Žatec

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Žatec in Böhmen. Für die gleichnamige Gemeinde in Mähren siehe Žatec na Moravě.
Žatec
Wappen von Žatec
Žatec (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Louny
Fläche: 4268,7337[1] ha
Geographische Lage: 50° 20′ N, 13° 33′ OKoordinaten: 50° 19′ 38″ N, 13° 32′ 45″ O
Höhe: 233 m n.m.
Einwohner: 19.271 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 438 01
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Bahnanschluss: Praha–Chomutov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Zdeňka Hamousová (Stand: 2013)
Adresse: náměstí Svobody 1
438 01 Žatec 1
Gemeindenummer: 566985
Website: www.mesto-zatec.cz
Lageplan
Lage von Žatec im Bezirk Louny
Karte

Žatec (deutsch Saaz) ist eine böhmische Stadt im Landkreis Louny der Aussiger Region im Nordwesten Tschechiens. Sie liegt am rechten Ufer der Eger oberhalb der Einmündung der Hutná. Unter dem böhmischen König Ottokar II. Přemysl wurde sie 1265 zur königlichen Stadt erklärt[3], mit besonderen Privilegien ausgestattet und war bis 1848 das Verwaltungszentrum des Saatzer Kreises. Im Jahre 1868 wurde Saaz Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirkes Saaz.

Das historische Stadtzentrum wurde 1961 zum städtischen Denkmalreservat erklärt. Žatec ist das Zentrum eines traditionellen Hopfenanbaugebietes und durch den Hopfenhandel für das böhmische und ausländische Brauereiwesen von Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Ansicht von Saaz (1794)
Briefmarke der österreichischen Wappenausgabe 1850 mit Ortsstempel von Saaz

Die fruchtbare Landschaft der Saazer Ebene war seit frühester Zeit besiedelt. Prähistorische Funde aus dieser Gegend, die im Saazer Regionalmuseum gezeigt werden, belegen dies, sie sind heidnisch, ohne Datierung und ordnen sich in die Geschichte Böhmens ein.

In historischen Quellen liegt für 1004 die erste Erwähnung von Žatec (lateinisch: Satzi) in der Chronik des Thietmar von Merseburg vor, als der deutsche Kaiser die slawische Burg von der polnischen Besetzung befreite.[4] Die Stadt wurde 1265 zur Königsstadt in Böhmen erhoben und war im Mittelalter eines der wichtigsten Verwaltungszentren des Königreich Böhmen. Vom 15. Jahrhundert bis zum Revolutionsjahr 1848 war Žatec Sitz eines der 16, später 12 böhmischen Kreise. Diesem Saatzer Kreis (Žatecký kraj) wurde von 1714 bis 1751 der westlich benachbarte Elbogener Kreis (Loketský kraj) angegliedert. Ab 1868 hatte sie den Status einer Bezirksstadt des Bezirks Saaz im Königreich Böhmen, von 1938 bis 1945 des Landkreises Saaz des Deutschen Reiches und ab 1945 bis 1960 des Okres Žatec in der Tschechoslowakei.

Unter dem böhmischen König Ottokar I. Přemysl wurden ab 1200 deutsche Siedler durch Lokatoren ins Land gerufen, die sich auch in Saaz niederließen. Nach den Angriffen der tschechischen Reformbewegung der Hussiten um 1420 verließen viele Deutsche wieder die Stadt. Unter der Herrschaft des Georg von Podiebrad bekannte sich die Stadt zum Utraquismus und war danach bis zur Schlacht am Weißen Berg (1620) im Wesentlichen evangelisch-lutherischen Glaubens. Als Teilnehmer des protestantischen Ständeaufstands in Böhmen wurde auch der Saazer Bürgermeister Maxmilián Hošťálek z Javořice (* 1564) zum Tode verurteilt und 1621 in Prag hingerichtet. Die Stadt Saaz verlor zahlreiche Privilegien.

Durch die Rekatholisierung in Böhmen im Rahmen der Gegenreformation und die Neubesiedlung nach den Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg nahm der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung wieder zu, so dass Saaz bis 1945 und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei eine Stadt mit überwiegend deutscher Bevölkerung war. Nach einer alten Urkunde im Turmknauf des Saazer Rathauses hatte Saaz am 1. September 1923 16.268 Einwohner, davon etwa 90 % Deutsche und 10 % Tschechen.[5] Am 1. Dezember 1930 waren es 18.100 Einwohner, am 17. Mai 1939 16.247 und am 22. Mai 1947 12.620 Bewohner.

Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 die deutschböhmische Bevölkerung 1945 und 1946 vertrieben.[6] Gemäß dem Beneš-Dekret 108 vom 25. Oktober 1945 wurde ihr Vermögen und Besitz konfisziert und unter staatliche Verwaltung zu Gunsten der Tschechoslowakei gestellt. Eine Restitution des konfiszierten Vermögens ist seitens der Republik Tschechien nicht erfolgt.

Am 3. Juni 1945 befahlen Soldaten der 1. Tschechoslowakischen Division unter General Spaniel rund 5000 deutschen Männern, sich auf dem Marktplatz der Stadt Saaz zu versammeln; anschließend mussten sie ins 15 Kilometer entfernte Postelberg marschieren. Dort wurden viele von ihnen summarisch erschossen, wie im Sommer 1947 von einer Untersuchungskommission des Parlaments festgestellt wurde. Insgesamt werden rund 2000 Tote bei diesem Massaker angenommen [7]. Das Beneš-Dekret 115/46 erklärte derlei Handlungen bis 28. Oktober 1945 im Kampfe zur Wiedergewinnung der Freiheit, … oder die eine gerechte Vergeltung für Taten der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziel hatte, … für nicht widerrechtlich und daher straffrei für die Täter und deren Helfer.

Nach 1945 zogen zahlreiche Neubürger aus Zentralböhmen und Mähren sowie Wolhynientschechen orthodoxen Glaubens aus Gebieten der heutigen Ukraine, sogenannte tschechische Repatrianten, Slowaken und Roma nach Saaz. Durch eine Verwaltungsreform wurden im Jahre 1960 die ehemaligen Bezirke Saaz, Podersam und Laun zum Okres Louny vereinigt. Damit verlor Žatec die wichtigsten Bezirksbehörden, wie Bezirksverwaltung und Bezirksgericht und wurde eine einfache Stadt mit bemerkenswerter Vergangenheit.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Žatec besteht aus den Ortsteilen Bezděkov (Bezdiek), Milčeves (Miltschowes), Radíčeves (Reitschowes), Trnovany (Trnowan), Velichov (Welchau), Záhoří (Dreihöf) und Žatec (Saaz).[8] Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bezděkov u Žatce, Milíčeves, Radíčeves, Trnovany u Žatce, Velichov u Žatce und Žatec.[9] Grundsiedlungseinheiten sind Bezděkov, Hlavní nádraží, Husova, Kasárna, Kolava, Macerka, Milčeves, Mostecká, Na homoli, Nad Černávkou, Nad libočanskou silnicí, Nemocnice, Pereč, Pod hlavním nádražím, Pod Starým vrchem, Pod západním nádražím, Podměstí-jih, Podměstí-sever, Radíčeves, Trnovany, U nemocnice-jih, U nemocnice-sever, U Ohře, U stadiónu, V pekle, Velichov, Za hřbitovem, Záhoří, Západní nádraží, Žatec-jih und Žatec-střed.[10]

Siehe auch: Liste der Straßen und Plätze in Žatec.

Historische Stadtviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burgstädtl – im Bereich der ehemaligen Burg, heute Brauerei
  • Altstadt (Staré Město) – im Bereich der ursprünglichen Befestigungsanlagen
  • Schinitz oder Schitnitz (Žitník) – ehemalige Siedlung im Bereich des Püschel-Platzes, jetzt náměstí Chelčického
  • Mühlviertel oder Mlynarsch (V Mlynářich) – östliche Vorstadt, im Bereich der Mühlen (Mühlgraben)
  • Tscherwenka (Červenka) und Lassen – nördliche Vorstadt südlich der Eger
  • Brandeis (Brandejs) – ehemalige Siedlung im Bereich des Rebitzer Platzes (zuvor Töpferring), jetzt Nerudovo náměstí
  • Skotnitz (Skotník) – nördlich des Stadtparks am Tellweg (genannt „Vogelstange“), jetzt Zeyerova
  • Obere Vorstadt oder Prager Vorstadt (Horní Předměstí) – südliche Vorstadt
  • Untere Vorstadt (Dolní Předměstí) – westliche Vorstadt (Unterstadt)
  • Ostrow (Ostrov) – Bereich zwischen der Eger und dem ehemaligen Mühlgraben in der Unterstadt
  • Batschina oder Watschina (Bačina), südlicher Teil der unteren Vorstadt
  • Dwornitz (Dvorník) – Vorstadt am linken Egerufer im Bereich des Westbahnhofs[11]

Nicht mehr existierende Kirchen in den Stadtvierteln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Karte.

  • Kirche der Hl. Petrus und Paulus des ehemaligen Minoritenklosters (1266 bis 1419) auf dem Lorettoplatz (náměstí J. Žižky), durch Grabung gesichert, siehe spezielle Pflasterung auf dem Platz
  • Lorettokapelle am Lorettoplatz, erbaut im Jahre 1715, nach 1791 als Wohnhaus genutzt, später abgebrochen, dahinter befindet sich die Bürgerliche Brauerei
  • Heiligkreuzkapelle am Ringplatz (am heutigen Hopfengarten)
  • St. Veitskirche in der Schönfeldgasse (Dvořákova) bis 1409, durch Grabung gesichert, siehe spezielle Pflasterung
  • Kirche mit unbekanntem Patrozinium in Schitnitz (Žitník) auf dem Püschel-Platz (náměstí Chelčického), durch Grabung gesichert, siehe spezielle Pflasterung auf dem Platz
  • St. Johannes der Täufer-Kirche mit ehemaligem Friedhof im Mühlviertel (Mlynarsch) bis 1902
  • St. Andreas-Kapelle im Mühlviertel
  • Allerheiligenkirche in Dwornitz (Dvorník)
  • St. Prokop-Kirche (bis 1828) mit ehemaligem Friedhof (bis 1902) in Dwornitz, Mozartstraße (Jana Herbena) am linken Egerufer
  • St. Michael-Kirche in Brandeis am Rebitzer Platz (Nerudovo náměstí) bis 1788 [11]
  • St. Nikolaus-Kirche (bis 1869) und St. Anna-Kapelle in der oberen Vorstadt
  • Fronleichnamskapelle (Corpus Christi) in der oberen Vorstadt
  • St. Lazarus-Kapelle in der Trnowaner Str. in der oberen Vorstadt (1884 abgerissen)
  • St. Johannes Evangelist und St. Maria Magdalena in der unteren Vorstadt bis 1648
  • St. Martin in der Batschina (Bačina) bis 1648 [12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Stadt Saaz
Ringplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Gymnasium der Stadt

Das historische Stadtzentrum wurde 1961 in die Liste der städtischen Denkmalreservate in Tschechien aufgenommen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Žatec

