1. FC Schweinfurt 05

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
1. FC Schweinfurt 1905
Logo
Basisdaten
Name 1. Fussball-Club Schweinfurt 1905, Verein für Leibesübungen e. V.[2]
Sitz Schweinfurt, Bayern
Gründung 5. Mai 1905
Farben Schwarz-Rot-Grün
Präsident Markus Wolf
Website www.fcschweinfurt05.de
Erste Mannschaft
Trainer Gerd Klaus
Stadion Willy-Sachs-Stadion
Plätze 16.500[1]
Liga Regionalliga Bayern
2016/17 8. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der 1. FC Schweinfurt 05 ist ein Sportverein aus Schweinfurt. Er bietet die Sportarten Fußball (auch für Frauen), Korbball, Faustball, Hockey, Badminton, Gymnastik, Rugby, American Football, Futsal und Leichtathletik an. Der 1. FC Schweinfurt 05 wird in Kurzformen FC 05, 05er oder Schweinfurt 05 (nicht aber FC Schweinfurt) und mit Spitznamen Schnüdel genannt.

Der Verein war 32 Jahre, bis zur Einführung der Fußball-Bundesliga 1963, ununterbrochen in der jeweils obersten deutschen Spielklasse. Sieht man von der verpassten Qualifikation zur Bundesliga ab, waren die 05er 1976 nach 55 Jahren erstmals abgestiegen. Der FC 05 stellte mit Andreas Kupfer im Spiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 den ersten Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland. In der Rangliste der Vereine mit den meisten Abstellungen zu A-Länderspielen des DFB belegt der FC 05 bis heute mit 90 Einsätzen Platz 17. In der ersten Weltelf der Fußballgeschichte, der ersten Europäischen Fußballauswahl 1938, waren zwei Deutsche vertreten, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger, beide vom FC 05.[3]

Die größten Erfolge des Vereins waren die zweimalige Meisterschaft in der höchsten deutschen Spielklasse (Gauliga Bayern) 1939 und 1942 und die jeweils damit verbundene Teilnahme an den Endrunden zur deutschen Meisterschaft sowie das Erreichen des Pokal-Halbfinales 1936. Der FC 05 wurde 1974 Gründungsmitglied der 2. Bundesliga und stand zweimal, 1966 und 1975, kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga.

Abgesehen von einem kurzen Zusammenschluss in den 1920er Jahren gab es keine Fusion mit einem anderen Verein, Vereinsname und Wappen blieben unverändert und seit über 80 Jahren auch die Spiel- und Trainingsstätte Willy-Sachs-Stadion.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Mannschaft des
1. FC Schweinfurt 05 im Jahr 1905
Stadiongaststätte mit Vereinsheim und Geschäftsstelle (erbaut 1936)

Der 1. FC Schweinfurt 05 wurde am 5. Mai 1905 gegründet. Die Mitglieder kamen vorwiegend aus der bürgerlichen Mittelschicht, unter der in jener Zeit Fußball als Modesportart ausgeübt wurde. Erst in den 1920er Jahren erreichte der Fußball auch die Arbeiterschichten. Als Sportplatz diente eine von der Stadt überlassene Wiese am Hutrasen, südlich des Mains. Ab 1919 stand ein neuer Sportplatz in der Nähe, an der Ludwigsbrücke, zur Verfügung. Nach dem Abstieg aus der (Franken-)"Liga" war der Fortbestand des Vereins ungewiss, und von Februar 1921 bis 19. September 1923 hatte man sich der TG 1848 Schweinfurt angeschlossen.

Mit der Eröffnung des Willy-Sachs-Stadions im Nordwestlichen Stadtteil standen dem FC 05 sein neues Vereinsheim und zudem großzügige Trainingsplätze zur Verfügung, eingebettet in einen neuen, vorbildlichen Sportpark (siehe: Willy-Sachs-Stadion). Unweit des neuen Stadions entstanden von den 1930er bis in die 1960er Jahre die beiden großen Arbeiterviertel Bergl und Musikerviertel. Spätestens jetzt entwickelte sich der FC 05 im Gegensatz zur größeren TG 1848 in Richtung eines Arbeiter-Fußballklubs einer Industriestadt, ähnlich wie etwa der FC Schalke 04. Als Hommage an den Arbeiterverein wurde kürzlich das Motto Wir arbeiten Fußball kreiert.

Auf dem ersten Sportplatz des FC 05 entstand ab 1928 das Domizil des Stadtrivalen VfR 07 Schweinfurt, der dort im Stadion am Hutrasen von 1939 bis 1941 gleichzeitig mit den 05ern in der damals höchsten deutschen Spielklasse Gauliga Bayern vertreten war. In der Gaugruppe zum Tschammerpokal des Jahres 1940 besiegte der VfR den FC 05 mit 4:2 und gelangte bis in die zweite Pokalschlussrunde gegen den Pokalsieger von 1938 und späteren Deutschen Meister SK Rapid Wien. Der VfR 07 war bis 1933 die sportliche Heimat des späteren deutschen Nationalspielers Andreas Kupfer, und hatte mit Robert Bernard einen eigenen Nationalspieler in seinen Reihen. Bernhard wechselte nach dem Krieg ebenfalls zum FC 05, welcher den VfR zunehmend sportlich assimilierte, wodurch dieser im Laufe der 1940er Jahre überregional bedeutungslos wurde.

Bedeutend für den Aufbau des FC 05 und des Süddeutschen Fußball-Verbandes nach dem Krieg war Hans Deckert. Er fungierte in den 1950er Jahren als Präsident des FC 05, und war bis in die 1970er Jahre Mitglied im DFB-Vorstand sowie DFB-Spielausschussvorsitzender. Sein Name steht heute jedoch auch in der Kritik, da er einerseits als CSU-Mitglied im Bezirkstag Unterfrankens führende Positionen innehatte und für sein politisches und sportliches Engagement hohe Auszeichnungen erhielt, u. a. als Ehrenmitglied des DFB (1975), das ehemalige Mitglied der NSDAP andererseits aber auch als Angehöriger einer „braunen Seilschaft“ des DFB („Der Spiegel“) galt.[4][5]

Die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts verlief für den FC 05 als Verein, abgesehen von einigen sportlichen Turbulenzen mit den im Fußball üblichen finanziellen Risiken, ohne besondere Einschnitte. Im Sommer 2004 jedoch gelang es dem damaligen Präsidenten Gerhard Hertlein nicht mehr, die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins nachzuweisen. Der DFB verweigerte die Regionalliga-Lizenz, was zum Zwangsabstieg in die Bayernliga führte.

Bei den Bemühungen des Vereins um potente Hauptsponsoren gab es immer wieder Angebote die sich als unseriös erwiesen.[6] Anfang 2008 existierte seitens der Firma Flyeralarm ein großes Interesse sich beim damaligen Bayernliga-Schlusslicht FC 05 zu engagieren, die erste Mannschaft aus dem Verein ausgliedern, und wieder zurück in den Profifußball zu führen. Nachdem ein örtliches Internetportal von einer Verbindung der Flyeralarm-Geschäftsführerin Tanja Hammerl zur umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben in Würzburg erfahren hatte, kam es jedoch zu Kontroversen im Vorstand des Vereins, und schließlich zum Verzicht auf das Angebot von Flyeralarm.[7] Der Gründer und Inhaber von Flyeralarm, Thorsten Fischer, engagierte sich daraufhin stattdessen beim mainfränkischen Konkurrenten FC Würzburger Kickers.

Unter dem derzeitigen Präsidenten und Hauptsponsor Markus Wolf hat sich der Verein finanziell konsolidiert, wurde frei von Bankschulden, und gelangte auch sportlich nach turbulenteren Zeiten nach dem Millennium wieder in ruhige Fahrwasser, mit 2017/18 der fünften Saison in Folge in derselben Liga (Regionalliga) und dem Ziel des Aufstiegs in die 3. Liga (siehe: Gegenwart: BFV-Pokalsieg und Umstellung auf Profifußball).

