.22 Hornet

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.22 Hornet
.22 Hornet
Allgemeine Information
Kaliber .22 Hornet [1]
Hülsenform Randhülse
Maße
Hülsenschulter ⌀ 7,04 mm
Hülsenhals ⌀ 6,16–6,22 mm
Geschoss ⌀ 5,7 mm
Patronenboden ⌀ 8.89 mm
Hülsenlänge 35,64 mm
Patronenlänge max. 43,76 mm
Gewichte
Geschossgewicht 2,3–3,6 g
(35–55 grain)
Pulvergewicht 0,58–0,84 g
(9–13 grain)
Technische Daten
Geschwindigkeit V0 612–930 m/s
max. Gasdruck 3000 Bar
Geschossenergie E0 640–1160 J
Listen zum Thema
.22 Hornet, Maße

Die Patrone .22 Hornet ist eine Zentralfeuerpatrone, die für die Jagd und das Sportschießen verwendet wird. Das Geschosskaliber beträgt 5,7 mm, die Geschossmasse liegt zwischen 2,5 und 3,5 g. Es sind die unterschiedlichsten Geschosskonstruktionen erhältlich.

Auf der Abbildung (rechts unter der Infobox) ist eine Patrone mit Hohlspitzgeschoss (mit ballistischer Haube) und mit einem Teilmantelgeschoss (Deformationsgeschoss) dargestellt. Die linke Patrone wurde von Hand geladen und ist eine Spezialpatrone für die Kleinwildjagd.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Patrone .22 Hornet wurde ca. 1930 von jagdlich interessierten Mitarbeitern des Springfield-Arsenals (USA) entwickelt. Sie entstand durch Umformen der Hülse der seit 1885 existierenden Patrone .22 Winchester Centerfire, einer zunächst mit Schwarzpulver und später mit rauchschwachem Pulver geladenen Patrone für die Jagd auf Kleinwild und für das Scheibenschießen.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist es verboten, mit der Patrone Rehwild zu erlegen. Das Kaliber hat eine E100 (Auftreffenergie auf 100 m) von unter 500 Joule.[2] In Deutschland ist eine Mindest-Energie des Geschosses nach 100 m Flug von 1.000 Joule vorgeschrieben.[3]

Abweichend von oben genannten Verbots darf Damwild in Gehegen auch mit Büchsenpatronen mit einem Kaliber von mindestens 5,6 Millimetern und einer Mündungsenergie von mindestens 300 Joule betäubt und getötet werden [4], sofern:

  • die Schussentfernung weniger als 25 Meter beträgt,
  • der Schuss von einem bis zu 4 Meter hohen Hochstand abgegeben wird und
  • sich der Hochstand in einem geschlossenen Gehege mit unbefestigtem Boden befindet, dessen Einzäunung mindestens 1,80 Meter hoch ist.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • sehr geringer Rückstoß
  • geringe Geräuschentwicklung
  • sehr gute Präzision
  • verwendbar bis ca. 150 m
  • gute Leistung durch hohe Geschwindigkeit (700–800 m/s)

Die vergleichsweise geringe Geräuschentwicklung machen die .22 Hornet zu einer idealen Patrone, die vorzugsweise genutzt wird, wenn der Schussknall störend ist (z. B. Jagd in und nahe von bewohnten Bereichen) und auf Kleinwild gejagt wird. Dabei ist von großem Vorteil, dass die Patrone bis 100 m Kleinwild sicher und waidgerecht tötet. Dies trifft auf die sonst gerne verwendete Patrone .22 lfB nicht zu (jagdlich vertretbare Schussentfernung bis ~ 35 m). Die Patrone .22 WMR ist mit ihren Eigenschaften zwischen den beiden vorgenannten Patronen einzuordnen.

Wiederladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Patrone .22 Hornet eignet sich – wie nahezu jede Zentralfeuerpatrone – zum Wiederladen. Sie kann durchaus auch mit Schwarzpulver laboriert werden, was aber vor dem Hintergrund zur Verfügung stehender moderner Hochleistungspulver wenig sinnvoll erscheint.

Das Wiederladen geschieht nahezu ausnahmslos zur Anpassung an eine bestimmte Waffe oder einen bestimmten Lauf. Die Ansprüche hinsichtlich präzisen und methodischen Arbeitens sind dabei hoch.

Waffen für die .22 Hornet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die .22 Hornet wird jagdlich überwiegend in kombinierten Waffen verwendet. Dabei kommen in Betracht: Bergstutzen, die (Bock-)Büchsflinte, der Drilling, bei dem in einen der Schrotläufe ein Einstecklauf eingelegt wurde, sowie der Bockdrilling. Es gibt aber auch eigens für die Jagd und zum Sportschießen entwickelte Repetierer (CZ, Anschütz usw.). Diese Repetierer werden jedoch nur genommen, wenn Präzision gefragt ist. Bei Gewehren mit zwei oder drei Läufen leidet die Genauigkeit gerade bei mehreren Schüssen sehr, weil der Lauf mit der Kugel sich durch die heißen Gase beim Schuss erwärmt und verzieht, und sich dadurch die Treffpunktlage dieses Laufes und der anliegenden Läufe stark verändern kann. Für das jagdliche Sportschießen und das Benchrest-Schießen werden durchaus speziell eingerichtete Gewehre eingesetzt.

Die Jagd mit Pistole oder Revolver ist in Deutschland mit Ausnahme von Fangschuss, Baujagd und Fallenjagd verboten[5], so dass die Contender dazu nur als Langwaffe (mit langem Lauf und Schulterstütze) verwendet werden kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank C. Barnes: Cartridges of the World, Krause Publications, Iola (Wisconsin) 2009, Seite 13, ISBN 978-0-89689-936-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DEVA Wiederladen, 5. Auflage 2005, ISBN 3-00-016629-7, S. 218
  2. RWS .22 Hornet 3,0 Gramm/46 Grains KTMS-Geschoss: E100 = 481 Joule RWS | Rottweil :: Produktansicht
  3. BJagdG § 19 Abs. 1: Verboten ist... Ziffer 2. a) auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren Auftreffenergie auf 100 m (E100) weniger als 1000 Joule beträgt; b) auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber von 6,5 mm zu schießen; im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E100) von mindestens 2000 Joule haben;
  4. Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV), Anlage 1 zu § 12, Abs. 3 und 10, Satz 2.4ff.
  5. BJagdG § 19 Abs. 1: Verboten ist ... Ziffer 2 d), auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen, wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt