Štramberk

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Štramberk
Wappen von Štramberk
Štramberk (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 933[1] ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 18° 7′ OKoordinaten: 49° 35′ 31″ N, 18° 7′ 3″ O
Höhe: 415 m n.m.
Einwohner: 3.438 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 742 66
Kfz-Kennzeichen: T
Verkehr
Straße: Nový JičínKopřivnice
Bahnanschluss: Studénka–Veřovice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Andrea Hlávková (Stand: 2019)
Adresse: Náměstí 9
742 66 Štramberk
Gemeindenummer: 599948
Website: www.stramberk.cz
Štramberk (Stramberg), mit Turm Trůba der Burgruine Štramberk

Štramberk (deutsch Stramberg) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt acht Kilometer östlich von Nový Jičín und gehört zum Okres Nový Jičín.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Štramberk befindet sich in einem Kessel in der Štramberská vrchovina (Stramberger Bergland). Nördlich erhebt sich der Burgberg (509 m n.m.) mit der Burgruine Štramberk, im Nordosten die Bílá hora (557 m n.m.) und südlich der Kotouč (511 m n.m.). Gegen Westen liegt das Tal der Sedlnice. Das Städtchen liegt auf dem Gebiet des Naturparks Podbeskydí.

Nachbarorte sind Závišice im Norden, Kopřivnice im Osten, Lichnov im Südosten, Ženklava im Süden, Životice u Nového Jičína im Südwesten, Žilina im Westen sowie Rybí im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtzentrum von der Burgruine aus gesehen
Fassade eines für die Stadt typischen Holzhauses
Traditionelles lokales Feingebäck „Štramberker Ohren“, der Legende nach am Ort gebacken zur Erinnerung an einen abgewehrten Überfall der Mongolen 1241

Das 1211 erstmals erwähnte Bergstädtchen im Zentrum der Štramberker Hochebene im Vorgebirge der Beskiden, wird auch „Mährisches Bethlehem“ genannt. Es wurde am 4. Dezember 1359 vom Sohn des böhmischen Königs Johann von Luxemburg, dem mährischen Markgrafen Johann Heinrich von Luxemburg, zur Stadt ernannt.

Am 8. Mai 1241 (Himmelfahrtstag) kam es zu einer Schlacht zwischen den Mongolen und den einheimischen Strambergern. Zur Erinnerung an die Opfer der Mongolen, welche angeblich den Strambergern die Ohren abgeschnitten haben sollen, wird seit dieser Zeit Süßgebäck aus Lebkuchenteig, die so genannten „Štramberker Ohren (Ohrwatscheln)“ hergestellt.[3][4]

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Neu Titschein, Regierungsbezirk Troppau, im Reichsgau Sudetenland.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1834 2.507 in 398 Häusern, vorwiegend Katholiken (30 Protestanten)[5]
1857 2.331 [6]
1900 3.052 tschechische Einwohner[7], in 439 Häusern[8]
1930 3.591 [9], davon 3497 Tschechen, 46 Deutsche und 45 Ausländer[10] in 577 Häusern[8]
1939 3.524 [9]
1950 3.373 in 678 Häusern[8]
1970 4.191 in 773 Häusern[8]
2001 3.408 in 910 Häusern[8]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Stadt Štramberk sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Bařiny, Kotouč, Libotínské Paseky, Rybské Paseky und Štramberk.[11] Zu Štramberk gehören zudem die Ansiedlungen Dražné, Na Kanadě, Na Kozině und Tamovice (Tannendorf),

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das historische Stadtzentrum wurde 1969 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

  • Die Stadt dominiert die Ruine der Burg Štramberk (deutsch Strahlenberg) mit ihrem zylindrischen Turm (Trúba), der heute als Aussichtsturm genutzt wird.
  • Berg Kotouč mit Aussicht, in drei Höhlen wurden in den Jahren 1878–1883 wichtige vorgeschichtliche Funde gemacht,[7] darunter Überreste des Beinknochens eines Neanderthaler-Kindes.
  • Komplex der Volksarchitektur aus Blockhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert
  • Höhle Šipka
  • Aussichtsturm Bílá Hora
  • Botanischer Garten in einem ehemaligen Kalksteinbruch
  • Museum über den Illustrator Zdeněk Burian
  • Typische mährische Holzhäuser
Ortsansichten

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Štramberk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/599948/Stramberk
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Joseph von Hormayr zu Hortenburg: Die goldene Chronik von Hohenschwangau, der Burg der Welfen, der Hohenstauffen und der Scheyren. Franz, München 1842, Teil II, S. 63, rechte Spalte oben.
  4. Zur Recension von Raumers Hohenstauffen: In: Jahrbücher der Literatur, Band 43, Wien 1828, S. 256 ff., insbesondere S. 257.
  5. Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch dargestellt. Band I: Prerauer Kreis, Brünn 1835, S. 341.
  6. Carl Kořistka: Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen. Wien und Olmüz 1861, S. 268–269.
  7. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 92.
  8. a b c d e Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005, Teil 1, S. 724–725
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Neu Titschein. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. https://www.kuhlaendchen.de/media/bilder/hk-neutitschein/307_Neutitschein-Stramberg.pdf
  11. http://www.uir.cz/zsj-obec/599948/Obec-Stramberk