Überhälter

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Überhälter (in der Schweiz als Überständer bezeichnet) sind einzelne ausgewachsene Bäume, deren Krone sich deutlich über die sie umgebende Gehölzvegetation erhebt.

Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überhälter werden Bäume genannt, die auf Verjüngungsflächen im Wald oder beim „Auf-den-Stock-setzen“ in Wallhecken stehen gelassen werden. Der Abstand im Knick ist etwa 20 bis 50 Meter.

In waldarmen Gegenden Norddeutschlands wurden die Überhälter im Knick speziell zum Schneiden von Bauholz für lange Ständer von Fachwerkhäusern (Hallenhäusern) genutzt.

In der Forstwirtschaft werden beim Abtrieb einzelne Bäume auf der Fläche belassen. Einerseits sollen die von Bedrängern freigestellten Bäume weiter zuwachsen, um an Wert zu gewinnen, andererseits dienen sie dem nachwachsenden Jungwuchs als Schutz. Arbeitet ein forstlicher Betrieb überwiegend mit dieser Verjüngungsform, wird er auch als Überhaltbetrieb bezeichnet. Bei einer Mittelwald-Kultur wird ebenfalls nach diesem Prinzip gearbeitet.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ökologischen Sinn bilden Überständer (auch Emergenten) die oberste Kronenschicht im stockwerkartigen Aufbau tropischer Regenwälder, die einzeln oder in Gruppen das in rund 40 m Höhe liegende Hauptkronendach des Waldes nochmals um 10 bis 20 m überragen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Grabherr: Farbatlas Ökosysteme der Erde. Ulmer, Stuttgart 1997, ISBN 3-8001-3489-6. S. 52.