1. FC Phönix Lübeck

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Phönix Lübeck
Vereinslogo
Basisdaten
Name 1. FC Phönix Lübeck e.V.
Sitz Lübeck
Gründung 13. Januar 1903
Farben blau-rot
Website www.1-fcphoenix-luebeck.de
Erste Mannschaft
Trainer Denny Skwierczynski
Stadion Sportplatz an der Travemünder Allee
Plätze ca. 1000
Liga Landesliga Holstein
2016/17 6. Platz (Verbandsliga Süd-Ost)
Heim
Auswärts

Der 1. FC Phönix Lübeck ist ein Fußballverein aus Lübeck, der bis 1971 die Fußballabteilung des LBV Phönix bildete. Die Herrenmannschaft des LBV zählte in den 1920er Jahren zu den erfolgreichsten in Norddeutschland und erreichte ihren größten Erfolg mit einem dritten Platz bei der norddeutschen Meisterschaft. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Phönix mehrere Jahre der erstklassigen Oberliga Nord und der zweitklassigen Regionalliga Nord an, ehe er für kurze Zeit bis in die sechstklassige Landesliga abgestiegen ist. Der 1. FC Phönix Lübeck konnte noch in den 1990er Jahren an der Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg teilnehmen und spielte seit 2015 in der Verbandsliga Süd-Ost, bis ihm 2017 der Aufstieg in die neu gebildete Landesliga Holstein gelang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lübecker Ballspiel Club[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lübecker Ballspiel Club wurde am 13. Januar 1903 gegründet und war der erste Verein in der Hansestadt Lübeck, der eine Fußballabteilung besaß. Die Gründungsmitglieder des Vereins strebten zunächst die Errichtung einer Fußballabteilung im MTV Lübeck an, was dieser jedoch ablehnte.[1] Das erste Fußballspiel bestritt der LBC am 21. Juni 1903 gegen den FC Hohenzollern aus Altona und verlor mit 11:0, kurz darauf gewannen die Lübecker erstmals gegen Holstein Kiel.[2] Am Ende des ersten Jahres seines Bestehens zählte der Verein 37 Mitglieder, wovon 27 Mitglieder sportlich aktiv waren, 1906 waren es bereits mehr als 100 Mitglieder. Seit 1904 wurde auch eine Juniorenabteilung unterhalten.

Zu einer Abspaltung vom Verein kam es am 5. März 1904, als sich mit Mitgliedern des LBC der Seminar-FC gründete. Dieser verzeichnete zunächst einen großen Mitgliederzuwachs und verbesserte sich auch sportlich, ehe die Vereinsführung 1905 beschloss, dass zukünftig ausschließlich Seminaristen Zugang zum Verein haben sollen. Einige der stärksten Spieler mussten daraufhin den Seminar-FC verlassen und wechselten wieder zum LBC. Wenig später schlossen sich die Seminaristen mit dem Lübecker Fußballverein „FC Hohenzollern“ zur Lübecker Sportvereinigung von 1905 (SV 05 Lübeck) zusammen. Diese ging 1906 wieder im Lübecker BC auf.

Sportlich dominierte der LBC zunächst das Geschehen in der Hansestadt und gewann die beiden ersten Lübecker Fußballmeisterschaften, einmal wurde dabei auch die zweite Mannschaft des Vereins Vizemeister. 1907 wurde ein neuer NFV-Bezirk „Holstein“ gebildet, woraufhin erstmals Vereine aus Lübeck und Kiel in einer gemeinsamen Liga spielten. Hierbei belegte der Verein hinter Holstein Kiel bis zur Auflösung der Spielklasse 1910 drei Mal den zweiten Platz. In der Folge wurde Lübeck (mit Umland) ein eigener Bezirk und trug eine eigene Meisterschaft aus, in der sich erstmals auch die Konkurrenten des Vereins in der Hansestadt durchsetzen konnten. In den vier Spielzeiten zwischen 1910 und 1914 errang der BC einmal die Meisterschaft, belegte zwei Mal den zweiten Platz und wurde 1912/13 hinter der Lübecker Turnerschaft und Urania Lübeck nur Dritter. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm der Verein nicht mehr am Spielbetrieb teil und löste sich zunächst auf, 1920 erfolgte die Neugründung als Lübecker Ballspielverein.

