Šulgi

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Tontafel, Šulgi und seinen Sieg über die Lulubäer verherrlichend. 2111-2004 BCE

Šulgi (auch Schulgi) aus Ur war der zweite König der „Sumerischen Renaissance“ (3. Dynastie von Ur) in Mesopotamien (im heutigen Irak). Er folgte seinem Vater Ur-Nammu auf den Thron und regierte 48 Jahre lang, wahrscheinlich von 2094 v. Chr. bis 2047 v. Chr. Allerdings bestehen noch gewisse Probleme bei der genauen Datierung (siehe Sumerische Königsliste). Er bezeichnete sich als „Herr der vier Weltgegenden“. Unter seiner langen Herrschaft konnte er sein Reich vergrößern und viele Städte und Staatsgebilde im Norden und Osten Sumers unterwerfen oder tributpflichtig machen. Unter seinen Nachfolgern begann jedoch der endgültige Verfall Sumers.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Samuel Noah Kramer war Schulgi ein hervorragender militärischer Stratege und ein peinlich genauer Verwalter. Er trieb energisch zahlreiche Bauten voran und wirkte als Förderer der Sumerischen Kultur, Literatur, Poesie und Musik. Unter seiner Herrschaft dehnte sich das Reich Sumers vom Zagrosgebirge im Osten bis zum Mittelmeer im Westen aus, der Kalender wurde reorganisiert und die Gewichte und Maße vereinheitlicht. So wurde unter anderem der durch seinen Vater begonnene Bau des Zikkurats von Ur fertiggestellt und er ließ zahlreiche weitere religiöse Bauten in Ur und anderen sumerischen Städten, besonders in Nippur, errichten.[1]

Feldzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab etwa der Mitte seiner Regierungszeit nahmen die Feldzugsaktivitäten[2] Šulgis zu. Dies schlug sich besonders in den Jahresnamen nieder.[3] So unternahm er laut Jahresnamen im 21. Jahr einen Feldzug nach Dêr, im 24. und 31. Jahr nach Karaḫar, im 26., 32. und 44. Jahr nach Simurum, im 27. und 48. Jahr nach Ḫarši, im 34. Jahr nach Anšan, im 42. Jahr nach Šašrum, im 45. Jahr nach Urbilum, im 46. und 48. Jahr nach Kimaš und ebenfalls im 48. Jahr nach Ḫu'urti. Aus anderen Texten[4] sind Angaben über Beute (nam-ra-ak) mit Jahresangaben verknüpft. Weitere Kriegszüge führten also gegen Anšan im 33. Jahr – was vielleicht mit dem Jahresnamen des Folgejahres in Verbindung zu bringen ist–, gegen das Land der Martu im 40., 44. und 46.–48. Jahr, gegen die Lulubäer im 44. Jahr, gegen Šurudḫum im 44. Jahr, gegen Urbilum im 48. Jahr und gegen Šimaški (LU2.SU.A) im 47. und 48. Jahr. Damit ist Šulgi der König von Ur, von dem die meisten Angaben über Beute/Tribut überliefert sind. Über die Armee, die für diese Unternehmungen benötigt wurde, ist relativ wenig bekannt; die Größe verschiedener Kontingente scheint um die 10.000 Mann betragen zu haben.[5] Neben der Stadt Ur[6] war auch die Stadt Lagaš/Girsu von großer militärischer Bedeutung.[7] Dies könnte durch die militärischen Tradition der Stadt seit der Herrschaft Gudeas begründet sein, dieser hatte bereits umfangreiche Rekrutierungen in Teilen seines Reichs vorgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertrand Lafont: The Army of the Kings of Ur: The Textual Evidence. In: Cuneiform Digital Library Journal 2009/5, ISSN 1540-8779, S. 1–25 (PDF; 0,5 MB).
  • Samuel Noah Kramer: Shulgi of Ur. A Royal Hymn and a Divine Blessing. In: The Seventy-Fifth Anniversary Volume of the Jewish Quarterly Review (1967) S. 369-380.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Šulgi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Samuel Noah Kramer: Shulgi of Ur. A Royal Hymn and a Divine Blessing. In: The Seventy-Fifth Anniversary Volume of the Jewish Quarterly Review (1967) S. 371-373.
  2. Bertrand Lafont: The Army of the Kings of Ur: The Textual Evidence. In: Cuneiform Digital Library Journal 2009/5, ISSN 1540-8779, S. 1 (PDF; 0,5 MB)
  3. Jahresnamen des Šulgi. Cuneiform Digital Library Archive, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  4. Bertrand Lafont: The Army of the Kings of Ur: The Textual Evidence. In: Cuneiform Digital Library Journal 2009/5, ISSN 1540-8779, S. 1 (PDF; 0,5 MB; mit weiterer Literatur)
  5. Bertrand Lafont: The Army of the Kings of Ur: The Textual Evidence. In: Cuneiform Digital Library Journal 2009/5, ISSN 1540-8779, S. 5 f. (PDF; 0,5 MB) mit MVN 5, 115 (ca 9000 Mann ?) und RCU 1 (2×5000 Mann).
  6. Siehe den 20. Jahresnamen: Jahr, in dem die Einwohner Urs als Speerkämpfer zum Dienst verpflichtet wurden (Jahresnamen des Šulgi. Cuneiform Digital Library Archive, abgerufen am 11. Oktober 2015.)
  7. Bertrand Lafont: The Army of the Kings of Ur: The Textual Evidence. In: Cuneiform Digital Library Journal 2009/5, ISSN 1540-8779, S. 6 ff. (PDF; 0,5 MB).
Vorgänger Amt Nachfolger
Ur-Nammu König von Ur
2094 v. Chr. – 2047 v. Chr
Amar-Sin