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus mit Turm am Ringplatz
  • Säule der Heiligen Dreifaltigkeit am Ringplatz
  • Priestertor (auch Brückentor genannt)
  • Branka-Tor (auch Libotschaner Tor genannt)
  • Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt (Stadtpfarrkirche)
  • Florianssäule (richtiger "Säule des Allvaters und Weltenschöpfers") am Floriansplatz
  • Synagoge (1872 von Johann Staniek erbaut)
  • Hussitenbollwerk (Stadtbefestigung)
  • Stadttheater (1849 erbaut von Anton Grim nach Entwurf von Schulze)
  • Evangelische Kirche (1897–1898, erbaut von Josef Petrowsky)
  • Hopfenmuseum (Chmelařské muzeum) am Prokop-Platz (nám. Prokopa Velkého 1952)
  • "Hopfen- und Bier-Tempel" – mit Hopfenmuseum (Chmelařské muzeum) mit Aussichtsturm und Restaurant des Vereins „Chrám chmele a piva“ – am Prokop-Platz (nám. Prokopa Velkého 1951)
  • Historische Gebäude der Hopfenverarbeitung und des Hopfenhandels in der Prager Vorstadt (Vorschlagsliste für UNESCO-Weltkulturerbe) [13]
  • Regionalmuseum „K. A. Polánek“
  • Gymnasium (1903 erbaut von Wilhelm Fuchs nach Plänen von Ernst Schäfer)
  • Grundschule (1880 als Bürgerschule erbaut von Alois Daut nach Plänen von Carl Schlimp)
  • Altes Fachwerkhaus (Chalupe) im Mühlviertel
  • St. Jakobus-Kirche (jetzt orthodoxe Kirche)
  • Ehemaliges Kapuzinerkloster (1675–1950) mit Klosterkirche (1675–1683 erbaut) und Klostergarten
  • Wenzelskirche in der unteren Vorstadt (mit frühbarockem Wenzelsaltar von 1688, restauriert 1865 durch Josef Schirmer (1821–1900), akademischer Maler in Saaz)
  • Eiserne Fachwerkbrücke von 1897 (von 1827 bis 1891 stand dort die Kettenbrücke von Friedrich Schnirch)
  • Villa Glaser und Villa Weiss (Telátko) des Architekten Rudolf Hildebrand

Ehemalige Stadttore, Türme und Pforten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Priestertor, tschech. Kněžská brána (noch vorhanden)
  • Brankator oder Liebotschaner Pforte, tschech. Libočanská branka (noch vorhanden)
  • Zolltor (auch Prager Tor genannt) am Haus Nr. 243 ("Drehscheibe")
  • Rotes Tor mit Rotem Turm (auch Kapuzinertor genannt), am Kapuzinerkloster
  • Tscheraditzer Tor (auch Majnuš-Tor) an der Wussinallee/Goethestr.
  • Neuer Turm oder Weißer Turm (auch Rösselturm genannt) auf der Bastion an der Stadtmauer (am ehem. Gasthaus „Zum weißen Rössel“ Nr. 29/30, neben dem Stadttheater)
  • Mlynarsche Pforte zwischen den Häusern Nr. 201 und 202
  • Pforte zwischen den Häusern Nr. 238 und 239 (von der Prager Gasse zum Schießhaus)

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urstoff-Genossenschafts-Brauerei (Anton Dreher)
Ehem. Kartonagenfabrik Lüdersdorf

Siehe auch: Liste der Industriedenkmale in Žatec

In der Gründerzeit nach dem Eisenbahnanschluss 1872–73 entstanden in Saaz zahlreiche Fabriken, die nicht mehr existieren: [14]

  • ASTRA-Werke (Ziegeleien), Horatitzer Str. (Chomutovská)
  • Zuckerfabrik Robert Köhler, Resselstr. (Resslová 706) (gegr. 1871)
  • Kartonagenfabrik Schöffl, später Moritz Lüdersdorf (1873), Holletitzer Str. (Volyňských Čechů 733)
  • Saazer Hufnagelfabrik A. Mendl’s Erben, später Mustad & Sohn, Beethovenstr. (ul. Jana ze Žatce)
  • Drahtwerk, Drahtstifte- und Schraubenfabrik Bechert & Co., Bahnhofstr. (Purkyněho) (gegr. 1887) [15]
  • Drahtstiftenfabrik und Metallwarenfabrik, Leopold Telatko, Liebotschaner Str. (Svatováclavská 618)
  • Drahtseilfabrik Josef Reimann & Co., Stankowitzer Str. (Osvoboditelů 721)
  • Lackfabrik, Bergmann & Deiml, Stankowitzer Str. (Osvoboditelů 1107)
  • Humanic Leder- und Schuhfabrik AG, Stankowitzer Str. (Osvoboditelů 1948)
  • Erste Saazer Fichtenpechraffinerie Ferdinand Lustig & Co., Bahnhofstr. (Purkyněho 801)
  • Urstoff-Genossenschafts-Brauerei bzw. Export-Brauerei Anton Dreher, Horatitzer Str. 1042 (Chomutovská) (gegr. 1898)
  • Bürgerliche Brauerei Saaz, Lorettoplatz (Žižkovo nám. 81) (seit 1801)
  • Pianofabrik Sieber, Tscheraditzerstr. 1014 (Čeradická 1014)
  • Filzfabrik Dietersdorf Saaz Nr. 1187 (Raisova 1187)
  • Heinrich Schuldes Pflug- und Maschinenfabrik Saaz, Kupferberg Ecke Pellasgasse (U Odborů 258)
  • zahlreiche Hopfenhandelsfirmen, insbes. im Bereich der Prager Vorstadt

Neben dem Hopfenhandel gelangte die Stadt auch durch den Handel mit Gurken zu Wohlstand. Der Gurkenmarkt befand sich in der unteren Vorstadt vor der Egerbrücke.