An der neuen Ostkreisliga, die das Gebiet von Mecklenburg und Lübeck umfasste, nahm der Verein erstmals 1921/22 teil, als man punktgleich mit dem FC Schwerin 03 nach einem Entscheidungsspiel (3:0) Meister wurde.[3] In der norddeutschen Endrunde wurde der LBV Letzter. Ein Jahr später konnte man die Schweriner erneut hinter sich lassen und erreichte die Qualifikationsrunde zur norddeutschen Meisterschaft, die nach einem 1:5 gegen Union 03 Altona nicht überstanden wurde. Für den LBV entwickelte sich erneut größere Konkurrenz in der Hansestadt, insbesondere durch den VfR Lübeck, der 1923/24 die Ostkreisliga gewann und damit an der norddeutschen Meisterschaft teilnehmen durfte.

SV Phönix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 gründete sich mit Seminar FC Lübeck 1907 erneut ein Seminaristenverein in der Hansestadt, der sich 1912 der Lübecker Turnerschaft anschloss. In den fünf Jahren seines Bestehens stieg der Seminar FC zur stärksten Mannschaft Lübecks auf und konnte 1911/12 als Lübecker Meister einmal an der NFV-Meisterschaft teilnehmen (0:9-Niederlage gegen Holstein Kiel). Der Anschluss an die Lübecker Turnerschaft war vor allem dadurch bedingt, dass der Turnverein in der Stadt ein höheres Ansehen als die Fußballvereine genoss.[1]

Die Fußballabteilung der LT wurde 1913 Lübecker Meister, nahm aber an den Qualifikationsspielen zur Norddeutschen Liga, die 1913/14 mit den zehn besten Mannschaften des Norddeutschen Fußball-Verbandes ausgetragen wurde, nicht teil. 1920 gelang letztmals die Teilnahme an der NFV-Meisterschaft. Nach einem 7:2-Sieg über Preußen Itzehoe scheiterten die Lübecker im Viertelfinale mit 3:6 an Holstein Kiel. Im Zuge der Reinlichen Scheidung wurde die Fußballabteilung der LT 1923 als SV Phönix eigenständig.

Fußballabteilung des LBV-Phönix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924–1933: Erste Jahre als LBV-Phönix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. April 1924 erfolgte der Zusammenschluss der beiden Vereine.

In der Folge dominierten die Lübecker die Ostkreisliga, die nach der Fußball-Revolution 1928 Oberliga Lübeck/Mecklenburg hieß. Von der Saison 1925/26 bis zur Saison 1930/31 errangen sie die Meisterschaft und durften somit an der norddeutschen Meisterschaft teilnehmen. Während der Verein in der Saison 1925/26 in der Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft an Holstein Kiel scheiterte, gelang ein Jahr später durch ein 3:1 gegen Eintracht Braunschweig der Sprung in die Endrunde. Hier belegte Phönix den dritten Platz hinter der KSV Holstein, gegen die Phönix ein 2:2 erreichte, und dem Hamburger SV, aber noch vor Kilia Kiel und Hannover 96.

Währenddessen dominierten die Spieler des LBV-Phönix auch die Auswahl des Bezirks Lübeck-Mecklenburg. In einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen ungarischen Meister kamen mit Bohnsack, Arnold, Gellert, Schaar und Gareis fünf der elf Spieler aus der Lübecker Elf.[4]

Nachdem der Verein in der Folgezeit nicht über die erste Runde hinauskam, gewann er 1930 und 1931 das jeweilige Achtelfinale (1930 gegen den Bremer SV mit 5:1, 1931 beim FC St. Pauli mit 6:1) und scheiterte anschließend im Viertelfinale (1930 gegen den Hamburger SV, 1931 unterlag man Holstein Kiel knapp mit 1:2). 1932 blieb man sieglos.