Geschichte der Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Fußballabteilung des 1. FC 05 Schweinfurt widerspiegelt die Geschichte des deutschen Fußballs, auch mit Einblicken in die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Durch den FC 05 gehört (e) Schweinfurt neben Nürnberg und Fürth zu den klassischen fränkischen Fußballstädten. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der örtlichen Großindustrie (siehe: Bild Vereinsmottos), zunächst durch Fichtel & Sachs und in den 1970er Jahren durch FAG Kugelfischer, wo z. B. Lothar Emmerich eine Stelle vermittelt bekam. Der FC 05 konnte sich mit seiner Fußball-Mannschaft ohne Unterbrechung über mehr als drei Jahrzehnte (1931–1963) in der jeweiligen höchsten nationalen Spielklasse behaupten. Der ganz große Durchbruch, mit nationalen Titeln, gelang trotz mehrerer Nationalspieler, mit den beiden Weltklassespielern Ander Kupfer und Albin Kitzinger nicht, da mitten in ihre Karriere der Zweite Weltkrieg fiel (siehe auch: Die Weltklasse-Außenläufer Kupfer und Kitzinger). Anfang der 1950er Jahre zehrte man noch von der sportlichen Substanz der großen Zeit. Anfang der 1960er Jahre kämpfte man aber bereits gegen den Abstieg aus der höchsten Spielklasse Oberliga Süd und für die 1963 eingeführte Bundesliga konnte man sich nicht mehr qualifizieren und wurde nach 32 Jahren zweitklassig.

Größte Erfolge des Vereins waren das Erreichen des Pokal-Halbfinales 1936 gegen FC Schalke 04, das man in Gelsenkirchen mit 2:3 verlor und die Meisterschaften in der damals höchsten deutschen Spielklasse Gauliga Bayern 1939 und 1942, mit der jeweils damit verbundenen Teilnahme an der Endrunde der deutschen Meisterschaft. In der deutschen Meisterschaft 1939, der ersten sogenannten Großdeutschen Meisterschaft, nach den Annexionen Österreichs und dem Sudetenland, verpassten die 05er hauchdünn das Halbfinale gegen Schalke 04. Durch die fortschreitende NS-Expansion glich die deutsche Meisterschaft 1942 schon ehr einer Mitteleuropa Meisterschaft, jetzt auch noch mit dem Elsaß, Lothringen, Luxemburg, Böhmen und Mähren. Die 05er scheiterten nun in Straßburg gegen die SG SS Straßburg mit 1:2 im Achtelfinale. Nach dem Krieg war die große Zeit auf (inter)nationaler Ebene vorbei. Die größten Erfolge waren nun die Meisterschaft in der Regionalliga Süd 1966 (damals 2. Spielklasse) und 1975 der 3. Platz in der 2. Bundesliga Süd. 1990 und 2001 gelang erneut der Sprung in die mittlerweile eingleisige 2. Bundesliga, aus der man allerdings jeweils nach nur einer Saison wieder abstieg.

1905–1933: Von der C-Klasse bis in die Gauliga Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gelang der Aufstieg von der C- über die B- in die A-Klasse. Nach nur einer Saison (1919/20) in der erstklassigen Kreisliga Nordbayern (u.a. mit 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, 1. FC 01 Bamberg, Würzburger Kickers) musste man wieder absteigen. Ab 1925 spielte der FC 05 in der Kreisliga Unterfranken. Höhepunkt in jener Zeit war das 1929 auf neutralem Platz in Bamberg vor über 1000 Zuschauern mit 4:1 gewonnene Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen den Lokalrivalen VfR 07 Schweinfurt.

Der mit aller Macht angestrebte Aufstieg in die Bezirksliga (Nordbayern) als der damals höchsten Klasse gelang jedoch erst 1931. Der dritte Platz in der Bezirksliga hinter dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth brachte 1933 die Qualifikation für die neu geschaffene Gauliga Bayern.

1933–1945: Gauliga Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1930er und Anfang der 1940er Jahre war der FC 05 nach dem 1. FC Nürnberg die Nummer 2 im bayerischen Fußball, in der neuen höchsten deutschen Spielklasse, der Gauliga Bayern.

Meister der Gauliga Bayern

Meister der Gauliga Bayern (Klasse I):

Verein Titel Jahr
FCN Logo 1918 - 1945.svg 1. FC Nürnberg 5 1934, 1936, 1937, 1938, 1940
1. FC Schweinfurt 05.svg 1. FC Schweinfurt 2 1939, 1942
SpVgg Fürth - "uraltes" Emblem.gif SpVgg Fürth 1 1935
Wappen TSV 1860 alt.jpg TSV 1860 München 1 1941

Ein wichtiger Meilenstein für die Fußballabteilung war die Eröffnung des Willy-Sachs-Stadions 1936, das den Krieg unbeschadet überstand, mit zahlreichen Trainingsplätzen und in städtischer Obhut, aber mit Erstnutzungsrecht für den FC 05 (siehe: Spielstätte Willy-Sachs-Stadion).

Als die Schweinfurter Nationalspieler Andreas Kupfer und Albin Kitzinger zur Hochform aufliefen, konnte die Mannschaft in der Saison 1938/39 erstmals den bayrischen Meistertitel erringen und zog zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft ein. Dort scheiterte der FC 05 nur äußerst knapp am punktgleichen Dresdner SC (siehe: Einleitung, Geschichte der Fußballabteilung). Im Kriegsjahr 1941/42 holte sich der FC 05 erneut den Gaumeistertitel, scheiterte in der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft aber bereits im ersten Spiel.

In der Saison 1942/43 wurde die Gauliga kriegsbedingt wegen Treibstoffmangels in eine Nord- und Südgruppe geteilt, um die Fahrwege zu verkürzen. Franken war damals die bayerische Fußballhochburg und die Nordgruppe wesentlich spielstärker, in der die 05er Zweiter nach dem dominierenden Club aus Nürnberg wurden. Von 1943 an trat die Mannschaft des FC 05 in einer Kriegsspielgemeinschaft mit dem Luftwaffen SV Schweinfurt als KSG Schweinfurt an.[8] In der Saison 1944/45 brach das deutsche Fußballgeschehen kriegsbedingt zusammen, es gab keine deutsche Meisterschaft mehr. Die Gauliga Bayern wurde nun in insgesamt 6 Gruppen unterteilt, um die Fahrwege noch weiter zu verkürzen, vielerorts begann jedoch der Spielbetrieb nicht mehr. Die Schnüdel verschlug es nun in den Gau Unterfranken.

Gauliga Bayern 1944/45, Gau Unterfranken; eine Gruppe der höchsten deutschen Spielklasse mit nur vier Mannschaften:

Ob in dieser Gruppe überhaupt Spiele stattfanden ist nicht bekannt. Lediglich im Gau München/Oberbayern konnte noch eine Meisterschaft ausgespielt werden.

1945–1963: Oberliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs machte man sich unter widrigsten Umständen des in Trümmer liegenden und vom Hunger geplagten Landes daran, eine erste Liga zu schaffen, ähnlich der First Division und heutigen Premier League in England, die wenigstens die Amerikanische Besatzungszone umfassen sollte. Die Auswahlkriterien für die Zusammenstellung der neuen Liga wurden nie bekannt. 1945 wurde dann aber nur in der Amerikanischen Besatzungszone, in der sich Schweinfurt befand, die Oberliga Süd gegründet, die allerdings das halbe Gebiet der vier Jahre später gegründeten Bundesrepublik Deutschland umfasste und die bis dahin weitreichendste Spielklasse aller Zeiten in Deutschland war. Nach ihrem Vorbild entstanden ab 1946 in den übrigen Besatzungszonen entsprechende Ligen. Die Oberliga Süd war bis zur Einführung der Bundesliga 1963 der wichtigste Bestandteil des deutschen Fußballs.

