Stadthalle Bremen

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Stadthalle Bremen
Offizieller Name seit 2011: ÖVB-Arena
OEVB-Arena logo.svg
ÖVB-Arena-2824.jpg
Südseite der erweiterten Bremer Stadthalle (2012)
Frühere Namen

1964–2004: Stadthalle Bremen
2005–2009: AWD-Dome
2009–2011: Bremen-Arena

Daten
Ort Bremen-Findorff
Koordinaten 53° 5′ 12″ N, 8° 49′ 0″ O53.0866666666678.8166666666667Koordinaten: 53° 5′ 12″ N, 8° 49′ 0″ O
Eigentümer Stadt Bremen / Träger der Halle: WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, Bremen
Betreiber HVG Hanseatische-Veranstaltungs GmbH, Bremen
Baubeginn 1961
Eröffnung 1964
Erweiterungen 2004/05
Architekt für den Ursprungsbau: Roland Rainer
Kapazität 14.000 Plätze
Der Ursprungsbau der Stadthalle Bremen von 1964, links das 1993 eingeweihte Congress Centrum Bremen (Foto von 2001)
Die 2004/05 erweiterte Bremer Stadthalle mit der veränderten Dachausbildung und dem neuen Ost-Foyer, links das Congress Centrum Bremen (Foto von 2009)
Großer Saal der Bremer Stadthalle mit bestuhltem Innnenraum (2010)
Innenraum der Stadthalle beim Bremer Sechstagerennen 2014

Die Stadthalle Bremen (offizielle Bezeichnung seit 2011: ÖVB-Arena) in Bremen ist eine Multifunktions-Veranstaltungshalle und das größte überdachte Veranstaltungszentrum der Stadt. Die Stadthalle befindet sich im Bremer Stadtteil Findorff und ist auf der Bürgerweide nördlich des Bremer Hauptbahnhofes gelegen. Träger der 1964 von der Stadt Bremen erstellten Halle ist mittlerweile die im Stadtauftrag handelnde WFB Wirtschaftsförderung Bremen.

Name[Bearbeiten]

Seit der Einweihung 1964 wurde das Gebäude rund vierzig Jahre lang, bis 2004 offiziell als Stadthalle Bremen bezeichnet. Seit 2005 wurden die Namensrechte zeitweise vom Träger, der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH mit Sitz in Bremen, an bislang zwei verschiedene Sponsoren veräußert und zudem wurde für die dazwischenliegende Zeit eine trägerseitige Umbenennung vorgenommen. Die offizielle Bezeichnung der Stadthalle änderte sich daher bis heute wie folgt: von 2005 bis 2009 AWD-Dome, von 2009 bis Herbst 2011 Bremen-Arena und seit Herbst 2011 ÖVB-Arena. Indes stießen die Umbenennungen wiederholt auf Kritik in der Öffentlichkeit; außerdem hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Name Stadthalle bzw. Stadthalle Bremen bis heute gehalten.[1][2]

Siehe auch den Abschnitt Namensgebungen und Kritik

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprungsbau der Stadthalle von 1964[Bearbeiten]

Ein erster Entwurf für eine Stadthalle vom Architekten Carl Rotermund von 1928 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg – da nicht mehr zeitgemäß – nicht realisiert. Bei einem zweistufigen Wettbewerb von 1957 war der Entwurf des Wiener Architekten Roland Rainer siegreich vor einem mehr im organischen Stil gehaltenen Entwurf von Hans Scharoun. Das Bauwerk wurde nach den Plänen von Roland Rainer in Arbeitsgemeinschaft mit der Bremer Architektengemeinschaft Säume & Hafemann auf der Bürgerweide als Stadthalle Bremen von 1961 bis 1964 errichtet. Die damalige Ausbildung des Daches mit einer Hängeseilkonstruktion stellte ein selten anzutreffendes, prägendes Tragwerk dar.[3]

Benachbarte Folgebauten[Bearbeiten]