1933–1945: Zwischen Gauliga und Zweitklassigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der letzten Saison der Oberliga Lübeck/Mecklenburg landete der Phönix erneut hinter dem Ortsrivalen SV Polizei Lübeck. Da nur zwei Mannschaften aus Lübeck/Mecklenburg in die neu geschaffene Gauliga aufgenommen werden sollten, waren dies aufgrund des Erfolges in der letzten Spielzeit die SV Polizei und Schwerin 03. In der Folge musste Phönix zwei Jahre in der Bezirksklasse verbringen. Nachdem der Aufstieg 1933/34 verpasst wurde, gab es eine Ligareform: Die Mannschaften der (noch bis 1937 eigenständigen) Freien und Hansestadt sowie ihres Umkreises - inklusive Eutin und Bad Oldesloe - sollten von nun an in der Bezirksklasse Schleswig-Holstein spielen. Diese Maßnahme wurde 1935 zunächst wieder zurückgenommen, was aber den Phönix nicht mehr betraf, denn da war er schon Gauligist.

Die Qualifikation für die benachbarte Bezirksklasse war dem LBV souverän gelungen und 1934/35 kämpfte der Verein insbesondere mit dem VfR Neumünster um den Aufstieg. Zum Abschluss der Hinrunde konnte er den VfR Neumünster mit 5:4 bezwingen und war mit 18:0 Punkten noch punktverlustfrei.[6] Am Ende der Saison setzte sich Phönix schließlich knapp gegen den VfR durch und war damit Zweitligameister. Dieser hatte die Berechtigung zur Teilnahme an der Gauliga-Aufstiegsrunde, die Phönix auf Platz drei abschloss. Da jedoch Punktgleichheit mit dem Zweitplatzierten Hermannia Veddel und dem Vierten Adlero Neustadt-Cleve bestand, mussten diese drei Vereine eine weitere Einfachrunde bestreiten, um den zweiten Aufsteiger zu ermitteln. Phönix gewann diese Runde mit 4:0 Punkten.

Die Mannschaft um den Starspieler Otto Carlsson kämpfte nun darum, wieder die Nummer 1 in der Hansestadt zu werden, der größte Konkurrent war dabei nach der Auflösung des VfR Lübeck weiterhin die Polizei Lübeck. In der Aufstiegssaison erreichte Phönix auf Anhieb einen siebten Platz und hatte einen deutlichen Vorsprung auf die Abstiegsränge, konnte allerdings aus zwei Spielen gegen die SV Polizei nur 1:3 Punkte holen und lag deutlich hinter dem Konkurrenten. 1937 konnte der Verein sogar wieder Punktgleichheit mit der SV Polizei erreichen, landete aber aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter dem Polizeisportverein. Trotz eines Abstiegs in der Folgesaison machte der Phönix 1938 deutschlandweit auf sich aufmerksam, indem er im Pokal bei Borussia Dortmund 2:1 und über Arminia Bielefeld 3:2 siegen konnte und damit bis ins Achtelfinale vordrang. Hier unterlag der Verein nur knapp Blau-Weiß 90 Berlin mit 0:1.

Dem Verein gelang zwar 1939 der sofortige Wiederaufstieg, er konnte aber vorerst nur ein Spiel in der Bereichsliga, wie sie jetzt hieß, austragen, was durch den Kriegsausbruch begründet war. Nachdem der Spielbetrieb in zwei Staffeln dennoch wieder aufgenommen wurde, konnte Phönix noch zu drei Partien antreten, musste dann aber die Mannschaft zurückziehen.[7] 1942 erneut aufgestiegen, konnte der LBV noch einmal am erstklassigen Ligaspielbetrieb teilnehmen, landete aber auf dem vorletzten Platz der Gauliga Schleswig-Holstein 1942/43, der den Abstieg in die zweite Liga zur Folge hatte.