Der FC 05 wurde Gründungsmitglied der neuen Eliteliga mit nur 16 Vereinen, als „graue Maus“ aus einer der kleineren Oberliga-Städte, wenngleich Schweinfurt auch damals ein wichtiges, teilweise zerstörtes und relativ schnell wieder funktionierendes deutsches Industrie-Zentrum war. Die 05er belegten in der Zuschauertabelle mit einem Schnitt von 5000 bis 6000 Zuschauern häufig hinterste Plätze. Bestbesuchte Spielzeiten waren die Saison 1952/53 mit 9200 und 1951/52 mit 8400 Zuschauern. Andererseits gehörte der FC 05 zum Inventar der Liga, da er nur einer von sechs Vereinen war, denen es gelang, in allen 18 ausgetragenen Saisonen der Oberliga zu spielen. Durch einen 3:0 Sieg über Eintracht Frankfurt am vorletzten Spieltag der Saison 1961/62 konnten die Schnüdel gerade noch den Abstieg abwenden, während die Eintracht dadurch die süddeutsche Meisterschaft gegen die punktgleichen Nürnberger verfehlte.

In der ewigen Tabelle liegen die 05er auf Platz 8 von insgesamt 33, vor dem TSV 1860 München und über 120 Punkte vor dem Karlsruher SC. Spieler mit den meisten Einsätzen in der Oberliga Süd waren Ludwig Merz (384), Erwin Aumeier (320), Karl „Molli“ Kupfer (Kupfer II) (292), Walter Lang (288), Fritz Käser (278) und Christof Schmitt (261). Rekordtorschützen sind Erwin Aumeier (76) und Jakob Lotz (71).[8]

In der letzten Saison der Oberliga 1962/63 konnte man in der spielstärksten Gruppe-Süd nicht absteigen, wegen der Einführung der Fußball-Bundesliga 1963, sondern war zumindest für die neue Fußball-Regionalliga der nächsten Saison automatisch qualifiziert. Die 05er befanden sich zeitweise auf dem dritten bis fünften Rang und erreichten am Ende aber nur den 11. Tabellenplatz.

1963: Nach 32 Jahren erstmals wieder zweitklassig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 1963/64 wurde die damals nur 16 Vereine umfassende Bundesliga eingeführt. In der Oberliga Süd wurden insgesamt fünf Plätze nach der Zwölfjahreswertung vergeben, wobei sich die Meister der letzten Oberliga-Saison 1962/63 der fünf Oberliga-Staffeln in jedem Fall qualifizierten.

Punkte der Zwölfjahreswertung
der Kandidaten der Oberliga Süd
für die Bundesliga
1. 1. FC Nürnberg 447
2. Eintracht Frankfurt 420
3. Karlsruher SC 419
4. VfB Stuttgart 408
5. Kickers Offenbach 382
6. FC Bayern München 288
7. TSV 1860 München 229
8. VfR Mannheim 227
9. SpVgg Fürth 224
10. 1. FC Schweinfurt 05 185
11. FC Bayern Hof 90
12. TSV Schwaben Augsburg 61
13. KSV Hessen Kassel 36
  • Für die Bundesliga durch die Zwölfjahreswertung qualifiziert
  • Für die Bundesliga durch die Meisterschaft der letzten Oberliga-Saison (1962/63) qualifiziert
  • Für die Bundesliga nicht qualifiziert

Der FC 05 konnten sich nicht qualifizieren und kam in dieser Wertung auf 185 Punkte. Der DFB betrachtete die 05er und 1860 München sogar als gleichrangig, da sie weniger als 50 Punkte auseinanderlagen und der FC 05 belegte deshalb in der Gesamtwertung Platz 9, da er in der Saison 1962/63 besser als der VfR Mannheim abschnitt, was in diesem Fall Vorrang hatte. Wegen längerer Liga-Zugehörigkeit bekamen die 05er in dieser Unterkategorie mehr Punkte (36) als der FC Bayern München (33), da er in der Saison 1955/56 eine Klasse tiefer als der FC 05 spielte. Da die Oberliga-Süd das halbe Gebiet der damaligen Bundesrepublik umfasste, protestierte deshalb der süddeutsche Regionalverband des DFB und forderte sieben der 16 Bundesligaplätze, wodurch der FC 05 an den Cut gerückt wäre: alle Vereine auf obiger Liste über den 05ern hätten sich dann qualifiziert, mit Ausnahme von VfR Mannheim und Bayern München, da aus einer Stadt nur ein Verein aufgenommen wurde. Nach 32 Jahren in der höchsten Spielklasse war der FC 05 nun zweitklassig.

1963–1976: Regionalliga und 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Jahre in der neuen Regionalliga waren von starken Leistungsschwankungen geprägt. Landete man in der Auftaktsaison noch im vorderen Mittelfeld, so folgte ein Jahr mit Abstiegssorgen, ehe 1966 unter dem neuen Trainer Gunther Baumann erstmals nach 24 Jahren wieder eine Meisterschaft errungen werden konnte. Im Duell mit den Offenbacher Kickers hatte der FC 05 am Ende einen Punkt Vorsprung und qualifizierte sich für die Bundesliga-Aufstiegsrunde.

Ein Aufstieg war relativ schwer, da die Bundesliga nach wie vor aus nur 16 Vereinen bestand und nur zwei Mannschaften aufstiegen. Die 05er zogen, auch bedingt durch interne Querelen (die beiden Leistungsträger Rolf Schweighöfer und Manfred Rühr wurden vereinsintern gesperrt), gegen Rot-Weiss Essen und den 1. FC Saarbrücken den Kürzeren, nur gegen den FC St. Pauli gelang ein Heimsieg (siehe auch: Bemerkenswerte Ereignisse). Auf die überraschende Meisterschaft folgte eine durchwachsene Saison, während der sich Erfolgstrainer Baumann zu 1860 München verabschiedete. Unter seinem Nachfolger Jenö Vincze erreichte die eingespielte Mannschaft in den folgenden vier Jahren (1968–1971) jeweils Platzierungen im vorderen Mittelfeld, 1972, 1973 und 1974 hingegen entging man nur knapp dem Abstieg.

Der FC 05 wurde Gründungsmitglied der 1974 geschaffenen 2. Bundesliga, mit damals zwei Gruppen Nord und Süd. Die neue Liga betrachtete die Vereinsführung wegen der erhöhten finanziellen Anforderungen mit einiger Skepsis, jedoch gelang ihr mit der Verpflichtung des 33-jährigen Lothar Emmerich ein spektakulärer Transfer, der sich sportlich auszahlen sollte. Die von István Sztani trainierte Mannschaft konnte sich 1974/75 in der Spitzengruppe etablieren und belegte am Ende punktgleich hinter dem FK Pirmasens den dritten Platz. Nach 19 Jahren wurde auch zu Hause der alte fränkische Rivale 1. FC Nürnberg, der gleichzeitig zum Angstgegner der Schnüdel geworden war, erstmals wieder besiegt. So sah man, trotz finanzieller Sorgen, der Saison 1975/76 sportlich einigermaßen gelassen entgegen. Doch die Mannschaft blieb weit hinter den Erwartungen zurück und belegte ab dem zehnten Spieltag einen Abstiegsplatz. Ein FC 05 in der Bayernliga war für die Fans unvorstellbar, aber der von vielen erhoffte Saisonendspurt, der in der Vergangenheit mehrfach in letzter Minute den Klassenerhalt gebracht hatte, blieb aus.

