Étricourt-Manancourt

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Étricourt-Manancourt
Étricourt-Manancourt (Frankreich)
Étricourt-Manancourt
Region Hauts-de-France
Département Somme
Arrondissement Péronne
Kanton Péronne
Gemeindeverband Communauté de communes de la Haute Somme
Koordinaten 50° 2′ N, 2° 59′ OKoordinaten: 50° 2′ N, 2° 59′ O
Höhe 77–145 m
Fläche 11,02 km²
Einwohner 528 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 48 Einw./km²
Postleitzahl 80360
INSEE-Code

Étricourt-Manancourt (picardisch: Étricourt-Monancourt) ist eine französische Gemeinde mit 528 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Somme in der Region Hauts-de-France im Norden von Frankreich. Die Gemeinde gehört zum Kanton Péronne.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde mit den beiden Ortsteilen Étricourt und Manancourt (südlich) liegt rund zehn Kilometer östlich von Combles am Westufer des Canal du Nord und an den Départementsstraßen D72 und D43. Im Norden wird das Gemeindegebiet durch die D172 (Teil des Systems der Chaussée Brunehaut) durchschnitten. Durch das Gemeindegebiet soll der geplante Canal Seine-Nord Europe als Großschifffahrtsweg verlaufen. In Étricourt-Manancourt beginnt der 4350 m lange Kanaltunnel Souterrain de Ruyaulcourt des Canal du Nord.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des geplanten Großschifffahrtswegs fanden umfangreiche Sondierungsgrabungen statt, bei denen altsteinzeitliche Funde zutage traten. Weiter wurden ein keltischer Bauernhof und eine keltische Nekropole entdeckt.

Deutscher Infanterist in Étricourt im Ersten Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg lag die Gemeinde mehrfach an der Frontlinie. Im Zuge der die Zweiten Marneschlacht vorbereitenden Operation Michael überquerten die deutschen Truppen am 24. März 1918 bei Étricourt den Canal du Nord. Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands war der Ort nahezu vollständig zerstört. Der Wiederaufbau nahm lange Zeit in Anspruch. Die Gemeinde erhielt als Auszeichnung das Croix de guerre 1914–1918.

Während des Zweiten Weltkriegs legte die deutsche Luftwaffe westlich Manancourts, an der Straße nach Sailly-Saillisel (der heutigen D 184), nach Beginn der alliierten Invasion in der Normandie einen Feldflugplatz an, den sie von Mitte Juni bis Anfang Juli 1944 als Einsatzplatz von Bf 109G-Jägern nutzte. Er wurde anfangs von der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 5 mitgenutzt und beherbergte über den Monatswechsel für eine Woche die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 11.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010
624 612 531 502 452 400 446 528

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister (maire) ist seit 2001 Jean-Pierre Coquette.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britischer Soldatenfriedhof an der D172.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Étricourt-Manancourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Les premiers hommes d’Étricourt-Manancourt Lage des deutschen Feldflugplatzes