1. FC Lokomotive Leipzig (2003)

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1. FC Lokomotive Leipzig
1. FC Lok Logo.gif
Verein
Name 1. Fußballclub Lokomotive
Leipzig e. V.
Sitz Leipzig, Sachsen
Gründung 10. Dezember 2003
Farben Blau-Gelb
Präsident Thomas Löwe
Website lok-leipzig.com
Fußballunternehmen
Name 1. FC Lokomotive Leipzig Spielbetriebsgesellschaft mbH
Gesellschafter 100 %: e. V.
Geschäftsführer Martin Mieth
Erste Mannschaft
Trainer Heiko Scholz
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion
Plätze 15.600 (zurzeit auf 10.900 begrenzt)
Liga Regionalliga Nordost
2017/18 6. Platz
Heim
Auswärts

Der 1. FC Lokomotive Leipzig, kurz 1. FC Lok oder Lok Leipzig, ist ein Fußballverein aus dem Leipziger Stadtteil Probstheida. Nach der Neugründung im Jahr 2003 stieg der Verein innerhalb von vier Jahren in die Oberliga Nordost auf. Nachdem der Verein zwischen 2012 und 2014 zwei Spielzeiten in der Regionalliga absolvierte, spielt er seit der Saison 2016/17 in der Regionalliga Nordost. Die Mannschaft, welche oft die Loksche genannt wird, trägt ihre Heimspiele im Bruno-Plache-Stadion aus. Der Spielbetrieb der ersten Herrenmannschaft wurde zum 1. Juli 2015 in die 1. FC Lokomotive Leipzig Spielbetriebsgesellschaft mbH ausgegliedert, deren einziger Gesellschafter der Verein ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003–2004: Gründung des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der VfB Leipzig erneut einen Insolvenzantrag stellte, gründeten 13 VfB-Leipzig-Fans am 10. Dezember 2003 den 1. FC Lokomotive Leipzig, wobei man den Namen des 1966 gegründeten VfB-Vorgängervereins wählte.[2] Zum Vereinsvorsitzenden wählten die elf Gründungsmitglieder den ehemaligen VfB-Fanbeauftragten Steffen Kubald.

Der neue 1. FC Lok übernahm die erfolgreichen Nachwuchsmannschaften und die Fußballabteilung. Teile des Nachwuchses wurden vom FC Sachsen Leipzig gekauft, der mit Hilfe der Stadt ein Leipziger Nachwuchszentrum gründete. Es gab Bestrebungen der Stadt Leipzig, die Kompetenzen des Leipziger Fußballs zu bündeln und so das Interesse potenzieller Investoren zu erhöhen. Allerdings scheiterte dieser Versuch schnell an den starken, historisch bedingten Rivalitäten beider Vereinsführungen und Fanlager. Als mögliche Vereinsnamen waren zum Beispiel VfB Sachsen Leipzig oder 1. FC Union Leipzig im Gespräch.

2004–2008: Durchmarsch in die Oberliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz Punkte
2004/05 3. Kreisklasse Leipzig 01 78
2005/06 Bezirksklasse Leipzig 01 79
2006/07 Bezirksliga Leipzig 01 73
2007/08 Landesliga Sachsen 02 68

Während die Nachwuchsmannschaften und die Frauenmannschaften in ihren Spielklassen verbleiben konnten, musste die Männermannschaft ihren Spielbetrieb in der niedrigsten Liga, der 3. Kreisklasse, aufnehmen. Der Trainer Rainer Lisiewicz (Oberligaspieler bei Lok von 1968 bis 1978) musste vor Saisonbeginn 2004/05 eine neue Männermannschaft zusammenstellen. Bei Sichtungstrainings bewarben sich über 100 VfB-Fans, von denen er 25 Spieler für die 11. Liga auswählte. Der neue Verein wurde bereits nach kurzer Zeit zum Kultverein unter den ehemaligen VfB-Fans. Wegen des für die niedrigste Spielklasse großen Zuschaueransturms berichteten die Medien deutschlandweit, was noch mehr Besucher ins Bruno-Plache-Stadion lockte. Mittelfristig wollte der Verein wieder dort spielen, wo der Vorgänger VfB zuletzt aufgelaufen war, in der NOFV-Oberliga. Um die Zeit auf Kreisebene (11. bis 8. Liga) abzukürzen, bemühte sich der Verein noch 2004 um eine Fusion mit Vereinen aus der fünftklassigen Landesliga Sachsen bzw. sechstklassigen Bezirksliga Leipzig. Erst der dritte Fusionsversuch brachte den Zusammenschluss mit dem SSV 52 Torgau. Zwei Torgauer Mannschaften hatten zuvor eine Fusion beschlossen, wodurch ein Startplatz in der siebtklassigen Bezirksklasse Leipzig frei wurde. Die Fusion empfanden beide Seiten als fair, der 1. FC Lok behielt Name und Spielstätte, im Gegenzug unterstützt er den neuen Torgauer Verein finanziell mit 48.000 Euro.

In seiner ersten Saison 2004/05 wurde Lok Leipzig verlustpunktfrei Meister der 3. Kreisklasse, nach 26 Spielen betrug das Torverhältnis 316:13. Lok gewann zudem den Leipziger Stadtpokal, dabei besiegte man im Endspiel die drei Ligen höher spielende dritte Mannschaft des SSV Markranstädt mit 2:0. Am 9. Oktober 2004 stellte der Verein einen Rekord für das Guinness-Buch der Rekorde auf, als 12.421 Zuschauer zum Punktspiel gegen Eintracht Großdeuben II ins Zentralstadion kamen. Es bedeute Zuschauerweltrekord bei einem Punktspiel in der niedrigsten nationalen Spielklasse. Zudem gab Lothar Matthäus sein Comeback bei Lok für ein Spiel beim Stadtpokal-Halbfinale. Zudem liefen der damals 62-jährige Henning Frenzel und Heiko Scholz noch einmal für die Loksche in der 11. Liga auf.[3]

In der Bezirksklasse Leipzig Staffel 2 stieg der Verein 2006 als Erster in die Bezirksliga auf und schaffte die Qualifikation für den Sachsenpokal 2006/07 durch einen 3:1-Sieg gegen Bornaer SV. Ein weiterer Höhepunkt der Saison war das Freundschaftsspiel gegen den englischen Klub FC United of Manchester vor offiziell 7.426 Zuschauern, es war gleichzeitig das erste internationale Spiel des 1. FC Lok seit der Neugründung. Ein Rückspiel in England war abgemacht, kam aber nicht zustande. Nach einem spannenden Dreikampf 2006/07 wurde die Loksche erneut Meister und schaffte so den direkten Aufstieg in die Landesliga Sachsen. In der Bezirksliga-Saison waren die Spiele im Sächsischen Landespokal besondere Höhepunkte, in dem Lok nach drei Runden als einziger Sechstligist das Viertelfinale erreichte, dort jedoch gegen den späteren Finalisten, die Zweitvertretung von Erzgebirge Aue, mit 0:3 ausschied. Der Zuschauerdurchschnitt bei Punktspielen betrug im Schnitt knapp 2.800, die Spitzenspiele in Meisterschaft oder Pokalwettbewerb sahen oft mehr als 5.000 Besucher.

Vor der Saison 2007/08 in der Landesliga Sachsen gab es erhebliche Zweifel am erneuten Durchmarsch und einem weiteren Aufstieg, da die Mannschaft gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert wurde. Am Saisonende stand man jedoch auf dem zweiten Platz, der zu Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Oberliga berechtigt. Dieser gelang gegen den Zweiten der Landesliga Mecklenburg-Vorpommern FC Schönberg 95 nach einem 2:1-Auswärtssieg und einer 0:1-Heimniederlage am 22. Juni 2008. Damit schaffte der Verein nach vier Aufstiegen in Folge und einer Fusion den Sprung aus der niedrigsten Liga in die Oberliga – dort spielte bis zu seiner insolvenzbedingten Auflösung der inoffizielle Vorgängerverein VfB Leipzig.

2008–2011: Etablierung in der Oberliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz Punkte
2008/09 Oberliga Nordost 03 56
2009/10 Oberliga Nordost 12 33
2010/11 Oberliga Nordost 08 39

Auch vor der Saison 2008/09 wurde die Mannschaft nicht weiter verstärkt. Wichtigster Neuzugang war sicher Torsten Jülich, der vom 1. FC Saarbrücken zurück nach Probstheida kam und der Abwehr mehr Stabilität verleihen sollte. Zur allgemeinen Überraschung spielte die Mannschaft nicht, wie vor der Meisterschaft befürchtet, gegen den Abstieg, sondern hatte sich bis zur Winterpause im Spitzenfeld der Oberliga festgesetzt. Kurz vor Ende der Saison, im April 2009, wurde bekannt, dass sich der Verein von seinem langjährigen Trainer Rainer Lisiewicz zum Ende der Saison trennen würde. Am 12. Mai 2009 wurde dieser dann bereits vorzeitig beurlaubt. Lisiewicz führte den Verein zu vier Aufstiegen in Folge; sein Nachfolger wurde Jörg Seydler, der zuvor in den Jugendabteilungen des Vereins tätig war. Am 29. November 2009 trat Seydler zurück. Für das letzte Hinrunden-Spiel der Saison 2009/2010 übernahm der bis dahin als Co-Trainer tätige Uwe Trommer interimistisch mit Unterstützung von Team-Manager Peter Milkau die Oberliga-Mannschaft.[4] Am Ende der Saison 2008/09 belegte die Mannschaft den dritten Tabellenplatz.

Die Saison 2009/10 führte zu einem Leistungsabfall. Nach dem Ende der Hinrunde belegte der Verein einen enttäuschenden 11. Platz. Eine noch schlechtere Rückrunde führte zu Abschlussplatz 12 mit lediglich 33 Punkten. Ab Juli 2010 war Achim Steffens Cheftrainer. Die Saison 2010/11 begann gleich mit einem Spielausfall (Ortsderby gegen FC Sachsen Leipzig). Dies sollte jedoch kein Einzelfall bleiben. Bis zur Winterpause konnten lediglich zehn von 15 Spielen absolviert werden, aus denen nur 8 Punkte geholt wurden. Zum ersten Mal lag der 1. FC Lok damit in einer Liga auf einem Abstiegsplatz. Zudem erkrankte Cheftrainer Steffens Ende 2010 schwer und wurde von Mike Sadlo vertreten. Auf einer vorgezogenen Mitgliederversammlung im Februar 2011 wurde der langjährige Vorsitzende Steffen Kubald aus dem Amt gewählt. Neuer Präsident wurde Michael Notzon. Sportlich konnte sich Lok noch in der laufenden Spielzeit konsolidieren und beendete sie als Tabellenachter.

Seit 2011: Zwischen Oberliga und Regionalliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz Punkte
2011/12 Oberliga Nordost 06 42
2012/13 Regionalliga Nordost 11 36
2013/14 Regionalliga Nordost 15 32
2014/15 Oberliga Nordost 04 56
2015/16 Oberliga Nordost 01 74
2016/17 Regionalliga Nordost 10 47
2017/18 Regionalliga Nordost 06 53

Bei der Neugestaltung und Erweiterung der Regionalligen im Jahr 2012 gelang es Lok Leipzig, sich für die neue Nordoststaffel zu qualifizieren. Ende Januar 2013 wurde bekannt, dass der Verein sich in einer finanziellen Notlage befand. Laut Vizepräsident Bernd Wickfelder gab es im Saisonetat eine Lücke von etwa 300.000 Euro. Der Verein initiierte daraufhin unter anderem ein Programm für Kleinsponsoren, um die drohende Insolvenz abzuwenden.

Im Rahmen einer durch die Vereinsmitglieder einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2013 wurde das bisherige Vereinspräsidium durch die Mitglieder abgewählt und gegen ein neues Präsidium unter Führung der langjährigen Lok-Fans Heiko Spauke und René Gruschka ersetzt.[5] Am 7. Oktober 2013 unterschrieb Heiko Scholz beim 1. FC Lokomotive Leipzig einen Vertrag bis zum Saisonende und verlängerte darüber hinaus. Die Saison 2013/14 endete mit dem Abstieg aus der Regionalliga Nordost. Im Herbst 2014 rief der Verein seine Fans auf ein Jubiläumslogo zu kreieren, welches im 50. Jubiläumsjahr Verwendung fand.

Die Mitgliederversammlung im November 2014 beschloss die Ausgliederung der ersten Herrenmannschaft in eine GmbH. Vom 1. Februar 2015 bis April 2016 amtierte der ehemalige Fußballnationalspieler Mario Basler als Geschäftsführer Sport.[6][7]

In der Saison 2015/16 gelang der Wiederaufstieg in die Regionalliga. Zur Saison 2017/18 legte der bisherige Präsident Jens Kesseler sein Amt aus beruflichen Gründen nieder und als Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident Thomas Löwe bestimmt.[8]

Erste Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 4. Mai 2018

Nr. Nation Name Geburtstag im Verein seit letzter Verein
Tor
1 DeutscherDeutscher Christopher Hanf 07. Juni 1995 2017 TSG Neustrelitz
31 DeutscherDeutscher Benjamin Kirsten 02. Juni 1987 2016 NEC Nijmegen
Abwehr
02 DeutscherDeutscher Robert Berger 7. November 1996 2017 FSV Zwickau
03 DeutscherDeutscher Markus Krug 17. September 1988 2009 Hallescher FC
04 DeutscherDeutscher Marcel Trojandt 22. Mai 1990 2013 Hallescher FC II
05 DeutscherDeutscher Christian Hanne 1. September 1989 2016 Wacker Nordhausen
06 DeutscherDeutscher Steffen Fritzsch 4. Oktober 1990 2015 Union Sandersdorf
07 DeutscherDeutscher Maik Georgi 6. April 1988 2016 Wacker Nordhausen
17 DeutscherDeutscher Toni Hartmann 22. Dezember 1998 2017 Hallescher FC Jugend
19 DeutscherDeutscher Ronny Surma 17. April 1988 2015 Hannover 96 II
21 DeutscherDeutscher Robert Zickert 23. März 1990 2015 SSV Markranstädt
25 DeutscherDeutscher Peter Misch 17. März 1997 2016 1. FC Magdeburg U19
Mittelfeld
09 DeutscherDeutscher Maximilian Pommer 18. August 1997 2017 FC Rot-Weiß Erfurt
10 DeutscherDeutscher Paul Schinke 16. Mai 1991 2015 RB Leipzig II
11 AmerikanerAmerikaner Ryan Malone 11. August 1992 2017 Stuttgarter Kickers
15 JapanerJapaner Hiromu Watahiki 7. August 1987 2015 SV Meppen
18 DeutscherDeutscher Nils Gottschick 9. Oktober 1993 2013 TSG Neustrelitz
22 DeutscherDeutscher Andy Wendschuch 11. April 1988 2012 Budissa Bautzen
23 DeutscherDeutscher Sascha Pfeffer 19. Oktober 1986 2017 Hallescher FC
Sturm
8 DeutscherDeutscher Maik Salewski 14. September 1989 2017 Budissa Bautzen
13 DeutscherDeutscher AlgerierAlgerier Djamal Ziane 27. März 1992 2014 FC Energie Cottbus II
14 DeutscherDeutscher Paul Maurer 4. Juni 1995 2016 FC Energie Cottbus
24 SerbierSerbier Matus Lorincak 23. März 1991 2017 Slavoj Trebisov

Trainer- und Funktionsteam (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 8. März 2017

Nat. Name Funktion
Trainerstab
DeutscherDeutscher Heiko Scholz Cheftrainer
DeutscherDeutscher Rüdiger Hoppe Co-Trainer
DeutscherDeutscher Maik Kischko Torwarttrainer
Medizinische Abteilung
DeutscherDeutscher Susan Döring Physiotherapeut
DeutscherDeutscher Uwe Zimmermann Physiotherapeut
Sportliche Leitung und weiteres
DeutscherDeutscher Tino Tripke Mannschaftsleiter
DeutscherDeutscher Frank Weiske Mannschaftsleiter
DeutscherDeutscher Grünter Grube Betreuung Schiedsrichter
DeutscherDeutscher Frank Golinski Dopingbeauftragter

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Lisiewicz (2008)
  • Rainer Lisiewicz (1. Juli 2004 – 30. Juni 2009)
  • Jörg Seydler (1. Juli 2009 – 29. November 2009)
  • Uwe Trommer (30. November 2009 – 30. Juni 2010)
  • Joachim Steffens (1. Juli 2010 – 31. Dezember 2010)
  • Mike Sadlo (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
  • Willi Kronhardt (2. Januar 2012 – 30. Juni 2012)
  • Marco Rose (1. Juli 2012 – 30. Juni 2013)
  • Heiko Scholz (seit 7. Oktober 2013)

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno-Plache-Stadion (2007)

Seine Heimspiele trägt der 1. FC Lokomotive in der Regel im Bruno-Plache-Stadion aus. In der Vergangenheit fanden auch Heimspiele im Zentralstadion (heute: Red-Bull-Arena) statt. Der 1. FC Lokomotive ist seit 2015 der Eigentümer des Bruno-Plache-Stadion, welches auch nur kurz als Bruno bezeichnet wird.[9]

Schon seit den 1920er Jahren wird im Bruno-Plache-Stadion Fußball gespielt. Und immer war es die Heimat des VfB Leipzig und des 1. FC Lok. Einzige Ausnahme waren die Jahre 1992–1995, aufgrund der Sicherheitsbestimmungen der 2. Bundesliga. Es befindet sich im Leipziger Stadtteil Probstheida, südlich des Völkerschlachtdenkmals. Offiziell fasst das Stadion heute 15.600 Zuschauer. Aufgrund verschiedener Sicherheitsbestimmungen ist es allerdings nur für 6.800 Zuschauer zugelassen. Bei der Eröffnung kamen 50.000 Zuschauer zum Spiel des VfB Leipzig gegen den Hamburger SV. Die 1932 errichtete und heute noch in Betrieb befindliche Holztribüne ist weitestgehend im Originalzustand erhalten. Sie ist damit ein bedeutendes historisches Beispiel für eine große Holztribüne in deutschen Fußballstadien jener Zeit.

Es gibt auch eine Initiative zum Erhalt des Bruno-Plache-Stadions, die von Fans des 1. FC Lok getragen wird. Dabei geht es hauptsächlich um Arbeitseinsätze und eigenständige Instandhaltungen und Sanierungsarbeiten, die freiwillig und uneigennützig durchgeführt werden. Die Vision der Initiative ist dabei, das Plache vollständig zu sanieren und in ein modernes Stadion für etwa 20.500 Zuschauer umzuwandeln.[10] Die Kosten sollen bei etwa 10 bis 20 Millionen Euro liegen. Die Vision dürfte allerdings nur sehr schwer zu realisieren sein, bedenkt man, dass es in Leipzig noch die Red Bull Arena gibt, die für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 komplett neu errichtet wurde.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Fanszene gilt als gewaltbereit[11] und rechtsorientiert, wobei Präsidium und Vereinsführung darauf hinweisen, dass es sich hierbei um Problemfans innerhalb der Fanszene handle.[12] Gewalttaten und politisch motivierte Ausschreitungen, bei denen ein offenes Bekenntnis zum Verein Lok Leipzig propagiert wurde, sorgten in der Vergangenheit mehrfach bundesweit für Schlagzeilen. Von den Verursachern solcher Straftaten hat sich der Verein stets in Stellungnahmen distanziert.[13]

