Štramberk

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Štramberk
Wappen von Štramberk
Štramberk (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 949 ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 18° 7′ OKoordinaten: 49° 35′ 31″ N, 18° 7′ 3″ O
Höhe: 415 m n.m.
Einwohner: 3.448 (1. Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 742 66
Verkehr
Bahnanschluss: Studénka–Veřovice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: David Plandor (Stand: 2014–2018)
Adresse: Náměstí 9
742 66 Štramberk
Gemeindenummer: 599948
Website: www.stramberk.cz

Štramberk (deutsch Stramberg, auch Strahlenberg) ist eine Stadt im mährischen Moravskoslezský kraj in Tschechien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Štramberk (Stramberg), mit hohem Turm einer Burgruine

Das Städtchen liegt in Mähren östlich der Stadt Nový Jičín (Neu Titschein) in einer Schlucht des westlichen Ausläufers der Karpaten.

Südlich des Städtchens befindet sich der Berg Kotouč (539 m) mit schöner Aussicht, in dessen drei Höhlen in den Jahren 1878–1883 wichtige vorgeschichtliche Funde gemacht wurden,[2] darunter Überreste des Beinknochens eines Neanderthaler-Kindes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtzentrum von der Burgruine aus gesehen
Fassade eines für die Stadt typischen Holzhauses
Traditionelles lokales Feingebäck „Štramberker Ohren“, der Legende nach am Ort gebacken zur Erinnerung an einen abgewehrten Überfall der Mongolen 1241

Das 1211 erstmals erwähnte Bergstädtchen im Zentrum der Štramberker Hochebene im Vorgebirge der Beskiden, wird auch „Mährisches Bethlehem“ genannt. Es wurde am 4. Dezember 1359 vom Sohn des böhmischen Königs Johann von Luxemburg, dem mährischen Markgrafen Johann Heinrich von Luxemburg, zur Stadt ernannt.

Am 8. Mai 1241 (Himmelfahrtstag) kam es zu einer Schlacht zwischen den Mongolen und den einheimischen Strambergern. Zur Erinnerung an die Opfer der Mongolen, welche angeblich den Strambergern die Ohren abgeschnitten haben sollen, wird seit dieser Zeit Süßgebäck aus Lebkuchenteig, die so genannten „Štramberker Ohren (Ohrwatscheln)“ hergestellt.[3][4]

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Neu Titschein, Regierungsbezirk Troppau, im Reichsgau Sudetenland.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1834 2.507 in 398 Häusern, vorwiegend Katholiken (30 Evangelische)[5]
1857 2.331 [6]
1900 3.052 tschechische Einwohner[2]
1930 3.591 [7]
1939 3.524 [7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das historische Stadtzentrum wurde 1969 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

  • Die Stadt dominiert die Ruine der Burg Štramberk (deutsch Strahlenberg) mit ihrem zylindrischen Turm (Trúba), der heute als Aussichtsturm genutzt wird.
  • Komplex der Volksarchitektur aus Blockhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert
  • Höhle Šipka
  • Aussichtsturm Bílá Hora
  • Botanischer Garten in einem ehemaligen Kalksteinbruch
  • Museum über den Illustrator Zdeněk Burian
  • Typische mährische Holzhäuser
Ortsansichten

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Štramberk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Webseite (tschechisch, englisch, deutsch, polnisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
  2. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 92.
  3. Joseph von Hormayr zu Hortenburg: Die goldene Chronik von Hohenschwangau, der Burg der Welfen, der Hohenstauffen und der Scheyren. Franz, München 1842, Teil II, S. 63, rechte Spalte oben.
  4. Zur Recension von Raumers Hohenstauffen: In: Jahrbücher der Literatur, Band 43, Wien 1828, S. 256 ff., insbesondere S. 257.
  5. Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch dargestellt. Band I: Prerauer Kreis, Brünn 1835, S. 341.
  6. Carl Kořistka: Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien in ihren geographischen Verhältnissen. Wien und Olmüz 1861, S. 268–269.
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Neu Titschein. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).