Der Nimbus, nie abzusteigen, war gebrochen. 1976 endete eine bemerkenswerte sportliche Kontinuität: Sieht man von der verpassten Qualifikation zur Bundesliga 1963 ab, war der FC 05 nach 55 Jahren erstmals abgestiegen. Es ging nun in unstete und ungewohnte Fahrwasser. Schweinfurt war fortan keine klassische Fußballstadt und der FC 05 keine Institution der Stadt mehr.

1976–1991: Hin und her zwischen Bayern- und Landesliga, 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschied vom Profifußball musste sich der Verein in der damals drittklassigen Bayernliga finanziell konsolidieren. Am ersten Spieltag in der ungewohnten Amateurliga gab es gleich einen Paukenschlag. Der FC 05 verlor im Auswärtsspiel gegen die SpVgg Plattling mit 0:5. In den Abschlusstabellen belegten die Schnüdel in den folgenden Jahren meist einen Platz im vorderen Mittelfeld. Ohne Aufstiegshoffnungen gestartet, erreichte man 1982 unter Trainer Otto Baum hinter dem FC Augsburg den zweiten Platz und nahm an der deutschen Amateurmeisterschaft teil. Im folgenden Jahr jedoch stieg man völlig überraschend in die Landesliga Nord ab. Dem souverän erspielten Wiederaufstieg in die Bayernliga (1983/84) folgte ein weiterer Abstieg.

Nach der erneuten Landesligameisterschaft 1986 verpflichtete der Vorsitzende Peter Galm den ehemaligen Bundesligaprofi Werner Lorant (zunächst nur als Spieler). Als Spielertrainer übernahm Lorant nach einem missglückten Saisonstart im Herbst 1986 die sportliche Leitung. Aus einheimischen Spielern wie Bernd Häcker, Bernhard Pfister, Oliver Wölfling, Jens Schürer, Carsten Weiß, Rudi Gürtler, Reiner Wirsching, Rüdiger Mauder, Elmar Drenkard, Werner Köhler, Karl-Heinz Müller und dem zum Karriereausklang in die Heimat zurückgekehrten Erwin Albert formte Lorant eine schlagkräftige Elf, die 1989 Vizemeister der Bayernliga wurde, wobei auch der in der Winterpause vollzogene Wechsel von Wirsching zum 1. FC Nürnberg kompensiert werden konnte.

In der Saison 1989/90 führte Lorant die Spieler auf den Zenit ihres Leistungsvermögens. Aus der Bezirksliga war vom FC Eibelstadt der junge Bernhard Winkler hinzugekommen. Das Team übernahm von Beginn an die Tabellenführung und errang nach einem dramatischen Finale im letzten Saisonspiel vor 32.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion beim Tabellen-Zweiten 1860 München, der einen Sieg zum Titel benötigte, mit einem umkämpften 3:3 die Meisterschaft. Dieses Spiel gilt auch in der Sechziger-Historie als legendär. In der Aufstiegsrunde konnten sich die Schnüdel gegen den SSV Reutlingen und Rot-Weiss Frankfurt durchsetzen und stieg gemeinsam mit dem 1. FSV Mainz 05 wieder in die 2. Bundesliga auf. Ein weiterer Erfolg war das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal (0:2 gegen Eintracht Braunschweig).

Zum ersten Mal war der FC 05 nun in der eingleisigen 2. Liga. Der Aufstiegself fehlten in der folgenden Saison 1990/91 jedoch ihre wichtigsten Säulen: Trainer Lorant verabschiedete sich zu Viktoria Aschaffenburg, Winkler ging zum 1. FC Kaiserslautern, Albert beendete seine Karriere. Die Strukturen im Verein waren nicht auf Profifußball ausgerichtet. Das „Abenteuer 2. Liga“ wurde zu einem Fiasko. Von Beginn an chancenlos, belegte man am Ende mit nur 13 Punkten den letzten Platz. Einer der wenigen Saison-Höhepunkte war das knappe 0:1 auf eigenem Platz vor 11.000 Zuschauern gegen Schalke 04.

1991–2004: Bayernliga, Regionalliga, 2. Bundesliga und Regionalliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der langjährige Vorsitzende Peter Galm trat nach dem missglückten Ausflug ins Profigeschäft zurück. Immerhin konnte er den Verein finanziell intakt übergeben. Es folgten drei Jahre mit erfolglosen Vorständen und Trainern in der Bayernliga. Die am Saisonende 1993/94 verpasste Qualifikation für die neu gebildete Regionalliga bedeutete den Abstieg in die Viertklassigkeit.

Bereits im Februar 1994 hatte der neue Vorsitzende Gerhard Hertlein den Serben Djuradj Vasic als Coach verpflichtet. In mühsamer Aufbauarbeit führte Vasic den Verein 1998 zur Bayernligameisterschaft; als zwei Jahre später die Zahl der Regionalligen von vier auf zwei reduziert wurde, gelang als Tabellenelfter gerade noch die Qualifikation. Die überwiegend aus einheimischen Spielern (Ralf Scherbaum, Matthias Gerhard, Steffen Stockmann, Steffen Rögele, Dirk Dorbath, Dieter Wirsching, Jürgen Hain, Thorsten Seufert) zusammengestellte und nur um wenige Profis (Kristian Sprecakovic, Josef Tuma, Festus Agu) ergänzte Mannschaft startete mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison 2000/01. Völlig unerwartet konnte sie sich in der Spitzengruppe etablieren, viele Spieltage sogar als Tabellenführer. Am Saisonende schien dem Außenseiter die Puste auszugehen. Doch reichte im letzten Saisonspiel ein 1:1 bei Wacker Burghausen, um sich gegen Eintracht Trier durchzusetzen und als Dritter hinter dem Karlsruher SC und der nicht aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaft vom VfB Stuttgart in die 2. Bundesliga aufzusteigen, in der sich der FC 05 nun zum dritten Mal befand.

Zur Zweitliga-Saison 2001/02 verpflichtete der Verein neben mehreren Nachwuchsspielern den gebürtigen Schweinfurter Martin Schneider, der mit der Erfahrung aus 379 Bundesligaspielen der Abwehr Halt geben sollte. Die Mannschaft trat zunächst als laufstarke, kompakte Einheit auf und konnte sich in der Vorrunde Dank ihrer Heimstärke von den Abstiegsrängen fernhalten, obwohl Routinier Schneider seine Karriere bereits nach wenigen Spielen verletzungsbedingt beenden musste. Höhepunkte in dieser Phase waren der 1:0-Sieg über Arminia Bielefeld (11.000 Zuschauer), das 3:3 gegen den VfL Bochum (9.800 Zuschauer) sowie das 4:2 über LR Ahlen mit Ermin Melunović als vierfachem Torschützen. Das Spiel wurde Live im bundesweiten Free-TV übertragen und Melunović war eine Zeit lang Torschützenkönig der 2. Liga.

Als Höhepunkt der Vorrunde war nach dem Auswärts-Unentschieden gegen den MSV Duisburg das darauffolgende Franken-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth erwartet worden, bei dem die heimstarken 05er nun favorisiert waren und die Anhänger an einen Sieg im ausverkauften Stadion glaubten. Letzteres schien von vorneherein schon sicher festzustehen. Doch es kam anders. Am Dienstag nach dem Duisburg-Spiel ereigneten sich die Terroranschläge des 11. Septembers. Fußball wurde über Nacht zur unbedeutenden Nebensache („Kicker“-Magazin) und es war zunächst nicht klar, ob am kommenden Wochenende überhaupt Fußball gespielt wird, wozu sich der DFB schließlich doch durchrang. Zu allem Unglück befand sich zudem damals direkt neben dem Sachs-Stadion eine US-Kaserne, die über Nacht zur Hochsicherheitszone wurde. Das Spiel endete mit einem lustlosen 0:0 vor nur 10.000 Zuschauern. Mitten in der Hochphase erlebte der FC 05 einen ersten Dämpfer, dem weitere folgten. Mehrmals kassierten die 05er exakt in der 44. Spielminute ein Gegentor und mussten frustriert zum Pausentee, was die Mannschaft schließlich zermürbte. Überwinterten sie noch mit vier Punkten Vorsprung zum Abstiegs-Relegationsplatz, wurden sie schließlich mit nur 24 Punkten unerwartet Vorletzter und stiegen ab.