1945–1957: Spielzeiten in der Amateurliga Schleswig-Holstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945/46 nahm der Lübecker BV Phönix an der (inoffiziell) so genannten „Bezirksklasse Süd Schleswig-Holstein“ teil und belegte in der nicht vollständig ausgetragenen Runde den zweiten Platz hinter dem deutlich überlegenen Lokalrivalen VfB Lübeck.[9] Dieser war mittlerweile aus einer Fusion des Arbeitersportvereins BSV Vorwärts Lübeck und der SG Ordnungspolizei Lübeck entstanden. In der Spielzeit 1946/47 ging es für den Phönix um die Qualifikation zur erstklassigen Oberliga Nord, die von der Saison 1947/48 eine gemeinsame Spielklasse der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bilden sollte. In der Ersten Klasse Lübeck, Staffel B wurde Phönix vor Eutin 08 souverän Meister und war damit bereits sicher für die Landesliga Ost Schleswig-Holstein qualifiziert. In der Ausscheidung um einen der beiden Schleswig-Holsteinischen Plätze in der Oberliga Nord unterlag der LBV nach einem Sieg über den VfB Kiel dem Itzehoer SV nur knapp und durfte damit nicht in die Endrunde einziehen. Durch den Aufstieg des VfB Lübeck war Phönix wie bereits in den letzten Spielzeiten vor dem Krieg nur noch die Nummer zwei in der nicht mehr eigenständigen Hansestadt Lübeck.

In der Spielzeit 1947/48 wurde die Amateurliga Schleswig-Holstein zunächst dreigleisig gestartet und sollte zu einer Amateurliga zusammengeführt werden. Phönix musste in der neuen Landesliga Ost mindestens den vierten Platz belegen, was der Verein schlussendlich auch schaffte. Er verpasste als Vizemeister zudem die Teilnahme an der Landesmeisterschaft, dessen Sieger an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teilnehmen sollte. 1949 belegte Phönix in der neuen Liga zunächst zwar den vierten Platz, hatte aber bereits einige Spieltage vor Schluss keine Chance mehr, ins Meisterschaftsrennen zwischen dem Itzehoer SV und Eutin 08 einzugreifen. Insbesondere zur Spielzeit 1949/50 herrschte an der Travemünder Allee anschließend eine Aufbruchsstimmung: Zur neuen Spielzeit kam der ehemalige VfB-Trainer Peter Tietz und formte einen Kader, in dem insbesondere junge Spieler wie Fritz Kuchenbrandt und Heini Bruhn eine wichtige Rolle spielten.[1] Nachdem der Verein die Hinrunde mit nur einem Minuspunkt überstehen konnte, verlor der Phönix am 13. Spieltag nach drei verschossenen Elfmetern[1] gegen Flensburg 08 und konnte dadurch den großen Vorsprung nicht ins Ziel retten. Zu einem Eklat kam es am 12. Spieltag, als Phönix im Spiel gegen Gut-Heil Neumünster den nicht spielberechtigten Spieler Wrobel eingesetzt hatte, der im Jahr zuvor noch bei Gut-Heil spielte. Die zwei Punkte wurden Phönix im Anschluss an die Saison abgezogen.[10]

1952/53 verpflichtete Phönix Kurt Dittmer und Walter Rother vom Itzehoer SV und schaffte mit den neuen Akteuren auf Anhieb den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord, in der der Phönix abgeschlagen den letzten Platz belegen musste. Für Erfolge sorgte währenddessen die Jugendabteilung: Phönix errang zwischen 1948 und 1951 vier Mal die Landesmeisterschaft und brachte zahlreiche Verstärkungen für den Ligakader des LBV hervor.[1]

Nachdem Phönix 1933 nicht in die Gauliga aufgenommen wurde, erreichten die Weiß-Rot-Blauen 1956 erstmals wieder eine bessere Platzierung als der Lokalrivale VfB, der aufgrund eines Punktabzugs nur im Mittelfeld landete. Am erfolgreichsten für den Verein war allerdings die nächste Spielzeit, in der man zwar hinter dem VfB Lübeck nur Vizemeister der Amateurliga wurde, aber gemeinsam mit ihm in die erstklassige Oberliga Nord aufsteigen konnte: Nachdem die Lübecker im eigenen Stadion nicht über ein 2:2 gegen den TSV Uetersen hinauskamen und eine Woche später beim Bremer SV mit 0:3 verloren, kämpfte sich Phönix wieder an den Aufstiegsplatz heran und schaffte den Aufstieg durch ein Tor von Heinz Ranzog beim TSV Uetersen am letzten Spieltag, wodurch der große Favorit aus Oldenburg aufgrund einer gleichzeitigen Niederlage den Aufstieg verpassen musste. Durch den Aufstieg des VfB Lübeck in der anderen Aufstiegsrundengruppe war Lübeck somit erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland mit zwei Mannschaften gleichzeitig in der ersten Liga vertreten.

