Öffentliche Arbeitsvermittlung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jobcentre Plus, Vereinigtes Königreich

Eine Öffentliche Arbeitsvermittlung ist ein Dienstleistungsangebot der Regierung, welches offene Arbeitsstellen und verfügbare Arbeitnehmer zusammenführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der ältesten Erwähnungen einer öffentlichen Arbeitsvermittlung findet sich in 1650, als Henry Robinson dem Britischen Parlament vorschlug, ein "Büro für Adressen und Begegnungen" ("Office of Adresses and Encounters") einzurichten.[1] Das Britische Parlament lehnte den Vorschlag jedoch ab und Robinson gründete daraufhin eine private Arbeitsvermittlung, welche allerdings nicht lange Zeit überdauerte.[2]

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts schuf jedes entwickelte Land einen öffentlichen Arbeitsvermittlungsdienst um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Menschen bei der Arbeitssuche zu unterstützen. Im Jahre 1988 gründeten öffentliche Arbeitsvermittlungen aus sechs Ländern den World Association of Public Employment Services. Im Jahr 2016, gehörten der Vereinigung bereits 85 staatliche Arbeitsvermittlungen aus allen Regionen der Welt an.[3]

2014 wurde das Netzwerk der europäischen Public Employment Services (PES-Netzwerk) als EU-Institution mit Vorsitz der EU-Kommission konstituiert. Im Juni 2019 wurde Johannes Kopf als Nachfolger von Fons Leroy (Belgien, VDAB) zum Vorsitzenden des Netzwerks gewählt.[4]

Öffentliche Arbeitsvermittlung nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland war seit 1927 die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung der zentrale Akteur in der öffentlichen Arbeitsvermittlung.[5] Heute übernehmen die Agenturen für Arbeit sowie Jobcenter diese Aufgabe.[6]

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vereinigten Königreich wurde der erste Dienst in London durch die Bestimmungen des Labour Bureau Act 1902 gegründet und wurde anschließend auf das ganze Land ausgeweitet. Diese Entwicklung wurde durch den Labour Exchanges Act 1909 der liberalen Regierung veranlasst. Die heutige staatliche Arbeitsvermittlung wird betrieben durch die Einrichtungen der Jobcentre Plus.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten wurde im Zug des New Deals ein bundesstaatliches Programm zur Arbeitsvermittlung eingeführt. Die ursprüngliche Gesetzesinitiative dafür war der Wagner-Peyser Act aus dem Jahre 1933. Heute werden öffentliche Arbeitsvermittlungen durch Anlaufstellen geschaffen, die im Rahmen des Workforce Investment Acts von 1998 und des Workforce Innovation and Opportunity Acts von 2013 eingerichtet wurden.

Andere Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tomas Martínez: The human marketplace: an examination of private employment agencies. Transaction Publishers, Dezember 1976, ISBN 978-0-87855-094-4, S. 13 (Abgerufen am 28. September 2011).
  2. The Nineteenth century and after. Leonard Scott Pub. Co., 1907, S. 795.
  3. World Association of Public Employment Services: About Us, abgerufen am 18. Februar 2017.
  4. AMS Vorstand Kopf wird Vorsitzender des EU-Netzwerks der Arbeitsvermittlungen. OTS-Meldung vom 6. Juni 2019, abgerufen am 6. Juni 2019.
  5. Tim Obermeier und Frank Oschmiansky: Öffentliche und private Arbeitsvermittlung: historische Entwicklung. Bpb vom 31. August 2014.
  6. Öffentliche und Private Arbeitsvermittlung. BMAS vom 7. September 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]