Gegenwärtige Unternehmen

  • Žatecký Pivovar (ehem. Bürgerbrauerei), Žižkovo nám. 81, gehört seit 2014 zur Unternehmensgruppe Carlsberg [16]
  • Chmelařský institut s.r.o., Kadaňská 2525 (Hopfeninstitut, gegr. 1925)
  • OSEX, spol. s r.o., Osvoboditelů 1948 (Saatgutfirma, in der ehem. Schuhfabrik)
  • HP Pelzer k.s., Raisova 1187

sowie im neuen Gewerbegebiet „Triangle“[17] an der Schnellstraße R7 PrahaChomutov:

  • Gestamp Louny s.r.o.
  • Gonvarri Czech s.r.o.
  • GRAMMER CZ s.r.o. (früher IPS Alpha Technology Europe, s.r.o.)
  • HARGO a.s.
  • Hitachi Automotive Systems Czech s.r.o.
  • Hitachi Cable Europe s.r.o.
  • Kiswire International s.a.
  • Neturen Czech s.r.o.
  • Nexen Tire Corporation Czech s.r.o. (im Bau)
  • Panattoni Czech Republic Development s.r.o.
  • Schambeck Bohemia s.r.o.
  • Solar Turbines EAME s.r.o.
  • Yanfeng Czechia Automotive Interior Systems s.r.o.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnverkehr

Ehem. Hauptbahnhof von Saaz

Ab 1872–73 war Saaz an das Eisenbahnverkehrsnetz durch die Buschtěhrader Eisenbahn von Prag nach Komotau und die Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau) von Pilsen nach Dux angeschlossen. Heute existieren noch die Bahnstrecke Plzeň–Duchcov von Pilsen bis Bilin und die Bahnstrecke Praha–Chomutov von Prag nach Komotau.

Es gibt zwei Bahnhöfe: Žatec (früher Saaz Stadt) und Žatec západ (früher Saaz West).

Straßenverkehr Žatec ist über die folgenden Straßen zu erreichen:

  • Fernstraße I/27 von Dubí (Eichwald) nach Železná Ruda (Markt Eisenstein)
  • Landstraße II/225 von Louny (Laun) nach Kadaň (Kaaden)
  • Landstraße II/227 von Žatec nach Křivoklát (Pürglitz)
  • Landstraße II/250 von Žatec nach Raná zur Fernstraße I/28

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paulus de Zaacz (auch Paul Žateczky) (tschech. Pavel ze Žatce) (* um 1450–1517), Theologe, Rektor der Karls-Universität Prag und Administrator der utraquistischen Kirche von 1500 bis 1517
  • Laurentius Span von Spanow, (1539–1575), Arzt, Musiker, Dichter
  • Wilhelm Illing (1648–?), Jesuitenpater, Missionar in Mexiko [18]
  • Franz Müller (1695–1753), königlicher Hofmaler in Prag [19]
  • Franz Kermer oder Körner (1710–1786), Architekt und Baumeister
  • Franz Dietelbach, (1722–1790), Porzellanmaler (Schmelzmaler)[20]
  • Josef Kohaut (1738–1777[?]), Komponist und Lautenist
  • Karel Rafael Ungar (1744–1807), Priester und Literaturhistoriker
  • Franz Christian Waldherr (1784–1835), Maler, Kunstlehrer und Direktor der Akademie der Bildenden Künste Prag
  • Zdenko Schücker (1842–1904), Rechtsanwalt, Politiker, Mitglied des böhmischen Landtags und des Reichsrats
  • Karl Fanta (1851–1937), österreichischer General, 1905 Feldmarschalleutnant, 1909 Militärkommendant in Zara und 1910 in Ragusa, Feldzeugmeister[21]
  • Franz Bayer (1853–1930), Augenarzt und Kommunalpolitiker
  • Gabriel Anton (1858–1933), Neurologe und Psychiater
  • Carl Kriegelstein von Sternfeld (1860–1920), Rechtsanwalt, Politiker und Mitglied des böhmischen Landtags
  • Anton Gnirs (* 18. Januar 1873 – 10. Dezember 1933), Archäologe, Prähistoriker und Denkmalpfleger
  • Otto Th. W. Stein (1877–1958), Zeichner und Maler
  • Wilhelm Wostry (1877–1951), Historiker
  • Leo Baerwald (1883–1970), Rabbiner
  • Karl Lehrmann (1887–1957), österreichischer Architekt[22]
  • Richard Paulus (* 1887), Graphiker und Fotograf
  • Otto Stein (1893–1942), Indologe
  • Maria Treben (1907–1991), Alternativmedizinerin
  • Josef Rabas (1908–2003), römisch-katholischer Priester, päpstlicher Ehrenprälat, Professor für Religionspädagogik [23]
  • Karel Reiner (1910–1979), Komponist
  • Helmut Slapnicka (1916–2006), Jurist, Universitätsprofessor für osteuropäisches Staatsrecht in Graz und Wien, als Rechtshistoriker Mitglied des Collegium Carolinum (Institut), Forschungsstelle für die Geschichte der böhmischen Länder in München, Fachpublizist[24][25]
  • Peter Eduard Glaser (1923–2014), amerikanischer Wissenschaftler und Raumfahrt-Ingenieur
  • Karl Zeidler (1923–1962), Jurist, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht [26]
  • Werner Nachtigall (* 1934), Zoologe und Biologe
  • Rosa Reichenbach (* 1940), Malerin und Designerin[27]
  • Bohumír Roedl (* 9. September 1950), tschechischer Historiker und Archivar
  • Petr Štrompf (* 10. Januar 1953), tschechischer Schriftsteller
  • Petr Kotvald (* 8. Juli 1959), tschechischer Sänger
  • Miroslav Varga (* 21. September 1960), tschechischer Sportler und Olympia-Teilnehmer
  • Mirek Kaufman (* 1963), tschechischer Maler
  • Dagmar Vaňkátová (* 5. Dezember 1963), tschechische Opernsängerin
  • Jan Svěrák (* 6. Februar 1965), tschechischer Filmregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor

In der Stadt wirkten und lebten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstele für Johannes von Saaz im Klostergarten
  • Johannes von Saaz wirkte ab ca. 1373 hier als Stadtschreiber, Notar und Rector scholarium (Schulrektor), später als Protonotar in der Prager Neustadt. Er verfasste 1401 eine der wichtigsten deutschsprachigen Prosadichtungen des späten Mittelalters: Der Ackermann aus Böhmen. Im Oktober 2011 wurde im Klostergarten (Kapuzinergarten) eine Gedenkstele mit einer Porträtbüste des Johannes von Saaz errichtet.
  • Maxmilián Hošťálek z Javořice (Maximilian Hostalek von Javorice) (1564–1621), tschechischer Politiker und seit 1610 Bürgermeister von Saaz, als Teilnehmer am Ständeaufstand in Prag zum Tode verurteilt und am 21. Juni 1621 am Altstädter Ring in Prag öffentlich hingerichtet.
  • Johann Clemens Calderar (auch Kalderer, † 24. Nov. 1707), Saazer Apotheker, Mäzen und Stifter der Lorettokapelle und der Dreifaltigkeitssäule
  • Ferdinand Wussin (1771–1848), Kreishauptmann von Saaz 1820–1837, Ehrenbürger der Stadt (1828)
  • Wolfgang Julius Freiherr von Schönau († 18. März 1853), Stadtkämmerer von Saaz, Begründer der „Schönau’schen Anlagen“ am Westhang der Stadt
  • Peter Ritter von Schönfeld (* 1784 in Brüx, † 1857 in Saaz), Verleger und Buchdrucker in Saaz, der ersten Buchdruckerei im Saazer Kreis, 1826 Inhaber einer Buchhandlung, 1830 einer Leihbücherei, 1839–1845 Herausgeber der ersten periodischen Druckschrift, dem Allgemeinen Anzeiger der k. Kreistadt Saaz [28]
  • Adolf Seifert (1826–1910), als Arzt und Heimatforscher war er einer der Gründer des Saazer Hopfenvereins. In den 1870er Jahren engagierte er sich als einflussreiches Mitglied der Liberalen Partei in der Saazer Kommunalpolitik. Als Archivar leitete er von 1903 bis 1905 das Saazer Stadtarchiv und schrieb mehrere Bücher zur Geschichte der Stadt.
  • Ludwig Engl (27. Dezember 1872 in Fischern/Rybáře u Karlových Varů; † 9. Juli 1936 in Saaz), Lehrer, Konservator und Chronist der Stadt Saaz von 1914 bis 1936, seine Sammlung befindet sich im Naturkundemuseum in Wien[29].

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenzel Kopřiwa, kgl. Bürgermeister von Saaz und Ehrenbürger der Stadt
  • Nikolaus Artemisius (Czernobyl) († 24. Febr. 1556), Primas von Saaz 1528 bis 1531 [30]
  • Johann Woczehaur († 1563), Primas 1533
  • Wenzel Arpin von Dorndorf († 1. Febr. 1583), Primas von 1564 bis 1573
  • Paulus Horaždowinus († 1588), Primas 1573 bis 1581 und 1585 bis 1588
  • Johann Nepressius († 1612), Primas von 1607 bis 1609
  • Maxmilián Hošťálek z Javořice (1564–1621), Primator von 1609 bis 1618 und 1620 bis 1621
  • Johann Przibramsky von Palmfels († 1646), Primator von 1632 bis 1636
  • Johann Georg Pock von Palmfels († 20. Aug. 1676), Primator von 1649 bis 1653
  • Adam Konias († 7. Nov. 1676), Primator von 1664 bis 1672
  • Wilhelm Campanus (1615–1676), Primator von 1673 bis 1675
  • Johann Daniel Nathaniel Nahliczek († 3. Jan. 1691), Primator von 1675 bis 1679
  • Johann Karl Hoßmann von Mannsfeld († 10. Febr. 1708), Primator von 1680 bis 1708
  • Georg Ernst Anton Schaffer († 12. Febr. 1712), Primator von 1708 bis 1712
  • Johann Ferdinand Kujer († 1753), Primator von 1737 bis 1742
  • Karl Ungar († 22. Dez. 1764), Primator von 1760 bis 1764
  • Johann Josef Peccelius († 17. Febr. 1771), Primator von 1764 bis 1771
  • Franz Karl Schickedantz († 27. Jan. 1803), Primator von 1772 bis 1787
  • Joseph Hermann (1739–1819) von 1803 bis 1816
  • Wenzel Kopřiwa (1781–1838) von 1816 bis 1828
  • Josef Hoffmann von 1828 bis 1840
  • Josef Adam († 10. Dez. 1861) von 1840 bis 1845
  • Franz Gellinek († 27. Sept. 1887) von 1845 bis 1850
  • Karl Petrowitz († 9. Sept. 1869) von 1850 bis 1855
  • Theodor Ritter von Schönfeld (1816–1879) von 1855 bis 1861 und 1876 bis 1879
  • Theodor Hassmann (1825–1894) von 1861 bis 1876 [31]
  • Hubert Titlbach (1813–1890) von 1879 bis 1887
  • Constantin Ritter von Schönfeld (1844–1921) von 1887 bis 1898
  • Karl Wostry ab 1900
  • Rudolf von Schönfeld (1876–1940) von 1924 bis 1938 [32]
  • Alois Kaiser (1894–1986) von 1938 bis 1942
  • Erich Knoblauch von 2007 bis 2010
  • Zdeňka Hamousová seit 2010

