Łagów (Powiat Świebodziński)

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Łagów
Wappen von Łagów
Łagów (Polen)
Łagów
Łagów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Świebodzin
Geographische Lage: 52° 20′ N, 15° 18′ OKoordinaten: 52° 19′ 57″ N, 15° 17′ 37″ O
Einwohner: 1588 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 66-220
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSW
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 11 Schulzenämter
Fläche: 199,19 km²
Einwohner: 5060
(30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 25 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0808022
Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindevorsteher: Czesław Kalbarczyk[3]
Adresse: ul. 1 Lutego 7
66-220 Łagów
Webpräsenz: www.lagow.pl



Łagów (deutsch Lagow) ist ein Dorf mit kleinstädtischem Charakter in der polnischen Woiwodschaft Lebus, Powiat Świebodziński (Kreis Schwiebus). Das Dorf ist Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt am Flüsschen Pliszka (Pleiske) im früheren Land Sternberg (Ziemia Torzymska), dem südlichen Teil der Neumark nördlich der Europastraße von Frankfurt (Oder) nach Świebodzin (Schwiebus). Die Entfernung nach Frankfurt beträgt etwa 45 Kilometer, nach Schwiebus etwa 25 Kilometer. Lagow liegt inmitten des Lagower Landschaftsschutzparks.

Lagower See

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagow – siehe Bildrand links – westlich der Stadt Posen und nordwestlich der Stadt Schwiebus auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Lagow südlich der Stadt Landsberg an der Warthe auf einer Landkarte von 1905
Schloss Lagow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Ehemalige Burg des Johanniterordens heute
Kirche von Lagow
Märkisches Tor während des 35. Lebuser Filmsommers 2005
Polnisches Tor
Viadukt

Der nahe dem Ort gelegene Falkenberg war schon in der Bronzezeit (Lausitzer Kultur) besiedelt. An gleicher Stelle befand sich im 11. und 12. Jahrhundert eine slawische Burg. 1251 kam das Gebiet unter deutsche Herrschaft. 1258 kam Schloss Lagow in den Besitz des Markgrafen Johann I.;[4] in den folgenden Jahrzehnten war es zwischen den Bischöfen von Lebus, den Brandenburger Markgrafen und den Erzbischöfen von Magdeburg umstritten.

1299 wurde Lagow zum ersten Mal erwähnt, als die Brandenburger Markgrafen Otto IV. und Heinrich II. die Burg dem Ritter Albrecht von Klepitz übereigneten. Die damalige Anlage lag etwa 500 m nordwestlich der bis heute bestehenden Johanniterburg auf dem Falkenberg.

Mitte des 14. Jahrhunderts ging Lagow in den Besitz des Johanniterordens über, der nach kurzer Zeit mit dem Bau einer neuen Burg begann, die auf einem Hügel zwischen dem Trzesniowski-See im Norden und dem Lagower See im Süden auf einer schmalen Landenge angelegt wurde.

Am Fuß der Veste entstand eine zugehörige Siedlung für Handwerker und Dienstmannen, die mit Wehrmauern und zwei Toren, heute das Märkische Tor (polnisch Brama Marchijska) und das Polnische Tor (polnisch Brama Polska) genannt, gesichert wurde. Am Ende des 14. Jahrhunderts wurde auf der Burg eine Johanniterkomturei eingerichtet. Lagow war eine der größten Komtureien des Johanniterordens.[5]

1569 bekam Lagow Stadtrecht. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Lagow 1640 von den Schweden eingenommen und zerstört. 1726 wurde das Stadtrecht erneuert; um 1800 war die Stadt eine Zeitlang die kleinste in Preußen.[6] Im Jahr 1750 hatte das Städtchen 267 Einwohner, im Jahr 1850 450 Einwohner.[6]

Nach der Auflösung des Ordens im Jahre 1811 ging Lagow in privaten Besitz über. Das Städtchen war Sitz einer königlichen Oberförsterei sowie eines Rentamtes.[6]

Die Ortschaft gehörte 1945 zum Landkreis Oststernberg im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg.

Während der Kampfhandlungen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 wurden die Burg und die Ortschaft nicht zerstört. Nach Kriegsende 1945 wurde Lagow unter polnische Verwaltung gestellt. Polen siedelten sich an, und die deutschen Bewohner wurden – soweit sie nicht geflohen waren – anschließend von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben. Die Schreibweise des Ortsnamens wurde in Łagów abgeändert.

Das bis heute von der Ortschaft geführte Wappen erinnert an die jahrhundertelange Präsenz der Johanniter in Lagow.

Die Haupterwerbszweige der Bevölkerung sind gegenwärtig die Landwirtschaft und der Tourismus.

Jährliche Einwohnerzahlen vor 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1732: 201[4]
  • 1750: 267[4]
  • 1801: 319[4]
  • 1840: 388[4]
  • 1855: 586, darunter drei Katholiken und neun Juden[4]
  • 1933: 1.093[7]
  • 1939: 1.155[7]

Eigentümer von Schloss und Gut Lagow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besitzer[8] von Schloss und Gut Lagow von 1350 bis 1945:

Gemeinde (Gmina Łagów)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Łagów hat etwa 5.000 Einwohner. Zu ihr gehören folgende Ortschaften (deutsche Namen bis 1945) mit Schulzenamt (sołectwo):

  • Gronów (Grunow)
  • Jemiołów (Petersdorf)
  • Kosobudz (Kunersdorf)
  • Kłodnica (Abbau Sorge)
  • Łagów (Lagow)
  • Łagówek (Neu Lagow)
  • Niedźwiedź (Niedewitz)
  • Poźrzadło (Spiegelberg)
  • Sieniawa (Schönow)
  • Toporów (Topper)
  • Żelechów (Selchow)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Brzezinki
  • Czartów (Schartowsthal)
  • Czyste (Grunewald)
  • Gronów-Winiarnia
  • Jemiołów (gajówka) (Petersdorf)
  • Kosobudki (Neu Kunersdorf)
  • Pasałka
  • Sieniawa-Kopalnia (Schönow)
  • Stok (Stock)
  • Troszki (Kunersdorfer Sorge)
  • Zabiele
  • Zamęt (Neumühl)

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Łagów findet seit Ende der 1960er Jahre alljährlich zur Mittsommernacht das Lubuskie Lato Filmowe (Lebuser Filmsommer) genannte älteste polnische Spielfilmfestival statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 483–484.
  • Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855, S. 209.
  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Band 3, Berlin 1832, S. 512–515.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Łagów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 4. Juli 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Website der Gemeinde, Wójt Gminy Łagów, abgerufen am 26. Februar 2015
  4. a b c d e f W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 483–484.
  5. Johann Gottfried Dienemann und Johann Erdmann Hasse: Nachrichten vom Johanniterorden, insbesondere von dessen Herrenmeisterthum in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland. Berlin 1767, S. 86.
  6. a b c Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855, S. 209.
  7. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/oststernberg.html
  8. Jörg Lüderitz: Entdeckungen östlich der Oder. Unterwegs zwischen Frankfurt, Skwierzyna und Żary. Trescher, Berlin 2005, ISBN 3-89794-082-5, S. 80ff. (Trescher-Reihe Reisen), (Online bei Google Book Search).