Ödipussi

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Filmdaten
OriginaltitelÖdipussi
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1988
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieLoriot
DrehbuchLoriot
ProduktionHorst Wendlandt (Produzent), Günter Rohrbach (Coproduzent)
MusikRolf Wilhelm
KameraXaver Schwarzenberger
SchnittDagmar Hirtz
Besetzung

Ödipussi (auch: Loriots Ödipussi) ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1988 von und mit Loriot. Es war der erste von zwei Spielfilmen, in denen er die Hauptrolle spielte, Regie führte und das Drehbuch schrieb. Der Titel Ödipussi ist ein Wortspiel auf den von Freud beschriebenen Ödipuskomplex und den Kosenamen „Pussi“, der dem Protagonisten von seiner Mutter im Film gegeben wird. Eine naheliegende und häufig vermutete Anspielung auf den Titel des James Bond-Films Octopussy[2][3] wurde von Loriot in Interviews dagegen verneint.[4]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Winkelmann (56) ist Geschäftsführer des Stoff- und Möbelgeschäftes „Winkelmann und Sohn“, das dieser nach dem Tod seines Vaters übernommen hat. Er lebte bislang unter der Obhut seiner Mutter Louise, die ihn umsorgt wie ein Kind und nicht verstehen kann, warum sich ihr Sohn eine eigene Wohnung genommen hat. Eines Tages erscheint als Kundin in seinem Möbelgeschäft die Diplom-Psychologin Margarethe Tietze (40). Er entwickelt Interesse an ihrem Beruf und hat die Idee, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Nach ersten schüchternen Annäherungsversuchen und ein paar zunächst beruflichen Treffen kommen die beiden romantisch unerfahrenen und unsicheren Personen sich allmählich näher und stimmt Margarethe nach anfänglichem Zögern zu, Paul auf eine Geschäftsreise nach Italien zu begleiten.

Pauls Mutter ist von Anfang an nicht begeistert über seinen Kontakt zu Margarethe und sichtlich eifersüchtig, was sich nach Pauls Wiederkehr aus Italien noch verstärkt. Sie hat in seinem Zimmer inzwischen einen Untermieter einziehen lassen, was Paul wiederum gar nicht gefällt.

Schließlich sind Margarethe und ihre Eltern bei Paul und seiner Mutter zu Gast. Seine Mutter gibt eine Gesangsnummer zum Besten, die bei den Gästen jedoch nicht gut ankommt, weshalb sie mittendrin abbricht. Während Margarethes Eltern gehen, bleibt Margarethe und ist nun mit Paul zu zweit, sichtlich zum Missfallen von dessen Mutter.

Der Film endet mit einer Autofahrt, mit Paul und Margarethe auf der Rückbank und Mutter Winkelmann am Steuer. Als die beiden Anstalten machen, einander zu küssen, unterbricht sie Mutter Winkelmann, worauf Paul ihr den Hut übers Gesicht zieht. Sie kommen von der Straße ab. Aus der Vogelperspektive ist schließlich zu sehen, wie der Wagen über Feld und Wiesen fährt und ein Waldstück durchquert.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ödipussi wurde zwischen dem 14. September und dem 20. November 1987 gedreht. Hauptdrehort war Berlin. So befindet sich die Villa, die als Wohnhaus der Winkelmanns fungierte, in der Ringstraße in Berlin-Lichterfelde. Weitere Drehorte waren Mailand, das Hotel Columbia in Genua (in Betrieb von 1929 bis 1989, heute Universitätsbibliothek der Universität Genua), S. Margherita Ligure, das Hotel Imperiale in Portofino und München (Bavaria Ateliers).
  • Premiere hatte der Film am 9. März 1988 um 17 Uhr im Kosmos-Kino in Ost-Berlin und um 20 Uhr im Gloria-Palast in West-Berlin. Bei beiden Veranstaltungen war Loriot zugegen. Seine Bücher waren in der DDR gedruckt worden und er, der aus Brandenburg stammte, hatte mit Hamann in Ostdeutschland eine Reihe von Lesungen gehalten. Es war die einzige Uraufführung im geteilten Deutschland, die in beiden Landesteilen am selben Tag stattfand.
  • In der Bundesrepublik sahen den Film 4.612.801 Kinobesucher.[5] Die Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen war am 30. September 1990 um 20.20 Uhr in der ARD. Als Blu-ray wird der Film von Warner Home Video vertrieben. Zum Film erschien ein Buch, das neben dem Drehbuch auch Bilder vom Dreh enthielt.
  • Bei der Revue-Nummer Meine Schwester heißt Polyester handelt es sich um eine mit neuem deutschem Text versehene Fassung des Henry-Mancini-Titels Le Jazz Hot vom Soundtrack zu der Blake-Edwards-Komödie Victor/Victoria aus dem Jahr 1982.
  • Beim roten Auto, welches im Film öfter auftaucht, handelt es sich um einen Nissan Sunny N13 4-Türer (Vorfacelift) mit Dachgepäckträger und Zubehör-Alufelgen.
  • In Otto – Der Außerfriesische hatten Loriot und Katharina Brauren in den Rollen von Paul Winkelmann und seiner Mutter einen kurzen Cameo-Auftritt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde für seinen kommerziellen Erfolg 1988 mit einer Goldenen Leinwand ausgezeichnet.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken fielen gemischt, aber mehrheitlich positiv aus – während kritisiert wurde, dass der Film nicht die Tiefgründigkeit von Loriots TV-Sketchen erreiche, wurden das Niveau der Gags und die Leistungen der Darsteller gelobt.

„Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte mit absurdesten Situationen voller hintergründigen Humors. Gelungenes Kinodebüt Loriots, das jedoch nicht die Brillanz seiner Fernseh-Sketche erreicht.“

Heyne Filmlexikon, 1996

„Die hübsche, aber wenig tiefgründige Geschichte bildet kaum mehr als den roten Faden in dem Film, der in den einzelnen Szenen weitgehend selbständige Kabinettstückchen des Humors bietet und durch die Fülle komischer Einfälle und die bis ins kleinste Detail präzise ausgeführten Gags besticht.“

„Als erfolgreichster deutscher Film des Jahres 1988 bewies Ödipussi die altbekannte Tatsache, daß vertraute Witze immer noch am besten ziehen.“

Reclams Lexikon des deutschen Films, 1995

„Heraus kam nicht immer gelungener Slapstick, kein Vergleich zu Loriots großen Sketchen. Neben ihm überzeugt allerdings seine Sketch-Dauerpartnerin Evelyn Hamann.“

Prisma-Online-Filmdatenbank[7]

„In seinem Kino-Erstling spielt Loriot [...] den neurotischen Paul mit dem linkischen Charme, für den ihn das Publikum bereits in seinen TV-Auftritten liebte. Trotz genialer Gags kann der Film nicht verbergen, dass der Witz der Loriot-Sketche auch in der Kürze liegt. Fazit: Loriot bleibt sich treu: schräg und geistreich.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pappa ante portas, Loriots Film von 1991, der von der Kritik besser aufgenommen wurde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ödipussi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Ödipussi. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2009 (PDF; Prüf­nummer: 59 412 V).
  2. Christa Lamberts-Piel: Filmmusik und ihre Bedeutung für die Musikpädagogik (= Forum Musikpädagogik. Band 69). 3. Auflage. Wißner, Augsburg 2018, ISBN 978-3-95786-191-7, S. 64 (zugleich Dissertation, Musikhochschule Köln, 2005; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Loriot - der große Humorist. In: Die Welt. Abgerufen am 5. August 2019.  „Loriots Filmtitel 'Ödipussi' ist eine Anspielung auf den Ödipuskomplex nach Freud und dem James-Bond-Film 'Octopussy'.“ 
  4. Siegfried Tesche: Das große James-Bond-Buch. Henschel, Berlin 2002, ISBN 3-89487-440-6, S. 171 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. http://www.insidekino.com/DJahr/DAlltimeDeutsch50.htm
  6. Ödipussi. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 24. August 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  7. Ödipussi bei prisma-online.de; abgerufen am 4. November 2009
  8. Ödipussi, TV Spielfilm