1957–1971: Zwischen erster und dritter Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zu diesem Zeitpunkt finanziell gut aufgestellte Verein verpflichtete zur ersten Oberligaspielzeit unter anderem Reinhold Ertel[11] und Erich Neupert, um sich in der ersten Spielklasse schnellstmöglich zu etablieren. Zum Auftakt verlor der Phönix zwar vor 12.000 Zuschauern mit 0:3 gegen den Hamburger SV[1], konnte aber am Ende der Saison den Lokalrivalen VfB hinter sich lassen, wodurch der LBV von nun an das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte der einzige Lübecker Erstligaverein war. Zur neuen Spielzeit verpflichteten die Weiß-Rot-Blauen unter anderem Erich Dziwocki, der als Torjäger jedoch enttäuschte. Nur aufgrund einer Siegesserie am Ende der Spielzeit konnten sich die Lübecker in der ersten Klasse halten, setzten sich aber das Ziel, sich unter anderem mit Hans Krämer und weiteren erfahrenen Spielern im Mittelfeld zu platzieren. Allerdings musste Phönix wie bereits zwei Jahre zuvor insbesondere mit seinem Lokalrivalen VfB um den Klassenerhalt kämpfen. Während Phönix sich 1958 mit einem knappen Vorsprung durchsetzte, konnte der Verein sich in der Spielzeit 1959/60 nicht mehr in der ersten Liga halten, obwohl er zeitweise sogar Tabellenführer war.

1961/62 konnte der Verein noch einmal um den Aufstieg kämpfen, schaffte die Qualifikation zur Aufstiegsrunde aber trotz eines 4:2-Siegs über den Oberliga-Absteiger VfB Lübeck vor 10.000 Zuschauern nicht und landete knapp hinter dem Stadtrivalen. Nach der Einführung der Fußball-Bundesliga wurde Phönix 1963 zum ersten Mal in seiner Geschichte drittklassig. Während die Ligafußballer zu dieser Zeit nicht über einen Platz im Mittelfeld der Landesliga Schleswig-Holstein herauskommen konnte, feierte die Jugendabteilung durch einen 4:3-Sieg über Werder Bremen 1965 den Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft. Vor allen Dingen aufgrund der Jugendarbeit, aber auch aufgrund erfahrener Akteure wie Peter Nogly oder „Janni“ Iden, gelang es den Lübeckern 1967 wieder in die zweitklassige Regionalliga aufzusteigen.

Bereits in der Aufstiegssaison konnte Phönix den seit 1963 in der Regionalliga spielenden VfB hinter sich lassen und erreichte mit dem sechsten Platz als Aufsteiger eine Platzierung im oberen Tabellendrittel. Zwar konnte man diese verteidigen, musste aber den VfB, der sich für die Bundesliga-Aufstiegsrunde qualifizierte, wieder vorbeiziehen lassen. In der Folge geriet Phönix in Finanznöte und musste darüber hinaus einen drastischen Zuschauereinbruch hinnehmen.

1. FC Phönix Lübeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971–1994: Zwischen dritter und sechster Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde die Fußballabteilung unabhängig vom LBV-Phönix und nannte sich zunächst 1. FC im LBV-Phönix. 1972 konnte der Verein zwar noch einmal Achter werden, doch in der Qualifikationsspielzeit für die 2. Bundesliga landeten die Weiß-Rot-Blauen auf einem Abstiegsrang. Die Lübecker setzten sich zunächst zwar in der Qualifikationsrunde zur drittklassigen Amateuroberliga Nord durch, mussten aus dieser allerdings sofort absteigen und wurden aus der Zweitklassigkeit direkt in die Verbandsliga durchgereicht.

