Österreichischer Journalisten Club

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Österreichischer Journalist*innen Club
(ÖJC)
Oejc-logo.png
Zweck: Zusammenschluss von Journalisten
Vorsitz: Norbert Welzl
Gründungsdatum: 1977
Mitgliederzahl: 4.600 (Stand: 2021)
Sitz: Wien
Website: www.oejc.at

Der Österreichische Journalist*innen Club (ÖJC) ist eine parteiunabhängige Journalisten-Organisation in Österreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinigung wurde 1977 von Günther Nenning und Wolf in der Maur gegründet. Bis 1984 bestand der ÖJC aus nur 16 Personen und diente als Vorfeldorganisation der Journalistengewerkschaft innerhalb des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. 1984 wurde die Organisation unabhängig; neuer Obmann wurde Norbert Adam. Gleichzeitig bekam der ÖJC alle Rechte am Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis. Der bisherige Eigentümer konnte den Preis nicht mehr finanzieren, da der Sponsor ausgestiegen war. Adam schuf daraufhin ein sozialpartnerschaftliches Kuratorium, das bis heute die Preisfinanzierung sicherstellt. Der Renner-Preis wurde markenrechtlich geschützt. 1985 wurde auf Vorschlag der beiden ORF-Journalisten Hans Preiner und Fred Turnheim und veranlasst durch den Tod des Journalisten Claus Gatterer der Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus ins Leben gerufen. 1992 übersiedelte die Organisation vom Wiener Messepalast in ein Büro in der neu errichteten Lugner City im 15. Wiener Gemeindebezirk. Der ÖJC wurde von Turnheim zu einem modernen Kommunikations- und Serviceclub für Journalisten umgebaut. 1995 wurde die erste Internetpräsenz des ÖJC in Zusammenarbeit mit der Austria Presse Agentur verwirklicht. 2002 übersiedelte der ÖJC in sein neues Clublokal im 1. Wiener Gemeindebezirk, Blutgasse 3. Ende 2020 wurde bei der bei online abgehaltenen Generalversammlung eine Namensänderung (von bis dahin Österreichischer Journalisten Club in Österreichischer Journalist*innen Club) beschlossen.[1][2]

Der ÖJC hatte im Jahr 2004 3.000 Mitglieder, zum Ende des Jahres 2006 mehr als 4.000 Mitglieder und hat derzeit (Stand 2021) 4.600 Mitglieder.

ÖJC-Journalistenpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Österreichische Journalisten Club vergibt mehrere Journalistenpreise.[3]

  • Der Dr. Karl Renner Publizistikpreis wird jährlich vom ÖJC für „langjährige, hervorragende Leistungen als Journalist“ vergeben.[4]
  • Für das Lebenswerk eines verdienten österreichischen Journalisten/Journalistin wird jährlich der Dr. Karl Renner-Publizistikpreis für das Lebenswerk verliehen.
  • Der Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus wird ebenfalls jährlich vergeben.
  • Der Europäische Journalisten-Preis für hervorragende journalistische Leistungen in Zentraleuropa wird jährlich vergeben.
  • Der New Media Journalism Award für „hervorragende journalistische Leistungen im Bereich Online-Journalismus“ wird auch jährlich vergeben.[5]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ÖJC versteht sich als Service-Organisation für Journalisten. Er gibt einen international anerkannten Presseausweis heraus und führt Pressekonferenzen, Veranstaltungen und Exkursionen durch.

Standespolitische Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zur österreichischen Journalistengewerkschaft (seit 2007: GPA-DJP) wurde der ÖJC seit der Generalversammlung im Dezember 2002 immer mehr zu einer standespolitischen Organisation umgebaut. In den Statuten ist festgelegt, dass der ÖJC parteipolitisch unabhängig ist und bleibt. Der ÖJC ist in Begutachtungsverfahren der österreichischen Gesetzgebung eingebunden und engagiert sich auch in standes- und medienpolitischen Fragen im Rahmen der Europäischen Union. Außerdem pflegt der ÖJC intensive Kontakte mit Journalisten-Organisationen weltweit.

Journalismus & Medien Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ÖJC betreibt die Journalismus & Medien Akademie, die u. a. eine auf Modulen aufgebaute Lehrredaktion anbietet.