Neben der Stadthalle wurde von 1989 bis 1992 ein Kongresszentrum, das so benannte Congress Centrum Bremen (CCB) nach Plänen des Bremer Architekten Thomas Klumpp erbaut und 1993 eröffnet. Das CCB beinhaltet mehrere Tagungsräume, die teils auch als Messe- und Ausstellungshallen („Hallen 2 und 3“) genutzt werden können, und ist baulich an die Stadthalle („Halle 1“) angeschlossen.[4]

Im Rahmen der Schaffung eines Messezentrums in Bremen folgte im Mai 1997 nach einjähriger Bauzeit die Eröffnung des Hallenkomplexes der „Hallen 4, 4.1, 5 und 6“ nach Plänen des Bremer Architekten Gert Schulze. Der in Fortsetzung der Stadthalle und des Kongresszentrums entlang der nördlichen Bürgerweide angeordnete Hallenkomplex beinhaltet neben den Messe- und Ausstellungshallen auch ein zwischengeschaltetes Parkhaus sowie Büroräume und Gastronomiebereiche. Zusammen mit der Stadthalle Bremen und dem Congress Centrum Bremen entstand so das Messe Centrum Bremen, das sowohl für Messen und Ausstellungen als auch für Veranstaltungen genutzt wird, teils auch unter Einbeziehung der davorliegenden Freiflächen auf der Bürgerweide.[5][6]

2001/2002 wurde am Westteil der Bürgerweide, entlang der Findorffstraße, zusätzlich die „Halle 7“ errichtet.

Erweiterte Stadthalle von 2005 und Kritik[Bearbeiten]

Von 2004 bis 2005 wurde die Stadthalle Bremen für 50 Millionen Euro teils umgebaut und baulich erweitert sowie modernisiert, wobei sie insbesondere um mehrere tausend Plätze und das Ost-Foyer erweitert wurde. Sie bietet nun maximal 14.000 Plätze bei unbestuhltem Innenraum.[7]

Der Umbau der Stadthalle ist architektonisch umstritten und stieß auf Kritik in Öffentlichkeit und Fachwelt: Das seltene Tragwerk des Daches in Form einer Hängeseilkonstruktion wurde im Zuge des Umbaus entfernt. Lediglich die markanten Pfeiler der Tragwerkskonstruktion, die auch ein wichtiges Wahrzeichen von Bremen sind, blieben erhalten. Die Pfeiler verloren aber ihre eigentliche Funktion als Widerlager der Hängeseile und stellen nur noch eine Art Attrappe dar.

Aufgrund der drastischen Veränderungen in Aussehen und Statik der Halle wurde von Roland Rainer eine weitere Nennung seines Namens als Architekt der Halle abgelehnt.

Nutzungsangebot[Bearbeiten]

Die Bremer Stadthalle bietet nach der Erweiterung gegenwärtig (2014) u. a.:[7]

  • Sechs Ränge mit insgesamt rund 8.000 festen Sitzplätzen (alle Sitzreihen sind ansteigend und die Bestuhlung ist versetzt ausgebildet).
  • Variable Innenraum-Bestuhlung mit bis zu 2.500 Plätzen.
  • Maximalkapazität: 14.000 Zuschauer (Innenraum unbestuhlt).
  • Sieben individuell nutzbare Logen in unterschiedlichen Größen.
  • Großflächig verglastes Foyer auf zwei Ebenen.
  • Garderoben im Nord- und Süd-Foyer.
  • Rund 2.500 Parkplätze auf der Bürgerweide und rund 350 Parkplätze im Parkhaus neben dem CCB.
  • Die Stadthalle ist barrierefrei.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Genutzt wird die Bremer Stadthalle hauptsächlich für Konzerte, Messen wie die Bremen Classic Motorshow, Volksfeste und Sportveranstaltungen, darunter das Bremer Sechstagerennen, Apassionata, die Tischtennisweltmeisterschaft 2006, Vorrundenspiele der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2007, die WWE WrestleMania Revenge Tour 2007 und das Davis Cup Viertelfinale 2008, sowie 2013 der DHB-Supercup.[8] Auch Wetten, dass..? und der Cirque du Soleil gastierten bereits hier.

