(GI)

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(GI)
Studioalbum von Germs
Cover
Veröffentlichung Oktober 1979
Label Slash
Format LP, MC
Genre Punk Rock, Hardcore Punk
Anzahl der Titel 16
Laufzeit 38 min 14 s
41 min 39 s (Kassette)

Besetzung

Produktion Joan Jett
Studio Quad Teck
Chronologie
Lexicon Devil
(1978)
(GI) What We Do Is Secret
(1981)
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(GI) (Germs Incognito) ist das 1979 erschienene einzige Studioalbum der US-amerikanischen Punkband Germs. Das mit geringem Budget von Joan Jett produzierte Album gilt heute als ein Klassiker des Genres und Vorläufer des Hardcore Punk. Germs-Frontmann und Leadsänger Darby Crash, der sämtliche Texte beisteuerte, nahm sich ein Jahr nach Veröffentlichung der LP das Leben.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Single Forming (1977), der drei Titel umfassenden EP Lexicon Devil (1978) und Beiträgen zum von Chris D. produzierten Genre-Sampler Tooth and Nail (1978) stellte (GI) die vierte Studioaufnahme der Germs dar. Danach fand sich die Band nur noch einmal für Aufnahmen zum Al-Pacino-Film Cruising im Studio ein.

Die Sessions zu (GI) mit Toningenieur Pat Burnett fanden in einem kleinen Studio in Los Angeles statt und dauerten etwa drei Wochen.[1] Als Produzentin konnte Joan Jett verpflichtet werden, die zu jener Zeit bereits beträchtliche Erfolge mit ihrer Band The Runaways vorzuweisen hatte. Darby Crashs Wunschkandidat Mark Lindsay erwies sich als zu teuer für das Label. Die Kosten für die Produktion beliefen sich laut Slash Records auf 6000 Dollar.[1][2]

Zum Unmut von Darby Crash wurden die Einnahmen aus dem Plattenverkauf nicht in eine Weiterarbeit mit den Germs, sondern in einen Vertrag mit der rivalisierenden Band X investiert. Das Album erwies sich damit nicht als das erhoffte Karrieresprungbrett, vor allem auch, weil die Germs bereits wenige Monate später aufgrund gewaltvoller Ausschreitungen während ihrer Konzerte aus allen Klubs in L.A. und Umgebung verbannt worden waren.[3]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Stücke wurden von Darby Crash und Pat Smear komponiert.

A-Seite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. What We Do Is Secret – 0:43
  2. Communist Eyes – 2:15
  3. Land of Treason – 2:09
  4. Richie Dagger’s Crime – 1:56
  5. Strange Notes – 1:52
  6. American Leather – 1:11
  7. Lexicon Devil – 1:44
  8. Manimal – 2:11
  9. Our Way – 1:56
  10. We Must Bleed – 3:05

B-Seite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Media Blitz – 1:29
  2. The Other Newest One – 2:44
  3. Let’s Pretend – 2:34
  4. Dragon Lady – 1:39
  5. The Slave – 1:01
  6. Shut Down (Annihilation Man) (Live) – 9:40
  7. Caught in My Eye – 3:25 (nur auf CD- und Kassettenversion)

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Allmusic [4]
Rolling Stone [5]
PopMatters [6]
Piero Scaruffi [7]

Bei Veröffentlichung von der Kritik noch kaum wahrgenommen, wird (GI) mittlerweile als Genreklassiker angesehen. Allmusic fasste die LP als „Explosion selbstzerfetzenden L.A. Punks“ zusammen und lobte neben Musik und Texten auch die ursprünglich als „dünn“ kritisierte Produktion.[4] Der Rolling Stone listete das Album 2016 auf Platz 28 der 40 Greatest Punk Albums of All Time sowie auf Platz 16 der 40 Greatest One-Album Wonders. Obwohl es unmöglich sei, das Chaos eines Germs-Konzerts auf Platte festzuhalten, gelänge es Produzentin Joan Jett Punk am „rücksichtslosen und selbstzerstörerischen Höhepunkt“ einzufangen. Darby Crashs poetischer Spott transportiere den Nihilismus seiner britischen Vorbilder, während das Spiel seiner Bandkollegen mit einer Geschwindigkeit, die die Ramones wie „schäbige Bummler“ aussehen ließe, eine Transformation hin zum Hardcore Punk vollziehe.[8][9]

Das simple Artwork gilt ebenso als bemerkenswert. Ihm wird zugeschrieben, die grafische Revolution im Punk von der in der Londoner Szene populären Covergestaltung – wie bei einem Erpresserbrief ausgeschnittene Buchstaben – wegbewegt zu haben.[2] Robert Dimery nahm das Album in sein Buch 1001 Albums You Must Hear Before You Die auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marc Spitz & Brendan Mullen: We Got the Neutron Bomb. The Untold Story of L.A. Punk. Three Rivers Press, S. 207. ISBN 978-0609807743 (englisch).
  2. a b The death and afterlife of an LA punk. The Guardian, 24. August 2008, abgerufen am 31. März 2017 (englisch).
  3. Brendan Mullen: Annihilation Man. L.A. Weekly, 27. Dezember 2000, abgerufen am 25. Februar 2017 (englisch).
  4. a b AllMusic Review by Ned Raggett. Allmusic, abgerufen am 31. März 2017 (englisch).
  5. Acclaimed Music – (GI). Acclaimed Music, abgerufen am 4. April 2017 (englisch).
  6. The Germs – (GI). PopMatters, abgerufen am 1. April 2017 (englisch).
  7. Scaruffi.com – Germs. Piero Scaruffi, abgerufen am 4. April 2017 (italienisch, englisch).
  8. 40 Greatest Punk Albums of All Time – 28. The Germs, '(GI)' (1979). Rolling Stone, 6. April 2016, abgerufen am 31. März 2017 (englisch).
  9. 40 Greatest One-Album Wonders – 16. Germs, 'GI' (1979). Rolling Stone, 14. Juli 2016, abgerufen am 31. März 2017 (englisch).