Öse

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Dieser Artikel beschreibt die Öse an Kleidungsstücken, zum gleichnamigen Fluss siehe Öse (Nethe).
Haken und Ösen (für Pelze, Musterkarte, ca. 1950)
Ösenzange

Die Öse ist ein aus Metall, Kunststoff oder Gummi bestehender Ring. An Kleidungsstücken handelt sich dabei entweder um eine kleine Draht- oder Metallschlinge, die mit einem Haken als Gegenstück dem Zusammenhalt der Kleidungsstücke oder Teilen von ihnen dient oder sie dient eingesetzt in ein Loch der Verstärkung des Lochrandes oder dem Schutz anderer Gegenstände vor den eventuell scharfen Kanten des Loches.

Eine Halteöse bezeichnet beim Bergsteigen und im Gebiet des Arbeitsschutzes im Teilgebiet Persönliche Schutzausrüstung einen Metallring oder stabilen runden Textilgurt der an einem Gurtsystem angebracht ist (Klettergurt, Haltegurt, Auffanggurt) und dem Anseilen, also der Verbindung dieses Gurtsystems mit dem Verbindungsmittel (Kletterseil, Sicherheitsseil) dient.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Begriff existiert etwa seit dem 15. Jahrhundert n. Chr. und geht auf das Wort Ohr zurück. Demnach bedeutet er wie das Wort Öhr eine ohrartige Öffnung.[1] Die Redewendung mit Haken und Ösen stammt aus dem Sport und meint mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Sechs Ösen mit zwei Haken am BH

Ösen werden benutzt, um Löcher in Kleidung, Schuhen, Leder und anderen Stoffen zu verstärken und der Gefahr des Einreißens vorzubeugen. Sie können aus Metall oder Plastik bestehen.

Angenäht an Kleidungsstücken oder befestigt an Schmuckteilen und Kettchen dienen Ösen mit einem entsprechenden Haken an der anderen Seite dem Zusammenhalt (vgl. dazu den Ösenverschluss an Büstenhaltern).

Schnürösen werden durch Schnürung mit einer hin- und herlaufenden Schnur verbunden. Sie werden vor allem bei Schuhen gebraucht, aber auch bei Kleidungsstücken wie Miedern und Korsetts. Außerdem werden mit Schnürung Stoffe zusammengehalten, wie zum Beispiel bei Abdeck- und LKW-Planen oder Zeltbahnen.

Ösen zur Verstärkung von Durchführungen (z. B. in Planen) werden auch als Kauschen bezeichnet. In der Seefahrt werden bestimmte Ösen verallgemeinert Gatchen genannt.

Lötösen werden als elektrische Verbindungselemente genutzt.

Verarbeitung[Bearbeiten]

Ösen bestehen aus zwei Teilen, einem Ober- und einem Unterteil. Das Oberteil wird unter das zu ösende Loch gelegt und „durchdringt“ das Material (entweder selbstschneidend oder durch ein vorher gestanztes Loch). Das Unterteil ist ein flacher Ring, über den mittels eines Stempels die „Nase“ (?) des Oberteils gebördelt wird. Die Bördelung entsteht durch einen Schlag auf den Stempel, durch Pressen mit einer Ösenzange oder durch Druck auf einen Stempel einer Hebel- oder Schraubspindelpresse.
Zur besseren Haftung (bei dünnen Materialien) und zur Schonung des Trägermaterials werden auch Kunststoffscheiben als Beilage unter den Ring verwendet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Öse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden 7, Herkunftswörterbuch, 1963 Seite 485
  2. Duden 11, Redewendungen, 1992 Seite 292