(2060) Chiron

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Asteroid
(2060) Chiron Symbol von Chiron
Schema von Chirons Umlaufbahn
Schema von Chirons Umlaufbahn
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Epoche: 27. Juni 2015 (JD 2.457.200,5)
Orbittyp Zentaur
Große Halbachse 13,637 AE
Exzentrizität 0,382
Perihel – Aphel 8,421 AE – 18,853 AE
Neigung der Bahnebene 6,942°
Länge des aufsteigenden Knotens 209,3°
Argument der Periapsis 339,4°
Siderische Umlaufzeit 50 a 4 M 9 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 7,759 [1] km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 218 ± 20 [2] km
Masse 2,4–3,0·1018 kg
Albedo 0,15
Mittlere Dichte ≈ 2,0 g/cm³
Rotationsperiode 5 h 55 min 5 s
Absolute Helligkeit 6,0 mag
Spektralklasse
(nach Tholen)
B
Geschichte
Entdecker Charles Kowal
Datum der Entdeckung 18. Oktober 1977
Andere Bezeichnung 1977 UB
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Der Asteroid (2060) Chiron ist ein großer Asteroid aus der Gruppe der Zentauren. Der Äquivalenzradius beträgt 109 km.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten]

Chiron wurde am 18. Oktober 1977 von Charles Kowal auf dem Mount Palomar entdeckt und erhielt die vorläufige Bezeichnung 1977 UB. Benannt wurde er nach dem Zentauren Cheiron. Er war das erste beobachtete Objekt der später neu aufgestellten Asteroidenklasse der Zentauren, die sich zwischen den äußeren Planeten auf instabilen Umlaufbahnen befinden. Vermutlich stammt er aus dem Kuipergürtel.

Bahneigenschaften[Bearbeiten]

Chiron bewegt sich auf einer elliptischen Umlaufbahn (Exzentrizität = 0,382), deren Umlaufdauer 50 Jahre und 4 Monate beträgt. Die mittlere Entfernung von der Sonne ist 13,637 AE. Sein Perihel durchlief er zuletzt Anfang 1996.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Untersuchungen 2013 mit dem Herschel-Weltraumteleskop (Instrumente SPIRE und PACS) kombiniert mit den überarbeiteten Daten des Spitzer-Weltraumteleskops (Instrument MIPS) kommen zu dem Schluss, dass der Durchmesser von Chiron rund 218 km beträgt.[2] In knapp 6 Stunden rotiert er um die eigene Achse.

1991 wurde um Chiron eine gasförmige Hülle (Koma) entdeckt, wodurch er heute nicht nur als Planetoid, sondern auch als (der größte bekannte) Komet eingeordnet wird. Neben seiner Bezeichnung als Asteroid trägt das Objekt daher auch eine Bezeichnung als periodischer Komet (95P/Chiron).

Ringe[Bearbeiten]

Chiron scheint ein Ringsystem zu besitzen.[3][4]

Erforschung[Bearbeiten]

Nach seiner Entdeckung wurde Chiron auf älteren Aufnahmen wiedergefunden, die bis ins Jahr 1895 zurückreichen. Dies ermöglichte eine exakte Bestimmung der Umlaufbahn.

Symbol[Bearbeiten]

Chiron wurde nach seiner Entdeckung in einigen Publikationen als zehnter Planet gefeiert[5] und erregte deshalb die Aufmerksamkeit der Astrologen, sodass 1978 von Al H. Morrison ein astronomisches Symbol vorgeschlagen wurde.[6] Dieses einem Schlüssel gleichende Symbol[7] wurde 2006 zur Aufnahme in Unicode beantragt[6] und ist dort ab Version 5.1 als U+26B7 chiron im Block Verschiedene Symbole enthalten, obwohl eine formelle Anerkennung des Symbols durch eine fachspezifische Organisation, beispielsweise durch die IAU, nicht vorlag. Es ist somit das einzige Symbol für einen Asteroiden, das nach der 1855 erfolgten Veröffentlichung eines Symbols für (37) Fides international (wenn auch nicht von einer astronomischen Organisation) anerkannt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: (2060) Chiron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. v ≈ π*a/periode (1+sqrt(1-e²))
  2. a b S. Fornasier, E. Lellouch, T. Müller, P. Santos-Sanz, P. Panuzzo, C. Kiss, T. Lim, M. Mommert, D. Bockelée-Morvan, E. Vilenius, J. Stansberry, G.P. Tozzi, S. Mottola, A. Delsanti, J. Crovisier, R. Duffard, F. Henry, P. Lacerda, A. Barucci, & A. Gicquel (2013). TNOs are Cool: A survey of the trans-Neptunian region. VIII. Combined Herschel PACS and SPIRE observations of 9 bright targets at 70–500 µm.
  3. E. Lakdawalla: A second ringed centaur? Centaurs with rings could be common. Planetary Society. 27. Januar 2015. Abgerufen am 31. Januar 2015.
  4. J.L. Ortiz, R. Duffard, N. Pinilla-Alonso, A. Alvarez-Candal, P. Santos-Sanz, N. Morales, E. Fernández-Valenzuela, J. Licandro, A. Campo Bagatin, A. Thirouin:Possible ring material around centaur (2060) Chiron. In: Astronomy & Astrophysics. . arxiv:1501.05911 [astro-ph].
  5.  Michael E. Bakich, Cambridge University Press (Hrsg.): The Cambridge Planetary Handbook. 2000, ISBN 978-0-521-63280-5, S. 305.
  6. a b David Faulks: Proposal to add some Western Astrology Symbols to the UCS. In: Unicode Technical Committee Document No. L2/06-171. ISO/IEC JTC1/SC2/WG2, 9. Mai 2006, abgerufen am 8. März 2015 (PDF, englisch).
  7.  Demetra George, Douglas Bloch, Ibis (Hrsg.): Astrology for Yourself. 2006, ISBN 978-0-89254-122-5.