Älvdalisch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Älvdalisch

Gesprochen in

SchwedenSchweden Schweden (Älvdalen)
Sprecher 2400 (2010)
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3

ovd

Älvdalisch (schwedisch älvdalska, historisch elfdalska oder älvdalsmål; älvdalisch övdalską oder dalska) wird heute von etwa 2000 bis 2500 Personen im alten schwedischen Pfarrbezirk (socken) Älvdalen, dem südlichen Teil der Gemeinde Älvdalen in der Provinz Dalarnas län gesprochen.

Status[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älvdalisch wird mehrheitlich als schwedischer Dialekt betrachtet und traditionell dem Svealändischen zugeordnet, es weist allerdings auch westnordische Züge auf. Aufgrund seiner typologischen Selbständigkeit, die sowohl in vielen Archaismen als auch in vielen Neologismen gründet, wird es von einigen heutigen Sprachwissenschaftlern aber als eine eigene Sprache angesehen. Von Letzteren wird Älvdalisch einem anderen Zweig der skandinavischen Sprachen als Standardschwedisch zugeordnet, und zwar dem Dalekarlischen (Alternativbezeichnung/schwedisch Dalmål). Der Abstand zwischen dem Älvdalischen und Standardschwedischen ist größer als der Abstand zwischen Norwegisch, Dänisch und Schwedisch.[1]

Älvdalisch erfährt heutzutage einen Revitalisierungsprozess, wobei Kinderbücher in dieser Sprache erscheinen, kulturelle Veranstaltungen stattfinden und Sprachkurse angeboten werden. Es existiert eine standardisierte Orthographie, die 2005 von Råðdjärum, dem älvdalischen Sprachrat, festgelegt wurde. Im Sprachgebiet sind Straßennamen seit 2008 zweisprachig ausgeschildert. 2015 (modifiziert 2016) wurde der ISO-639-3-Code ovd für das Älvdalische unter der Bezeichnung Elfdalian/Övdalian (entsprechend den englischen Formen der historischen schwedischen und älvdalischen Bezeichnung) verliehen.[2]

Trotzdem besitzt das Älvdalische bislang (Stand 2017) nicht den Status einer Minderheitensprache in Schweden, ungeachtet mehrerer diesbezüglicher Initiativen seit 2006.

Alphabet und Phonologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älvdalische Alphabet verfügt über 36 Buchstaben. Die Sprache hat ein reiches Vokalinventar. Die 9 Grundvokale a, e, i, o, u, y, å, ä und ö können jeweils lang und kurz ausgesprochen werden. Dazu a, e, i, u, y und å jeweils noch in den nasalierten Versionen ą, ę, į, ų, y̨ und ą̊, wobei diese bis auf ę und y̨ ebenfalls alle kurz oder lang ausgesprochen werden können. Dazu kommen in Diphthongen und Triphthongen weitere Vokale vor. Insgesamt gibt es 37 verschiedene Vokale und 24 Konsonanten.

Buchstabe Aussprache Anmerkung
Aa /ɑ/, /ɑː/ in Diphthongen /a/
Ąą /ɑ̃/, /ɑ̃ː/ in Diphthongen /ã/
Bb /b/
Cc /k/, /s/ tritt nur in Fremdwörtern auf
Dd /d/
Đð /ð/
Ee /e/, /eː/
Ęę /ẽː/
Ff /f/
Gg /g/, /ɣ/ <ng>=/ŋ/
Hh /h/
Ii /i/, /iː/
Įį /ĩ/, /ĩː/
Jj /j/ nach <d> und <t> /z/, /ʒ/ bzw. /s/, /ʃ/
Kk /k/
Ll /ɭ/, /lː/ <sl>=/l̪/
Mm /m/
Nn /n/ <ng>=/ŋ/
Oo /o/, /oː/ in Di- und Triphthongen /ɵ/
Pp /p/
Qq /k/ tritt nur in Fremdwörtern auf
Rr /r/
Ss /s/ <sl>=/l̪/
Tt /t/
Uu /ʉ/, /ʉː/ in Di- und Triphthongen /u/
Ųų /ʉ̃/, /ʉ̃ː/ in Di- und Triphthongen /ũ/
Vv /v/
Ww /w/
Xx /ks/ tritt nur in Fremdwörtern auf
Yy /ʏ/, /ʏː/ in Diphthongen /y/
Y̨y̨ /ʏ̃/ in Diphthongen /ỹ/
Zz /s/ tritt nur in Fremdwörtern auf
Åå /ɔ/, /ɔː/
Ą̊ą̊ /ɔ̃/, /ɔ̃ː/
Ää /æ/, /æː/
Öö /œ/, /œː/ im Diphthong <yö> /ø/, /øː/
bilabial labiodental dental alveolar postalveolar retroflex palatal velar glottal
stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth.
Plosive p b t d k g
Frikative f v ð s z ʃ ʒ ɣ h
Nasale m n ŋ
Vibranten r
Approximanten j w
laterale Approximanten l ɭ
vorne fast vorne zentral fast hinten hinten
k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l. k. l.
geschlossen unnasaliert i y ʉ ʉː u
nasaliert ĩ ĩː ʉ̃ ʉ̃ː ũ
fast geschlossen unnasaliert ʏ ʏː
nasaliert ʏ̃
halb geschlossen unnasaliert e ø øː ɵ o
nasaliert
mittel unnasaliert
nasaliert
halb offen unnasaliert œ œː ɔ ɔː
nasaliert ɔ̃ ɔ̃ː
fast offen unnasaliert æ æː
nasaliert
offen unnasaliert a ɑ ɑː
nasaliert ã ɑ̃ ɑ̃ː

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Östen Dahl: Att sätta älvdalskan på kartan. (PDF) In: Rapport från Fuost konferensn um övdalskų. Uppsala Universitet, 3. Mai 2005, archiviert vom Original am 22. Juli 2011; abgerufen am 15. Februar 2010 (schwedisch, »Putting Elfdalian on the map« – englischer Titel).
  2. Älvdalisch (ovd) bei SIL International (englisch)