Trotz Abstieg hielt Präsident Hertlein zunächst an seinem Weggefährten Vasic fest, als die Mannschaft im Herbst 2002 jedoch auch in der Regionalliga auf einem Abstiegsplatz stand, war der bei den Fans schon lange ungeliebte Coach nicht mehr zu halten. Mit Hans-Jürgen Boysen und einigen Neuzugängen konnte in der Rückrunde nach einer dramatischen Aufholjagd am letzten Spieltag durch ein 3:1 über den VfR Aalen vor 7000 Zuschauern der Klassenerhalt gefeiert werden. Obwohl die lokale Presse neben finanziellen Problemen auch von Unregelmäßigkeiten berichtete, erhielt der Verein die Lizenz für die Saison 2003/04, die einen ähnlichen Verlauf wie die vorige Spielzeit nehmen sollte: im Herbst stand die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz, der Trainer wurde gewechselt (Rainer Hörgl für Boysen), neue Spieler verpflichtet, am Ende gelang wiederum der Klassenerhalt. Der schon seit längerem umstrittene Präsidenten Hertlein hatte den Verein mit eigenem Geld im Profibereich gehalten.

2004–2013: Insolvenz und hin und her zwischen Bayern- und Landesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2004 gelang es Hertlein jedoch nicht mehr, die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins nachzuweisen: Der DFB verweigerte die Regionalliga-Lizenz, der Zwangsabstieg in die Bayernliga war die Folge. In die Bayernligasaison 2004/05 startete die Mannschaft mit mehreren Akteuren aus dem Regionalliga-Kader. Doch schon nach wenigen Spielen musste Präsident Hertlein, der selbst größter Gläubiger des Vereins war, die Zahlungsunfähigkeit anmelden. Im Oktober 2004 erfolgte der Gang zum Insolvenzrichter, der einen Notvorstand einsetzte. Der FC 05 wurde aus der Bayernliga-Wertung genommen und stand als Absteiger fest, fast alle Akteure verließen den Verein. Um die Versetzung in die unterste Klasse zu vermeiden, mussten die verbleibenden Spiele als Freundschaftsspiele absolviert werden, was Dank der Mitwirkung von mehreren Spielern der Meistermannschaft von 1990 gelang. In dieser chaotischen Phase fand 2005 das 100-jährige Bestehen des Vereins keine Beachtung.

Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens erfolgte 2005 ein Neustart in der Landesliga Nord. Im zweiten Anlauf gelang dem neu formierten Team 2007 die Rückkehr in die Bayernliga, aus der man jedoch am Saisonende nach einer Niederlage im entscheidenden Relegationsspiel gegen den TSV Rain/Lech wieder abgestiegen wäre. Nur aufgrund von Lizenzentzügen in höheren Klassen erhielt der FC 05 am grünen Tisch für die Saison 2008/09 einen Bayernliga-Startplatz zugesprochen. Dem im Profibereich erfahrenen Trainer Werner Dressel gelang es jedoch auch in der folgenden Saison nicht, das Leistungsvermögen der Mannschaft zu steigern, so dass jetzt der Abstieg in die sechstklassige Landesliga erfolgte.

Die für Landesligaverhältnisse hochkarätig besetzte Mannschaft blieb nach dem Abstieg zusammen. Sie unterlag im Meisterschaftsrennen 2009/10 dem Würzburger FV, konnte sich in der Relegation durch Siege über den VfB Eichstätt und die SpVgg Ansbach 09 aber doch noch den Aufstieg in die Bayernliga sichern. Dort etablierte man sich im ersten Jahr mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld. Unter dem Trainer Klaus Scheer nannte der Verein für die Qualifikationssaison 2011/12 den Aufstieg in die neue viertklassige Regionalliga Bayern als Saisonziel. Diese Saison beendete man auf dem 13. Tabellenplatz und qualifizierte sich damit für die Relegationsspiele zur Regionalliga Bayern. Dort scheiterte der FC 05 an der zweiten Mannschaft des FC Augsburg, womit der angestrebte Regionalligaaufstieg verpasst wurde. In der Spielzeit 2012/13 wurde der FC 05 Schweinfurt unter dem neuen Trainer Gerd Klaus schließlich Meister der fünftklassigen Bayernliga Nord und stieg in die Regionalliga Bayern auf.

Seit 2013: Regionalliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Saison in der Regionalliga Bayern beendete der 1. FC Schweinfurt 05 auf Tabellenplatz 16. Erst nach der Relegation gegen den TSV Aubstadt und den TSV 1860 Rosenheim konnte die Mannschaft die Klasse halten.[9] In der folgenden Regionalliga-Saison 2014/15 erreichte der FC 05 den 13. Tabellenplatz, in der Spielzeit 2015/16 sicherten sich die Unterfranken erst am letzten Spieltag den direkten Klassenerhalt. Die Regionalliga-Saison 2016/17 beendete die Mannschaft erstmals mit einem Platz im Mittelfeld und konnte dem späteren Meister und Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching die einzige Saison-Niederlage zufügen.

Gegenwart: BFV-Pokalsieg und Umstellung auf Profifußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2016 gab Präsident Markus Wolf als mittelfristiges Ziel den Aufstieg in die 3. Liga und damit die Rückkehr in den Profifußball aus.[10][11] Im Oktober 2016 wurde die erste Mannschaft in die 1. FC Schweinfurt 1905 Fußball GmbH ausgegliedert. Als Saisonziel für die Regionalliga-Spielzeit 2016/17 wurden Platz eins bis fünf und das Erreichen des Finales des Bayerischen Toto-Pokals vorgegeben. Das zweite Ziel wurde sogar übertroffen, denn am 25. Mai 2017 gewann der 1. FC Schweinfurt 05 das Finale des Bayerischen Toto-Pokals, wodurch man sich nach 2002 erstmals wieder und in der Vereinsgeschichte zum 16. Mal für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren konnte.[12][13] In der Rückrunde der Regionalliga konzentrierte sich die Mannschaft besonders auf die allesamt auswärtigen Toto-Pokal-Spiele und verzichtete auf eine bessere Platzierung als den zum Saisonende erreichten 8. Tabellenplatz.

