Şereflikoçhisar

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Şereflikoçhisar
Wappen von Şereflikoçhisar
Şereflikoçhisar (Türkei)
Red pog.svg
Şereflikoçhisar, Provinz Aksaray.jpg
Die Hauptstraße Ankara Caddesi mit der Ekici-Moschee
Basisdaten
Provinz (il): Ankara
Koordinaten: 38° 57′ N, 33° 33′ OKoordinaten: 38° 56′ 40″ N, 33° 32′ 31″ O
Höhe: 975 m
Fläche: 2.034 km²
Einwohner: 33.420[1] (2016)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 312
Postleitzahl: 06950
Kfz-Kennzeichen: 06
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Bürgermeister: Ferda Polat (AKP)
Postanschrift: Ankara Caddesi 116
Yeni Mahalle Şereflikoçhisar 06950
Website:
Landkreis Şereflikoçhisar
Einwohner: 33.420[2] (2016)
Kaymakam: Sedat Yıldırım (seit 2017)
Website (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis
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Şereflikoçhisar ist eine Stadt in der Türkei. Sie liegt unweit des Tuz Gölü und gehört zur Provinz Ankara. Der gleichnamige Landkreis hat eine Fläche von 2.016 km².

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Stadt, Koç Hisar, auch Koçhisar, stammt von den Seldschuken und bedeutet so viel wie Widderburg. Unter İsmet İnönü wurde in den 1920er Jahren in Absprache mit Mustafa Kemal Atatürk der Name in Şereflikoçhisar geändert, um des heldenhaften Einsatzes der Soldaten aus Koçhisar bei der Schlacht von Gallipoli 1915/16 zu gedenken. Şerefli bedeutet ehrenhaft, ruhmvoll.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Şereflikoçhisar hat 33.420 Einwohner (Stand 2016). Von den 43 Dörfern leben in sechs Dörfern Kurden und in drei Dörfern Tataren. In der Stadt selbst wohnen 27.471 Bürger, auf den umliegenden Dörfern 5.949 (Stand 2016).[4] Entwicklung der Einwohnerzahl:

Datum Einwohner
1965 69.201[5]
1970 75.675
1975 82.207
1980 79.330
1985 87.893
1990 60.701
2000 59.128
2007 34.808
2008 35.353
2009 35.978
2010 35.989
2011 36.071
2012 35.042
2013 34.577
2014 33.946
2015 33.729
2016 33.420

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Şereflikoçhisar grenzt im Norden an den Landkreis Balâ (Provinz Ankara), im Nordosten an den Hirfanlı Barajı (Hirfanlı-Stausee), der die Grenze zur Provinz Kırşehir bildet. Im Osten liegt der Landkreis Evren, der bis 1990 zu Şereflikoçhisar gehörte, im Südosten grenzt er an den Landkreis Sarıyahşi, im Süden an den zentralen Landkreis Aksaray. Im Südwesten und Westen bildet der Tuz Gölü die Grenze und im Nordwesten grenzt Şereflikoçhisar an den Landkreis Kulu, Provinz Konya.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es herrscht trockenes Kontinentalklima. In den Wintermonaten können die Temperaturen leicht unter Null Grad sinken. In den Sommermonaten Juli und August werden bis zu 30 Grad erreicht. Die meisten Niederschläge fallen zwischen November und Mai; in der Zeit von Juli bis September fällt so gut wie kein Regen.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einziger Fluss im Landkreis ist der Peçenek deresi, der bei dem Dorf Fadıllı zum Peçenek-Stausee (türkisch: Peçenek Barajı) aufgestaut ist. Er fließt weiter durch Şereflikoçhisar und mündet westlich der Stadt in den Tuz Gölü. An der Ostgrenze fließt der zum Hirfanlı Barajı (Hirfanlı-Stausee) aufgestaute Kızılırmak.

Dörfer und Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Şereflikoçhisar hat 43 Dörfer (Köy) und 4 Ortschaften (Belediye):

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick nach Osten auf Karandere
Odunbogazi, im Norden des Landkreises