Medienmagazin [Statement][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2012 erschien zunächst zehn, mittlerweile sechs Mal im Jahr das Magazin [Statement] (Eigenschreibweise), das nach eigenem Anspruch „Von Journalisten – für Journalisten“ gemacht wird. Im Mai 2014 wurde der Untertitel auf Österreichs Medienmagazin geändert. Das Heft greift aktuelle Medienthemen, Trends und Debatten aus Österreich, Europa und dem Rest der Welt auf. Vertrieben wurde es bis April 2014 als Supplement des Branchenblatts medianet mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren. Die Zeitschrift erhalten alle ÖJC-Mitglieder gratis und kann auch als ePaper über iKiosk.at, Readly und Readit bezogen werden. Seit Mai 2014 ist sie zudem an allen österreichischen Zeitungskiosken und in Trafiken erhältlich. Die Auflage der Printausgabe hatte 6.000 Exemplare. Der im Juni 2022 neu gewählte Vorstand hat beschlossen, die kostenintensive und nicht mehr zeitgemässe Erscheinungsform als Printprodukt einzustellen und auf eine moderne Onlineerscheinungsform umzustellen. Derzeit laufen die Planungen und Vorbereitungen für eine Erscheinen als Onlineausgabe im Jahr 2023.

Vereinsvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Generalversammlung am 21. Juni 2022 wurde erstmals in der jüngeren Geschichte des ÖJC der Vorstand geheim gewählt. Die Wahl wurde notwendig, weil der bisherige Präsident sein Amt nach etwas mehr als einem Jahr zurückgab. Zum neuen Präsidenten wurde Norbert Welzl gewählt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Verleihung des Prof. Claus Gatterer-Preis im Jahr 2019 übte der Tiroler Blogger Markus Wilhelm massive Kritik am Geschäftsgebaren des ÖJC. Wilhelm war 2019 von der Fachjury mit dem Gatterer-Preis ausgezeichnet worden, hatte den Preis jedoch abgelehnt. Im Anschluss veröffentlichte er auf seinem Blog dietiwag.org Recherchen zur Finanzierung des Gatterer-Preises. Dabei legte er offen, dass lediglich ein Bruchteil der von Sponsoren lukrierten Gelder an die jährlich nominierten Preisträger ausbezahlt würde.[6] Als Reaktion auf die von Wilhelm geäußerte Kritik zogen sich das Land Burgenland und die Esterhazy Betriebe als Sponsoren des Claus Gatterer-Preises im September 2019 mit sofortiger Wirkung zurück.[7] Für die Verleihung des Gatterer-Preises im Jahr 2020 gab der ÖJC auf seiner Website bekannt, den Preis aufgrund der Covid-19-Pandemie auszusetzen.[8] Die ÖJC Preise werden weiterhin vergeben, jedoch werden diese ausschließlich aus Vereinsmitteln finanziert und fremde Finanzierungen und Preisgelder werden abgelehnt. Damit soll hervorgehoben werden, dass Journalismuspreise eine Auszeichnung für die Tätigkeiten sein sollen und der ÖJC dadurch seine Unabhängigkeit von privaten Sponsoren und öffentlichen Subventionen unterstreicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ÖJC ändert seinen Namen. In: extradienst.at. 15. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
  2. ÖJC ändert Namen auf: „Österreichischer Journalist*innen Club“. In: oejc.at. 12. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
  3. ÖJC: Journalistenpreise. Abgerufen am 28. November 2013.
  4. Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2015. Abgerufen am 26. Dezember 2015.
  5. ÖJC schreibt New Media Journalism Award 2015 aus. Abgerufen am 26. Dezember 2015.
  6. dietiwag.org: Die Herren vom „Österreichischen Journalisten Club“ und ihr Geschäftsmodell „Claus-Gatterer-Preis“; abgerufen am 18. September 2019
  7. orf.at vom 25. September 2019: Gatterer-Preis: Sponsoren steigen aus; abgerufen am 25. September 2019
  8. Prof. Claus Gatterer-Preis 2021 ausgeschrieben, auf der Website des ÖJC; abgerufen am 21. Juli 2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]