1. Deutsches Bratwurstmuseum

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Grafik zum Umzug ins thüringische Mühlhausen

Das 1. Deutsche Bratwurstmuseum wurde im Mai 2006 in der Nähe von Arnstadt eröffnet und ist 2020 nach Mühlhausen/Thüringen umgezogen. Ein Neubau am Mühlhäuser Stadtwald ist geplant, bis dahin besteht eine Interimsausstellung im Hotel Mühlhäuser Hof.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Holzhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Areal am Standort Holzhausen, unterhalb der Wachsenburg

Das 1. Deutsche Bratwurstmuseum wurde am 28. Mai 2006 in Holzhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Amt Wachsenburg im Ilm-Kreis, 6 km von Arnstadt, eröffnet. Die ideelle Trägerschaft liegt seit der Gründung beim Verein Freunde der Thüringer Bratwurst e. V. Im Museum waren Informationen über Schweinerassen, Fleisch- und Wurstverarbeitung, Rezepturen sowie Geräte zur Schlachtung und Herstellung der Thüringer Bratwurst zusammengetragen. Kernstück ist die nachweisliche Ersterwähnung der Bratwurst am 20. Januar 1404 in einer Abrechnung des Johann von Siebeleben, Propst des in der Reformation aufgehobenen ehemaligen Walpurgisklosters von Arnstadt. In dieser Urkunde heißt es, man habe „1 gr vor darme czu brotwurstin“ (1 Groschen für Bratwurstdärme) ausgegeben.

Im Januar 2008 wurde die Ausstellung um den Nachbau einer klösterlichen Küche sowie einer Propstei, wie man sie sich 1404 in Arnstadt hätte vorstellen können, erweitert. Ferner war der Modellentwurf der Thüringer Kirmes, die eine Attraktion der Weltausstellung in Brüssel 1910 war, im Miniaturformat nachgebaut. Auf 72 m² war seinerzeit eine authentische Thüringer Kirmes mit Festplatz, Fachwerkhäusern und dem Bratwurstesser als charakteristischer Symbolfigur zum Leben erweckt worden. Der Original-Entwurf des Bildhauers Reinhard Möller mit lebensgroßen Figuren befindet sich im Deutschen Spielzeugmuseum in Sonneberg.

Im November 2008 erhielt das Museum den mit 8000 Euro dotierten Thüringer Marketingpreis für Tourismus 2008 des Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit.

In den 15 Jahren seines Bestehens zog es mit der Ausstellung und Veranstaltungen über 800.000 Besucher in den kleinen Ort unterhalb der Wachsenburg. Durch die hohen Besucherzahlen (50.000 Besucher im Jahr) kam die Infrastruktur des Museumsstandortes an ihre Grenzen. Das Museum suchte daher einen neuen Standort.[1] Am 1. April 2020 wurde der Museumsbetrieb in Holzhausen eingestellt.

Umzug nach Mühlhausen/Thüringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war als neuer Standort des Museums das Gelände des früheren KZ Martha II, eines Außenlagers des KZ Buchenwald, vorgesehen. Nach Protesten von verschiedenen Seiten, u. a. von Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, wurden die Planungen jedoch fallengelassen. Der private Investor sowie die Stadt Mühlhausen gaben an, die Geschichte des Geländes nicht gekannt beziehungsweise nicht richtig eingeschätzt zu haben.[2] Als neuer Standort wurde ein 3,8 Hektar großes Areal am Mühlhäuser Stadtwald im Südwesten der Stadt gewählt. Der neue Standort soll damit vier Mal so groß werden wie der alte. Die Grundsteinlegung für den Neubau erfolgte am 20. Januar 2020.[3]

Geplant war, das Museum im Mai 2020 an seinem neuen Standort wieder zu eröffnen.[4] Verzögerungen des Bauablaufes durch den durchfeuchteten Untergrund und die Covid-19-Pandemie machten eine Zwischenlösung erforderlich. Bis auf Weiteres werden die Gäste im „Bratwurstmuseum unterwegs“ im Hotel Mühlhäuser Hof in der Mühlhäuser Innenstadt empfangen.[5] Neben schwierigem Baugrund ist auch die Finanzierung unklar.[6]

Medienpräsenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum ist als regionale Touristenattraktion immer wieder Gegenstand überregionaler Berichterstattung. So führte es die ARD im September 2006 in Deutschlands skurrilste Museen auf. Der MDR drehte am 29. Juni 2007 vor Ort für die Sendung Die Mitteldeutsche Museumsnacht, ausgestrahlt im Thüringer Regionalprogramm am 12. Juli 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bratwurstmuseum in Holzhausen sucht neuen Standort
  2. Bratwurstmuseum soll doch nicht auf früheres KZ-Gelände auf www.tagesspiegel.de, 4. Februar 2019
  3. Baubeginn für Thüringer Bratwurstmuseum in Mühlhausen. 20. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2020.
  4. Bebauungsplan für Bratwurstmuseum in Mühlhausen abgesegnet. In: insuedthueringen.de. Freies Wort, 26. Juli 2019, abgerufen am 21. September 2019.
  5. Bratwurstmuseum Mühlhausen öffnet erst 2021, mdr.de, aufgerufen am 24. November 2020
  6. Thüringer Bratwurst-Museum kann immer noch nicht öffnen – DAS ist das Problem. In: thueringen24.de. 19. August 2021, abgerufen am 4. Oktober 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: 1. Deutsches Bratwurstmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 12′ 37,3″ N, 10° 27′ 40,7″ O