İzmit

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İzmit
Wappen fehlt
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İzmit (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Kocaeli
Koordinaten: 40° 46′ N, 29° 57′ OKoordinaten: 40° 45′ 50″ N, 29° 56′ 30″ O
Einwohner: 294.875[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 262
Postleitzahl: 41 xxx
Kfz-Kennzeichen: 41
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: İbrahim Karaosmanoğlu (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis İzmit
Einwohner: 315.734[2] (2010)
Fläche: 1.045 km²
Bevölkerungsdichte: 302 Einwohner je km²
Kaymakam: Sabit Kaya
Webpräsenz (Kaymakam):

İzmit (das antike Nikomedia), oft fälschlich "Kocaeli" genannt, ist eine Stadt in der Türkei. Sie hatte nach der Volkszählung von 2010 294.875 Einwohner, liegt am Marmarameer und ist von hohen Bergen umgeben. İzmit ist Verwaltungszentrum der Provinz Kocaeli, in der rund 1,4 Millionen Menschen leben. Zu den Stadtteilen gehören Saraybahçe und Bekirpaşa. İzmit ist heute ein wichtiges und aufstrebendes Industriezentrum am östlichen Rand der Metropole Istanbul.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde unter dem Namen Nikomedeia vom bithynischen König Nikomedes I. 264 v. Chr. als Hauptstadt von Bithynien gegründet. 74 v. Chr. gelangte sie nach dem Tode König Nikomedes IV. testamentarisch ans römische Reich.

183 v. Chr. beging Hannibal im heutigen Gebze in der Nähe von Nikomedia Selbstmord.

Plinius der Jüngere war zeitweise Statthalter von Bithynien mit Sitz in Nikomedia. Bekannt ist Plinius durch die bis heute erhaltene Sammlung seiner Briefe an den römischen Kaiser Traian, die auch eine wichtige Quelle für die frühe Geschichte des Christentums und seiner Verfolgung im Römischen Reich darstellen.

Kaiser Diokletian, 284 in der Nähe der Stadt zum Kaiser erhoben, baute Nikomedia zu seiner Residenz aus. Von Nikomedia aus organisierte er die umfassendste Christenverfolgung im Römischen Reich. Am 30. April 311 wurde in Nikomedia das Toleranzedikt des Kaisers Galerius publiziert, welches das Christentum zur erlaubten Religion machte. Konstantin der Große starb 337 in Achyron(a), einem Vorort von Nikomedia.

Die heilige Barbara (Märtyrerin) soll im 3. Jahrhundert in Nikomedia gelebt haben, ebenso die Heilige Juliana von Nikomedia. 1075 eroberte Süleyman, Sohn des Kutalmiş, Nikomedia. Es gehörte damit kurzzeitig zum Reich der Rum-Seldschuken, bis es 1085 wieder ans Byzanz zurückgegeben wurde.[3] 1338 wurde Nikomedeia von den Osmanen eingenommen.

Am 2. Januar 1879 explodierte das britische Kriegsschiff Thunder in der Bucht von Izmit. Es gab neun Tote.

Bei einem verheerenden Erdbeben am 17. August 1999, bei dem das Epizentrum in İzmit lag, kamen nach offiziellen Angaben rund 18.000 Menschen ums Leben, 44.000 wurden verletzt. Ursache des Bebens war eine Verschiebung der Anatolischen Platte, die zwischen der Eurasischen Platte und der Arabischen Platte klemmt (vgl. Nordanatolische Verwerfung).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golf von Izmit in der Nacht.
  • Av Köşkü: ein zweistöckiges, im Barockstil erbautes Gebäude, das Sultan Abdülaziz als Jagdschlösschen diente. Es befindet sich direkt neben dem bekannten Uhrturm von İzmit. 1967 wurde es in ein Museum umgewandelt, in dem hellenistische, römische und byzantinische Grabsteine, Kleidungen, Statuen, Büsten, Schriften und Abdülaziz' persönliche Gegenstände ausgestellt sind.
  • İzmit Kalesi: das Kastell liegt auf einem Hügel nördlich von İzmit. Die Mauern und das Innere des Kastells stammen aus der römischen Epoche.
  • Nymphaion: Dieser Brunnen wurde im 2. Jahrhundert von den Römern erbaut und ist den Nymphen gewidmet.
  • Die ehemalige Papierfabrik SEKA, gegründet 1936 und geschlossen 2005, war die erste großindustrielle Anlage der Türkei. Sie wird gegenwärtig in ein Industriemuseum umgewandelt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In İzmit befindet sich die Kocaeli Üniversitesi mit insgesamt über 45.000 Studenten.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Partnerstadt von İzmit ist Kassel. Izmit hat acht Partnerstädte:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen der Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 7. Juni 2011
  2. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 7. Juni 2011
  3. Vgl. Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. Cambridge University Press, 1978, S. 76.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nezih Fıratlı: İzmit: Tarihi ve Eski Eserleri Rehberi. Istanbul 1959
  • Nezih Fıratlı: İzmit Şehri ve Eski Eserleri Rehberi. Istanbul 1971
  • Nezih Fıratlı: Izmit (Nicomédie) : petit guide; son histoire et ses monuments. Istanbul 1964
  • Clive Foss: Survey of medieval castles of Anatolia, Vol. 2: Nicomedia. Oxford 1996. ISBN 1-898249-07-5
  • Meryem Hayir: Siedlungs- und Industrieentwicklung am Golf von Izmit und ihre Standortprobleme: die Großstadt Izmit und ihre Industrie (Standort-, Ansiedlungs- und Umweltprobleme). Mannheim, Univ., Diss., 2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: İzmit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien