflagge
Schiffsdaten
Flagge Großherzogtum Oldenburg Oldenburg
Norddeutscher Bund Norddeutscher Bund
Deutsches Reich Deutsches Reich
Norwegen Norwegen
andere Schiffsnamen

Ruth (ab 1890)

Schiffstyp Brigg
Rufzeichen Nummernflagge 45,
ab 1869: N.D.G.P.
ab 1890: H.S.B.D.
Heimathafen Brake[1], ab 1875 Geestemünde
Eigner 1866–1875: Gralf Friedrich Fooken und Mitreeder
Bauwerft Franz Friedrich Nicolai, Brake
Baunummer 34
Stapellauf 12. April 1866
Verbleib 1910 abgetakelt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 29,9 m (Lüa)
Breite 7,6 m
Tiefgang (max.) 3,5 m
Vermessung 218 BRT
 
Besatzung 8–9 Mann

Die Wangerland war eine 1866 auf der Braker Werft von F. F. Nicolai gebaute Brigg, die als Frachtsegler genutzt wurde.

Das Schiff war mit 218 BRT vermessen. Die Länge betrug 29,9 m, die Breite 7,6 m und der Tiefgang 3,5 m.

Erste Eigentümer waren der Hooksieler Kaufmann, Reeder und Bankier Gralf Friedrich Fooken und fünf weitere Miteigner. Fooken gab der Brigg den Namen Wangerland, hergeleitet aus der historischen Bezeichnung für das nördliche Jeverland, in dem die Familie des Reeders über Generationen zuhause war.

1875 wurde die Brigg nach Geestemünde und 1890 nach Øster Riisøer (Norwegen) verkauft. In Norwegen verkehrte die Brigg noch zwanzig Jahre als Ruth. 1910 wurde das Segelschiff abgetakelt.[2]

Die Brigg war in den ersten Jahren vielfach im Atlantik eingesetzt. Einzelne Reisen führten rund um das Kap der Guten Hoffnung (1867, Zielhafen: Port Elizabeth) und um Kap Hoorn (1871/72, Zielhafen: Puerto San José). Als Kapitäne trugen Cassen Janssen Cassens und ab 1870 Berend Claassen Wilken Verantwortung.

Auswandererschiff

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Für das Jahr 1873 ist belegt, dass die „Wangerland“ 120 Auswanderer überwiegend deutscher Nationalität von London über Ramsgate und Antwerpen nach Comandatuba (Brasilien) befördert hat.[3] In einer weiteren Quelle heißt es, dass mit der „Wangerland“ im selben Jahr 163 Kolonisten von Antwerpen nach Bahia (Brasilien) ausgewandert seien.[4]

Von der Brigg gibt es ein Ölgemälde (siehe Bild rechts oben). Es zeigt den Segler mit der Nummernflagge 45 auf weißem Grund, ergänzt in der oberen Ecke um die oldenburgische Flagge. Weiterhin ist eine Namensflagge vorhanden. Am Heck weht die schwarz-weiß-rote Handelsflagge des Norddeutschen Bundes bzw. des Deutschen Reichs.

  • Karl-Heinz Wiechers, und fuhren weit übers Meer, Band 1, Soltau-Kurier-Norden 1984, Seite 356–358 (Nr. 135).
  • Peter-Michael Pawlik, Von der Weser in die Welt. Band 2: Die Geschichte der Segelschiffe von Weser und Hunte und ihrer Bauwerften von 1790 bis 19267. Elsfleth – Brake – Oldenburg. Hauschild, Bremen 2003, ISBN 3-89757-150-1, Seite 566–567.
  1. Bundeskanzler-Amt (Hg.): Amtliche Liste der Schiffe der Kriegs- und Handels-Marine als Anhang zum Signalbuche für die Kauffahrteischiffe aller Nationen, Reimer Berlin 1869, Seite 101 (Unterscheidungssignal NDGP) Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3Dl7FWAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA101~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  2. Profil der Ruth im DigitaltMuseum
  3. Niedersächsisches Landesarchiv Signatur NLA OL Best. 136 Nr. 4188
  4. Q. Quelle, Das Deutschtum im Staate Bahia, abgedruckt im Ibero-amerikanischen Archiv, Vol. 7, No. 1 (1933/34), pp. 38–54 (17 pages), insbesondere Seite 43