Namensgebungen und Kritik[Bearbeiten]

Parallel zum Umbau und der Erweiterung von 2004/05 benannte der Träger, die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, im Januar 2005 die Stadthalle Bremen in AWD-Dome um. Von 2005 bis 2009 trug sie diesen Namen, benannt nach dem damaligen Finanzdienstleistungsunternehmen Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD) (inzwischen in der Swiss Life Select Deutschland aufgegangen), der für diesen Zeitraum die Namensrechte erwarb. Die Umbenennung der Stadthalle in AWD-Dome war in Bremen umstritten. Als Kritik wurde geäußert, dass bei sämtlichen in dem Gebäude stattfindenden Veranstaltungen notgedrungen gleichzeitig Werbung für das namengebende Unternehmen AWD gemacht werde. Auch die fälschliche Bezeichnung als „Dome“ (Kuppel) wurde von Kritikern bemängelt. Im Mai 2009 wurde bekannt, dass sich AWD als Namenssponsor zum Jahresende 2009 zurückzieht.[9]

Da im direkten Anschluss für den auslaufenden Vertrag mit dem AWD kein neuer Sponsor gefunden wurde, bezeichnete die WFB den Veranstaltungsort seit dem 1. Januar 2010 als Bremen-Arena. Die neuerliche Umbenennung wurde von Öffentlichkeit und Medien ebenso kritisch gesehen wie die Bezeichnung als AWD-Dome.[10][11]

Im August 2011 wurde bekannt, dass die WFB mit der Öffentlichen Versicherung Bremen (ÖVB) einen neuen Sponsor gefunden habe. Seit dem 1. September 2011 heißt die Halle offiziell ÖVB-Arena. Der Vertrag über die Vergabe der Namensrechte mit der ÖVB läuft bis 2019.[12][13]

Umgangssprachlich war und ist innerhalb und außerhalb von Bremen jedoch nach wie vor die alte Bezeichnung Stadthalle bzw. Stadthalle Bremen gebräuchlich.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vgl. Essay von Hendrik Werner: Werbung ist immer und überall. In: Weser-Kurier vom 5. April 2014; abgerufen am 27. Juni 2014.
  2. a b Bemerkung: Im Wortschatz-Portal der Universität Leipzig werden für die verschiedenen Bezeichnungen folgende Häufigkeitsklassen angegeben: Stadthalle Bremen = Häufigkeitsklasse 22, AWD-Dome = 19, Bremen-Arena = 18 und ÖVB-Arena = „keine Ergebnisse gefunden“; jeweils Stand (Abruf) vom 27. Juni 2014.
  3. Angaben zur Stadthalle im Online-Architekturführer Bremen des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb); abgerufen am 27. Juni 2014.
  4. Angaben zum Congress Centrum Bremen im Online-Architekturführer Bremen des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb); abgerufen am 27. Juni 2014.
  5. Angaben zum Messe- und Veranstaltungszentrum im Online-Architekturführer Bremen des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb); abgerufen am 27. Juni 2014.
  6. Baudokumentation Messe Centrum Bremen (Version vom 26. September 2005 im Internet Archive).
  7. a b Gemäß Angaben auf: Offizielle Webpräsenz der ÖVB-Arena; abgerufen am 27. Juni 2014.
  8. dpa: Neuer Austragungsort: HBL verlässt mit dem Supercup München auf handball-world.com vom 2. Februar 2013; abgerufen am 27. Juni 2014.
  9. Radio Bremen: Ein neuer – oder der „alte“ Name? Stadthalle Bremen: AWD zieht sich zurück (Version vom 9. Mai 2009 im Internet Archive).
  10. (GN): AWD-Dome wird zur Bremen-Arena. Auf: NWZ Online vom 16. Dezember 2009; abgerufen am 27. Juni 2014.
  11. (gn): Der Bremer AWD-Dome wird zur „Bremen-Arena“. In: Kreiszeitung vom 16. Dezember 2009; abgerufen am 27. Juni 2014.
  12. Annemarie Struss-von Poellnitz: Stadthalle heißt jetzt ÖVB-Arena. In: Weser-Kurier vom 18. August 2011; abgerufen am 27. Juni 2014.
  13. Thomas Joppig: ÖVB unterzeichnet Sponsoringvertrag. In: Weser-Kurier vom 30. August 2011; abgerufen am 27. Juni 2014.