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch unter dem Namen VfB Leipzig stieg die Mannschaft 2003 in die Regionalliga Nordost auf. Als Fünfter qualifizierte sich die Mannschaft überraschend für die neu gegründete 2. Bundesliga und wurde in die Südgruppe eingeteilt. Der Sprung erwies sich als zu groß und das Team stieg als Tabellenletzter wieder ab. In der folgenden Regionalligasaison wurde der Wiederaufstieg geschafft. 2011 sicherte sich die Mannschaft erstmals den Aufstieg in die Bundesliga. Die Saison 2011/2012 beendete sie auf dem letzten Tabellenplatz und stieg als einziger sportlicher Absteiger wieder ab.

Zum 1. Juli 2013 verließen alle Frauen- und Mädchenmannschaften aufgrund von finanziellen Problemen den Verein und wechselten geschlossen zum neugegründeten FFV Leipzig.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aufstieg in die Bundesliga: 2010/11
  • Meister der Regionalliga Nordost: 2005/06
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga: 2005/06

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Franke, Veit Pätzug: Von Athen nach Althen. Die Fanszene von Lok Leipzig zwischen Europacup und Kreisklasse. SDV Verlags GmbH, Dresden 2006, ISBN 3-9810516-5-3.
  • Thomas Franke, Marko Hofmann, Matthias Löffler: 50 Jahre 1. FC Lokomotive Leipzig - Die Chronik in Bildern. MMT Verlag, Leipzig 2016, ISBN 978-3-00-051398-5.
  • Freundeskreis Probstheida: 1. FC Lokomotive Leipzig, Berlin 2016, ISBN 978-3-944068-48-0 (= Bibliothek des deutschen Fußballs, Band 5)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1. FC Lok professionalisiert Strukturen, lok-leipzig.com, 21. November 2014, abgerufen am 22. März 2017.
  2. Julian Moering: Lok Leipzig: Tod und Wiedergeburt einer DDR-Legende. In: fussball.de. 4. Mai 2013, archiviert vom Original am 1. Juli 2013; abgerufen am 4. Mai 2013.
  3. Robert Klein: Große Klubs von Einst – 1. FC Lok Leipzig. In: Fussball-Woche. Archiviert vom Original am 3. August 2012; abgerufen am 20. November 2011.
  4. Cheftrainer Jörg Seydler zurückgetreten. 1. FC Lokomotive Leipzig, 29. November 2009, archiviert vom Original am 15. September 2012; abgerufen am 29. November 2009.
  5. Robert Nößler: Fans sollen Lok Leipzig vor der Insolvenz retten – Präsident Notzon hat OP gut überstanden. Leipziger Volkszeitung, 1. Februar 2013, abgerufen am 8. März 2017.
  6. Basler wird Geschäftsführer bei Lok Leipzig. Spiegel Online, 21. Januar 2015, abgerufen am 8. März 2017.
  7. Basler gibt Sportdirektor-Job bei Lok Leipzig auf. Spiegel Online, 4. März 2016, abgerufen am 8. März 2017.
  8. Lok-Präsident Kesseler legt Amt nieder. 1. FC Lokomotive Leipzig, 17. Juli 2017, abgerufen am 17. Juli 2017.
  9. Ein großer Tag für den Leipziger Fußball. 1. FC Lokomotive Leipzig, 17. September 2015, abgerufen am 10. März 2017.
  10. Die Initiative für den Erhalt des Bruno-Plache-Stadion. bruno-plache-stadion.de, abgerufen am 8. März 2017.
  11. Lok-Leipzig-Schande: Fans stürmen Rasen – Angriff auf Mario Basler. Abendzeitung, 15. Juni 2015, abgerufen am 9. März 2017.
  12. Ullrich Kroemer: Acht lange Minuten. 11 Freunde, 19. Juni 2015, abgerufen am 9. März 2017.
  13. Lok Leipzig distanziert sich von Hooligans und kündigt Stadionverbote an. Leipziger Volkszeitung, 12. Januar 2016, abgerufen am 9. März 2017.