1. FC Schweinfurt 05

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1. FC Schweinfurt 1905
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Basisdaten
Name 1. Fussball-Club Schweinfurt 1905, Verein für Leibesübungen e. V.[1]
Sitz Schweinfurt, Bayern
Gründung 5. Mai 1905
Farben Schwarz-Rot-Grün
Mitglieder 1.550[2]
Präsident Markus Wolf
Website www.fcschweinfurt05.de
Erste Mannschaft
Trainer Gerd Klaus
Stadion Willy-Sachs-Stadion
Plätze 15.060[3]
Liga Regionalliga Bayern
2016/17 8. Platz
Heim
Auswärts

Der 1. Fussball-Club Schweinfurt 1905, Verein für Leibesübungen e. V (kurz: 1. FC Schweinfurt 05) ist ein im Jahr 1905 gegründeter Sportverein aus Schweinfurt. Er bietet die Sportarten Fußball, Korbball, Faustball, Hockey, Badminton, Gymnastik, Rugby, American Football, Futsal und Leichtathletik an. Der Verein wird in weiteren Kurzformen Schweinfurt 05, FC 05 oder 05er und mit Spitznamen Schnüdel genannt.

Der FC 05 verdankt seinen Bekanntheitsgrad den erfolgreichen Spielzeiten seiner Fußballmannschaft von den 1930er bis in die 1970er Jahre. Der Verein nahm in den Jahren 1939 und 1942 als Meister der Gauliga Bayern an den Endrunden zur deutschen Fußballmeisterschaft teil und erreichte 1936 das Pokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04. Der 1. FC Schweinfurt 05 war im Jahr 1974 Gründungsmitglied der 2. Bundesliga und stand zweimal, 1966 und 1975, kurz vor dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.

Mit den Nationalspielern Albin Kitzinger und Andreas 'Ander' Kupfer stellte der Verein in den späten 1930er Jahren zwei der weltbesten Fußballer auf der Außenläufer-Position.[4] Beide Spieler nahmen an der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich teil und wurden im gleichen Jahr für die Partie gegen England als deutsche Vertreter in die FIFA-Kontinentauswahl berufen.[5] Im Jahr 1950 war Andreas Kupfer beim Spiel gegen die Schweiz der erste Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland.

Die erste Mannschaft des FC Schweinfurt 05, welche in der Saison 2017/18 in der viertklassigen Regionalliga Bayern antritt, wurde im Jahr 2016 in die 1. FC Schweinfurt 1905 Fußball GmbH ausgegliedert.[6] Seine Heimspiele trägt der Verein seit 1936 im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion aus.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Mannschaft des
1. FC Schweinfurt 05 im Jahr 1905
Stadiongaststätte mit Vereinsheim und Geschäftsstelle (2013)

Der 1. FC Schweinfurt 05 wurde am 5. Mai 1905 gegründet. Die Mitglieder kamen vorwiegend aus der bürgerlichen Mittelschicht, unter der in jener Zeit Fußball als Modesportart ausgeübt wurde. Erst in den 1920er Jahren erreichte der Fußball auch die Arbeiterschichten. Als Sportplatz diente eine von der Stadt überlassene Wiese am Hutrasen, südlich des Mains. Ab 1919 stand ein neuer Sportplatz in der Nähe, an der Ludwigsbrücke, zur Verfügung. Nach dem Abstieg aus der (Franken-)"Liga" war der Fortbestand des Vereins ungewiss, und von Februar 1921 bis 19. September 1923 hatte man sich der TG 1848 Schweinfurt angeschlossen.

Mit der Eröffnung des Willy-Sachs-Stadions im Nordwestlichen Stadtteil standen dem FC 05 sein neues Vereinsheim und zudem großzügige Trainingsplätze zur Verfügung, eingebettet in einen neuen, vorbildlichen Sportpark (siehe: Stadion). Unweit des neuen Stadions entstanden von den 1930er bis in die 1960er Jahre die beiden großen Arbeiterviertel Bergl und Musikerviertel. Spätestens jetzt entwickelte sich der FC 05 im Gegensatz zur größeren TG 1848 in Richtung eines Arbeiter-Fußballklubs einer Industriestadt, ähnlich wie etwa der FC Schalke 04. Als Hommage an den Arbeiterverein wurde kürzlich das Motto Wir arbeiten Fußball kreiert.

Auf dem ersten Sportplatz des FC 05 entstand ab 1928 das Domizil des Stadtrivalen VfR 07 Schweinfurt, der dort im Stadion am Hutrasen von 1939 bis 1941 gleichzeitig mit den 05ern in der damals höchsten deutschen Spielklasse Gauliga Bayern vertreten war. In der Gaugruppe zum Tschammerpokal des Jahres 1940 besiegte der VfR den FC 05 mit 4:2 und gelangte bis in die zweite Pokalschlussrunde gegen den Pokalsieger von 1938 und späteren Deutschen Meister SK Rapid Wien. Der VfR 07 war bis 1933 die sportliche Heimat des späteren deutschen Nationalspielers Andreas Kupfer, und hatte mit Robert Bernard einen eigenen Nationalspieler in seinen Reihen. Bernhard wechselte nach dem Krieg ebenfalls zum FC 05, welcher den VfR zunehmend sportlich assimilierte, wodurch dieser im Laufe der 1940er Jahre überregional bedeutungslos wurde.

Bedeutend für den Aufbau des FC 05 und des Süddeutschen Fußball-Verbandes nach dem Krieg war Hans Deckert. Er fungierte in den 1950er Jahren als Präsident des FC 05, und war bis in die 1970er Jahre Mitglied im DFB-Vorstand sowie DFB-Spielausschussvorsitzender. Sein Name steht heute jedoch auch in der Kritik, da er einerseits als CSU-Mitglied im Bezirkstag Unterfrankens führende Positionen innehatte und für sein politisches und sportliches Engagement hohe Auszeichnungen erhielt, u. a. als Ehrenmitglied des DFB (1975), das ehemalige Mitglied der NSDAP andererseits aber auch als Angehöriger einer „braunen Seilschaft“ des DFB („Der Spiegel“) galt.[8][9]

Die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts verlief für den FC 05 als Verein, abgesehen von einigen sportlichen Turbulenzen mit den im Fußball üblichen finanziellen Risiken, ohne besondere Einschnitte. Im Sommer 2004 jedoch gelang es dem damaligen Präsidenten Gerhard Hertlein nicht mehr, die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins nachzuweisen. Der DFB verweigerte die Regionalliga-Lizenz, was zum Zwangsabstieg in die Bayernliga führte.

Bei den Bemühungen des Vereins um potente Hauptsponsoren gab es immer wieder Angebote, die sich als unseriös erwiesen.[10] Anfang 2008 existierte seitens der Firma Flyeralarm ein großes Interesse daran, sich beim damaligen Bayernliga-Schlusslicht FC 05 zu engagieren, die erste Mannschaft aus dem Verein ausgliedern und wieder zurück in den Profifußball zu führen. Nachdem ein örtliches Internetportal von einer Verbindung der Flyeralarm-Geschäftsführerin Tanja Hammerl zur umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben in Würzburg erfahren hatte, kam es jedoch zu Kontroversen im Vorstand des Vereins und schließlich zum Verzicht auf das Angebot von Flyeralarm.[11] Der Gründer und Inhaber von Flyeralarm, Thorsten Fischer, engagierte sich daraufhin stattdessen beim mainfränkischen Konkurrenten FC Würzburger Kickers.

Unter dem derzeitigen Präsidenten und Hauptsponsor Markus Wolf hat sich der Verein finanziell konsolidiert, wurde frei von Bankschulden und gelangte auch sportlich nach turbulenteren Zeiten nach dem Millennium wieder in ruhige Fahrwasser, mit 2017/18 der fünften Saison in Folge in derselben Liga (Regionalliga) und dem Ziel des Aufstiegs in die 3. Fußball-Liga.

