Öresund

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Öresund
Blick über den Öresund von Dänemark nach Schweden
Blick über den Öresund von Dänemark nach Schweden
Verbindet Gewässer Ostsee
mit Gewässer Kattegat
Trennt Landmasse Seeland
von Landmasse Schonen (Schweden)
Daten

Geographische Lage

55° 47′ N, 12° 45′ OKoordinaten: 55° 47′ N, 12° 45′ O
Karte von Öresund
Länge 181 km
Geringste Breite 4 km
Größte Tiefe 40 m
Küstenorte Kopenhagen, Malmö, Helsingør, Helsingborg
Inseln Ven, Amager, Saltholm, Peberholm
Brücken Öresundbrücke
Tunnel Drogdentunnel
Satellitenbild der Öresundverbindung
Satellitenbild der Öresundverbindung

Der Öresund (dänische Schreibweise: Øresund; historische deutsche Bezeichnung: Sund) ist die Meerenge zwischen Seeland (Dänemark) und Schonen (Schweden), die die Ostsee mit dem Kattegat verbindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor ca. 9000 Jahren begann der Skandinavische Schild – von der Last des eiszeitlichen Eises befreit – zu kippen. Er hob sich im Norden und senkte sich im Süden. Das Nordseewasser drang vom Norden her in den Ostseeraum ein[1], überflutete das ehemalige Festland und schuf in den folgenden Jahrtausenden die dänischen Inseln und Sunde, deren fortdauernde Existenz allerdings angesichts dramatisch steigender Pegel der Weltmeere gegenwärtig nicht mit Sicherheit gewährleistet ist.

Der Name Öresund (Oeresund) ist in dänischen Quellen erst seit 1343 belegt. Zu Zeiten der Wikinger wurde er möglicherweise Einarsund genannt (so im Totengesang von Ragnar Lodbrok). In mittelalterlichen Quellen heißt er meist Noresund (nördlicher oder enger Sund - engl.: narrow?).[2] In Deutschland wurde er lange Zeit nur der Sund genannt.

Von 1429 bis 1857 erhob Dänemark für die Durchfahrt von Schiffen einen Sundzoll. Bis zum Frieden von Roskilde 1658 gehörte auch das schonische Ufer des Öresunds zu Dänemark.

Pläne für eine feste Verbindung über den Öresund gab es bereits im 19. Jahrhundert. Pläne für einen Eisenbahntunnel (den sog. HH-Tunnel zwischen Helsingborg und Helsingør) werden immer wieder erörtert.[3]

Nach der Besetzung Dänemarks durch die Wehrmacht des Deutschen Reiches im Jahr 1940 wurden von dem Unternehmen Reichsautobahn Planungen für den Bau von Autobahnen in Dänemark aufgenommen. Diese umfassten unter anderem zur Anbindung Schwedens zwei Entwürfe einer Brücke über den Öresund. Die Varianten waren eine Fachwerkbalkenbrücke mit Stützweiten von bis zu 300 Metern und eine Hängebrücke mit drei Hauptöffnungen von 756 Metern. 1942 wurden die Planungen eingestellt.[4]

In den 1960er Jahren kam der Gründer des Verpackungskonzerns Tetra-Pak, Ruben Rausing, sogar auf die Idee, die Wasserstraße trockenlegen zu lassen und auf dem Gebiet Ørestad zu bauen. Die Ölkrise verhinderte diesen kühnen Plan endgültig.

Die Öresundverbindung wurde am 1. Juli 2000 durch Königin Margrethe II. von Dänemark und König Carl XVI. Gustaf von Schweden feierlich eröffnet. Südlich der Öresundbrücke liegt mit dem Offshore-Windpark Lillgrund auch der mit Stand 2015 größte Offshore-Windpark Schwedens.

Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Öresund liegen die Inseln Ven (zu Schweden) sowie Amager, Saltholm und die künstliche Insel Peberholm (alle zu Dänemark).

Siehe auch: Belte und Sunde

Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden größten Städte am Öresund sind Kopenhagen und Malmö, die durch die Öresundverbindung miteinander zur Öresundregion verbunden sind. Die kürzeste Fährverbindung über den Öresund ist zwischen dem dänischen Helsingør und dem schwedischen Helsingborg. Dort, nördlich von Kopenhagen und Malmö, befindet sich mit etwa vier Kilometer die schmalste Stelle der Meerenge.

Mittlerweile ist die neue Öresundverbindung fertiggestellt und befahrbar. Sie verbindet Dänemark und Schweden erstmals direkt.

Navigation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer vierjährigen Versuchsperiode zeigte die dänisch-schwedische Überwachung des Schiffsverkehrs, dass 200 Ereignisse aktive Beratung zur Verhinderung von unsicherer Navigation und Auflaufen verlangten. Seit dem 1. September 2011 müssen sich deshalb alle Schiffe über 300 BRT bei SOUNDREP anmelden, wenn sie den Sund durchfahren wollen, bei Kullen im Norden und bei Trelleborg im Süden.[5]

Bilder und Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oresund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Ostsee mit Tafel: Zustand 8000 Jahre vor heute
  2. Peter Frederik Suhm: En Historie af Danmark, Bd. XIII, S. 77, zit. Kurd von Schlözer, Die Hansa und der deutsche Ritterorden in den Ostseeländern, Reprint der Ausgabe von 1851, VMA Wiesbaden o.J., S. 179, Anm. 85
  3. Website der Stadtplanung Helsingborg (Memento vom 27. Oktober 2014 im Internet Archive)
  4. Tilman Harlander, Wolfram Pyta (Hg.): NS-Architektur: Macht und Symbolpolitik. Schriftenreihe des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart, Band 19, 2012, ISBN 978-3-643-10944-6, S. 205
  5. Andreas Knudsen: SOUNDREP – Auge und Ohr am Öresund. Einzigartige dänisch-schwedische Überwachung des Schiffsverkehrs. Marineforum 12/2011, S. 32