Zur Saison 2017/18 stellt der Verein seine erste Mannschaft auf Profifußball um:

Du kannst nur etwas erreichen, wenn du aus dieser Regionalliga rauskommst, sagt Markus Wolf, alles andere macht auf Dauer keinen Sinn. Vor allem wirtschaftlich nicht. Derzeit hält der Präsident das grün-weiße Schiff fast im Alleingang auf Kurs. Um das zu ändern, sollen mehr Großsponsoren an Bord kommen. Nur: Das tun die bei einem Viertligisten nun mal weniger gern als bei einem Profiklub. Die Schweinfurter Großindustrie steht dem Verein seit dessen Insolvenz im Jahr 2004 skeptisch gegenüber. Kaputtes Porzellan, das seither der FC 05 vorsichtig zu kleben versucht.[14]

Schon zu Beginn der Saison 2016/17 wurde die Mannschaft verstärkt und im Sommer 2017 hat der FC 05 bereits weitere namhafte Neuzugänge verpflichtet. Die erste DFB-Hauptrunde bringt dem Verein rund 150.000 Euro ein, die zudem in die Mannschaft investiert werden sollen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süddeutsche Fußballmeisterschaft (1)

  • Meister der Regionalliga Süd: 1966 (II)

Bayerische Fußballmeisterschaft (4)

  • Meister der Gauliga Bayern: 1939, 1942
  • Meister der Bayernliga: 1990 (III), 1998 (IV)

Meister der Bayernliga Nord (1)

Meister der Landesliga Nord (3)

  • 1984, 1986 (IV), 2007 (V)

Pokalwettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DFB-Pokal

Süddeutscher Pokal

BFV-Pokal (3)

  • Sieger: 1933 (Bayerischer Pokalmeister), 1951, 2017

Unterfränkischer Pokal (4)

  • Sieger: 1927, 1996, 2006, 2009

Teilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endrunden-Teilnahmen

Liga-Zugehörigkeiten

Internationale Berufungen von Spielern des 1. FC Schweinfurt 05[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufung in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft (in Klammern: Einsätze/Tore):

Teilnahme FIFA Fußball-Weltmeisterschaft:

  • Albin Kitzinger: 1938
  • Andreas Kupfer: 1938

Berufung in eine europäische Fußballauswahl:

  • Albin Kitzinger: 1937 (Team West-Europa), 1938 (FIFA-Kontinentauswahl)
  • Andreas Kupfer: 1938 (FIFA-Kontinentauswahl)

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Willy-Sachs-Stadion

Willy-Sachs-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitztribüne im Bauhausstil (1936)

Das Willy-Sachs-Stadion wurde 1936, einen Monat vor den Olympischen Sommerspielen in Berlin als Volkspark eröffnet und ist seitdem Heimat des 1. FC Schweinfurt 05. Es wurde 2001 umfassend saniert, um die Auflagen für die 2. Fußball-Bundesliga zu erfüllen und zusammen mit den benachbarten Trainingsplätzen sind die Voraussetzungen für professionellen Fußball in guter Weise vorhanden.[15]

Benannt wurde es nach Willy Sachs, dem Inhaber der Firma Fichtel & Sachs, der den Bau finanziert hatte und der Stadt Schweinfurt schenkte. Willy-Sachs-Stadion ist der Name für den großen Sportpark, mit vielen Neben- und Trainingsplätzen, in dem das eigentliche Stadion, die sogenannte Hauptkampfbahn, nur einen kleineren Teil der Fläche einnimmt. Der FC 05 hat ein vom Spender festgeschriebenes Erstnutzungsrecht für das gesamte Willy-Sachs-Stadion und darf zudem Nebenräume der Stadiongaststätte als Vereinsheim nutzen. Die 05er besitzen somit mit der großzügigen Anlage in städtischer Obhut eine solide Grundlage ohne finanzielle Belastungen.

Das über 80 Jahre alte Willy-Sachs-Stadion, mit einer Sitztribüne im zeitlos modernen Bauhausstil, überstand völlig unbeschadet die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und steht unter Denkmalschutz. Es ist die zentrale Freiluft-Sportstätte Unterfrankens und besitzt Kultstatus. Auch wegen der Weitläufigkeit des angeschlossenen Sportparks, mit großem, alten Baumbestand, gilt es als eines der schönsten Stadien Deutschlands.

Die Hauptkampfbahn ist ein Klassisches Fußballstadion mit halbkreisförmiger Nord- und Südkurve und integrierter Leichtathletikanlage. Das Stadion wurde vom Architekten des Stuttgarter Hauptbahnhofs Paul Bonatz entworfen, für 20.000 Zuschauer konzipiert und bietet durch mittlerweile strengere Sicherheitsstandards zurzeit nur noch ca. 16.500 Plätze, davon 860 überdachte Sitzplätze. Die Sitztribüne wurde in den Nachkriegsjahrzehnten bei großen Spielen temporär durch eine Rohrtribüne im unteren Bereich um einige Hundert Plätze erweitert. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 1954, als 22.500 Zuschauer zu einem Freundschaftsspiel des 1. FC Kaiserslautern kamen. Zur Einführung der 2. Liga 1974 wurden Wellenbrecher und vor den Rängen ein damals vorgeschriebener Zaun in das städtische Stadion eingebaut. Für die Zweitliga-Saison 2001/02 wurden eine Flutlichtanlage und eine elektronische Anzeigetafel installiert.

Kassenanlage zwischen erstem und zweiten Stadionvorplatz (1936)

Durch den sehr hohen Stehplatzanteil entsteht bei Vollbesetzung trotz des kleineren Stadions und des großen Abstandes zum Spielfeld durch die Laufbahn eine unerwartete Atmosphäre, die in Erst- und Zweitliga-Zeiten manchen Gegner beeindruckte und zur Heimstärke des FC 05 beitrug.

Der Sportpark wurde nach dem Krieg erweitert und hat zusammen mit benachbarten Sportanlagen mittlerweile eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer. Er besitzt in Abfolge zwei große Stadion-Vorplätze und entstand im Rahmen einer großen Stadterweiterung in den 1930er Jahren entlang der Niederwerrner Straße. Mit vierspurigen Zufahrtsstraßen, die an die A 70 und A 71 angebunden sind und dem benachbarten Volksfestplatz, der auch als Großparkplatz dient, besitzt das Stadion ein großstädtisches und erstligataugliches Umfeld.

„Die Stadien unserer Zeit zeichnen sich durch Kurzlebigkeit aus. Nur noch das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt und das Volkspark-Stadion in Bamberg vermitteln bis heute ein Gefühl von der Bedeutung des Sports in den 20er und 30er Jahren, in denen er in einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingebettet war […] Das Willy-Sachs-Stadion entspricht von der Konzeption her der Idee der Freiluftsportanlage, wie sie in den 20er Jahren häufig in Deutschland realisiert wurde. Die Anlage war als Volkspark und Aufenthaltsort für Familien gedacht.“[16]
Pylon mit der Gedenktafel des Stadionstifters Willy Sachs und Reichsadler

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Willy-Sachs-Stadion wurde einen Monat vor den Olympischen Sommerspielen in Berlin als Volkspark eröffnet, damals als einer der größten Sportparks Deutschlands. Am Namen des Stadions wird immer wieder bundesweit wegen der Verbindungen des Stadionstifters Willy Sachs zum Nationalsozialismus Kritik geübt, er war SS-Obersturmbannführer. Bei der Einweihung waren die mit Willy Sachs befreundeten Heinrich Himmler und Hermann Göring anwesend und Adolf Hitler sandte ein Grußtelegramm.

Zu den unrühmlicheren Kapiteln in der Geschichte des Stadions gehört eine Fußballpartie am 20. September 2001 zwischen dem damaligen Zweitligisten 1.FC Schweinfurt 05 und dem israelischen Meister Maccabi Haifa. Das Spiel sollte eigentlich in der Hauptkampfbahn stattfinden, wurde aber wegen des Namens und der Entstehungsgeschichte des Stadions dann auf einen Nebenplatz verlegt, obwohl die Bezeichnung Willy-Sachs-Stadion auch alle Nebenplätze beinhaltet.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltklasse-Außenläufer Kupfer und Kitzinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC 05 stellte mit Andreas Kupfer den ersten Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland im Spiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 vor 103.000 Zuschauern im Stuttgarter Neckarstadion. In der ersten Weltelf der Fußballgeschichte, die der italienische Doppelweltmeistertrainer Vittorio Pozzo als Europäische Fußballauswahl für ein Spiel 1938 im Arsenal Stadium (Highbury) in London gegen England zusammenstellte, waren zwei Deutsche vertreten. Die beiden gebürtigen Schweinfurter und 44-fachen Nationalspieler und Außenläufer Andreas „Ander“ Kupfer und Albin Kitzinger, beide vom FC 05.[17] Kupfer wechselte 1933 vom Rivalen VfR 07 Schweinfurt zum FC 05, wo er fortan bleib, während Kitzinger ein Eigengewächs der 05er war, denen er in seiner ganzen Karriere treu blieb. Hermann E. Fischer beschreibt 1993 im Buch über die Oberliga-Süd[18] Andreas Kupfer mit folgenden Worten:

Vittorio Pozzo berief A. Kupfer und A. Kitzinger in die erste Weltelf (1938)
Ander Kupfer in Aktion zu sehen war oft wahrer Genuß. Versiert in Abwehr und Vorwärtsdrang gleichermaßen, wusste er den Ball geradezu zu streicheln, und der gehorchte ihm. Großartige Kondition verschaffte dem Linksfüßer auf der rechten Seite viele Vorteile [...] Seine kompromißlose Härte galt als sprichwörtlich und viele Widersacher bekamen sie zu spüren, darunter auch Helmut Schön in den Endrundenspielen des Dresdner SC mit den 05ern 1939.

Der „kicker“ urteilte 1939 über das Schweinfurter Außenläuferpaar Kupfer-Kitzinger mit den Ausführungen: „Man möchte sagen: Sie sind für das moderne Spiel geradezu geschaffen worden. Als Partner und als Einzelkönner haben sie in Europa nicht ihresgleichen.“[19] Helmut Schön, Kupfers Mitspieler in der Nationalmannschaft von 1937 bis 1941, schrieb dem Außenläufer 1978 in seinen Erinnerungen[20] folgende Eigenschaften zu:

Ander Kupfer als Außenläufer war ein Spieler, der heute bei uns im Mittelfeld mit Sicherheit einen Stammplatz hätte; ich wäre froh gewesen, einen solchen Mann in Argentinien dabeigehabt zu haben. Wenn der hinter mir spielte, mit seiner Härte, seinem Geschick, seiner Schnelligkeit, dann fühlte ich mich vorne absolut sicher. Kupfers linkes Bein war stärker als das rechte; wenn er mit dem Ball von rechts zur Mitte lief, gab er mit dem linken Fuß diagonal Vorlagen auf den rechten Flügel, die alles aufrissen. Ein begnadeter Spieler.

Bemerkenswerte Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am letzten Spieltag der Oberliga-Saison 1961/62 trat der FC 05 auswärts gegen Schwaben Augsburg an. Beide Mannschaften kämpften, neben mehreren anderen Vereinen, noch gegen den Abstieg. Der 05er Trainer Fritz Käser und der Augsburger Trainer gerieten in einen heftigen Streit, der in den letzten Spielminuten während einer Konferenz-Radioübertragung des Bayerischen Rundfunks dermaßen eskalierte, dass er in einem Ringkampf auf der Aschenbahn endete. Die Augsburger gewannen 1:0, beide Mannschaften konnten sehr knapp die Spielklasse halten, da der FC 05 zuvor im letzten Heinmspiel vor 20.000 Zuschauern Eintracht Frankfurt 3:0 besiegte.

Das letzte Pflichtspiel des FC 05 im Willy-Sachs-Stadion gegen die erste Mannschaft des FC Bayern München fand in der Regionalliga Süd (damals 2. Liga) in der Saison 1964/65 statt. Der FC 05 siegte mit 4:1. Zur Stammelf des FC Bayern gehörten bereits die damals überregional noch völlig unbekannten Spieler Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Im Rückspiel in München unterlag der FC 05 jedoch mit 4:0. Der FC Bayern wurde in jener Saison Meister der Regionalliga-Süd und stieg in die Bundesliga auf. In der nachfolgenden Saison wurde der FC 05 Meister dieser Liga, scheiterte jedoch in der Bundesliga-Aufstiegsrunde.

Nachdem in derselben Liga in der Saison 1967/68 der FC 05 am Ende den 5. und der SSV Reutlingen den 3. Tabellenplatz belegten, besiegten in der darauffolgenden Saison im ersten Heimspiel die Schnüdel den SSV völlig überraschend mit 10:0. Die Saison blieb jedoch für beide Vereine im üblichen Rahmen, im dem Spiel hatte sich eine Eigendynamik entwickelt.

In der Saison 1972/73 kämpfte in dieser Liga der Karlsruher SC um einen Relegationsplatz zum Aufstieg in die Bundesliga und der FC 05 gegen den Abstieg. Am 27. Spieltag kam der KSC zum Rückspiel nach Schweinfurt. Bis um die 80. Minute führte der KSC 2:0, das Spiel schien entschieden und viele Zuschauer verließen bereits das Stadion. Den Schnüdeln gelang danach der Anschlusstreffer zum 2:1, kurz danach der Ausgleich und dann auch noch der vermeintliche Siegtreffer zum 3:2. An den Parkplätzen hörten die abgewanderten Zuschauer die zahlreichen Torschreie und kamen wieder zurück ins Stadion. Unmittelbar vor Spielschluss gelang dem KSC wieder der Ausgleich mit Hilfe einer foulverdächtigen Situation, die der Schiedsrichter nicht ahndete. Das Stadion wurde zum Hexenkessel. Voller Wut wurde vom FC 05 der Ball danach auf den Anstoßpunkt gesetzt und im letzten Spielzug förmlich ins gegnerische Tor "getragen", zum umjubelnden 4:3-Sieg, der dazu beitrug, den ersten Abstieg nach über 40 Jahren zu verhindern.

1987 besiegte der FC 05, der in der damals drittklassigen Bayernliga spielte, in einem Freundschaftsspiel zu Hause die erste Mannschaft des FC Bayern München mit 1:0.

Eine zentrale Rolle in der Betrachtung der Vereinsgeschichte durch die Fans nehmen die bis heute ungeklärten Ereignisse nach dem Spiel der Bundesliga-Aufstiegsrunde 1966 zu Hause gegen den FC St. Pauli ein, das der FC 05 mit 2:1 gewann. Hierzu entstanden mehrere, exakt durchnummerierte (Verschwörungs)Theorien. Von einem Spielerstreik um höhere Siegprämien und Streitigkeiten nach dem Spiel und in der Spielerunterkunft in Elfershausen ist die Rede. Zentrale und auch tragische Figur dabei ist der bis hierhin sehr erfolgreiche Mittelstürmer des FC 05 Rolf Schweighöfer, der für den Verein, wo auch seine Karriere begann, bis dahin 67 Pflichtspieltore erzielte. Fakt ist, dass die beiden Leistungsträger Schweighöfer und Manfred Rühr nach dem St. Pauli-Spiel vereinsintern gesperrt wurden, der FC 05 kein weiteres Spiel in der Aufstiegsrunde mehr gewann und Schweighöfer danach den FC 05 verlies. Im besten Alter von 27 Jahren erlebte er nun einen Karriereknick, wechselte zu Werder Bremen und danach zur SpVgg Fürth und erzielte insgesamt nur noch 6 Tore (siehe auch: 1963–1976: Regionalliga und 2. Bundesliga).

Zweite Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1960er Jahren stieg die zweite Mannschaft des FC 05 bis in die vierte Spielklasse (damals Landesliga-Nord mit drei Staffeln) auf.

Bis zur Saison 2013/14 gelang der U23-Mannschaft des FC 05 der kontinuierliche Aufstieg aus der Kreisliga in die Landesliga Nordwest. Die Saison 2014/15 konnte die Mannschaft als Aufsteiger mit einem guten 5. Platz abschließen. In der folgenden Spielzeit 2015/16 klopfte die U23 zum ersten Mal an das Tor zur Bayernliga, musste sich aber mit einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz der zweiten Mannschaft der Würzburger Kickers geschlagen geben. In der Saison 2016/17 gelang dem Schnüdelnachwuchs dann drei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft der Landesliga Nordwest, und somit der Aufstieg in die fünftklassige Bayernliga Nord.

