Österreichische Historikerkommission

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Die Historikerkommission der Republik Österreich war eine zwischen 1998 und 2003 tätige Kommission, die im Auftrag von Bundeskanzler Viktor Klima und der österreichischen Regierung den „Vermögensentzug“ („Arisierung“) während der Zeit des Nationalsozialismus sowie seither erfolgte Entschädigungsmaßnahmen erforschte.

Innerhalb von vier Jahren wurde dieser Auftrag unter Beteiligung von 160 Forschern und in Form von 47 Projekten abgewickelt. Die umfassenden Ergebnisse wurden in 49 Bänden veröffentlicht. Mit der Übergabe des Schlussberichtes an die Auftraggeber am 24. Jänner 2003 beendete die Historikerkommission ihre Tätigkeit.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1987 setzte Österreichs Regierung eine internationale Historikerkommission ein, die bis Februar 1988 „kein persönliches schuldhaftes Verhalten“ und „keine Beteiligung an Kriegsverbrechen“ von Kurt Waldheim (österreichischer Bundespräsident 1986–1992) finden konnte. Aufgrund seiner Funktionen war Waldheim jedoch sehr gut informiert über Kriegsverbrechen.[1]

Nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs 1989/90 gab es in zahlreichen europäischen Ländern verstärkte Bestrebungen zur Vergangenheitsbewältigung. Bis zu ihrem Untergang hatte z. B. das SED-Regime immer wieder westdeutschen Politikern und anderen Funktionsträgern eine NS-Vergangenheit vorgeworfen oder sie sonstwie zu diskreditieren versucht.

1990 wurde eine Deutsch-tschechische Historikerkommission ins Leben gerufen.

Ende 1996 setzte der Schweizer Bundesrat die Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg ein. Sie untersuchte im Rahmen des Verfahrens um jüdische Vermögen bei Schweizer Banken den Verbleib von während des Zweiten Weltkriegs in die Schweiz transferierten Vermögenswerten.

Mandat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Historikerkommission wurde am 1. August 1998 vom Bundeskanzler, Vizekanzler und den Präsidenten des Nationalrates und des Bundesrates eingesetzt. Sie erhielten das Mandat zur Erforschung und Berichterstattung über den „gesamten Komplex Vermögensentzug auf dem Gebiet der Republik Österreich während der NS-Zeit sowie Rückstellungen bzw. Entschädigungen (sowie wirtschaftliche und soziale Leistungen) der Republik Österreich ab 1945“.

Mitglieder und ständige Experten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der Historikerkommission waren folgende Personen:

  • Clemens Jabloner, Präsident des Verwaltungsgerichtshofes, Vorsitzender der Historikerkommission
  • Lorenz Mikoletzky, Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchives, stellvertretender Vorsitzender
  • Brigitte Bailer-Galanda, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, stellvertretende Vorsitzende
  • Robert Graham Knight, Historiker Department of Politics, International Relations and European Studies Loughborough University
  • Bertrand Perz, stellvertretender Institutsvorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien
  • Roman Sandgruber, Vorstand des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz

Der Historikerkommission gehörten folgende Personen als Ständige Experten an:

Forschungskoordinatorin:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Rudolf Kurz, James L. Collins, Hagen Fleischer, Gerald Fleming, Manfdred Messerschmidt, Jean Vanwelkenhuyen, Jehuda L. Wallach: The Waldheim Report, Museum Tusculanum Press, Copenhagen, 1993, ISBN 87-7289-206-4