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Salzgewinnung am Tuz Gölü. Die Firma Koyuncu Kaldırım Tuz İşletmesi (Koyuncu Salt Enterprises) ist der größte türkische Salzproduzent und beschäftigt 180 Mitarbeiter (Stand 2019). Auf 18 km² wird in fünf Becken Salz gewonnen.[6]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Şereflikoçhisar verläuft die Hauptstraße E 90. Sie ist eine Verbindung zwischen Ankara und Adana.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Şereflikoçhisar ist nach Untersuchungen des türkischen Kulturministeriums schon seit der Steinzeit bewohnt.[7] Angeblich gab es auch eine Hethiter-Siedlung, welche jedoch nicht durch Quellen belegt ist. 334 v. Chr. zog Alexander der Große nach seinem Sieg gegen die Perser am Tuz Gölü vorbei. 275 v. Chr. wanderten die keltischen Galater ein. Im Gebiet von Şereflikoçhisar ließ sich der volkische Teilstamm der Tektosagen nieder, der am See Salzpfannen zur Salzgewinnung anlegte und dieses in ganz Anatolien vertrieb.[8][9] 25 n. Chr. starb der letzte Galaterkönig Amyntas und das Gebiet wurde zur römischen Provinz Galatia, in byzantinischer Zeit gehörte es zum Thema Anatolikon. 1071 gelang es Roussel Phrangopolos, auch Ursel von Bailleul (de Ballione) genannt, eine unabhängige Herrschaft in Galatien zu etablieren. 1076 wird er jedoch von den Seldschuken verraten, die das Gebiet um 1077 erobern. Mit der Eroberung durch Malik Schah I. wird der Ort zum ersten Mal erwähnt, als Malik Schah die Burg Koç Hisar errichten ließ. 1307 endete die Seldschuken-Herrschaft und die Karamaniden sicherten sich unter Yahşı Han Bey das Gebiet um Koç Hisar. 1467 eroberte der osmanische Sultan Mehmed II. Koç Hisar und ließ die Burg zerstören. Seitdem gehörte Koç Hisar zum osmanischen Reich und wurde von Aksaray aus verwaltet.

1885 wurde Koç Hisar zur Stadt ernannt, 1891 wurde der Landkreis (türkisch: ilçe) Koç Hisar gebildet und gehörte zur Provinz Konya. 1920 wurde er der neu geschaffenen Provinz Aksaray zugeschlagen. 1933 kam der Landkreis zur Provinz Ankara. 1934 wurde die erste Schule in der Stadt errichtet. 1989 verlor Şereflikoçhisar nicht nur die Chance zur Weiterentwicklung zu einer Provinz, sondern auch seine Ortschaften Sarıyahşi mit ihren 7 Dörfern und Ağaçören mit ihren 27 Dörfern an die 1989 wieder eingerichtete Provinz Aksaray. Am 9. Mai 1990 wurde um die Kleinstadt Evren zusammen mit 9 Dörfern ein eigener Landkreis gegründet und von Şereflikoçhisar ausgegliedert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Ruinen der antiken Stadt Parnassos. Sie liegen ungefähr acht Kilometer nördlich von Şereflikoçhisar bei dem Dorf Parlasan. Die Ausgrabungen fanden 2007 statt und es wurden Grundrisse einer Kirche und einer Bibliothek sowie Gräber freigelegt.

Die Stadt selbst enthält wenig sehenswerte Bauwerke. Die wichtigsten sind

  • Sultan-Alaaddin-Moschee (türkisch: Sultan Alaaddin Camii), eine Seldschuken-Moschee, erbaut ca. 1230 bis 1230 unter dem Sultan der Rum-Seldschuken Ala ad-Din Kai Kobad I. Sie wurde 2014/15 renoviert.
Blick aus dem Stadtmuseum
  • Das Grabmal von Hurşid Hatun (türkisch: Hurşid Hatun türbesi), der Frau von Ala ad-Din Kai Kobad I.; ebenfalls im Seldschuken-Stil errichtet.
  • Das Grabmal von Hacı Enbiya (türkisch: Hacı Enbiya türbesi)
  • Das Stadtmuseum (türkisch: Kent Müzesi); spätosmanische Architektur aus dem Jahr 1899
  • Das Salzsee-Museum (türkisch: Tuz Gölü Müzesi) außerhalb der Stadt an der Straße von Ankara nach Aksaray (D 750; E 90)

Die Mauern der Burg (türkisch: Şereflikoçhisar kale) sind ein historisierender Nachbau aus dem 20. Jahrhundert ohne architektonischen Wert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aziz Mahmud Hüdayi Hazretleri (1541–1628); Philosoph

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Şereflikoçhisar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Bevölkerungsstatistik abgerufen 28. Juli 2015 (Memento vom 27. Juli 2015 im Webarchiv archive.is)
  2. Türkisches Institut für Bevölkerungsstatistik abgerufen 07. März 2017 (Memento vom 27. Juli 2015 im Webarchiv archive.is)
  3. http://www.sereflikochisar-bld.gov.tr/iletisim.html
  4. http://www.sereflikochisar.gov.tr/nufus
  5. Türkiye ilçe nüfus/Ankara/Şereflikoçhisar
  6. http://koyuncusalt.com/en/pages/details/1
  7. http://www.sereflikochisar-bld.gov.tr/kochisar.html
  8. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1997
  9. Sievers/Urban/Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K.