Andere Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2009 trat die Handballabteilung aus dem Verein aus und gründete sich neu als Main-Handball-Verein Schweinfurt 09 e. V. Die jüngsten Abteilungen beim FC Schweinfurt sind Rugby und Futsal. Weitere Abteilungen bieten Leichtathletik und Gymnastik an.[21]

Spitzname „Schnüdel“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Herkunft und Bedeutung des Spitznamens „Schnüdel“ für den FC 05 gibt es verschiedene Versionen. Der Name ist bereits vor dem Zweiten Weltkrieg belegt, damals allerdings als Schimpfwort. Die Chronik zum 50-jährigen Bestehen des Vereins 1955 verwendet diese Bezeichnung nicht. Es soll sich um einen unterfränkischen Ausdruck für den Zipfel handeln, der vor Erfindung des Blitzventils von der Blase im Inneren des Balles als Verschluss abgebunden werden musste und für eine leicht unrunde, harte Stelle sorgte, die besonders beim Kopfball recht unangenehm werden konnte. Der Spitzname geriet im Laufe der Jahrzehnte fast in Vergessenheit, erlebte in neuerer Zeit eine Renaissance und ist heute unter Fußballkennern bundesweit bekannt.

Sponsoren und Ausrüster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsponsor des 1. FC Schweinfurt 05 ist die Firma Wolf Möbel des Präsidenten Markus Wolf. Ausrüster der Mannschaft ist seit der Saison 2016/17 der Hersteller für Teamsportkleidung JAKO.

Zuschauer- und Fankultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den mittlerweile wieder 15-jährigen Gang des FC 05 durch die Niederungen des Amateurfußballs wurde die Fanszene ausgedünnt. Auf der offiziellen Webseite des Vereins finden sich zur Zeit (Anfang Juni 2017) keine Angaben zu einer organisierten Fanszene. Was sich jedoch durch die derzeitige Umstrukturierung des Vereins, mit neuen Zielen, ändern kann (siehe: Gegenwart: BFV-Pokalsieg und Umstellung auf Profifußball). So wird bereits die TV-Livesendung zur Auslosung zur ersten DFB-Pokalhauptrunde am 11. Juni 2017, an der der FC 05 wieder teilnimmt, auf einer Großbildleinwand im Willy-Sachs-Stadion gezeigt.

Fanschwerpunkte sind die vom Willy-Sachs-Stadion nahegelegenen oder leicht erreichbaren Örtlichkeiten und klassischen Arbeiterwohngebiete, wie das Bergl und das nördliche Einzugsgebiet der Stadt, einschließlich Vorrhön, so z. B. eine Fangruppe aus Niederwerrn oder Fridritt.

Vereinsmottos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den rechtsmainischen Teil des Schweinfurter Industriegebiets

Nach der längeren Abstinenz vom höherklassigen Fußball versucht man in neuerer Zeit die Anhängerschaft mit Mottos zu stimulieren. 2016 war im Fanblock das Motto Club der Generationen zu lesen, in Anknüpfung an die große Zeit des Vereins in den 1930er und 40er Jahren.

Aktuell lautet das offizielle Vereinsmotto Wir arbeiten Fußball. Dies steht in Verbindung mit der neugestalteten Webseite des FC 05 in retrospektiver Grafik der 1930er Jahre, mit einem Fußball der damaligen Zeit, als Hinweis auf den Spitznamen (siehe: Spitzname „Schnüdel“), einem Raster aus Kugeln und einem abgebildeten Kugellager, als Hinweise auf den Arbeiterverein in der Kugellagerstadt (siehe: Vereinsgeschichte). Schweinfurt ist das europäische Zentrum der Wälzlager-Industrie und wird auch als Welthauptstadt der Kugellager bezeichnet.[22]

Bekannte Spieler und Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Galuschka
Bernhard Winkler

1930er Jahre

1940er Jahre

1950er Jahre

1960er Jahre

1970er Jahre

1980er Jahre

1990er Jahre

2000er Jahre

2010er Jahre

Bekannte ehemalige Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 50 Jahre 1. Fußball-Club Schweinfurt 1905 e. V. Verein für Leibesübungen, 1955 (Autor Armin Tremmer und Dr. Erich Kratzsch).
  • Grün-Weiße Schnüdel. Mehr als 100 Jahre 1. FC Schweinfurt 1905. Das offizielle Jubiläumsbuch des FC 05 zum runden Geburtstag, hg. vom 1. FC Schweinfurt 1905 e. V., (2006) (Autor: Michael Horling).
  • Hermann E. Fischer, Schweinfurt 05: Abonniert auf Oberliga, auch ohne Stareinkäufe, in: Werner Skrentny (Hrsg.), Als Morlock noch den Mondschein traf, S. 137–140.
  • Werner Skrentny (Hrsg.), Als Morlock noch den Mondschein traf. Die Geschichte der Oberliga Süd 1945–1963, 1993.
  • Hardy Grüne, Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs Band 1, 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadiondaten – Willy-Sachs-Stadion. www.kicker.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  2. Handelsregister: Bayern Amtsgericht Schweinfurt VR 70. www.handelsregister.de, abgerufen am 8. Juni 2017.
  3. Football Association 75th Anniversary Celebration Match: England 3 Rest of Europe 0. www.englandfootballonline.com, abgerufen am 8. Juni 2017.
  4. Spiegel.de: Herbergers Held, 2. April 2012. Abgerufen am 11. Juni 2017.
  5. Bezirk Unterfranken.de: Hans Deckert. Abgerufen am 11. Juni 2017.
  6. Schweinfurter Tagblatt: Einwurf: Chance auf Profi-Fußball, 17. Juni 2015.
  7. Onetz Internetportal: Von wegen 3. Liga: Investoren ziehen zurück, 17. Dezember 2008. Abgerufen am 10. Juni 2017.
  8. a b 1. FC Schweinfurt 05: Geschichte. www.fcschweinfurt1905.de, abgerufen am 8. Juni 2017.
  9. So lief die Relegation 2014 auf Verbandsebene. www.fupa.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  10. Vorbild Leicester: Schweinfurts Dreijahresplan. www.kicker.de, abgerufen am 26. Juli 2016.
  11. Umstellung auf Profitum – und Klaus würde gern nochmal. www.fupa.de, abgerufen am 2. Juni 2017.
  12. Schweinfurt gewinnt Finale und löst Ticket für DFB-Pokal. www.welt.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  13. Schweinfurt 05 gewinnt den Toto-Pokal 2017. www.bfv.de, abgerufen am 3. Juni 2017.
  14. Main-Post: Finale als Starthilfe: FC 05 will zurück ins Profigeschäft, 23. Mai 2017.
  15. Angaben des 1. FC Schweinfurt 05.
  16. Süddeutsche Zeitung, 7. Juli 2014.
  17. Football Association 75th Anniversary Celebration Match: England 3 Rest of Europe 0. www.englandfootballonline.com, abgerufen am 8. Juni 2017.
  18. Werner Skrentny (Hrsg.): Als Morlock noch den Mondschein traf. Die Geschichte der Oberliga Süd 1945–1963, S. 139.
  19. Lorenz Knieriem, Hardy Grüne: Spielerlexikon 1890–1963, S. 191.
  20. Helmut Schön: Fußball. Erinnerungen, S. 79.
  21. 1. FC Schweinfurt 05: Abteilungen. www.fcschweinfurt1905.de, abgerufen am 8. Juni 2017.
  22. presseportal.de. Abgerufen am 9. Juni 2017.

Koordinaten: 50° 3′ 5″ N, 10° 12′ 11″ O