Nach dem Abstieg aus der Oberliga Nord war der 1. FC Phönix Lübeck zum ersten Mal in seiner Geschichte viertklassig und trat in der Verbandsliga Schleswig-Holstein an. Trotz der Tatsache, dass mittlerweile deutlich weniger Zuschauer zu den Spielen des Phönix kamen und viele Sponsoren bereits abgesprungen waren, gelang 1978 die letztmalige Rückkehr in die Drittklassigkeit: Unter Trainer Bernd Emerich holten die Lübecker die Landesmeisterschaft und qualifizierten sich durch einen 5:2-Sieg über den VfB Peine für die Amateuroberliga. Hier gelangen zwar zwei Derbysiege über den Aufstiegskandidaten VfB Lübeck (4:1 an der Travemünder Allee, 2:1 an der Lohmühle), doch insbesondere aufgrund einer schlechten Rückrunde gelang der Klassenerhalt nicht.

In der Verbandsliga entwickelte sich das Team unter dem neuen Trainer Reinhold Ertel zu einer Mittelfeldmannschaft, die nur vereinzelt noch oben mitmischte, wie zum Beispiel in der Saison 1985/86, in der man sich fast für die Aufstiegsrunde zur Oberliga qualifizieren konnte. Auch wenn der Phönix in den Abschlusstabellen meist hinter dem VfB lag, gelangen ihm trotzdem mehrere Derbysiege, wie beispielsweise ein 3:2 beim VfB in der Spielzeit 1986/87. Daneben fand in der Spielzeit 1987/88 eines der legendärsten Lübecker Derbys statt, das der VfB in der Nachspielzeit mit 7:5 für sich entscheiden konnte.

Nachdem der Verein sich bereits einige Jahre zuvor den Klassenerhalt erst in der Nachspielzeit gegen den TSV Plön sichern konnte, musste er 1989 erstmals in die Fünftklassigkeit absteigen und spielte zu jenem Zeitpunkt vor nicht selten weniger als hundert Zuschauern. In der darauf folgenden Spielzeit wurde Phönix sogar bis in die sechste Liga durchgereicht, konnte sich aber innerhalb dreier Spielzeiten auch wieder in die Verbandsliga hocharbeiten. 1994 qualifizierte der Phönix sich für die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein und war damit zum ersten Mal seit 1979 wieder in einer verbandsübergreifenden Liga vertreten.

Ab 1994: Zwischen vierter und siebter Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Oberliga etablierte sich Phönix zunächst schnell und belegte auf Anhieb den fünften Platz. 1995 hingegen hatte der FC nur noch einen Punkt Vorsprung vor einem Abstiegsrang, ehe er trotz eines Sieges über Holstein Kiel im darauf folgenden Jahr wieder in die Fünftklassigkeit absteigen musste. Nachdem der Absteiger nicht als Favorit auf die Meisterschaft galt, war die Rückkehr in die Oberliga zur Spielzeit 1998/99 überraschend. Da der Verein allerdings Probleme hatte, die Spielklasse finanziell zu stemmen, zog er sich zur Saison 1999/2000 in die Bezirksliga zurück.

Der Verein war dadurch erstmals in seiner Vereinsgeschichte nur noch siebtklassig. 2002/03 konnte man dabei den dritten Platz in der Liga belegen und verpasste damit eine Rückkehr in die Sechstklassigkeit. Erst 2005 konnte man in die Bezirksoberliga Süd aufsteigen, in der der Phönix sich bis 2007/08 halten und zum Teil eine gute Rolle spielen konnte. In der Spielzeit 2007/08, in der eine Ligareform durchgeführt wurde, belegte Phönix einen Abstiegsplatz und spielte anschließend in der siebtklassigen Kreisliga Lübeck/Lauenburg.

2008 durfte der Verein an der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga teilnehmen. Da Holstein Kiel II jedoch nicht in die Regionalliga Nord aufsteigen konnte, wurde weder ein Platz in der Schleswig-Holstein-Liga noch in der Verbandsliga Süd-Ost frei, so dass die Aufstiegsrunde bedeutungslos blieb. 2012 gelang Phönix als Meister der Kreisliga Lübeck der Aufstieg in die Verbandsliga. Hier blieb der sportliche Erfolg jedoch aus, sodass man nach nur einer Saison wieder in die Kreisliga Lübeck abstieg. Dort galt die Mannschaft des 1. FC Phönix Lübeck in der Saison 2013/2014 einer der Titelanwärter. In den letzten Spielen der Saison verlor man allerdings u. a. gegen die 3. Mannschaft des VfB Lübeck mit 2:1 und musste sich am Ende mit Platz drei zufriedengeben.

