Český Těšín

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Český Těšín
Wappen von Český Těšín
Český Těšín (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Karviná
Fläche: 3381 ha
Geographische Lage: 49° 45′ N, 18° 37′ OKoordinaten: 49° 44′ 33″ N, 18° 36′ 59″ O
Höhe: 270 m n.m.
Einwohner: 24.787 (1. Jan. 2016)[1]
Postleitzahl: 737 01
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Vít Slováček (Stand: 2007)
Adresse: náměstí ČSA 1/1
737 01 Český Těšín 1
Gemeindenummer: 598933
Website: www.tesin.cz

Český Těšín (deutsch Tschechisch-Teschen, polnisch Czeski Cieszyn) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt im Bezirk Karviná der Region Mährisch-Schlesien. Sie ist der in Tschechien gelegene Teil der tschechisch-polnischen Doppelstadt Český Těšín/Cieszyn und hat etwa 26.000 Einwohner.

2015 wurde Český Těšín neben Cieszyn der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.

Český Těšín rechts, Cieszyn links des Grenzflusses Olsa

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Schlesischen Vorgebirge, einem nördlichen Ausläufer der Beskiden. Beide Gebirgszüge liegen im westlichen Teil der Karpaten. Český Těšín ist Grenzstadt zu Polen, zum polnischen Stadtteil Cieszyn gibt es drei Brücken mit Grenzübergängen. Die Grenze wird durch den Oder-Nebenfluss Olsa (Olše) gebildet, in den am südlichen Stadtrand die Ropičanka mündet. Obwohl an der äußersten Peripherie Tschechiens gelegen, ist die Stadt verkehrstechnisch gut erschlossen. Fernstraßen und Bahnlinien verbinden sie mit den Nachbarstädten Ostrava und Frýdek-Místek, in die nahe gelegene Slowakei führt die Europastraße 75.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Teschen war ursprünglich Residenzort des Herzogtums Teschen und gehörte ab 1742 zu Österreichisch-Schlesien. Nachdem Teschen und das umliegende Olsagebiet 1920 durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zwischen Polen und der 1918 neu gebildeten Tschechoslowakei entlang der Olsa aufgeteilt wurden, kam die am westlichen Olsa-Ufer gelegene Vorstadt Teschens als Český Těšín zur Tschechoslowakei. Zwei Tage nach Abschluss des Münchner Abkommens besetzten am 2. Oktober 1938 polnische Truppen Český Těšín und vereinten die Stadt unter dem Namen Cieszyn, die nun zu Polen gehörte. Nachdem Polen 1939 von Deutschland besetzt wurde, kam die gesamte Stadt unter ihrem deutschen Namen Teschen zur Provinz Schlesien und wurde Kreisstadt im Landkreis Teschen. Nach Kriegsende wurde die Teilung der Stadt wiederhergestellt. Eine abschließende Einigung zwischen der ČSSR und der Volksrepublik Polen auf den Grenzverlauf vor dem 1. Januar 1938 wurde erst am 2. Juni 1958 erzielt.[2]

Zur Geschichte der Doppelstadt siehe ausführlich unter Cieszyn.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Český Těšín (Tschechisch-Teschen), Dolní Žukov (Niederzukau), Horní Žukov (Oberzukau), Koňákov (Konakow), Mistřovice (Mistrzowitz), Mosty, Stanislavice (Stänzelsdorf)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, oder Geschichte und Beschreibung sämmtlicher Burgen und Ritterschlösser Schlesiens beider Antheile und der Grafschaft Glatz. 2. Auflage, Verlag Carl Flemming, Glogau 1844, S. 193–195 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Albin Heinrich: Versuch über die Geschichte des Herzogthumes Teschen von den ältesten bis auf gegenwärtige Zeiten. Th. Prochaska, Teschen 1818 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Gottlieb Biermann: Geschichte des Herzogthums Teschen. Verlag Karl Prochaska, Teschen 1863 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Moritz Landwehr von Pragenau: Geschichte der Stadt Teschen (= Quellen und Darstellungen zur schlesischen Geschichte. Bd. 18). Bearbeitet von Walter Kuhn. Holzner, Würzburg 1976, DNB 770181546 (Literaturverzeichnis, S. 133–139).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Český Těšín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  2. Ein (fast) vergessener Konflikt. Der polnisch-tschechoslowakische Grenzkrieg 1919 (Memento vom 2. Februar 2006 im Internet Archive). In: mdr.de, zuletzt aktualisiert am 03. Februar 2004, abgerufen am 6. Juni 2016 (Darstellung umfasst über 1919 hinaus die Besetzung durch Polen 1938 und die Ereignisse bis zur Einigung 1958).