Široki Brijeg

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Široki Brijeg
Широки Бријег

Wappen von Široki Brijeg

Široki Brijeg (Bosnien und Herzegowina)
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Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation
Kanton: West-Herzegowina
Koordinaten: 43° 23′ N, 17° 36′ OKoordinaten: 43° 22′ 54″ N, 17° 35′ 36″ O
Fläche: 388 km²
Einwohner: 29.809 (2013)
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 39
Postleitzahl: 88220
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 24 Ortsgemeinschaften
Bürgermeister: Miro Kraljević (HDZ BiH)
Postanschrift: Fra Didaka Buntića 11
88220 Široki Brijeg
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtfest: 15. August (Maria Himmelfahrt)

Široki Brijeg anhören?/i (von 1952 bis 1991 Lištica) ist eine Stadt in Bosnien und Herzegowina mit knapp 30.000 Einwohnern. Sie ist der Hauptort des Kantons West-Herzegowina der Föderation und fast ausschließlich von Kroaten bevölkert.

Široki Brijeg bzw. im regionalen ikavischen Dialekt Široki Brig, bedeutet „Breiter Hügel“ und meint einen örtlichen Hügel mit dem Franziskanerkloster und der Maria-Himmelfahrts-Kirche. Alljährlich werden diese Sakralbauten von katholischen Pilgern aus aller Welt (vor allem Italien) besucht.[1]

Die professionellen Sportvereine NK Široki Brijeg (Fußball) und HKK Široki Brijeg (Basketball) gehören zu den erfolgreichsten des Landes und spielen auch in internationalen Ligen.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Široki Brijeg (Hauptort und Umgebung)

Der gleichnamige Hauptort und Verwaltungssitz der Stadt hat etwa 7.000 Einwohner. Zum Stadtgebiet gehören zudem die 24 Ortsgemeinschaften Biograci, Buhovo, Ciglana, Crnač, Crne Lokve, Čerigaj, Desna Obala, Dobrkovići, Dužice, Izbično, Jare, Knešpolje, Kočerin, Lijeva Obala, Ljubotići, Ljuti Dolac, Mokro, Oklaji, Privalj, Provo-Dobrič-Grabova Draga, Rasno, Trn, Turčinovići und Uzarići.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Altertum und Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama der Stadt

Eine große Fülle an Funden aus illyrischer Zeit belegt, dass das Gebiet um Široki Brijeg bereits in prähistorischer Zeit sehr dicht besiedelt gewesen sein muss. Auch in der Antike, als das Gebiet zum römischen Reich gehörte, kann man von einer Siedlungskontinuität ausgehen. Aus spätantiker Zeit konnten im Ort Biograci die Reste eines Refugiums und im Ort Duboko Mokro die Reste einer Basilika freigelegt werden. Die Basilika in Duboko Mokro wurde wohl mehrmals zerstört und wiedererrichtet, wobei sie vermutlich bis ins Mittelalter hinein als Gebetshaus gedient hat.

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stećak aus Široki Brijeg

Man kann von einer Besiedlung durch die im 7. Jahrhundert eingewanderten slawischen Völker ausgehen, da man kyrillische Inschriften in einigen Dörfern gefunden hat. Außerdem haben sich in der Nähe der Quelle des Flusses Lištica die Überbleibsel einer kleineren mittelalterlichen Stadt oder Festung erhalten.

Mit dem Einfall der Osmanen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lösten sich die meisten mittelalterlichen Siedlungen wieder auf. Aus osmanischen Aufzeichnungen weiß man, dass sich die einheimische Bevölkerung größtenteils in die Gebirgsdörfer zurückgezogen hat. Man kann davon ausgehen, dass die Eroberer vor allem im ersten Jahrhundert ihrer Herrschaft der einheimischen christlichen Bevölkerung gegenüber vor allem Härte gezeigt haben. Bis 1563 wurden sämtliche Kirchen westlich des Flusses Neretva niedergerissen und die Mehrheit der Priester (Christentum)Priester vertrieben. Lediglich die Franziskaner konnten bleiben und trugen im Verlauf der folgenden Jahrhunderte zur katholischen Prägung der Region entscheidend bei.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziskanerkloster Široki Brijeg

Die Geschichte des modernen Široki Brijeg ist eng verknüpft mit dem 1846 gegründeten und bis 1860 erbauten Konvents der Franziskaner-Minoriten. Es war die erste Klostergründung in der Herzegowina unter osmanischer Herrschaft. Die heutige Stadt entwickelte sich um die Jahrhundertwende entlang des Bachs Ćemer, nach dem die Siedlung zunächst auch benannt wurde. Nach der Schaffung einer Straßenverbindung nach Mostar um 1900 begann der junge Ort auch wirtschaftlich zu gedeihen; es wurden erste Läden und Gasthäuser eröffnet. Ab 1905 wurde neben dem Franziskanerkloster die Maria-Himmelfahrts-Kirche erbaut. Mit der Entstehung einer Administratur erhielt die Stadt ihren heutigen Namen. In alten Karten ist die Stadt auch unter dem Namen des heutigen Ortsteils Lise verzeichnet, der heute zur Ortsgemeinschaft Lijeva Obala gehört.[3] Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hin entwickelten sich sowohl Kloster als auch Stadt kontinuierlich weiter.

Ab dem 6. Februar 1945 lieferte sich die 26. Division des VIII. Korps der Volksbefreiungsarmee Jugoslawiens heftige Kämpfe mit dem 270. Regiment der 369. Legionärsdivision der deutschen Wehrmacht sowie kroatischen Streitkräften um die Stadt. Am 7. Februar 1945 eroberten Partisanen der II. Dalmatinischen Proletarischen Brigade die Stadt und marschierten in Široki Brijeg ein. Nach der Einnahme wurden etwa 21 Franziskanerbrüder zwischen dem 7. und 15. Februar, im Massaker von Široki Brijeg, getötet. Schulen und Kloster wurden schwer verwüstet und das Inventar geraubt oder öffentlich verbrannt.

Die Stadt wurde 1953 in Lištica umbenannt, damit der Name Široki Brijeg nicht mehr an die zeitweise Niederlage und die hohen Verluste der Partisanen in den Kämpfen um die Stadt und Region am Ende des Zweiten Weltkriegs, erinnern konnte.[4] Das Kloster behielt den alten Namen bei. Erst in den 1970er Jahren konnte das Kloster seinen aktiven Betrieb wieder aufnehmen.

Im Bosnienkrieg war Široki Brijeg mehreren Bomben- und Raketenangriffen seitens serbischer Truppen ausgesetzt. Die Stadt selbst trug einige Schäden davon, während das Franziskanerkloster diesen Krieg schadlos überstand. Am 24. Juli 2014 erhielt Široki Brijeg vom Parlament der Föderation Bosnien und Herzegowina die Stadtrechte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1991 hatte Široki Brijeg 27.160 Einwohner, davon 26.864 (98,91 %) Kroaten und 296 (1,09 %) Andere. Bei der Volkszählung in Bosnien und Herzegowina 2013 hatte die Stadt 29.809 Einwohner.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1990 wurde eine Franziskanergalerie eröffnet, die heute über 1500 Gemälde und Skulpturen vorzuweisen hat, darunter auch Werke, die noch aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tafel von Kočerin

Eine Sehenswürdigkeit ist die Tafel von Kočerin (Kočerinska ploča), ein Grabstein aus dem Jahre 1404. Der Grabstein ist heute in die Wand des Gemeindehauses von Kočerin eingemauert. Auf ihm steht in der Bosančica-Schrift, dass „[…] hier Viganj Milošević ruht, der seinen Herrn Herzog Stjepan, König Tvrtko, […] ergeben gedient hat. […] Ich bin so gewesen, wie ihr jetzt seid, und ihr werdet so sein, wie ich jetzt bin.“

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NK Široki Brijeg ist einer der erfolgreichsten nationalen Fußballvereine und spielt in der UEFA Europa League. Der HKK Široki Brijeg ist der erfolgreichste Basketballverein Bosnien-Herzegowinas und spielt in der Adriatic Basketball Association (ABA).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Karlo Rotim: Široki Brijeg. Selbstverlag, Široki Brijeg 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Široki Brijeg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  Marko Plešnik: Bosnien Herzegowina (= Trescher-Reihe Reisen). Trescher Verlag, 2012, ISBN 9783897942240, S. 253 f.
  2. Stadt Široki Brijeg: Mjesne zajednice općine Široki Brijeg. Abgerufen am 6. November 2012 (kroatisch).
  3. Diese Karten basierten auf der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme, einem kartografischen Werk Österreich-Ungarns.
  4.  Ivan Dugandžić: O nastanku grada Širokoga Brijega. In: Sto godina nove crkve na Širokom Brijegu. Građevinski fakultet Sveučilišta, Mostar 2006, ISBN 9958-9170-4-1, S. 201.