Újezdeček

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Újezdeček
Wappen von Újezdeček
Újezdeček (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 177,4291[1] ha
Geographische Lage: 50° 39′ N, 13° 47′ OKoordinaten: 50° 38′ 48″ N, 13° 47′ 11″ O
Höhe: 243 m n.m.
Einwohner: 893 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 415 01
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: TepliceKošťany
Bahnanschluss: Děčín–Chomutov
Ústí nad Labem–Chomutov
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Pokorný (Stand: 2013)
Adresse: náměstí Boženy Němcové 2
415 01 Újezdeček
Gemeindenummer: 567850
Website: www.ujezdecek.cz
Lage von Újezdeček im Bezirk Teplice
Karte

Újezdeček, bis 1948[3] Malý Újezd (deutsch Klein Augezd, früher auch Kleinaugezd) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Újezdeček liegt zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums von Teplice und gehört zum gleichnamigen Okres Teplice. Das Dorf liegt linksseitig des Košťanský potok am Fuße des Erzgebirges im Nordböhmischen Becken. Újezdeček liegt zwischen den Eisenbahnstrecken von Děčín bzw. Ústí nad Labem nach Chomutov, die sich westlich des Ortes vereinigen. Nächste Bahnstationen sind Teplice-Lesní brána und Řetenice. Der Ort wird von Halden und Restlöchern des Braunkohlenbergbaus umgeben, die an der nördlichen Peripherie gelegenen Teiche Stříbrný, Lübik und Dukla 1 und 2 entstanden aus abgesoffenen Tagebauen.

Nachbarorte sind Mstišov und Pozorka im Norden, Novosedlice im Nordosten, Teplice im Osten, Řetenice im Südosten, Panorama und Hudcov im Süden, Výšina, Jeníkov und Oldřichov u Duchcova im Südwesten, Kamenný Pahorek im Westen sowie Košťany, Dukla und Tupelín-hrádek im Nordwesten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinde Újezdeček sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Osada Dukla, Průmyslový obvod Újezdeček und Újezdeček.[4]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Košťany (Kosten) Dubí (Eichwald)
Nachbargemeinden
Teplice (Teplitz-Schönau)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malý Újezd wurde 1198 im Zuge der Errichtung des Benediktinerinnenklosters Teplice erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1398 war der Ort Teil der Herrschaft Riesenburg. Später gehörte Malý Újezd zu den Herrschaften Libčeves und Duchcov. 1766 erwarben die Grafen Clary-Aldringen das Dorf und schlossen es an die Herrschaft Teplice an. 1830 lebten in Klein Augezd 181 Menschen.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften wurde Klein Augezd zusammen mit Hundorf / Hudcov im Jahre 1849 zum Ortsteil der Gemeinde Settenz / Řetenice im Bezirk Töplitz. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich mit der beginnenden Industrialisierung und dem Braunkohlenbergbau der Charakter des Ortes. 1880 wurden in Klein Augezd drei Zechen betrieben, die Companie Grubenfeld, die Glückzeche, und der Antonie Franziska Schacht. Dadurch erweiterte sich der Ort zur Ansiedlung für Bergleute und Glasmacher. Zwischen Klein Augezd und Settenz entstand entlang der Eisenbahn von Aussig nach Komotau ein Industriegebiet. Außer der Sophienhütte bestanden noch weitere Glashütten. Die Fischmannsche Hütte produzierte Flaschen- und Bijouterieglas; in der Ascherlhütte wurde Tafelglas hergestellt. Nordöstlich, an der Eisenbahn von Bodenbach nach Komotau, wurde die Glashütte Waldthor betrieben. In den 1920er Jahren wurde die Ascherlhütte stillgelegt, ein Jahrzehnt später schloss die Sophienhütte infolge der Weltwirtschaftskrise. Die meisten der Bewohner waren Deutsche, im Dorf lebte auch eine tschechische Minderheit. Nach dem Münchner Abkommen erfolgte 1938 die Angliederung an das Deutsche Reich. 1939 lebten in der Gemeinde im Landkreis Teplitz-Schönau 2.040 Menschen. 1942 entstand in der Glashütte Waldthor der Firma Josef Inwald AG ein Arbeitslager für sowjetische Kriegsgefangene und andere Internierte aus der Sowjetunion, das direkt dem Reichsprotektorat Böhmen und Mähren unterstellt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung vertrieben und Tschechen aus Innerböhmen angesiedelt. 1948 erfolgte gleichzeitig mit der Eingemeindung nach Teplice auch die Änderung des Ortsnamens Malý Újezd in Újezdeček. 1954 wurden die Pläne für "Groß Teplice" aufgegeben und der Ort erhielt seine Selbstständigkeit zurück.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5]
1869 450
1880 793
1890 1085
1900 1578
1910 2078
Jahr Einwohnerzahl
1921 2065
1930 2188
1950 1540
1961 1053
1970 918
Jahr Einwohnerzahl
1980 984
1991 769
2001 779
2011 885

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kapelle

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Újezdeček – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567850/Ujezdecek
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.portal.gov.cz/wps/portal/_s.155/701?l=22/1949@1@2Vorlage:Toter Link/www.portal.gov.cz (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/567850/Obec-Ujezdecek
  5. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen im 20. Januar 2016 (tschechisch).