Größte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1925, 1926, 1927, 1928, 1929, 1930: Meister der erstklassigen Oberliga Lübeck/Mecklenburg und Teilnahme an der norddeutschen Meisterschaft
  • 1927: Dritter Platz bei der norddeutschen Meisterschaft
  • 1957: Aufstieg in die erstklassige Oberliga Nord
  • 1967: Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga Nord
  • 1994: Aufstieg in die viertklassige Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein

In der ewigen Tabelle der Schleswig-Holstein-Liga liegt der 1. FC Phönix auf dem siebten Platz und damit noch vor dem VfB Lübeck. In der ewigen Tabelle der erstklassigen Oberliga Nord von 1947 bis 1963 liegt der Verein zwar auf dem 24. von 28 Plätzen, liegt damit aber noch vor dem Heider SV und dem Itzehoer SV.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere Ligareformen haben dem 1. FC Phönix Lübeck geschadet: Nach der Einführung der Gauliga, der Bundesliga und der zweigleisigen 2. Bundesliga musste Phönix jeweils eine Liga absteigen. Nach einem Abstieg konnte man zudem nie über längere Zeit in die nächsthöhere Klasse zurückkehren; nach dem Abstieg aus der ersten Liga konnten die Lübecker zum Beispiel nie für mehr als vier Jahre in die höchste Spielklasse zurückkehren.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1920 spielt der 1. FC Phönix Lübeck im Stadion an der Travemünder Allee. Ein Platz, auf dem der Verein bis zum Ersten Weltkrieg spielte, war nach diesem nur noch zerstört aufgefunden worden. Harry Maasz entwarf das neue Sportgelände des Vereins unweit des Lübecker Ehrenfriedhofs. Das Stadion, das auf einem Flugplatz gebaut wurde, war anschließend infolge des Zweiten Weltkrieges zerstört und wurde von den Alliierten beschlagnahmt. Einige Zeit nach Kriegsende übernahm der Verein das Stadion wieder und baute es 1950 für 13.000 Deutsche Mark und 1956 mit Hilfe eines Darlehns der Stadt Lübeck aus. Neben einer neuen Stehtribüne wurde auch eine Flutlichtanlage am Stadion angebracht, was bis dahin selten in Deutschland war. 1966 verkaufte der Verein sein Stadion an die Stadt Lübeck.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Fußballplatz des FC Phönix Lübeck, Eingangsbereich
Blick auf den Fußballplatz des FC Phönix Lübeck, Tribüne

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Norddeutschland. Agon-Sportverlag, Kassel 2003, ISBN 3-89784-223-8, S. 54–57.
  • Paul Kruse: Festschrift zur Feier der fünfzigsten Wiederkehr des Gründungstages des LBV Phönix von 1903 e. V. Lübecker Ballspielverein Phönix von 1903, Lübeck 1953.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise, Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Quelle: Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Norddeutschland. Agon-Sportverlag, Kassel 2003
  2. 1905–1930 – 25 Jahre Norddeutscher Sportverband
  3. D.S.F.S. (Hg.), Fußball Almanach Jahrbuch Deutschland 1921/22, o.O. 1994, Seite 33
  4. Lübecker Generalanzeiger
  5. 1921 bis 1924 sind die Ergebnisse des LBV aufgelistet.
  6. Oldesloer Sportgeschichte im 20. Jahrhundert
  7. Hamburger Anzeiger vom 7. März 1940, Seite 6
  8. siehe Fußball-Woche, Norddeutsche Ausgabe vom 2. Juni 1942, Seite 14
  9. Chronik des VfB Lübeck
  10. Bericht zur Spielzeit 1950 (PDF; 54 kB)
  11. Ertel, Reinhold (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)