Ehrenbürger der Stadt Saaz [33][34][35][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Wussin (1771–1848), Kreishauptmann des Saazer Kreises, seit 1828
  • Wenzel Kopřiwa (1781–1838), Bürgermeister von Saaz, seit 1829
  • Alois Dostal († 11. Mai 1853), Direktor des Saazer Gymnasiums, seit 1845
  • Franz Gellinek († 27. Sept. 1887), Bürgermeister von Saaz, seit 1850
  • Emanuel Josef Hikisch († 26. Mai 1850), Kreishauptmann des Saazer Kreises, seit 1850
  • Josef Schreiter, Ritter von Schwarzenfeld († 16. Sept. 1850), seit 1850
  • Hieronymus Josef Freiherr von Zeidler (1790–1870), Abt des Prämonstratenserstifts Strahov, seit 1852
  • Pater Norbert Oßwald (1801–1868), Dechant an der Stadtpfarrkirche, seit 1852
  • Ignaz von Plener (1810–1908), Politiker und österreichischer Ministerpräsident, seit 1861
  • Anton Ritter von Schmerling, k.k. Staatsminister, seit 1861
  • Alois von Brinz, Landtagsabgeordneter, seit 1863
  • Leopold Hasner von Artha, Minister und Reichsratsabgeordneter, seit 1863
  • Eduard Herbst, Minister und Landtagsabgeordneter, seit 1863
  • Oswald Josef Müchel, Direktor des Saazer Gymnasiums, seit 1863
  • Theodor Hassmann, Bürgermeister von Saaz, seit 1867
  • Eugen Megerle von Mühlfeld, Jurist und Politiker, seit 1867
  • Adolf Fürst von Auersperg, Ministerpräsident, seit 1873
  • Anton von Banhans, Handelsminister und Reichsratsabgeordneter, seit 1873
  • Alexander Freiherr von Koller, Statthalter und Landeskommandant von Böhmen, seit 1873
  • Hubert Titlbach (1813–1890), Bürgermeister von Saaz, seit 1886
  • Ernst von Plener (1841–1923), Politiker und Reichsratsabgeordneter, seit 1892
  • Karl Urban (1855–1940), Politiker
  • Anton Pergelt (1853–1910), Jurist und Politiker
  • Johann Kiemann (1844–1919), Rechtsanwalt
  • Adolf Bachmann (1849–1914), Historiker und Politiker
  • Albert Werunsky (1844–1915), Advokat und Politiker
  • Theodor Blaschek (1831–1913), Bezirkshauptmann des Bezirks Saaz
  • Hermann von Campe (1850–1929), Bezirkshauptmann des Bezirks Saaz

Dechanten an der Dekanatskirche „Mariä Himmelfahrt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrer bzw. Dechanten der Saazer Hauptpfarrkirche kamen aus dem königlichen Prämonstratenserstift Strahov. Nach 1420 waren die Pfarrer hussitisch, danach utraquistisch bzw. später protestantisch. Durch ein Edikt von Kaiser Ferdinand II. wurde die Stadt ab 1622 wieder römisch-katholisch. Im Jahr 1710 war der Streit über das Patronats- und Kollaturrecht zwischen der Stadt Saaz und dem Kloster Strahov zugunsten der Stadt entschieden worden, d. h. der Magistrat der Stadt hatte das Ernennungsrecht für die Dechanten (Dekane) der Stadtpfarrkirche, siehe Liste der Dechanten.

Juden in Saaz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum ehemaligen Jüdischen Friedhof in Saaz

Spätestens im 14. Jahrhundert sind Juden in die königliche Stadt Saaz eingewandert, ihre Existenz lässt sich seit 1350 nachweisen. Ein jüdisches Ghetto mit Friedhof („Judengarten“) gab es am rechten Ufer der Eger. Im Jahre 1541 ereignete sich ein Pogrom gegen die Juden, sie wurden vertrieben, ihr Besitz wurde geraubt. In einem Gnadenbrief bestätigte König Ferdinand von Böhmen 1543, dass die Stadt fortan keine Juden mehr zu dulden brauche. Die vertriebenen Juden siedelten sich in verschiedenen umliegenden Dörfern an, z. B. in Horschenz (Hořence bei Nezabylice), Libotschan (Libočany), Liebeschitz (Liběšice u Žatce), Michelob (Měcholupy), Postelberg (Postoloprty) und Tscheraditz (Čeradice)[36][37][38]

Aber auch in der näheren Umgebung, z. B. in Bielenz (Bílence), Deutsch Rust (Podbořanský Rohozec), Drahenz bei Lubenz (Drahonice bei Lubenec), Eidlitz (Údlice), Ledau bei Podersam (Letov bei Podbořany), Maschau (Mašťov), Pflanzendorf bei Perutz (Hřivčice bei Peruc), Podersam (Podbořany) und Weitentrebitsch (Široké Třebčice bei Veliká Ves) gab es jüdische Gemeinden und jüdische Friedhöfe.

