Île aux Cygnes (Paris)

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Île aux Cygnes
Île aux Cygnes, von Osten gesehen, aufgenommen von der höchsten Plattform des Eiffelturmes. Die Kopie der Freiheitsstatue steht am westlichen Ende des Dammes
Île aux Cygnes, von Osten gesehen, aufgenommen von der höchsten Plattform des Eiffelturmes. Die Kopie der Freiheitsstatue steht am westlichen Ende des Dammes
Gewässer Seine
Geographische Lage 48° 51′ 14″ N, 2° 17′ 6″ O48.8538088888892.285049Koordinaten: 48° 51′ 14″ N, 2° 17′ 6″ O
Île aux Cygnes (Frankreich)
Île aux Cygnes
Länge 890 m
Breite 20 m
Einwohner (unbewohnt)
Blick auf die Île aux Cygnes mit der Kopie der Freiheitsstatue, im Hintergrund die Insel und der Eiffelturm (Juni 2011)
Blick auf die Île aux Cygnes mit der Kopie der Freiheitsstatue, im Hintergrund die Insel und der Eiffelturm (Juni 2011)

Île aux Cygnes (französisch „Insel der Schwäne“) ist der Name einer künstlichen Seine-Insel im 15. und 16. Arrondissement von Paris.

Geschichte[Bearbeiten]

Île Maquerelle - Stadtplan von François Quesnel (1609)
Isle Maquerelle ou des Cignes – Stadtplan von Seigneur Roussel (1731)
Paris - Ile de Cygnes vom Pont Mirabeau aus (Oktober 2011)

Finanzminister Jean Baptiste Colbert ließ im Auftrage Ludwig XIV. am 16. September 1672 durch den französischen Botschafter in Kopenhagen[1] vierzig eigens aus Dänemark importierte Schwäne ansiedeln, die im Jahre 1674 auf einer am heutigen Pont d’Iéna gelegenen Insel eine neue Heimat fanden. Diese bisher Île Maquerelle genannte Insel[2] diente seit dem 13. Jahrhundert den Bauern von Chaillot („Chailiau“) als Weideland für ihr Vieh. Für ihr Weiderecht („fermage“) mussten sie im Jahre 1492 bis zu 20 Livres aufbringen, der Mietpreis („bail de l’herbe“) stieg 1551 auf 27 Livres.[3] Die Insel wurde mit dem Festland erst nach 1609 durch den „Pont Rouge“ verbunden. Nachdem aufgrund einer Verordnung vom 16. Oktober 1676 die Schwäne auf die Insel kamen und die Seine und Paris verschönern sollten,[4] erhielt sie den Namen „Isle des Cignes“ (Schwaneninsel).

Nach dem Tod des Königs übertrug König Ludwig XV. die Insel am 21. März 1722 der Stadt Paris, die sie nun zur Lagerung von Holz und als Schiffswerft nutzte. Die von Seigneur Roussel im Jahre 1731 gezeichnete Karte nennt noch die Alternativnamen „Isle Maquerelle oder des Cignes“ und beschreibt ihren künftigen Zweck, die Holzlager zu ersetzen („destinée a mettre des chantiers de bois“). Auf dem 1739 veröffentlichten Plan de Turgot ist die „Isle des Cignes“ noch am ursprünglichen Standort verzeichnet, der „Pont rouge“ heißt nun „pont des cignes“. Ein Patent vom 20. Juni 1773 befahl die Verfüllung und Verbindung der Insel mit dem südlichen Seineufer, was zwischen 1786 und 1812 geschah. Seit dem 30. November 1790 betrieben die Brüder Jacques und Augustin Charles Périer für kurze Zeit motorgetriebene Mehlmühlen. Beim Bau der Pont d’Iéna wurde 1812 der letzte Inselteil mit dem Festland verbunden. An der Stelle der ehemaligen Insel befindet sich heute der Quai Branly mit dem gleichnamigen Museum.

In der Seine weiter westlich wurde vom Konzessionär des Pont de Grenelle 1825 im Zuge des Brückenbaus unterhalb der Brücke eine neue Insel aufgeschüttet, arrondiert und 1827 mit Steinufern befestigt. Sie erhielt von der verschwundenen Insel den Namen Île aux Cygnes. Die am 1. Mai 1827 eröffnete – über die Insel führende - Grenelle-Brücke musste wegen Baufälligkeit bereits 1874 durch eine neue Brücke ersetzt werden. In Höhe der Insel ist die Seine 200 Meter breit, die heutige Grenelle-Brücke ist deshalb mit 220 Metern die zweitlängste Seinebrücke nach dem – ebenfalls über die Insel führenden - Pont de Bir-Hakeim (228 Meter) innerhalb von Paris. Im Jahre 1878 entstand die Eisenbrücke Passerelle de Passy, die die Insel mit der Rive Gauche (südliches Seineufer) verband und anlässlich der Pariser Weltausstellung im Mai 1878 eröffnet wurde. An Ihre Stelle trat die zwischen Mai 1903 und April 1906 fertiggestellte Pont de Bir-Hakeim; sie überspannt die Insel in einer Breite von 23,50 Metern.

Der Pariser Bildhauer Auguste Bartholdi errichtete am westlichen Ende der Insel eine Replik der von ihm 1886 in New York City aufgestellten Freiheitsstatue im Maßstab 1:4 mit einer Höhe von 22 Metern (davon 10,5 Meter Sockel), eingeweiht am 4. Juli 1889 durch den damaligen französischen Staatspräsidenten Marie François Sadi Carnot. Am Einweihungstag feierte Frankreich den hundertsten Jahrestag des Sturms auf die Bastille (14. Juli 1789) und die USA den Unabhängigkeitstag (4. Juli 1776). Der Erbauer Bartholdi protestierte gegen die östliche Ausrichtung der Statue, deshalb drehte man sie im Mai 1937 in Richtung Westen. Die Statue ist eine von vier Freiheitsstatuen in Paris.

Lage[Bearbeiten]

Die 1,3 Hektar große Insel liegt unweit des Eiffelturms und ist 890 Meter lang und 20 Meter breit. Die zwischen Juli und Oktober 2012 renovierte Insel dient den Bewohnern als Erholungsgebiet. Auf der autofreien Insel verläuft in West-Ost-Richtung die 11 Meter breite, von 322 Bäumen eingerahmte Allée des Cygnes. Zwei Brücken überspannen die Insel, und zwar Pont de Grenelle am westlichen Ende der Insel und die mit zwei Ebenen und mehreren Abschnitten versehene Pont de Bir-Hakeim am östlichen Ende. Ihr 114 Meter langer Brückenteil überquert den breiteren Seinearm, die mittlere Sektion setzt auf den Damm auf, ein 90 Meter langer Teil überspannt den schmaleren Arm der Seine. Die untere Ebene nimmt in der Mitte die Stützen eines Viaduktes auf und an den Seiten die beiden von Bürgersteigen gesäumten Fahrdämme. Über die obere Ebene fährt die Métro. Die Métrolinie 6 bedient die an der Brücke am Südufer liegende Station Bir-Hakeim, die Linie 10 die Haltestelle Javel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Île aux Cygnes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jean Autin, Louis XIV Architecte, 1981, S. 166
  2. zusammengesetzt aus mâle (männlich) und querrelle (Streit) wegen der hier stattfindenden Duelle
  3. Pierre Thomas N. Hurtaut/Magny, Dictionnaire historique de la Ville de Paris et de ses environs, Band 3, 1779, S. 368
  4. Brage bei der Wieden, Mensch und Schwan, 2014, S. 112