Geschichte der Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Fußballabteilung des 1. FC 05 Schweinfurt widerspiegelt die Geschichte des deutschen Fußballs, auch mit Einblicken in die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Durch den FC 05 gehörte und gehört Schweinfurt neben Nürnberg und Fürth zu den klassischen fränkischen Fußballstädten. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der örtlichen Großindustrie (siehe: Bild Vereinsmotto), zunächst durch Fichtel & Sachs, und in den 1970er Jahren durch FAG Kugelfischer.

Der FC 05 konnte sich mit seiner Fußball-Mannschaft ohne Unterbrechung über mehr als drei Jahrzehnte (1931–1963) in der jeweiligen höchsten nationalen Spielklasse behaupten. Der ganz große Durchbruch, mit nationalen Titeln, gelang trotz mehrerer Nationalspieler, mit den beiden Weltklassespielern Ander Kupfer und Albin Kitzinger nicht, auch weil mitten in ihre Karriere der Zweite Weltkrieg fiel. Anfang der 1950er Jahre zehrte man noch von der sportlichen Substanz der großen Zeit, zehn Jahre später kämpfte man aber bereits gegen den Abstieg aus der höchsten Spielklasse Oberliga Süd. Für die 1963 eingeführte Bundesliga konnte man sich nicht mehr qualifizieren und wurde nach 32 Jahren zweitklassig.

Die Weltklasse-Außenläufer Albin Kitzinger und Andreas Kupfer

Andreas Kupfer (links) und Albin Kitzinger

In den späten 1930er und frühen 1940er Jahren hatte der FC Schweinfurt 05 mit Albin Kitzinger und Andreas Kupfer zwei der weltbesten Außenläufer in seinen Reihen.[12] Kitzinger kam aus der Jugend der 05er und blieb diesen in seiner ganzen Karriere treu, während Kupfer im Jahr 1933 vom Lokalrivalen VfR 07 Schweinfurt zum FC 05 wechselte.

Beide Spieler absolvierten in ihrer Karriere jeweils 44 Länderspiele für Deutschland und waren Teil der legendären Breslau-Elf von 1937. Im folgenden Jahr wurden sie in das deutsche Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich berufen. In der ersten Weltelf der Fußballgeschichte, die der italienische Weltmeistertrainer Vittorio Pozzo als Europäische Fußballauswahl für die Begegnung am 26. Oktober 1938 im Highbury Stadium in London gegen England zusammenstellte, kamen die beiden gebürtigen Schweinfurter als einzige Spieler aus Deutschland zum Einsatz.[13]

Der Kicker urteilte 1939 über das Schweinfurter Außenläuferpaar Kitzinger–Kupfer mit den Ausführungen: „Man möchte sagen: Sie sind für das moderne Spiel geradezu geschaffen worden. Als Partner und als Einzelkönner haben sie in Europa nicht ihresgleichen.“[14]

Hermann E. Fischer beschreibt 1993 im Buch über die Oberliga-Süd Andreas Kupfer mit den Worten:[15]

„Ander Kupfer in Aktion zu sehen war oft wahrer Genuß. Versiert in Abwehr und Vorwärtsdrang gleichermaßen, wusste er den Ball geradezu zu streicheln, und der gehorchte ihm. Großartige Kondition verschaffte dem Linksfüßer auf der rechten Seite viele Vorteile [...] Seine kompromißlose Härte galt als sprichwörtlich und viele Widersacher bekamen sie zu spüren, darunter auch Helmut Schön in den Endrundenspielen des Dresdner SC mit den 05ern 1939.“

Hermann E. Fischer: Die Geschichte der Oberliga Süd 1945–1963

Helmut Schön, Kupfers Mitspieler in der Nationalmannschaft von 1937 bis 1941, schrieb dem Außenläufer 1978 in seinen Erinnerungen folgende Eigenschaften zu:[16]

„Ander Kupfer als Außenläufer war ein Spieler, der heute bei uns im Mittelfeld mit Sicherheit einen Stammplatz hätte; ich wäre froh gewesen, einen solchen Mann in Argentinien dabeigehabt zu haben. Wenn der hinter mir spielte, mit seiner Härte, seinem Geschick, seiner Schnelligkeit, dann fühlte ich mich vorne absolut sicher. Kupfers linkes Bein war stärker als das rechte; wenn er mit dem Ball von rechts zur Mitte lief, gab er mit dem linken Fuß diagonal Vorlagen auf den rechten Flügel, die alles aufrissen. Ein begnadeter Spieler.“

Helmut Schön: Fußball. Erinnerungen

Andreas Kupfer war in seinem letzten Länderspiel am 22. November 1950 im Stuttgarter Neckarstadion gegen die Schweiz der erste Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland.

Größte Erfolge des Vereins waren das Erreichen des Pokal-Halbfinales 1936 gegen FC Schalke 04, das man in Gelsenkirchen mit 2:3 verlor, und die Meisterschaften in der erstklassigen Gauliga Bayern in den Jahren 1939 und 1942, jeweils verbunden mit Teilnahme an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft. In der deutschen Meisterschaft 1939, der ersten sogenannten Großdeutschen Meisterschaft, nach den Annexionen Österreichs und dem Sudetenland, verpassten die 05er hauchdünn das Halbfinale gegen Schalke 04. Durch die fortschreitende NS-Expansion glich die deutsche Meisterschaft 1942 fast schon einer Mitteleuropa-Meisterschaft, jetzt auch noch mit dem Elsaß, Lothringen, Luxemburg, Böhmen und Mähren. Die 05er scheiterten in Straßburg im Achtelfinale gegen die SG SS Straßburg mit 1:2.

Nach dem Krieg war die große Zeit des FC 05 auf (inter)nationaler Ebene vorbei. Die größten Erfolge waren nun die Meisterschaft in der Regionalliga Süd im Jahr 1966 (damals II. Spielklasse) und im Jahr 1975 der 3. Platz in der neugegründeten 2. Bundesliga Süd. In den Jahren 1990 und 2001 gelang erneut der Sprung in die mittlerweile eingleisige 2. Bundesliga, aus der man allerdings jeweils nach nur einer Saison wieder abstieg.

1905–1933: Von der C-Klasse bis in die Gauliga Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gelang der Aufstieg von der C- über die B- in die A-Klasse. Nach nur einer Saison (1919/20) in der erstklassigen Kreisliga Nordbayern (u.a. mit 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, 1. FC 01 Bamberg, Würzburger Kickers) musste man wieder absteigen. Ab 1925 spielte der FC 05 in der Kreisliga Unterfranken. Höhepunkt in jener Zeit war das 1929 auf neutralem Platz in Bamberg vor über 1000 Zuschauern mit 4:1 gewonnene Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen den Lokalrivalen VfR 07 Schweinfurt.

Der mit aller Macht angestrebte Aufstieg in die Bezirksliga (Nordbayern) als der damals höchsten Klasse gelang jedoch erst 1931. Der dritte Platz in der Bezirksliga hinter dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth brachte 1933 die Qualifikation für die neu geschaffene Gauliga Bayern.

1933–1945: Gauliga Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Meilenstein für die Fußballabteilung war die Eröffnung des Willy-Sachs-Stadions 1936, das den Krieg unbeschadet überstand, mit zahlreichen Trainingsplätzen und in städtischer Obhut, aber mit Erstnutzungsrecht für den FC 05 (siehe: Stadion).

Als die Schweinfurter Nationalspieler Andreas Kupfer und Albin Kitzinger zur Hochform aufliefen, konnte die Mannschaft in der Saison 1938/39 erstmals den bayerischen Meistertitel erringen und zog zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft ein. Dort scheiterte der FC 05 nur äußerst knapp am punktgleichen Dresdner SC (siehe: Einleitung, Geschichte der Fußballabteilung). Im Kriegsjahr 1941/42 holte sich der FC 05 erneut den Gaumeistertitel, scheiterte in der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft aber bereits im ersten Spiel.

In der Saison 1942/43 wurde die Gauliga kriegsbedingt wegen Treibstoffmangels in eine Nord- und Südgruppe geteilt, um die Fahrwege zu verkürzen. Franken war damals die bayerische Fußballhochburg und die Nordgruppe wesentlich spielstärker, in der die 05er Zweiter nach dem dominierenden Club aus Nürnberg wurden. Von 1943 an trat die Mannschaft des FC 05 in einer Kriegsspielgemeinschaft mit dem Luftwaffen SV Schweinfurt als KSG Schweinfurt an.[17] In der Saison 1944/45 brach das deutsche Fußballgeschehen kriegsbedingt zusammen, es gab keine deutsche Meisterschaft mehr. Die Gauliga Bayern wurde nun in insgesamt 6 Gruppen unterteilt, um die Fahrwege noch weiter zu verkürzen, vielerorts begann jedoch der Spielbetrieb nicht mehr. Die Schnüdel verschlug es nun in den Gau Unterfranken mit nur vier Mannschaften (1. FC Schweinfurt 05, VfR 07 Schweinfurt, Würzburger FV 04 und Würzburger Kickers). Ob in dieser Gruppe überhaupt Spiele stattfanden ist nicht bekannt. Lediglich im Gau München/Oberbayern konnte noch eine Meisterschaft ausgespielt werden.

1945–1963: Oberliga Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte man sich unter widrigsten Umständen daran eine erste Liga zu schaffen, ähnlich der First Division in England, die wenigstens die Amerikanische Besatzungszone umfassen sollte. Die Auswahlkriterien für die Zusammenstellung der neuen Liga wurden nie bekannt. 1945 wurde dann aber nur in der Amerikanischen Besatzungszone, in der sich Schweinfurt befand, die Oberliga Süd gegründet, die allerdings das halbe Gebiet der vier Jahre später gegründeten Bundesrepublik Deutschland umfasste und die bis dahin weitreichendste Spielklasse aller Zeiten in Deutschland war. Nach ihrem Vorbild entstanden ab 1946 in den übrigen Besatzungszonen entsprechende Ligen. Die Oberliga Süd war bis zur Einführung der Bundesliga 1963 wesentlicher Bestandteil des deutschen Fußballs.

Der FC 05 wurde Gründungsmitglied der neuen Eliteliga mit nur 16 Vereinen, als „graue Maus“ aus einer der kleineren Oberliga-Städte, wenngleich Schweinfurt auch damals ein wichtiges, teilweise zerstörtes und relativ schnell wieder funktionierendes deutsches Industrie-Zentrum war. Die 05er belegten in der Zuschauertabelle mit einem Schnitt von 5000 bis 6000 Zuschauern häufig hinterste Plätze. Bestbesuchte Spielzeiten waren die Saison 1952/53 mit 9200 und 1951/52 mit 8400 Zuschauern. Andererseits gehörte der FC 05 zum Inventar der Liga, da er nur einer von sechs Vereinen war, denen es gelang, in allen 18 ausgetragenen Saisonen der Oberliga zu spielen. Durch einen 3:0 Sieg über Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag der Saison 1961/62 konnten die Schnüdel gerade noch den Abstieg abwenden, während die Eintracht dadurch die süddeutsche Meisterschaft gegen die punktgleichen Nürnberger verfehlte.

In der ewigen Tabelle liegen die 05er auf Platz 8 von insgesamt 33, vor dem TSV 1860 München und über 120 Punkte vor dem Karlsruher SC. Spieler mit den meisten Einsätzen in der Oberliga Süd waren Ludwig Merz (384), Erwin Aumeier (320), Karl „Molli“ Kupfer (Kupfer II) (292), Walter Lang (288), Fritz Käser (278) und Christof Schmitt (261). Rekordtorschützen sind Erwin Aumeier (76) und Jakob Lotz (71).[17]

In der letzten Saison der Oberliga 1962/63 konnte man in der spielstärksten Gruppe-Süd nicht absteigen, wegen der Einführung der Fußball-Bundesliga 1963, sondern war zumindest für die neue Fußball-Regionalliga der nächsten Saison automatisch qualifiziert. Die 05er befanden sich zeitweise auf dem dritten bis fünften Rang und erreichten am Ende aber nur den 11. Tabellenplatz.

1963–1976: Regionalliga Süd und 2. Bundesliga Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 1963/64 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die damals 16 Vereine umfassende neue Fußball-Bundesliga eingeführt. In der Oberliga Süd wurden insgesamt fünf Plätze für die neue Liga nach einer Zwölfjahreswertung vergeben, wobei sich die Meister der letzten Oberliga-Saison 1962/63 der fünf Oberliga-Staffeln in jedem Fall qualifizierten. Der FC Schweinfurt 05 konnte sich auf Grundlage der Zwölfjahreswertung nicht für die neue Liga qualifizieren, und war nach 32 Jahren in der höchsten Spielklasse nun zweitklassig.

Punkte der Zwölfjahreswertung
der Kandidaten der Oberliga Süd
für die Bundesliga
1. 1. FC Nürnberg 447
2. Eintracht Frankfurt 420
3. Karlsruher SC 419
4. VfB Stuttgart 408
5. Kickers Offenbach 382
6. FC Bayern München 288
7. TSV 1860 München 229
8. VfR Mannheim 227
9. SpVgg Fürth 224
10. 1. FC Schweinfurt 05 185
11. FC Bayern Hof 90
12. TSV Schwaben Augsburg 61
13. KSV Hessen Kassel 36
  • Für die Bundesliga durch die Zwölfjahreswertung qualifiziert
  • Für die Bundesliga durch die Meisterschaft der letzten Oberliga-Saison (1962/63) qualifiziert
  • Für die Bundesliga nicht qualifiziert
  • Die ersten Jahre in der neuen Regionalliga waren von starken Leistungsschwankungen geprägt. Landete man in der Auftaktsaison noch im vorderen Mittelfeld, so folgte ein Jahr mit Abstiegssorgen, ehe 1966 unter dem neuen Trainer Gunther Baumann erstmals nach 24 Jahren wieder eine Meisterschaft errungen werden konnte. Im Duell mit den Offenbacher Kickers hatte der FC 05 am Ende einen Punkt Vorsprung und qualifizierte sich für die Bundesliga-Aufstiegsrunde.

    Ein Aufstieg war relativ schwer, da die Bundesliga nach wie vor aus nur 16 Vereinen bestand und nur zwei Mannschaften aufstiegen. Die 05er zogen, auch bedingt durch interne Querelen (die beiden Leistungsträger Rolf Schweighöfer und Manfred Rühr wurden vereinsintern gesperrt), gegen Rot-Weiss Essen und den 1. FC Saarbrücken den Kürzeren, nur gegen den FC St. Pauli gelang ein Heimsieg (siehe auch: Bemerkenswerte Ereignisse). Auf die überraschende Meisterschaft folgte eine durchwachsene Saison, während der sich Erfolgstrainer Baumann zu 1860 München verabschiedete. Unter seinem Nachfolger Jenö Vincze erreichte die eingespielte Mannschaft in den folgenden vier Jahren (1968–1971) jeweils Platzierungen im vorderen Mittelfeld, 1972, 1973 und 1974 hingegen entging man nur knapp dem Abstieg.