Die Rückwanderung von Juden aus diesen umliegenden Dörfern nach Saaz begann erst wieder um 1850 bedingt durch die jüdische Emanzipation nach der Revolution von 1848/49. Im Jahr 1868 erfolgte die Verlegung der Synagoge von Libotschan nach Saaz und es wurde eine jüdische Kultusgemeinde in Saaz gegründet. Der jüdische Friedhof an der Trnowaner Straße wurde 1869 eröffnet (seit 1902 mit Zeremonienhalle). Die Saazer Synagoge wurde 1871– 72 nach Plänen von Johann Staniek in der Langgasse erbaut und im Jahr 1911 renoviert, sie ist die zweitgrößte in Böhmen.

Um 1900 gab es die größte Anzahl jüdischer Bewohner in der Stadt, es lebten etwa 1300 Juden in Saaz. Eine starke Abwanderung setzte in den 1930er Jahren ein. Bei der Eingliederung des Sudetenlandes ins Deutsche Reich im Jahr 1938 hatten die meisten Juden die Stadt bereits verlassen, mit der Deportation der letzten Juden kam 1942 das Ende der jüdischen Gemeinde. Die Synagoge wurde 1938 teilzerstört, danach aber wieder als Lazarett und nach dem Zweiten Weltkrieg als Lagerraum genutzt. Nach der Sanierung im Jahr 2008 wird sie jetzt als Kulturzentrum genutzt, da es keine jüdische Gemeinde in Saaz mehr gibt.

Liste der Rabbiner in Saaz[39][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abraham Frank (* 1832, † 1917) von 1867 bis 1872
  • Siegmund Maybaum (* 1844 in Miskolcz (Ungarn), † 1919 in Berlin) von 1873 bis 1881
  • Aron Baerwald (* 1854 in Nakel an der Netze in Posen, † 1891 in Saaz) von 1881 bis 1891
  • Simon Stern (* 1856 in Neustadt an der Waag (Slowakei), † 1930 in Saaz) von 1891 bis 1930
  • Heinrich Schwenger (* in Keischlitz bei Humpoletz) von 1931 bis 1942
  • Karel Körper († 1950), Vorsitzender der jüdischen Gemeinde von 1945 bis 1950
  • Otto Beck († 1976), als Vorsitzender und Jindřich Kohn († 1955) als Vorleser der Gemeinde

Gottesdienste fanden bis 1954 im Gebäude neben der Synagoge statt. [40]

Bedeutende Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Saaz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Glaser (* 1855 in Deutsch Rust, † 1908 in München) verbrachte seine Kindheit und Jugend in Saaz, studierte in Prag und Wien und wurde ein österreichischer Forschungsreisender, Orientalist und Archäologe, sein Forschungsschwerpunkt lag im Süden der arabischen Halbinsel. Er gilt als einer der Begründer der Sabäistik.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Wolfgang von Goethe war insgesamt dreimal in Saaz, und zwar auf der

  • Reise von Karlsbad nach Teplitz vom 4. bis 6. August 1810 mit je einer Übernachtung in Schönhof und Saaz, weiter über Brüx und Dux – hier beeindruckte ihn „die Ansicht der wunderlichen Berge des Mittelgebirges“, siehe Tagebuch August 1810 [1],
  • Reise von Karlsbad nach Teplitz am 13./14. Juli 1812 mit Übernachtung in Saaz – hier machte er geologische Anmerkungen zur Umgebung von Saaz und beschrieb die „schöne Lage von Saaz“, siehe Tagebuch Juli 1812 [2],
  • Rückreise am 11./12. August 1812 von Teplitz nach Karlsbad mit Übernachtung in Libkowitz (Libkovice) bei Lubenec, wobei er am 11. Aug. in Saaz zu Mittag gespeist hat, siehe Tagebuch August 1812 [3].

Der österreichische Komponist Panos Kirkor [41] hat u. a. zwei Klavierstücke über die Stadt Saaz komponiert:

  • „Saazer Bier– und Hopfen-Marsch“ für Pianoforte, op. 15, Verlag der Hofmusikalienhandlung von G. Näumann, Dresden [42]
  • „Hoch Saaz!“ – Marsch für Pianoforte. [43]

Legende: Im Jahre 2001 wurde auf dem Ringplatz in Saaz ein Grab entdeckt, in dem sich ein Skelett, die Reste eines hölzernen Fasses und eine kleine Tontafel mit sieben Kerben, die als „älteste Bierrechnung der Welt“ bezeichnet wurde, gefunden. Diese Tafel, als Gedenktafel an den „ältesten Biertrinker der Welt“ interpretiert, wurde zum Logo des Vereins Tempel des Hopfens und des Bieres.

Jeweils im September zum Ende der Hopfensaison findet das Saazer Hopfenfest (genannt Dočesná oder Chmelfest – Zusammensetzung aus tschechisch chmel für „Hopfen“ und dem deutschen Fest) statt.[44]

Die Stadt wird oft als Filmkulisse gewählt, so wurden u. a. Aufnahmen für folgende Filme in Žatec gedreht:

Bilder von der Stadt Saaz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Tutte: Der politische Bezirk Saaz, Saaz 1904, 918 S.
  • Adolf Seifert: Geschichte der königlichen Stadt Saaz, Saaz, 1894
  • Adolf Seifert: Die Stadt Saaz im 19. Jahrhundert, Saaz 1902, 580 S.
  • Ludwig Schlesinger: Das Urkundenbuch der Stadt Saaz, Prag, 1892, siehe unter [4]
  • Wenzel Katzerowsky: Nekrologium der Stadt Saaz von 1500–1887, ein Beitrag zur Geschichte der Stadt Saaz, Saaz, 1888, 53 S., siehe unter [5]
  • Lillian Schacherl: Böhmen – Kulturbild einer Landschaft, Prestel-Verlag München 1962, S. 81 ff. Saazer Ebene und die Stadt Saaz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Žatec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/566985/Zatec
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. Ludwig Schlesinger: Das Urkundenbuch der Stadt Saaz, Prag, 1892 (abgerufen am 20. Sept. 2015)
  4. Thietmar Chron. 6, 10 (Digitalisat MGH-Digital S. 287)
  5. Erich Hentschel: Saazerland – Das Land des "Grünen Goldes" in Heimatbrief Saazerland vom Oktober/November 2014, S. 1.
  6. Alfred Schickel: Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei: Geschichte, Hintergründe, Bewertungen Hrsg.: Bundesministerium für Vertriebene und Flüchtlinge, Dokumentation, ISBN 3-89182-014-3.
  7. Hans-Ulrich Stoldt: Mord im Fasanengarten, in: Der Spiegel, Hamburg, Nr. 36, 31. August 2009, S. 66 f.
  8. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/566985/Obec-Zatec
  9. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/566985/Obec-Zatec
  10. http://www.uir.cz/zsj-obec/566985/Obec-Zatec
  11. a b Stadtrundwege – Infoblätter der Stadtverwaltung Žatec (2012)
  12. Karl Tutte: Der politische Bezirk Saaz, Saaz 1904, S. 312
  13. Žatec- Stadt des Hopfens (abgerufen am 2. Juli 2015) (tschech.)
  14. Hans Nowak: Saaz – Geschichte einer deutsch-böhmischen Stadt (Stiftung Saazer Heimatmuseum) (abgerufen am 22. Juni 2015)
  15. Otokar Löbl: Jüdische Unternehmen in Saaz (Förderverein der Stadt Saaz-Žatec e. V.) (abgerufen am 22. Juni 2015)
  16. Bier-Gigant Carlsberg übernimmt böhmische Brauerei Zatec (abgerufen am 26. Juni 2015)
  17. Gewerbegebiet Triangle Žatec (tschech./ebgl.) (abgerufen am 12. November 2015)
  18. Kalendarium der Aussiger Region (tschech.) (abgerufen am 1. August 2015)
  19. BLKÖ Müller, Franz (abgerufen am 19. Januar 2016)
  20. Rathay-Biographie (abgerufen am 27. Oktober 2015)
  21. Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Eger, Bd. 1, Bayreuth 1985, S. 132, ISBN 3-922808-12-3)
  22. http://www.usti-aussig.net/autori/karta/jmeno/117-karl-lehrmann
  23. Der Osten war sein Anliegen – Prälat Rabes (abgerufen am 23. Januar 2016)
  24. Helmut Slapnicka in der Deutschen Biographie
  25. Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger. Bd. 2, Bayreuth 1987, ISBN 3-922808-12-3, S. 205 mit Titel der Werke und weiterer Literatur
  26. Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger. Bd. 2 Männedorf/ZH 1987, ISBN 3-922808-12-3, S. 339
  27. http://www.rosareichenbach.de/vita.htm
  28. Peter Ritter von Schönfeld: Allgemeiner Anzeiger der k. Kreistadt Saaz, 1839, Nr. 1 (abgerufen am 4. Dezember 2015)
  29. Regionalmuseum Žatec (tschech.) (abgerufen am 20. Sept. 2015)
  30. http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC07942390/600/ Die Juden und Judengemeinden in Böhmen, S. 579 ff.
  31. Katalog der Nordböhmischen wissenschaftlichen Bibliothek Ústí nad Labem (abgerufen am 24. Juni 2015)
  32. Elisabeth Lebensaft, Ch. Mentschl: Schönfeld, Rudolf von (1876–1940), Politiker und Offizier. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2803-7, S. 78.
  33. Wenzel Katzerowsky: Nekrologium der Stadt Saaz von 1500–1887, Saaz, 1888
  34. Karl Tutte: Der politische Bezirk Saaz, Saaz 1904, S. 627
  35. Adolf Seifert: Die Stadt Saaz im 19. Jahrhundert, Saaz 1902, S. 387
  36. http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1718-saaz-eger-boehmen Klaus-Dieter Alicke: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum
  37. http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC07942390/599/ Geschichte der Juden in Saaz, aus "Die Juden und Judengemeinden Böhmens in Vergangenheit und Gegenwart I. Ein Sammelwerk herausgegeben von Hugo Gold, 1934, Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn-Prag".
  38. http://www.hugogold.com/bohemia/saaz.pdf Ernst Mändl und Heinrich Schwenger: Die Geschichte der Juden in Saaz, S. 579–584 (aus Geschichte der Juden in Saaz, aus "Die Juden und Judengemeinden Böhmens in Vergangenheit und Gegenwart I. Ein Sammelwerk herausgegeben von Hugo Gold, 1934).
  39. http://www.saaz-juden.de/html/body_8__die_rabiner_von_saaz-zatec_.html Förderverein der Stadt Saaz/ Žatec e. V
  40. Die jüdische Gemeinde Saaz (abgerufen am 20. Juli 2015)
  41. Panos Kirkor – Foto von Robert Eich (Dresden, 1870) (abgerufen am 24. Januar 2016)
  42. Hofmeister Monatsbericht Mai 1883 (Leipzig) (abgerufen am 24. Januar 2016)
  43. Hofmeister Monatsbericht Januar 1902 (Leipzig) (abgerufen am 24. Januar 2016)
  44. Hopfenfest in Saaz (abgerufen am 22. Juni 2015)