Äbdischämil Nurpeissow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kyrillisch (Kasachisch)
Әбдіжәміл Кәрімұлы Нұрпеисов
Lateinisch: Äbdijämil Kärimulı Nurpeïsov
Transkr.: Äbdischämil Kärimuly Nurpeissow
Kyrillisch (Russisch)
Абдижамил Каримович Нурпеисов
Transl.: Abdižamil Karimovič Nurpeisov
Transkr.: Abdischamil Karimowitsch Nurpeissow
"Der sterbende See" Ausgabe des Aufbau-Verlags Berlin und Weimar von 1988

Äbdischämil Kärimuly Nurpeissow (russische Namensform Abdischamil Karimowitsch Nurpeissow; * 22. Oktober 1924 in Aral) ist ein kasachischer Schriftsteller und PEN-Präsident.

Äbdischämil Nurpeissow wurde in einer kasachischen Fischerfamilie am Aralsee geboren. Er kämpfte in der Roten Armee bei Stalingrad und im baltischen Raum. Für seinen Roman Kurland, in dem er diese Erlebnisse verarbeitet, erhielt er einen Literaturpreis der kasachischen Sowjetrepublik. Nurpeissow studierte am Literaturinstitut in Moskau und übersetzte Werke von Tschechow und Gorki ins Kasachische.

In einer Trilogie schreibt er über die Konflikte zwischen armen und reichen Kasachen in der Zeitspanne vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende des Bürgerkrieges 1920. Sie besteht aus den Bänden "Morgendämmerung" (dt. 1961), Irrwege (dt. 1964) und Untergang (dt. 1970). In einer Ausgabe dieser Trilogie wurde auch eine erste Fassung des Romans Der sterbende See ohne Titel untergebracht. Die Moskauer Zensoren hatten dieses Werk auf den Index gesetzt, so dass der kasachische Verleger diesen Trick anwendete.

Die deutsche Erstveröffentlichung des Romans Der sterbende See erschien 1988 im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar (DDR), eine Lizenzausgabe bei Bertelsmann folgte 1989.

2005 erschien der Roman in einer völlig überarbeiteten zweiteiligen Version. Es geht in diesem Roman um die Tragödie des Aralsees in Zentralasien und die menschlichen Konflikte, die damit verbunden sind. Es wird der Existenzkampf der Fischer gezeigt und die Kopflosigkeit von Wissenschaft und Politik in diesem Drama. Dies dürfte sicher eines der großen Werke der kasachischen Literatur sein. Die Veröffentlichung in Großbritannien und Deutschland erfolgte 2006, eine Verfilmung wird vorbereitet. Nurpeissow leitet die Literaturzeitschrift »Juldyz« und ist Präsident des kasachischen PEN-Clubs.

Nurpeissow 2013

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]