    Der FC 05 wurde Gründungsmitglied der 1974 geschaffenen 2. Bundesliga, mit damals zwei Gruppen Nord und Süd. Die neue Liga betrachtete die Vereinsführung wegen der erhöhten finanziellen Anforderungen mit einiger Skepsis, jedoch gelang ihr mit der Verpflichtung des 33-jährigen Lothar Emmerich ein spektakulärer Transfer, der sich sportlich auszahlen sollte. Die von István Sztani trainierte Mannschaft konnte sich 1974/75 in der Spitzengruppe etablieren und belegte am Ende punktgleich hinter dem FK Pirmasens den dritten Platz. Nach 19 Jahren wurde auch zu Hause der alte fränkische Rivale 1. FC Nürnberg, der gleichzeitig zum Angstgegner der Schnüdel geworden war, erstmals wieder besiegt. So sah man, trotz finanzieller Sorgen, der Saison 1975/76 sportlich einigermaßen gelassen entgegen. Doch die Mannschaft blieb weit hinter den Erwartungen zurück und belegte ab dem zehnten Spieltag einen Abstiegsplatz. Der von vielen erhoffte Saisonendspurt, der in der Vergangenheit mehrfach in letzter Minute den Klassenerhalt gebracht hatte, blieb aus. Im Jahr 1976 endete schließlich eine bemerkenswerte sportliche Kontinuität: Sieht man von der verpassten Qualifikation zur Bundesliga 1963 ab, war der FC 05 nach 55 Jahren erstmals abgestiegen.

    1976–1991: Zwischen Bayern- und Landesliga und Aufstieg in die 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Nach dem Abschied vom Profifußball musste sich der Verein in der damals drittklassigen Bayernliga finanziell konsolidieren. Am ersten Spieltag in der ungewohnten Amateurliga gab es gleich einen Paukenschlag. Der FC 05 verlor im Auswärtsspiel gegen die SpVgg Plattling mit 0:5. In den Abschlusstabellen belegten die Schnüdel in den folgenden Jahren meist einen Platz im vorderen Mittelfeld. Ohne Aufstiegshoffnungen gestartet, erreichte man 1982 unter Trainer Otto Baum hinter dem FC Augsburg den zweiten Platz und nahm an der deutschen Amateurmeisterschaft teil. Im folgenden Jahr jedoch stieg man völlig überraschend in die Landesliga Nord ab. Dem souverän erspielten Wiederaufstieg in die Bayernliga (1983/84) folgte ein weiterer Abstieg.

    Nach der erneuten Landesligameisterschaft 1986 verpflichtete der Vorsitzende Peter Galm den ehemaligen Bundesligaprofi Werner Lorant (zunächst nur als Spieler). Als Spielertrainer übernahm Lorant nach einem missglückten Saisonstart im Herbst 1986 die sportliche Leitung. Aus einheimischen Spielern wie Bernd Häcker, Bernhard Pfister, Oliver Wölfling, Jens Schürer, Carsten Weiß, Rudi Gürtler, Reiner Wirsching, Rüdiger Mauder, Elmar Drenkard, Werner Köhler, Karl-Heinz Müller und dem zum Karriereausklang in die Heimat zurückgekehrten Erwin Albert formte Lorant eine schlagkräftige Elf, die 1989 Vizemeister der Bayernliga wurde, wobei auch der in der Winterpause vollzogene Wechsel von Wirsching zum 1. FC Nürnberg kompensiert werden konnte.

    In der Saison 1989/90 führte Lorant die Spieler auf den Zenit ihres Leistungsvermögens. Aus der Bezirksliga war vom FC Eibelstadt der junge Bernhard Winkler hinzugekommen. Das Team übernahm von Beginn an die Tabellenführung und errang nach einem dramatischen Finale im letzten Saisonspiel vor 32.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion beim Tabellen-Zweiten 1860 München, der einen Sieg zum Titel benötigte, mit einem umkämpften 3:3 die Meisterschaft. In der Aufstiegsrunde konnten sich die Schnüdel gegen den SSV Reutlingen und Rot-Weiss Frankfurt durchsetzen und stieg gemeinsam mit dem 1. FSV Mainz 05 wieder in die 2. Bundesliga auf. Ein weiterer Erfolg war das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal (0:2 gegen Eintracht Braunschweig).

    Zum ersten Mal war der FC 05 nun in der eingleisigen 2. Liga. Der Aufstiegself fehlten in der folgenden Saison 1990/91 jedoch ihre wichtigsten Säulen: Trainer Lorant verabschiedete sich zu Viktoria Aschaffenburg, Winkler ging zum 1. FC Kaiserslautern, Albert beendete seine Karriere. Die Strukturen im Verein waren nicht auf Profifußball ausgerichtet. Das „Abenteuer 2. Liga“ wurde zu einem Fiasko. Von Beginn an chancenlos, belegte man am Ende mit nur 13 Punkten den letzten Platz. Einer der wenigen Saison-Höhepunkte war das knappe 0:1 auf eigenem Platz vor 11.000 Zuschauern gegen Schalke 04.

    1991–2004: Bayernliga, Regionalliga und 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der langjährige Vorsitzende Peter Galm trat nach dem missglückten Ausflug ins Profigeschäft zurück. Immerhin konnte er den Verein finanziell intakt übergeben. Es folgten drei Jahre mit erfolglosen Vorständen und Trainern in der Bayernliga. Die am Saisonende 1993/94 verpasste Qualifikation für die neu gebildete Regionalliga bedeutete den Abstieg in die Viertklassigkeit.

    Bereits im Februar 1994 hatte der neue Vorsitzende Gerhard Hertlein den Serben Djuradj Vasic als Coach verpflichtet. In mühsamer Aufbauarbeit führte Vasic den Verein 1998 zur Bayernligameisterschaft; als zwei Jahre später die Zahl der Regionalligen von vier auf zwei reduziert wurde, gelang als Tabellenelfter gerade noch die Qualifikation. Die überwiegend aus einheimischen Spielern (Ralf Scherbaum, Matthias Gerhard, Steffen Stockmann, Steffen Rögele, Dirk Dorbath, Dieter Wirsching, Jürgen Hain, Thorsten Seufert) zusammengestellte und nur um wenige Profis (Kristian Sprecakovic, Josef Tuma, Festus Agu) ergänzte Mannschaft startete mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison 2000/01. Völlig unerwartet konnte sie sich in der Spitzengruppe etablieren, viele Spieltage sogar als Tabellenführer. Am Saisonende schien dem Außenseiter die Puste auszugehen. Doch reichte im letzten Saisonspiel ein 1:1 bei Wacker Burghausen, um sich gegen Eintracht Trier durchzusetzen und als Dritter hinter dem Karlsruher SC und der nicht aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaft vom VfB Stuttgart in die 2. Fußball-Bundesliga aufzusteigen, in der sich der FC 05 nun zum dritten Mal befand.

    Zur Zweitliga-Saison 2001/02 verpflichtete der Verein neben mehreren Nachwuchsspielern den gebürtigen Schweinfurter Martin Schneider, der mit der Erfahrung aus 379 Bundesligaspielen der Abwehr Halt geben sollte. Die Mannschaft trat zunächst als laufstarke, kompakte Einheit auf und konnte sich in der Vorrunde Dank ihrer Heimstärke von den Abstiegsrängen fernhalten, obwohl Routinier Schneider seine Karriere bereits nach wenigen Spielen verletzungsbedingt beenden musste. Höhepunkte in dieser Phase waren der 1:0-Sieg über Arminia Bielefeld (11.000 Zuschauer), das 3:3 gegen den VfL Bochum (9.800 Zuschauer), wo der FC 05 3:0 in Führung lag sowie das 4:2 über LR Ahlen mit Ermin Melunović als vierfachem Torschützen. Das Spiel wurde live im bundesweiten Free-TV übertragen.

    Als Höhepunkt der Vorrunde war nach dem Auswärts-Unentschieden gegen den MSV Duisburg das darauffolgende Franken-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth erwartet worden, bei dem die heimstarken 05er nun favorisiert waren und die Anhänger an einen Sieg im ausverkauften Stadion glaubten. Letzteres schien von vorneherein schon sicher festzustehen. Doch es kam anders. Am Dienstag nach dem Duisburg-Spiel ereigneten sich die Terroranschläge des 11. Septembers. Fußball wurde über Nacht zur „unbedeutenden Nebensache“ (Kicker-Sportmagazin) und es war zunächst nicht klar, ob am kommenden Wochenende überhaupt Fußball gespielt wird, wozu sich der DFB schließlich doch durchrang. Zu allem Unglück befand sich zudem damals direkt neben dem Sachs-Stadion eine US-Kaserne, die über Nacht zur Hochsicherheitszone wurde. Das Spiel endete mit einem lustlosen 0:0 vor nur 10.000 Zuschauern. Mitten in der Hochphase erlebte der FC 05 einen ersten Dämpfer, dem weitere folgten. Mehrmals kassierten die 05er exakt in der 44. Spielminute ein Gegentor und mussten frustriert zum Pausentee, was die Mannschaft schließlich zermürbte. Überwinterten sie noch mit vier Punkten Vorsprung zum Abstiegs-Relegationsplatz, wurden sie schließlich mit nur 24 Punkten unerwartet Vorletzter und stiegen ab.

    Trotz Abstieg hielt Präsident Hertlein zunächst an seinem Weggefährten Vasic fest, als die Mannschaft im Herbst 2002 jedoch auch in der Regionalliga auf einem Abstiegsplatz stand, war der bei den Fans schon lange ungeliebte Coach nicht mehr zu halten. Mit Hans-Jürgen Boysen und einigen Neuzugängen konnte in der Rückrunde nach einer dramatischen Aufholjagd am letzten Spieltag durch ein 3:1 über den VfR Aalen vor 7000 Zuschauern der Klassenerhalt gefeiert werden. Obwohl die lokale Presse neben finanziellen Problemen auch von Unregelmäßigkeiten berichtete, erhielt der Verein die Lizenz für die Saison 2003/04, die einen ähnlichen Verlauf wie die vorige Spielzeit nehmen sollte: im Herbst stand die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz, der Trainer wurde gewechselt (Rainer Hörgl für Boysen), neue Spieler verpflichtet, am Ende gelang wiederum der Klassenerhalt. Der schon seit längerem umstrittene Präsidenten Hertlein hatte den Verein mit eigenem Geld im Profibereich gehalten.

    2004–2013: Insolvenz und hin und her zwischen Bayern- und Landesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Sommer 2004 gelang es Hertlein jedoch nicht mehr, die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins nachzuweisen: Der DFB verweigerte die Regionalliga-Lizenz, der Zwangsabstieg in die Bayernliga war die Folge. In die Bayernligasaison 2004/05 startete die Mannschaft mit mehreren Akteuren aus dem Regionalliga-Kader. Doch schon nach wenigen Spielen musste Präsident Hertlein, der selbst größter Gläubiger des Vereins war, die Zahlungsunfähigkeit anmelden. Im Oktober 2004 erfolgte der Gang zum Insolvenzrichter, der einen Notvorstand einsetzte. Der FC 05 wurde aus der Bayernliga-Wertung genommen und stand als Absteiger fest, fast alle Akteure verließen den Verein. Um die Versetzung in die unterste Klasse zu vermeiden, mussten die verbleibenden Spiele als Freundschaftsspiele absolviert werden, was Dank der Mitwirkung von mehreren Spielern der Meistermannschaft von 1990 gelang. In dieser chaotischen Phase fand 2005 das 100-jährige Bestehen des Vereins keine Beachtung.

    Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens erfolgte 2005 ein Neustart in der Landesliga Nord. Im zweiten Anlauf gelang dem neu formierten Team 2007 die Rückkehr in die Bayernliga, aus der man jedoch am Saisonende nach einer Niederlage im entscheidenden Relegationsspiel gegen den TSV Rain/Lech wieder abgestiegen wäre. Nur aufgrund von Lizenzentzügen in höheren Klassen erhielt der FC 05 am grünen Tisch für die Saison 2008/09 einen Bayernliga-Startplatz zugesprochen. Dem im Profibereich erfahrenen Trainer Werner Dressel gelang es jedoch auch in der folgenden Saison nicht, das Leistungsvermögen der Mannschaft zu steigern, so dass jetzt der Abstieg in die sechstklassige Landesliga erfolgte.

    Die für Landesligaverhältnisse hochkarätig besetzte Mannschaft blieb nach dem Abstieg zusammen. Sie unterlag im Meisterschaftsrennen 2009/10 dem Würzburger FV, konnte sich in der Relegation durch Siege über den VfB Eichstätt und die SpVgg Ansbach 09 aber doch noch den Aufstieg in die Bayernliga sichern. Dort etablierte man sich im ersten Jahr mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld. Unter dem Trainer Klaus Scheer nannte der Verein für die Qualifikationssaison 2011/12 den Aufstieg in die neue viertklassige Regionalliga Bayern als Saisonziel. Diese Saison beendete man auf dem 13. Tabellenplatz und qualifizierte sich damit für die Relegationsspiele zur Regionalliga Bayern. Dort scheiterte der FC 05 an der zweiten Mannschaft des FC Augsburg, womit der angestrebte Regionalligaaufstieg verpasst wurde. In der Spielzeit 2012/13 wurde der FC 05 Schweinfurt unter dem neuen Trainer Gerd Klaus schließlich Meister der fünftklassigen Bayernliga Nord und stieg in die Regionalliga Bayern auf.

    Ab 2013: Regionalliga Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die erste Saison in der Fußball-Regionalliga Bayern beendete der 1. FC Schweinfurt 05 auf Tabellenplatz 16. Erst nach zwei Relegationsspielen konnte die Mannschaft die Klasse halten.[18] In der folgenden Regionalliga-Saison 2014/15 erreichte der FC 05 den 13. Tabellenplatz, in der Spielzeit 2015/16 sicherten sich die Unterfranken erst am letzten Spieltag den direkten Klassenerhalt.

    Im Oktober 2016 wurde die erste Mannschaft des Vereins in die 1. FC Schweinfurt 1905 Fußball GmbH ausgegliedert. Durch die damit verbundene Umstellung auf professionellen Fußball will man die notwendigen Voraussetzungen für den angestrebten Aufstieg in die 3. Fußball-Liga schaffen.[6][19]

    In der Regionalliga-Saison 2016/17 zeigte die Mannschaft eine Leistungssteigerung und beendete die Spielzeit auf einem Platz im oberen Mittelfeld. Schweinfurt konnte dabei dem späteren Meister und Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching die einzige Saison-Niederlage zufügen. In der gleichen Spielzeit gewann die Mannschaft durch einem 1:0-Finalsieg über den SV Wacker Burghausen erstmals den Bayerischen Toto-Pokal.[20][21]

    Durch den Landespokalsieg war der 1. FC Schweinfurt 05 nach 15 Jahren Abwesenheit wieder für die Teilnahme am DFB-Pokal qualifiziert. In der ersten Hauptrunde 2017/18 konnte Schweinfurt den Zweitligisten SV Sandhausen mit 2:1 besiegen,[22] unterlag jedoch in der zweiten Runde im mit 15.060 Zuschauern ausverkauften Willy-Sachs-Stadion dem Vorjahres-Finalisten Eintracht Frankfurt mit 0:4.[23][24] Neben dem Bayerischen Pokalsieg war das Erreichen der zweiten Runde im DFB-Pokal 2017/18 der größte Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte.

    Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Gauliga Bayern (I)

    Regionalliga Süd (II)-(III)

    Bayernliga (III)-(IV)

    Bayernliga Nord (V)

    Landesliga Nord (IV)-(VI)

    • Meister: (3) 1983/84, 1985/86 (IV), 2006/07 (V)
    • Vizemeister: 2009/10 (VI)

    Landesliga Nordwest (VI)

    • Meister: 2016/17c

    Pokalwettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    DFB-Pokal (bis 1943 Tschammerpokal)

    Süddeutscher Pokal

    BFV-Pokal

    Unterfränkischer Pokal

    • Sieger: (5) 1927, 1963c, 1996, 2006, 2009

    Teilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Endrunden-Teilnahmen

    Liga-Zugehörigkeiten


    a Gauliga Nordbayern
    b Aufstieg in die 2. Bundesliga
    c Zweite Mannschaft
    d Bayerischer Pokalmeister

    Tschammerpokal- und DFB-Pokal-Teilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Alle Spiele des 1. FC Schweinfurt 05 im Tschammerpokal (bis 1943) und DFB-Pokal:[25]

    Saison Runde Datum Heimmannschaft Gastmannschaft Ergebnis Zuschauer
    1935 1. Hauptrunde 1. September 1935 1. FC Schweinfurt 05 SV 08 Steinach 4:0 1.500
    2. Hauptrunde 22. September 1935 PSV Chemnitz 1. FC Schweinfurt 05 4:2 7.000
    1936 1. Hauptrunde 14. Juni 1936 1. FC Schweinfurt 05 FC Hanau 93 4:0 2.000
    2. Hauptrunde 28. Juni 1936 1. FC Schweinfurt 05 SV 1898 Feuerbach 5:2 1.500
    Achtelfinale 6. September 1936 TSG Ulm 1846 1. FC Schweinfurt 05 2:4 3.000
    Viertelfinale 25. Oktober 1936 SV Waldhof Mannheim 1. FC Schweinfurt 05 1:2 10.000
    Halbfinale 8. November 1936 FC Schalke 04 1. FC Schweinfurt 05 3:2 7.000
    1939 1. Hauptrunde 20. August 1939 1. FC Schweinfurt 05 SC Wacker Wien 2:3 n.V. 2.500
    1942 1. Hauptrunde 20. Juli 1942 FC Hanau 93 1. FC Schweinfurt 05 2:1 2.000
    1943 1. Hauptrunde 12. September 1943a KSG Schweinfurt 1. FC Nürnberg 2:4 5.000
    1954/55 1. Hauptrunde 15. August 1954 Tennis Borussia Berlin 1. FC Schweinfurt 05 2:4 20.000
    Achtelfinale 26. September 1954 FC Schalke 04 1. FC Schweinfurt 05 1:1 n.V. 5.000
    7. Oktober 1954 1. FC Schweinfurt 05 FC Schalke 04 0:1b 7.000
    1967/68 1. Hauptrunde 27. Januar 1968 1. FC Schweinfurt 05 Eintracht Frankfurt 1:2 n.V. 10.000
    1968/69 1. Hauptrunde 22. Januar 1969 Arminia Hannover 1. FC Schweinfurt 05 4:0 3.174
    1971/72 1. Hauptrunde 4. Dezember 1971 1. FC Schweinfurt 05 Eintracht Frankfurt 1:0 10.000
    15. Dezember 1971 Eintracht Frankfurt 1. FC Schweinfurt 05 6:1c 3.000
    1974/75 1. Hauptrunde 7. September 1974 1. FC Schweinfurt 05 1. FC Kaiserslautern 3:4 14.000
    1975/76 1. Hauptrunde 2. August 1975 Tennis Borussia Berlin 1. FC Schweinfurt 05 2:0 3.000
    1976/77 1. Hauptrunde 7. August 1976 1. FC Schweinfurt 05 FV Hassia Bingen 2:3 2.000
    1989/90 1. Hauptrunde 19. August 1989 1. FC Schweinfurt 05 Altonaer FC 93 1:0 2.100
    2. Hauptrunde 23. September 1989 1. FC Schweinfurt 05 Blau-Weiß 90 Berlin 4:2 6.500
    Achtelfinale 11. November 1989 1. FC Schweinfurt 05 Eintracht Braunschweig 0:2 12.000
    1991/92 1. Hauptrunde 27. Juli 1991 1. FC Schweinfurt 05 SV Waldhof Mannheim 1:6 2.300
    1996/97 1. Hauptrunde 10. August 1996 1. FC Schweinfurt 05 Hansa Rostock 2:5 5.000
    2002/03 1. Hauptrunde 30. August 2002 1. FC Schweinfurt 05 1. FC Union Berlin 1:2 n.V. 2.500
    2017/18 1. Hauptrunde 13. August 2017 1. FC Schweinfurt 05 SV Sandhausen 2:1 4.610
    2. Hauptrunde 24. Oktober 2017 1. FC Schweinfurt 05 Eintracht Frankfurt 0:4 15.060

    a Spielverlegung aufgrund der Operation Double Strike
    b Wiederholungsspiel
    c Eintracht Frankfurt Gesamtsieger mit 6:2 Toren

    Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Hauptartikel: Willy-Sachs-Stadion

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Stadion mit Haupttribüne (2017)

    Das Willy-Sachs-Stadion wurde im Juli 1936, wenige Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Berlin, als Teil eines neuen Sportparks der Stadt Schweinfurt eröffnet. Gestiftet wurde die gesamte Anlage durch den Schweinfurter Industriellen Willy Sachs, Inhaber des von seinem Vater Ernst Sachs gegründeten Unternehmens Fichtel & Sachs.[26] Im Stiftungsschreiben legte Sachs als Mäzen von Schweinfurt 05 für die "Dauer des Bestehens des Vereins" das alleinige Erstnutzungsrecht aller Stadioneinrichtungen für seinen Verein fest.[26]

    Der architektonische Entwurf des Stadions kam von Paul Bonatz, welcher bereits die neue Verwaltungszentrale von Fichtel & Sachs in Schweinfurt erbaut[27] und unter anderem den Stuttgarter Hauptbahnhof konzipiert hatte. Die gesamte Anlage wurde damals als vorbildlich und für eine Stadt der Größe Schweinfurts als nahezu einzigartig in Deutschland eingestuft.[28]

    Zur Einweihung des Stadions am 23. Juli 1936 waren mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, Reichsorganisationsleiter Robert Ley und dem Reichsstatthalter von Bayern, Franz Ritter von Epp, führende nationalsozialistische Politiker anwesend. Bereits am Vortag hatte der mit Sachs befreundete Hermann Göring die Anlage besichtigt.[29][30] Wegen der Verstrickungen von Willy Sachs mit dem Nationalsozialismus ist der Name des Stadions heute umstritten.[31]

    Das Eröffnungsspiel des Willy-Sachs-Stadions fand drei Tage später zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Schalke 04 statt, dem Deutschen Meister von 1935. Beide Mannschaften trennten sich mit einem 2:2-Unentschieden.[26]

    Die Stadionanlage überstand unbeschadet die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahre 1954, als 22.500 Zuschauer zu einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ins Willy-Sachs-Stadion kamen.[32] Die gesamte Sportstätte steht heute unter Denkmalschutz.[33][34][35]

    Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Südkurve des Stadions mit Marathontor (2017)

    Das Willy-Sachs-Stadion ist ein klassisches Fußballstadion mit integrierter Leichtathletikanlage und Marathontor, umgeben von zwei Reihen hoher Linden. Das Fassungsvermögen von einstmals über 20.000 Zuschauern wurde in Folge neuerer Sicherheitsstandards auf 15.060 Zuschauer beschränkt, darunter 860 Sitzplätze auf der überdachten Haupttribüne.[3] Es ist ein klassisches Stehplatz-Stadion, das abgesehen von technischen Einbauten völlig unverändert, wie kaum anderswo, erhalten blieb.

    Um die Auflagen für die Zweite Fußball-Bundesliga zu erfüllen, wurde das Stadion im Sommer 2001 umfassend saniert. Die Stufen der Stehränge wurden erneuert und eine Flutlichtanlage auf vier Schrägmasten installiert. Zudem wurde ein abgetrennter Gästeblock mit separatem Eingang eingerichtet. Die Schweinfurter Großindustrie spendete eine LED-Anzeigetafel über dem Marathontor. Infolge erhöhter Sicherheitsstandards mussten im Jahr 2014 Wellenbrecher auf den Stehrängen installiert werden, um das volle Platzangebot des Stadions weiter ausnutzen zu können.[36]

    Das Stadion liegt im Nordwestlichen Stadtteil von Schweinfurt, 2.5 km Luftlinie vom Marktplatz in der Altstadt entfernt. Mit vierspurigen Zufahrtsstraßen, die an die A 70 und A 71 angebunden sind, und dem benachbarten Volksfestplatz, der auch als Großparkplatz dient, besitzt das Stadion eine gemessen an seiner Kapazität großzügige Infrastruktur.

    Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Erste Mannschaft des 1. FC Schweinfurt 05 (Stand: 8. August 2017):[37]

    Nr. Position Name
    1 DeutschlandDeutschland TW Alexander Eiban
    2 DeutschlandDeutschland AB Herbert Paul
    3 DeutschlandDeutschland AB Andreas Bauer
    4 DeutschlandDeutschland AB Kevin Bär
    5 DeutschlandDeutschland AB Marco Janz
    6 DeutschlandDeutschland MF Christopher Kracun
    7 DeutschlandDeutschland MF Marco Fritscher
    8 DeutschlandDeutschland MF Michael Schlicht
    9 DeutschlandDeutschland ST Nicolas Görtler
    10 DeutschlandDeutschland MF Lukas Kling
    11 DeutschlandDeutschland MF Christopher Lehmann
    12 DeutschlandDeutschland TW David Paulus
    14 DeutschlandDeutschland MF Max Hillenbrand
    Nr. Position Name
    15 DeutschlandDeutschland MF Kevin Fery
    16 DeutschlandDeutschland MF Vincent Waigand
    17 DeutschlandDeutschland AB Matthias Strohmaier
    19 DeutschlandDeutschland MF Steffen Krautschneider
    20 DeutschlandDeutschland MF Nikola Jelišić
    21 DeutschlandDeutschland AB Dominik Weiß
    22 DeutschlandDeutschland ST Florian Pieper
    23 DeutschlandDeutschland AB Philip Messingschlager
    24 DeutschlandDeutschland AB Patrick Wolf
    27 DeutschlandDeutschland ST Adam Jabiri
    30 DeutschlandDeutschland MF Marius Willsch
    32 DeutschlandDeutschland AB Lukas Billick (C)Kapitän der Mannschaft

    Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Internationale Berufungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Deutsche Fußball-Nationalmannschaft (Einsätze/Tore)

    Europäische Fußballauswahl (Einsätze/Tore)

    • DeutscherDeutscher Albin Kitzinger: 1/0
    • DeutscherDeutscher Andreas Kupfer: 1/0

    Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Aktueller Trainerstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • DeutscherDeutscher Gerd Klaus (Cheftrainer seit 1. Juli 2012)
    • DeutscherDeutscher Stefan Braungardt (Co-Trainer)
    • DeutscherDeutscher Norbert Kleider (Torwart-Trainer)

    Ehemalige Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Trainer des 1. FC Schweinfurt 05 seit 1929:[38]

    Trainer Von Bis
    DeutscherDeutscher Karl Willnecker 1. Juli 1929 30. Juni 1930
    DeutscherDeutscher Hans Teufel 1. Juli 1930 30. Juni 1933
    DeutscherDeutscher Leonhard Seiderer 1. Juli 1933 30. Juni 1934
    DeutscherDeutscher Fritz Bennöder 1. Juli 1934 30. Juni 1935
    DeutscherDeutscher Hans Sauerwein 1. Juli 1936 30. Juni 1937
    DeutscherDeutscher Albin Kitzinger 1. Juli 1945 30. Juni 1946
    DeutscherDeutscher Kuno Krügel 1. Juli 1951 30. Juni 1952
    DeutscherDeutscher Fritz Käser 1. Juli 1959 30. Juni 1963
    DeutscherDeutscher Alfons Remlein 1. Juli 1960 30. Juni 1962
    DeutscherDeutscher Gunther Baumann 1. Juli 1965 30. Juni 1966
    UngarUngar Jenő Vincze 1. Juli 1967 30. Juni 1971
    DeutscherDeutscher Kurt Koch 1. Juli 1971 30. Juni 1972
    UngarUngar István Sztani 1. Juli 1974 30. Juni 1975
    DeutscherDeutscher Peter Velhorn 1. Juli 1975 23. Februar 1976
    DeutscherDeutscher Gunther Baumann 25. Februar 1976 30. Juni 1976
    DeutscherDeutscher Rolf Lamprecht 1. Juli 1981 30. Juni 1986
    DeutscherDeutscher Werner Lorant 1. Juli 1986 30. Juni 1990
    DeutscherDeutscher Elmar Wienecke 1. Juli 1990 12. August 1990
    DeutscherDeutscher Niko Semlitsch 13. August 1990 22. April 1991
    DeutscherDeutscher Georg Baier 23. April 1991 30. Juni 1991
    DeutscherDeutscher Franz Brungs 1. Juli 1991 17. November 1991
    DeutscherDeutscher Erwin Albert 1. Juli 1992 30. Juni 1993
    SerbeSerbe Djuradj Vasic 1. Februar 1994 14. September 2002
    DeutscherDeutscher Hans-Jürgen Boysen 18. September 2002 18. November 2003
    DeutscherDeutscher Rainer Hörgl 19. November 2003 30. Juni 2004
    DeutscherDeutscher Rainer Ulrich 1. Juli 2004 31. Dezember 2004
    DeutscherDeutscher Rüdiger Mauder 1. Juli 2005 30. Juni 2006
    DeutscherDeutscher Bernd Häcker 3. April 2006 30. Juni 2006
    DeutscherDeutscher Wolfgang Hau 1. Juli 2006 16. Januar 2008
    DeutscherDeutscher Werner Dreßel 17. Januar 2008 30. Juni 2008
    DeutscherDeutscher Frank Lerch 1. Juli 2008 30. Juni 2009
    DeutscherDeutscher Klaus Scheer 1. Juli 2009 19. September 2011
    DeutscherDeutscher Udo Romeis 19. September 2011 30. Juni 2012

    Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zweite Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bis zur Saison 2013/14 gelang der U23-Mannschaft des FC 05 der kontinuierliche Aufstieg aus der Kreisliga in die Landesliga Nordwest. Die Saison 2014/15 konnte die Mannschaft als Aufsteiger mit einem guten 5. Platz abschließen. In der folgenden Spielzeit 2015/16 klopfte die U23 zum ersten Mal an das Tor zur Bayernliga, musste sich aber mit einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz der zweiten Mannschaft der Würzburger Kickers geschlagen geben. In der Saison 2016/17 gelang dem Schnüdelnachwuchs dann drei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft der Landesliga Nordwest, und somit der Aufstieg in die fünftklassige Bayernliga Nord.

    Bemerkenswerte Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

    Am letzten Spieltag der Oberliga-Saison 1961/62 trat der FC 05 auswärts gegen Schwaben Augsburg an. Beide Mannschaften kämpften, neben mehreren anderen Vereinen, noch gegen den Abstieg. Der 05er Trainer Fritz Käser und der Augsburger Trainer gerieten in einen heftigen Streit, der in den letzten Spielminuten während einer Konferenz-Radioübertragung des Bayerischen Rundfunks dermaßen eskalierte, dass er in einem Ringkampf auf der Aschenbahn endete. Die Augsburger gewannen 1:0, beide Mannschaften konnten sehr knapp die Spielklasse halten, da der FC 05 zuvor im letzten Heinmspiel vor 20.000 Zuschauern Eintracht Frankfurt 3:0 besiegte.

    Das letzte Pflichtspiel des FC 05 im Willy-Sachs-Stadion gegen die erste Mannschaft des FC Bayern München fand in der Regionalliga Süd (damals 2. Liga) in der Saison 1964/65 statt. Der FC 05 siegte mit 4:1. Zur Stammelf des FC Bayern gehörten bereits die damals überregional noch völlig unbekannten Spieler Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Im Rückspiel in München unterlag der FC 05 jedoch mit 4:0. Der FC Bayern wurde in jener Saison Meister der Regionalliga-Süd und stieg in die Bundesliga auf. In der nachfolgenden Saison wurde der FC 05 Meister dieser Liga, scheiterte jedoch in der Bundesliga-Aufstiegsrunde.

    Nachdem in derselben Liga in der Saison 1967/68 der FC 05 am Ende den 5. und der SSV Reutlingen den 3. Tabellenplatz belegten, besiegten in der darauffolgenden Saison im ersten Heimspiel die Schnüdel den SSV völlig überraschend mit 10:0. Die Saison blieb jedoch für beide Vereine im üblichen Rahmen, in dem Spiel hatte sich eine Eigendynamik entwickelt.

    In der Saison 1972/73 kämpfte in dieser Liga der Karlsruher SC um einen Relegationsplatz zum Aufstieg in die Bundesliga und der FC 05 gegen den Abstieg. Am 27. Spieltag kam der KSC zum Rückspiel nach Schweinfurt. Bis um die 80. Minute führte der KSC 2:0, das Spiel schien entschieden und viele Zuschauer verließen bereits das Stadion. Den Schnüdeln gelang danach der Anschlusstreffer zum 2:1, kurz danach der Ausgleich und dann auch noch der vermeintliche Siegtreffer zum 3:2. An den Parkplätzen hörten die abgewanderten Zuschauer die zahlreichen Torschreie und kamen wieder zurück ins Stadion. Unmittelbar vor Spielschluss gelang dem KSC wieder der Ausgleich mit Hilfe einer foulverdächtigen Situation, die der Schiedsrichter nicht ahndete. Das Stadion wurde zum Hexenkessel. Voller Wut wurde vom FC 05 der Ball danach auf den Anstoßpunkt gesetzt und im letzten Spielzug förmlich ins gegnerische Tor "getragen", zum umjubelnden 4:3-Sieg, der dazu beitrug, den ersten Abstieg nach über 40 Jahren zu verhindern.

    1987 besiegte der FC 05, der in der damals drittklassigen Bayernliga spielte, in einem Freundschaftsspiel zu Hause die erste Mannschaft des FC Bayern München mit 1:0.

    Eine zentrale Rolle in der Betrachtung der Vereinsgeschichte durch die Fans nehmen die bis heute ungeklärten Ereignisse nach dem Spiel der Bundesliga-Aufstiegsrunde 1966 zu Hause gegen den FC St. Pauli ein, das der FC 05 mit 2:1 gewann. Hierzu entstanden mehrere, exakt durchnummerierte (Verschwörungs)Theorien. Von einem Spielerstreik um höhere Siegprämien und Streitigkeiten nach dem Spiel und in der Spielerunterkunft in Elfershausen ist die Rede. Zentrale und auch tragische Figur dabei ist der bis hierhin sehr erfolgreiche Mittelstürmer des FC 05 Rolf Schweighöfer, der für den Verein, wo auch seine Karriere begann, bis dahin 67 Pflichtspieltore erzielte. Fakt ist, dass die beiden Leistungsträger Schweighöfer und Manfred Rühr nach dem St. Pauli-Spiel vereinsintern gesperrt wurden, der FC 05 kein weiteres Spiel in der Aufstiegsrunde mehr gewann und Schweighöfer danach den FC 05 verlies. Im besten Alter von 27 Jahren erlebte er nun einen Karriereknick, wechselte zu Werder Bremen und danach zur SpVgg Fürth und erzielte insgesamt nur noch 6 Tore.

    Andere Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Oktober 2009 trat die Handballabteilung aus dem Verein aus und gründete sich neu als Main-Handball-Verein Schweinfurt 09 e. V. Die jüngsten Abteilungen beim FC Schweinfurt sind Rugby und Futsal. Weitere Abteilungen bieten Leichtathletik und Gymnastik an.[39]

    Spitzname „Schnüdel“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zu Herkunft und Bedeutung des Spitznamens „Schnüdel“ für den FC 05 gibt es verschiedene Versionen. Der Name ist bereits vor dem Zweiten Weltkrieg belegt, damals allerdings als Schimpfwort. Die Chronik zum 50-jährigen Bestehen des Vereins 1955 verwendet diese Bezeichnung nicht. Es soll sich um einen unterfränkischen Ausdruck für den Zipfel handeln, der vor Erfindung des Blitzventils von der Blase im Inneren des Balles als Verschluss abgebunden werden musste und für eine leicht unrunde, harte Stelle sorgte, die besonders beim Kopfball recht unangenehm werden konnte. Der Spitzname geriet im Laufe der Jahrzehnte fast in Vergessenheit, erlebte in neuerer Zeit eine Renaissance und ist heute unter Fußballkennern bundesweit bekannt.

    Sponsoren und Ausrüster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Hauptsponsor des 1. FC Schweinfurt 05 ist die Firma Wolf Möbel des Präsidenten Markus Wolf. Ausrüster der Mannschaft ist seit der Saison 2016/17 der Hersteller für Teamsportkleidung JAKO.

    Zuschauer- und Fankultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zuschauer bei einem Spiel der Regionalliga Bayern (2017)

    Durch die mittlerweile 15-jährige Zeit des FC 05 im Amateurfußball wurde die Fanszene ausgedünnt. Auf der offiziellen Webseite des Vereins finden sich zur Zeit (Stand: Juli 2017) keine Angaben zu einer organisierten Fanszene. Jedoch zeichnet sich durch die bisherigen Erfolge im Jahr 2017 eine Trendwende ab.

    Vereinsmotto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Verwaltung der ehem. Firma Fichtel & Sachs (heute ZF) in Schweinfurt

    Das offizielle Vereinsmotto des 1. FC Schweinfurt 05 lautet seit einigen Jahren Wir arbeiten Fußball. Dies steht in Verbindung mit der neugestalteten Webseite des FC 05 in retrospektiver Grafik im Stil der 1930er Jahre, mit einem Fußball der damaligen Zeit, und dem bewussten Gebrauch des Spitznamens Schnüdel (siehe: „Schnüdel“). Ein Raster aus Kugeln und einem abgebildeten Kugellager steht symbolisch für den Arbeiterverein aus der Kugellagerstadt (siehe: Vereinsgeschichte): Schweinfurt ist das europäische Zentrum der Wälzlager-Industrie und wird auch als Welthauptstadt der Kugellager bezeichnet.[40]

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • 50 Jahre 1. Fußball-Club Schweinfurt 1905 e. V. Verein für Leibesübungen, 1955 (Autor Armin Tremmer und Dr. Erich Kratzsch).
    • Grün-Weiße Schnüdel. Mehr als 100 Jahre 1. FC Schweinfurt 1905. Das offizielle Jubiläumsbuch des FC 05 zum runden Geburtstag, hg. vom 1. FC Schweinfurt 1905 e. V., (2006) (Autor: Michael Horling).
    • Hermann E. Fischer, Schweinfurt 05: Abonniert auf Oberliga, auch ohne Stareinkäufe, in: Werner Skrentny (Hrsg.), Als Morlock noch den Mondschein traf, S. 137–140.
    • Werner Skrentny (Hrsg.), Als Morlock noch den Mondschein traf. Die Geschichte der Oberliga Süd 1945–1963, 1993.
    • Hardy Grüne, Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs Band 1, 1996.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Handelsregister: Bayern Amtsgericht Schweinfurt VR 70. www.handelsregister.de; abgerufen am 8. Juni 2017.
    2. 1. FC Schweinfurt 05: Steckbrief. www.weltfussball.de; abgerufen am 7. Dezember 2017.
    3. a b Schweinfurter DFB-Pokalspiel ausverkauft. www.bfv.de; abgerufen am 10. Oktober 2017.
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    Koordinaten: 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ O