Å

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Å (Begriffsklärung) aufgeführt.
Åå

Å (Kleinbuchstabe: å) ist ein Buchstabe des lateinischen Alphabets. Er kommt unter anderem in den nordischen Sprachen vor. Etymologisch entspricht es dem altnordischen langen a (dort gewöhnlich á, bisweilen ā oder aa geschrieben); die daraus entstandenen Zwielaute im Isländischen und Färöischen werden jedoch immer noch á geschrieben.

Variante ohne und mit Serifen.
Dänische Tastatur (Ausschnitt)
Schwedische Tastatur (Ausschnitt)

Form und Geschichte[Bearbeiten]

Das Å ist ein A mit einem kleinen Kreis (bolle, somit auch bolle-A genannt) darüber. Dieser Kreis wird gleichermaßen bei den Groß- und Kleinbuchstaben, und sowohl in der Druck- als auch in der Schreibschrift verwendet. Der Überlieferung zufolge soll er die gerundeten Lippen bei der Aussprache darstellen.

Historisch geht er zurück auf ein kleineres A, das über das A gesetzt wurde und so den Langvokal aa ablöste. Das kleine A wurde dann zu einem Kreis reduziert und tauchte erstmals in einer schwedischen Handschrift im 15. Jahrhundert auf.

Alphabetische Einsortierung[Bearbeiten]

  • Im Schwedischen und Finnischen ist Å der 27. Buchstabe im Alphabet und steht zwischen Z und Ä: Xx Yy Zz Åå Ää Öö. Im Estnischen wird Å ebenfalls an dieser Stelle einsortiert, wobei dem Ö ö noch Õ õ und Ü ü folgen.
  • Im Dänischen und Norwegischen ist Å der 29. und letzte Buchstabe des Alphabetes: Xx Yy Zz Ææ Øø Åå. Daher wird in diesen Sprachen bei Nachschlagewerken die Angabe „A–Å“ statt „A–Z“ verwendet.
  • Im Deutschen (und anderen Sprachen) wird Å unter A einsortiert.
  • Im Isländischen und Färöischen wird Å identisch zu Á einsortiert.

Vorkommen[Bearbeiten]

Skandinavische Sprachen[Bearbeiten]

Gewässerhinweisschild „Liver-Fluss“ in Dänemark
Ortsnamensschild von Å i Lofoten

Im Dänischen steht der Buchstabe Å/å für den offenen, tiefen Vokal A mit einer Tendenz zum O (langes nordisches A); im Norwegischen und Schwedischen steht der Buchstabe Å/å für den Vokal ɔ (wie in Loch bzw. offen.)

In Dänemark wurde der alte Digraph Aa (bzw. aa) mit der Dänischen Rechtschreibreform von 1948 durch Å (bzw. å) ersetzt; in Eigennamen und Ortsnamen wie Aabenraa und Aalborg findet sich jedoch noch die alte Schreibung. Auch der Name von Dänemarks zweitgrößte Stadt Aarhus wird aus Gründen des Stadtmarketings nach einem Beschluss des Stadtrates seit 2011 wieder mit Aa geschrieben.[1]

In Norwegen wurde das Å 1917 eingeführt und ist seit 1938 obligatorisch in der offiziellen Rechtschreibung. Es finden sich dort jedoch noch Reste der alten Schreibweise, die aus der Unionszeit mit Dänemark stammen. So heißt der aktuelle norwegische Thronfolger Haakon (gesprochen /hɔ:kun/).

Die kürzesten Ortsnamen haben skandinavische Orte mit Namen Å (å bedeutet auch ‚Bach‘, ‚(kleiner) Fluss‘), z. B. im Ortsnamen Grenå in Ostjütland oder Å an der Südspitze der Inselgruppe Lofoten vor Norwegen.

Andere Sprachen[Bearbeiten]

Å kommt außerdem vor:

Einheitenzeichen[Bearbeiten]

Der Großbuchstabe Å wird für die Längeneinheit Ångström verwendet.

Fiktionales[Bearbeiten]

Stargate-Glyphe

Bei der Science-Fiction-Fernsehserie Stargate – Kommando SG-1 ist im Logo das zweite A im Wort Stargate durch das Symbol ersetzt, das an der Spitze des der Serie namensgebenden Sternentors sitzt. Dieses kann (je nach Betrachtungsweise) als eine querstrichlose Variante des Buchstabens A, als großes Lambda (Λ) oder als kopfstehendes V (Ʌ) angesehen werden, jeweils mit aufgesetztem Ring (STARGɅ̊TE) – exakt identisch ist das Symbol jedoch mit keinem der drei Schriftzeichen, weder in deren Serifen- noch in der serifenlosen Variante. Da weder das große Lambda noch das kopfstehendes V in allen Textsystemen verfügbar ist, wird in Texten ersatzweise oft die ähnliche Schreibweise mit großem Å (STARGÅTE) verwendet.

Darstellung in Computersystemen[Bearbeiten]

Kodierung[Bearbeiten]

Der Buchstabe Åå ist im ISO 8859-1-Standard enthalten – hexadezimal C5 (Å) und E5 (å). Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode gibt es neben dem Großbuchstaben Å (U+00C5) auch das separate Einheitenzeichen Å (U+212B) für die Einheit Ångström. Das Unicode-Konsortium rät aber von dessen Verwendung ab ("the regular letter should be used.").[2]

Eingabe[Bearbeiten]

System1 Großbuchstabe (Å) Kleinbuchstabe (å) Einheitenzeichen (Å)
Windows CP850 (TUI) Alt+1432 Alt+1342
CP1252 (GUI) Alt+01972 Alt+02292
Apple Macintosh alt/+Shift+A alt/+A  
Linux (mit neueren Versionen von X11) Compose, Shift+AA oder

Alt Gr+Shift+Ü, Shift+A

Compose, A, A oder

Alt Gr+Shift+Ü, A

 
Deutsche Standard-Tastaturbelegung T2
(Standard für Deutschland und Österreich)
Alt Gr+o gefolgt von A Alt Gr+o gefolgt von a  
Neo Mod3+, Shift+AA3 Mod3+, Shift+A, A3  
OpenOffice.org      
Microsoft Word Tastenkombination Alt+Strg+Q, Shift+A Alt+Strg+Q, A  
Unicodeeingabe C, 5, Alt+C E, 5, Alt+C 2, 1, 2, B, Alt+C
Vim Digraph4 Strg+K, Shift+AA Strg+K, A, A
Unicodeeingabe Strg+V, U, 0, 0, C, 5 Strg+V, U, 0, 0, E, 5 Strg+V, U, 2, 1, 2, B
TeX/LaTeX Math mode \mathring{A} \mathring{a}  
Text mode \AA oder

\r{A} (ab LaTeX2e)

\aa oder

\r{a} (ab LaTeX2e)

 
HTML-Entität Å å Å5
XML/XHTML dezimal Å å Å
hexadezimal Å å Å
1 Viele Systeme bieten darüber hinaus auch spezifische Möglichkeiten, ein Unicode-Zeichen direkt einzugeben.
2 Zahleneingabe über den Ziffernblock. Alt-Taste währenddessen permanent gedrückt halten.
3 Die Mod3-Tasten entsprechen der Feststell- bzw. Rautetaste. Die Compose-Unterstützung (Mod3+Tab bzw. ) muss bei einigen Systemen nachinstalliert werden.
4 An RFC 1354 orientierte Digraph-Unterstützung im Einfügemodus gemäß Dokumentation.
5 Wird von vielen Browsern nicht unterstützt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Å – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: å – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Å – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Martin Johansen, Jonas Hvid: Byen skifter navn. In: Aarhusportalen, 28. Oktober 2010 (dänisch)
  2. Unicode-Konsortium: The Unicode Standard, Version 5.0. 2007, abgerufen am 4. September 2014 (pdf, englisch).